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Zwei Jahre mit dem CX - und Übergang ins dritte Jahr

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So, es ist soweit – Zeit für einen Rückblick auf mein zweites Jahr mit dem CX (April 2016 bis April 2017) und einen nahtlosen Übergang in mein drittes Jahr.

Eigentlich mache ich diesen Rückblick für mich immer zum Beginn der Saison, da ich meinen Break an einem ersten April gekauft habe. In diesem Jahr sollte es anders kommen. Lest selber.

Mein  zweites Jahr mit dem CX Wenige Baustellen, ein paar Effekte

Manche nennen es ja auch Special Features – gemeint sind die Effekte, die auftauchen und sich nicht immer sofort erklären lassen. Mein Break kann das auch: zum Beispiel wundersam verschlossene Türen. Die Forensuche ergab, dass ich nicht der Einzige bin, dem das widerfahren ist. Eine Lösung habe ich noch nicht, ich nehme es mit einem gewissen Gleichmut und lasse meinem Auto diese persönlichen Macken durchgehen.

Einige Sachen kann man natürlich nicht tolerieren, und so mussten auch einige kleinere Arbeiten erledigt werden: Die Scheinwerfer habe ich mit dem unschlagbar günstigen Fertigset von Ebay auf Relaisbetrieb umgebaut. Die Lichtmaschine fing an, mahlende Geräusche von sich zu geben und wurde von mir ausgetauscht. In dem Zuge musste ich jedoch schmerzlich erfahren, dass Teile für meinen 76er CX Break nicht mehr an jeder Ecke liegen. Seitdem halte ich die Augen offen nach Teilen für Ur-CXe. Im Laufe des Jahres konnte ich dann bei Ebay eine blaue Türverkleidung ergattern, der Handel ging leider nicht so reibungslos vonstatten (ich habe meinen damaligen Ärger über den Anbieter oldie-harry beschrieben). Schwamm drüber, die blaue Türverkleidung ist jetzt meine und das ist unterm Strich auch gut so.
Die Tachobeleuchtung funktionierte irgendwann nicht mehr zuverlässig, der Lüftermotor für den Innenraum auch nicht. Beides braucht man im Sommer nicht unbedingt, daher konnte ich es erfolgreich ignorieren – mache ich aber diesen Winter.

Winterreifen für den CX? Ja, aber…

Beim Kauf meines CX (hier der thread vor dem Kauf und hier nach dem Kauf) waren die 195er Alu-Felgen verbaut. Mir war von Anfang an klar: da müssen Stahlfelgen drauf. Fündig wurde ich letztendlich in Bayern und habe die Reifen zum Winter 2016 dann aus Hamm abgeholt. Profil war ausreichend auf den Michelin MXT vorhanden und so habe ich den Fehler gemacht, die Reifen aus dem Jahr 2001 zu montieren. Ihr werdet später erfahren, warum das ein Fehler war. Jetzt konnte ich auf jeden Fall die schönen Pallas/Prestige Radkappen montieren – so gefällt mir der CX am besten!

Wie viele hier im Forum fahre ich den Wagen im Winter nicht. Dementsprechend habe ich das Auto dann bis Ende März nicht mehr bewegt. Damit endet mein zweites Jahr mit dem CX.

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Beginn des dritten Jahres mit dem CX

Gegen Ende März sollte es zum TÜV gehen, mein erster eigener seit ich das Auto habe. Was hatte ich nicht alles vor für die kommende Saison – Utrecht im Mai , CX Schraubertreffen im Juni und das Treffen vom CX Club Holland im August. Es kam alles anders.

Wir sind hier in Wuppertal ja gut versorgt mit Citroen-Knowhow. Also habe ich einen Termin zur TÜV-Vorführung bei der ortsansässigen Firma vereinbart. Ich war mir eigentlich sicher, dass „nicht viel dran sein kann“. Um es schon mal vorweg zu nehmen: ab hier entspinnt sich eine etwas längere Geschichte.

Anruf Werkstatt: „Ich habe zwei schlechte Nachrichten: 1. kriegt der Wagen so keinen TÜV und 2. war gerade die Polizei hier – jemand hat beim Ausparken das Auto beschädigt.“ Als ich vor Ort eintraf war der Gutachter schon da und ich erfasste das Ausmaß der Beschädigung: Jemand hatte beim Ausparken offensichtlich Gas und Bremse verwechselt und einen Container für Elektro-Altgeräte einen (!) Meter über den Gehweg in mein ordnungsgemäß geparktes Auto geschoben. Die Außenkante des Containers hatte die Beifahrertür von oben bis unten sauber genickt. Grand malheur de caque! Dass die Türunterkannten alle mehr oder weniger behandlungsbedürftig sind, wusste ich ja, aber mit diesem zusätzlichen Schaden ist jeder noch so entspannte TÜV-Prüfer gut beraten, die Plakette zu verweigern, immerhin bestätigt er damit auch den „guten Erhaltungs- und Pflegezustand“ für das H-Kennzeichen. Über die Vorgaben und den aktuellen Stand der Diskussion zum H-Kennzeichen habe ich mich dann erstmal schlau gemacht. Sollte man an anderer Stelle mal drüber diskutieren, ich erzähle erstmal weiter.

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Used Look überfordert

Der Gutachter mit einem Faible für Patina schätzte das Auto auf Zustand 3 und Classic Data bescheinigte dann einen Wert von 8500 Euro. Immerhin. Die Versicherung zahlte innerhalb von 14 Tagen überraschend schnell, natürlich nicht ganze Summe. Ein wohlüberlegter Schriftwechsel führte dann zur Aufstockung der Auszahlung. In diesem Fall bekam ich insgesamt gute zweieinhalb Tausend Euro für die Behebung des Schadens.

Was also tun? Ich habe vier rostfreie Türen aus Serie II liegen, natürlich in Silber. Der erster Impuls war: lackieren lassen, umbauen, fertig. Doch halt, mein Auto lebt (für mich) vom patinierten Lack, von bis auf die Grundierung abgewetzten Kanten, von Beulen hier und da. Noch dazu in einem Farbton, den es nur im Modelljahr 77 für wenige Monate gab: Bleu Ocean (AC648). Lange Rede, kurzer Sinn, ich habe es mir nicht leicht gemacht und war schlicht überfordert. Neulack? Nur die Türen? Das ganze Auto? Türentausch? Türensanierung? Beilackieren? Wer soll und kann es machen? Die Sommerferien waren zwar noch etwas hin, aber Handwerker müssen auch planen. Die Sommerferien waren jedoch gesetzt, da ich nur in den ersten drei Wochen mit meinen Kindern in Urlaub fahren kann. Und zwar mit dem Auto – außer wir machen eine zweiwöchige Radtour ;-)

Tag um Tag, Woche um Woche verging, bis ich mir endlich sicher war und jemanden gefunden hatte, der sich der Türen im Original-Zustand annehmen wollte und bei der Sanierung so viel O-Lack wie möglich erhalten wollte. So weit, so gut. Aber: leider nicht mehr vorm Urlaub machbar! Ich habe dann abgewogen zwischen Buß- und Verwarngeld und möglichen Konsequenzen und bin in den Urlaub gefahren. Diepholz ist nicht so weit und vor Ort fahren wir sowieso nur Fahrrad.

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Glück im Unglück

Auf dem Rückweg nach Hause, wir waren fast zuhause, passierte das Malheur: Reifenplatzer vorne links! An dieser Stelle muss ich beim Schreiben erst einmal durchatmen. Ihr erinnert auch an den zuvor beschriebenen Kauf der Winterreifen auf Stahlfelge? Ich konnte kontrolliert auf den Seitenstreifen und habe die Kinder sofort hinter eine Tür in der Lärmschutzwand bugsiert. Und da stand der CX nun auf dem Seitenstreifen: vollbeladen und mit 3 Fahrrädern auf dem Dach. Ein aufmerksamer Autofahrer half mir bei der Sicherung und Benachrichtigung der Polizei. Als die Beamten eintrafen, hörten sie sich meine Geschichte an (Urlaub, eingedrückte Tür, fehlender TÜV, Reifenalter), nahmen mich ins Gebet, und verzichteten dann auf weitere Schritte! Die Polizei habe ein Herz für historische Fahrzeuge! Puuhh. Hier muss ich noch mal durchatmen. Stunden später war ich dank ADAC müde und geschafft zu Hause (die Kinder waren zwischenzeitlich abgeholt worden) und ich habe das Fahrzeug an dem Abend nicht mehr entladen können. Ich war fix und fertig.

Die Überraschung folgte dann am nächsten Morgen: Das Ordnungsamt ist in unserem Viertel sehr aufmerksam und dabei wenig flexibel. Ein blauer CX mit eingedrückter Tür, geplatztem Reifen, ungewöhnlich fixierten Fahrrädern auf dem Dach und ohne TÜV hat es da nicht leicht! Aber auch hier gilt: überall arbeiten Menschen und wenn man denen freundlich begegnet, kann man auf Verständnis stoßen. Die Dame vom Amt hat die Frist zur Behebung sogar noch ein zweites Mal verlängert!

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Zielgerade und letztendlich TÜV

In den folgenden Wochen kümmerte sich die Werkstatt um die TÜV-relevante Technik. Auch hier immer wieder mit Überraschungen. So ist das Radlager vorne auch im Ferrari Mondial verbaut und entsprechend begehrt. Ich sage nur so viel: wer 250 Euro bezahlt, macht ein Schnäppchen! Ich habe auch sofort neue Reifen gekauft, es sind die Vredestein Sprint Classic geworden. Neue Scheinwerfer für Ur-CXe gab’s auch noch. Danach nahm sich der Karosseriebauer die Türen vor. Der Lackier-Künstler (und ich meine das hier absolut positiv) hat es geschafft, die Arbeiten an den Türunterkanten und die Beule vom Reifenplatzer so zu richten, dass das Ergebnis wieder zum Rest des Autos passt. Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit. Endlich, endlich konnte dann nach einem halben Jahr nach dem Unfallschaden die TÜV-Plakette geklebt werden.

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Wieder unterwegs

Seit Oktober fahre ich wieder mit dem Wagen und stelle ihn übermorgen in die Garage, hier hat es heute erstmals gefroren. Das war ein kurzes Jahr mit wenigen Kilometern und sehr vielen Investitionen. Mir ist nochmal klar geworden, dass ich der erste bin, der peu à peu den Wartungsstau aus 40 Jahren beseitigt. Was mich angesichts der investierten Summen wieder zu einem bereits angesprochenen Thema bringt: Was ist ein Auto wert? Wer bestimmt den Wert? Und für wen ist das wichtig? Mir ist nur eins wichtig: ich will ein klassisches Fahrzeug fahren, das sich sicher bewegen lässt und verkehrstüchtig ist. Ich glaube, dass ich da in diesem Jahr einen großen Schritt getan habe. Was die Investitionen angeht, die liegen jetzt inkl. Verkaufspreis knapp über dem Classic Data Niveau. Passt für mich, weil es für die Versicherung wichtig ist. Wollte ich den Wagen verkaufen, bekäme ich wohl zurzeit keine 2000 Euro. Und bin damit wieder bei der Summe, mit der ich in die CX-Welt gestartet bin. Auch egal, ich will ja nicht verkaufen.

Ich treffe euch unterwegs – eher im nächsten Jahr als in diesem,

Euer Andreas

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prestige

Schöner Erfahrungsbericht! Soetwas im Froum zu lesen macht Spaß.

Der Winter hat noch nicht richtig begonnen, da sehnt man sich schon nach dem nächsten Frühjahr, wenn die Autos wieder auf die Straße kommen.

Grüße Stefan

 

 

 

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Bernhard2

Hallo Andreas,

gefällt mir SEHR gut, wie Du das Klassiker-Fahren begreifst und welchen Stellenwert Du Patina und Originallack einräumst:D ! Hier sind wir Meinungs- und Leidensgenossen !

(sei bloooß froh, daß es nicht die hintere Breakt-Tür getroffen hat. Die ist sozusagen unersetzlich...).

(Siehe meine diversen Beiträge zu Vorderachs-Sanierung, und....).

Wünsche Dir ganz viel Spaß und schönen Sonntag:

Grüße aus dem Winterland: Bernhard

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picassoHDI

"Halte durch!" kann man da nur zurufen. Wunderbar wenn Klassiker noch richtig leben dürfen und nicht nur zur Show herausgeholt werden.

Patina und Originallack ja, aber ich finde zur Pflege gehört auch das Ausbessern von Lackschäden, damit das Material erhalten bleibt und nicht vom Rost zerfressen wird, macht man in jedem Lebensalter. Aber das kann jeder persönlich entscheiden.

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Manson
vor 6 Stunden, picassoHDI sagte:

aber ich finde zur Pflege gehört auch das Ausbessern von Lackschäden, damit das Material erhalten bleibt und nicht vom Rost zerfressen wird, macht man in jedem Lebensalter

kann man auch bei Angehörigen des weiblichen Geschlechts beobachten ;), mit zunehmendem Alter steigt der Verbrauch an Spachtelmasse, vor allem wenn man schon sehr früh damit anfängt.

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AndreasRS

Hallo Andreas,

mit den Radkappen sieht der Serie 1-CX gleich viel besser aus!

Grüße
Andreas

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holger s

Schön erzählt. Auch die Patina finde ich sehr schön.

Nur die Roststellen an der Heckklappe würden mich kollossal ärgern. Ich sehe auch viele Golf 2 und Mercedes Kombis, die sowas haben; das ist optisch viel schlimmer als ein wenig Kantenrost.

Auch finde ich bei einem 2-Liter-Schmalkotflügler die Pallas-/Prestige-Spiegel etwas unpassend; da erwartet man einfach diese spillerigen Dinger. Jetzt sach nich, dattat original is.

Dass es in Unterbarmen eine Plüschowstraße gibt, hab ich als Süd-Barmer auch nicht gewusst … ich war ja selber noch zu Studentenzeiten mit meiner 66er 2CV beim Kirchhoff. Auch schon zu Ober-(oder Unter-)dörnen-Zeiten. 

bearbeitet von holger s

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