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Hydrauliker Vita Kap 2


Hydropneumaticker

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Hydropneumaticker

1. Fortsetzung 

Kapitel 2 

Immer noch der / die erste DS19, große Urlaubsfahrt CH, I, F. 

Die Göttin lief jetzt ohne Mucken und die Semesterferien fingen an, 2 Monate August / September.

Was war zu tun damit keine Langeweile aufkam?

Madame meinte Italien wäre doch mal was statt immer nur Hotel Mama in Ostfriesland.

Die Göttin nickte gnädig, reichlich Werkzeug, LHS2  und andere nützliche Kleinigkeiten im Kofferraum verstaut und los gings.

Ich glaube wir kauften auch noch Benzingutscheine für Italien, die gabs beim ADAC. 

Aprospos tanken. Das Tanken war manchmal recht lustig, die DS hatte ja schon einen 70l Tank und das Volltanken dauerte immer etwas, da hörte man schon mal die Frage: „Tanken Sie da einen Starfighter auf oder was?“

Ein Kommilitone fuhr auch mit, aber nur bis in den Schwarzwald, nicht weil er es nicht länger im Auto ausgehalten hätte, er hatte da unten irgendwelche Mischpoke wohnen.

Wir fuhren also auf der Autostrada wie gehabt DDR, Helmstedt, Hannover, Stuttgart, Lörrach, Basel, bis dahin alles super, dann kam der Gotthard.

Da wurde es zum ersten mal etwas mühselig, die schwere Kiste mit theoretischen 75PS (auf Meereshöhe) und die Serpentinen hoch und höher, die Halbautomatik hatte leichte Probleme, bis ein Gang wechselte war der Schwung schon wieder weg, ich weiß nicht wer mehr geschwitzt hat, das Auto oder ich.

Wir kamen aber heil auf der anderen Seite an und dann ging es weiter über Genua in ein kleines Riviera Küstenkaff, Pietra Ligure, kurz vor F.

Die DS19 lag dann 10 Tage auf dem Hotelparkplatz und wir tagsüber am Hotelstrand, nachts wurde da üblicherweise noch der Müll direkt ins Mittelmeer entsorgt.

Die Rückreise stand an, die Gotthard Schinderei im Hinterkopf sagte ich mir das kannst du dem Auto nicht noch mal zumuten, lieber durch Frankreich zurück, da sah es relativ flach aus.

An der ersten Tankstelle in Frankreich wollte ich der Göttin was Gutes tun, Ölwechsel, das war, wie die Computerleute sagen, ein fataler Fehler.

Das Auto kam auf die Bühne, dadurch federten die Räder komplett aus und die verdammten Faltenbälge der vorderen Federzylinder, die ich schon in Berlin laufend gewechselt hatte, rissen ein.

Weil da aber nur das Lecköl der Federzylinder drin war hielt sich der Ölverlust in Grenzen.

Eine dünne rote Ölspur (Arianefaden wie gehabt) verfolgte uns ab da durch F.

Es war dann auch mittlerweile schon dunkel als die rote Lampe das erste Mal anging, sehr romantische Beleuchtung, 2 Liter LHS nachgefüllt und weiter geritten.

Als dann in der Dunkelheit am Straßenrand das Schild einer Citroen Werkstatt auftauchte, übernachteten wir dort auf dem Firmenparkplatz im Auto, Liegesitze, bis die Werkstatt morgens öffnete.

Der Werkstatt Patron guckte etwas sparsam, keine Ahnung warum, so schlecht war mein Französisch nun auch wieder nicht, na egal, ich kaufte 2 Faltenbälge bei ihm, baute sie ein und weiter gings.

Die Landstrassen in F waren damals nicht erste Sahne, gerade schon, manchmal kilometerlang, aber wir schwebten ja wieder, dann kam aber ein besonders schlechtes Stück, richtig tiefe Löcher, da schwebten wir zügig weiter bis es hinten am Auto knallte und das Heck etwas in die Knie ging.

Nach Fehlzündung klang das nicht sondern, wie ich an der Riesen Ölsauerei sehen konnte, der linke hintere Federzylinder war geplatzt. Wahrscheinlich war die Federkugel schon wieder platt und durch die Heizerei über die Buckelpiste hatte sich der Druck den leichtesten Weg gesucht, der Federzylinder war sicher auch schon angegammelt, Alu an Eisen und Feuchtigkeit gibt ja ein ganz gutes galvanisches Element.

Glücklicherweise lag ein paar hundert Meter weiter ein Autofriedhof, da standen die Göttinnen reihenweise rum.

Was ich brauchte war also ein „un cylindre de suspension arriere“, bei dem Patron hieß das „pas de problem, trente cinq francs, s’il vous plait“ und schon waren wir im Geschäft.

Erfreulicherweise kam das Teil aus dem Regal, brauchte ich also nicht auszubauen. Der Einbau eines Federzylinders war eigentlich auch „pas de problem“, in meinem speziellen Fall aber doch grand problem.

Die Federkugel ging mit zwei Fingern runter, der Federzylinder war aber leider in seiner Halterung festgegammelt, aber richtig, wie geschweißt.

Da halfen nur energische Maßnahmen sprich Hammer und Meißel, es dauerte dann aber doch ziemlich lange, der Einbau war dagegen fast ein Kinderspiel.

Zum Schluß sah ich wohl ziemlich wüst aus, Hemd Hose Hände und Unterarme ölig und schwarz wie eine französische Wildsau, da guckte der Hotel Patron als wir ein Zimmer buchten wieder etwas sparsam.

Ich verzichtete auf lange Erklärungen zur Situation, dazu waren weder ich noch mein Französisch in der Stimmung.

Die restliche Rückreise wurde, ohne weitere Defekte, wieder schwebend zurückgelegt.

Auf der Rückfahrt nachts durch die DDR benutzte ich, in Anbetracht der vielen Straßenschäden auf der rechten Fahrbahn, aus verständlichem Grund, meist die linke Fahrbahn.

In der DDR Grenzpapierarie mußte man im Passierschein auch das mitgeführte Bargeld angeben, das waren in unserem Fall noch 20,-DM.

Die VoPo hielt mich wegen der Linksfahrerei an und hätte sicher auch kassiert, aber nach einem Blick in den Passierschein verzichtet.

Zurück in Kreuzberg wurde dann beim Möbeltransport bis zum neuen Semesterbeginn erstmal richtig ausgespannt. 

 

Fortsetzung folgt.

 

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