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  • Die Ära des André Citroën

    Immer wieder wird über die sagenhafte Vergangenheit der Marke Citroën und ihres Gründers André Citroën gesprochen, wobei die Innovationsfreudigkeit der Marke und das tolle Design der Modelle eine große Rolle spielen. High-Lights waren z. B. die Fließbandproduktion, der zitronengelbe C3, der von Opel kopiert wurde, die Ganzstahlkarosserie, die Croisière-Expeditionen mit Raupenfahrzeugen durch Afrika und Asien, der Kundenservice, die exorbitante Werbung und schließlich das sagenhafte Modell "Traction-Avant (TA)" mit Frontantrieb.

    Citroën erfand selbst keine revolutionären Technologien, aber er spürte sie mit kreativem Weitblick auf und setzte sie mit leidenschaftlicher Energie in groß-industriellem Maßstab um, bevor sie allgemein bekannt bzw. in der industriellen Technologie eingeführt waren. So war Ende der zwanziger Jahre die französische Marke Citroën nach der amerikanischen Marke Ford der zweitgrößte Automobilhersteller weltweit und in Europa sogar der größte. In dem kurzen Zeitraum von nur 16 Jahren hatte er den mehr als zwanzigjährigen Vorsprung seiner Konkurrenten eingeholt und eine Automobilmarke mit Weltruf aufgebaut und damit eine Legende begründet.

    Es darf jedoch nicht verkannt werden, dass der Firmengründer bei seinen Innovationen hohe Risiken einging und auch oft die damit verbundenen Kosten ignorierte (Zitat von André Citroën: "Wenn eine Idee gut ist, ist kein Preis zu hoch; danach zählen keine Kosten mehr"), was dann in den kritischen Zeiten der Weltwirtschaftskrise 1929 und in den Jahren danach die Firma an den Rand des Ruins brachte.

    Citroën unter der Regie von Michelin

    Es gelang dann aber ab 1935 dem Unternehmen Michelin die Firma Citroën vor dem Konkurs zu retten und zu sanieren und mit neuen Modellen (vor allem mit TA, "Kult"-2CV, "Göttin" DS, GS, SM) die Marke wieder zu neuen Höhen zu führen. Auf dem Höhepunkt der Entwicklung experimentierte Citroën in Kooperation mit NSU mit Wankelmotoren und baute für die kommenden Modelle (z. B. Ami6/8, GS/GS-Birotor, CX/Wankel-CX) ein neues Werk, als durch die Ölkrise erneut ein Weltwirtschaftsproblem die Firma an den Rand des Ruins brachte.

    Citroën unter der Regie von Peugeot

    1974 übernahm dann Peugeot das Unternehmen, rettete es vor dem Konkurs und versuchte durch Gleichteilestrategie und mit neuen Modellen (vor allem BX, CX, AX, ZX, XM, Xsara, Xantia, Berlingo, C5)  die Marke wirtschaftlich zu gesunden und fit für den Markt zu machen. Einige der neuen Modelle waren zwar sofort als Peugeot-Kopien zu erkennen, was die Fans enttäuschte. Doch die Modelle waren attraktiv und gefragt. Die wirtschaftliche Gesundung gelang, wozu vor allem  BX und ZX beitrugen.

    Rückkehr zur Avantgarde unter der neuen PSA-Führung

    1997 erhielt der PSA-Konzern mit den Marken Citroën und Peugeot mit Jean-Martin Folz als PSA-Generaldirektor und Claude Satinet als Citroën-Chef eine neue Führung und gemeinsam mit dem danach eingestellten Citroën-Design-Direktor Jean-Pièrre Ploué begann man damit, das alte Image der Marke Citroën wiederzubeleben und zu neuen Höhen zu führen. Dazu trugen die neuen Modelle C2, C3, Pluriel, Picasso, C4/Coupé, der Mini-C1, der C6, der Picasso 2, der Allrad-C-Crosser oder der neue C5-II (Marktführer seiner Klasse in F) wesentlich bei.

    2007 starteten Christian Streiff als neuer PSA-Generaldirektor und Gilles Michel als neuer Citroën-Chef ein Aktionsprogramm CAP 2010, mit dem eine 4-Punkte-Strategie verfolgt wurde: Produkt- und Service-Qualität, breit angelegte Kostenreduzierung, Kostensenkung bei der Beschaffung, Einsparungen bei der Logistik und es wurden 41 neue Modelle und Modellvarianten bis 2010 angekündigt.

    Im Jahre 2009, in dem Citroën sein 90-jähriges Jubiläum feierte, wurden bei Citroën unter dem neuen PSA-Chef Philipp Varin und dem neuen Citroën-Chef Frédéric Banzet die Weichen völlig neu gestellt. Neunzig Jahre nach Gründung der Firma Citroën gab es ein neues Logo mit abgerundeten Winkeln, einen neuen Slogan "Creative Technologie" und eine neue farblich gestaltete "Corporate Identity" sowie ein neues DS-Label, mit dem das mythische DS-Image aufgegriffen und neue exklusive Modelle gekennzeichnet werden sollen. Jean-Pierre Ploué wurde Design-Chef des ganzen PSA-Konzerns und Nachfolger als Chef-Designer bei Citroën wurde Anfang 2010 Thiery Metroz. Und mit Peter Weis erhielt die Citroen-Deutschland-GmbH jetzt endlich einen Deutschen als Chef und erzielte 2009 mit 100.000 verkauften Autos in D sogar ein 6-stelliges Rekordergebnis.

    Chronologische Beschreibung der Entwicklung

    Die ganze Entwicklung von Citroën aus den Anfängen bis heute ist in einer chronologischen Beschreibung als PDF-Dokument mit allen zugehörigen Bildern (74 Seiten, ca. 350 Bilder, ca. 14 MB) für Mitglieder des André-Citroën-Clubs (ACCM) abrufbar unter www.acc-intern.de

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