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hat der "Spiegel" keine Ahnung von Autos?

Hervorgehobene Antworten

Hallo!

Bisher fand ich Berichte zu Autothemen im Spiegel immer recht interessant und fehlerfrei. Haarsträubend jedoch 3 Fehler im neuen Spiegel:

S.121(Artikel über den VW-Erfolg in China):

MW ist Dongfeng doch der chinesische Partner von PSA , der ZX wird unter der Marke Dongfeng-Citroen verkauft. Was schreibt der Spiegel: "Zumal neben klapprigen Kadersänften der Marke Dongfeng (Ostwind)..." Offenbar hat man da chinesische Marken verwechselt, man meinte wohl "FAW-Hongqi" oder "Shanghai"? Vor der Zusammenarbeit mit PSA gab es doch keine Autos der Marke "Dongfeng". Wenn es vor der Citroen-Zeit Kadersänften unter der Marke Dongfeng gegeben hätte, dann wäre der Marken/Mit-Herstellernnahme wohl kaum für Citroen-Modelle weiterverwendet worden.

Nicht so voll daneben, aber trotzdem falsch: VW startet in Chona bereits 1982, der Spiegel schreibt 1984. Nicht so wichtig, aber wohl schlicht falsch.

Der grobste Schnitzer auf Seite 130(Artikel über die Zukunft des Diesels):

"Die meisten heute angebotenen Diesel haben keinerlei Abgasreinigung im Auspuff. Durch ein offenes Rohr entweichen ihre Abgase ins freie."

weiter "Schon heute unterbieten viele Dieselfahrzeuge diese Grenzwerte ohne Abgasnachbehandlungen durch Kat oder Partikelfilter"

Voll daneben: wer kennt einen aktuellen Diesel-PKW auf dem deutschen Markt,

der keinen Oxidationskatalysator hat? Ich kenne keinen, alle PKW-Diesel, die Euro-3 oder Euro-4 erreichen haben einen Oxidationskatalysator. Den kennt der Spiegel offenbar gar nicht. Im Artikel wird weiter der Eindruck erweckt, als gäbe es beim Diesel nur den sogen. deNOx-Kat, den nur Toyota anbietet.

Toyatas Marketing-Abteilung verkauft den Avensis gegen Aufpreis mit dem sogenannte "D-Cat". Eine geschickte Irreführung, der Avensis hat serienmäßig natürlich bereits einen Oxidationskatalysator.

Nur Honda mutet seinen Kunden zu, zu verstehen, dass der neue Diesel über 2 Katalysatoren verfügt, einen deNOx-Kat zusätzlich zum Oxidationskatalysator. Oder ist das etwa zu anspruchsvoll für den Spiegel-Leser? Da macht man es ihm einfacher: Kat ist nur ein neuartiger Anti-Stickoxid-Kat, wer redet da noch vom Oxidationskatalysator?

Wenn der Spiegel sich so undifferenziert äußert, sollte er es lieber bleiben lassen. Schusswort des Artikels: "Ein Golf TDI jedoch wird im Jahr 2010 wahrscheinlich nicht mehr gebaut".

Voll daneben soetwas.

MfG

"der spiegel" ist ja auch keine fachzeitschrift.

Naja,

so manche technischen Detais sind indeed voll daneben. Faktum ist und bleibt aber die Richtigkeit der Kritik an den modernen Dieseln wegen sehr schlechter Abgaswerte, und dass der Gesetzgeber bisher auch bei neuen Euro4 immer noch das Dreifache des Benzingrenzwertes zulässt.

Mit Gleichsetzung von Dieseln und Benzinern sind tatsächlich noch etliche technische Abstrengungen bei den modernen Dieseln notwendig, um die heutige "Sauberkeit" der Benziner zu erreichen.

Richtig ist auch, dass die Hersteller genau deswegen bereits heute mehrheitlich über die unternehmerische Wirtschaftlichkeit des Bauens von Diesel-Klein-und Mittelklassewagen ernsthaft nachdenken. Speziell VW als der Hersteller mit einem sehr hohen Dieselanteib bei seinen Fahrzeugen ist da wirtschaftlich etwas in die Bredouille geraten, weil die höheren Produktionskosten nicht an den Kunden weitergegeben werden können.

Richtig ist auch, dass die deutsche Autolobby bislang immer eine Verringerung der Diesel-Abgasgrenzwerte unterbinden konnte und deshalb heute dieselnde "rasende Obsttransporter", auch SUV genannt, als zugelassene Kleinlaster durch die Lande brausen, weil sie mit der Zulassung als PKW nicht mal die Euro2 schaffen würden.

Richtig ist aus technischer Sicht, dass die Benziner ihr "Sparpotential" bei Weitem noch nicht ausschöpfen, und dass sich dass in den nächsten zehn Jahren noch deutlich ändern wird. Der Diesel ist da in seiner Entwicklung einfach mindestens 15 Jahre voraus, aber auch schon heute kaum noch weiter entscheidend entwicklungsfähig.

Richig ist auch aus technischer Sicht, dass der Diesel eine Verbrauchserhöhung hinnehmen muss, um seine Abgase im Sinne einer Angleichung an die Benzingrenzwerte deutlich zu verringern. Das mussten die Benziner auch hinnehmen: die Einstellung auf das für einen 3WegeKat optimale Kraftstoff-Luftverhältnis von Lambda=1 ist im Sinne eines Verbrauchsminimums nicht ideal. Da nutzen auch die heute in den hochwertigen Autos eingesetzten Sauerstoffspeicherkatalysatoren nichts.

Ebenso ist aus heutiger technischer Sicht richtig, dass für eine Rußpartikelverbrennung die Einspritzmenge etwas erhöht werden muss, um die für die Nachverbrennung erforderlich Abgastemperatur vom 650 Grad zu erreichen. Auch das wird den Verbrauch erhöhen. Das bei PSA verwendete Zusatzmittel dient übrigens dazu, die Rußverbrennung bereits bei einer Abgastemperatur von 450-480 Grad in Gang zu setzen und damit den Verbrauch nicht allzusehr ansteigen zu lassen.

Die heute bei allen Herstellern in den Labors bereits bestehenden Direkteinspritzbenzinern mit Schichtladeverwirbelung etcetcetc. sind leider noch nicht so großserienreif, als dass sie auf den Markt könnten. Hier steckt aber noch ein ganz erhebliches Verbrauchsminderungspotential der Benziner drin bei gleichzeiger Einhaltung von immer weiter schärfer werdenden Abgasgrenzwerten.

Insgesamt werden sich Diesel und Benziner immer weiter angleichen. Die dafür erforderliche Motorentechnik wird einiges kosten. Die Hersteller müssen und werden über die Wirtschaftlichkeit dieser extremen Entwicklungen jedenfalls genau nachdenken und rechnen müssen. da könnte wirklich sein, dass der Kleindiesel und der Großbenziner dabei ins Hintertreffen geraten.

Gruß von P.

  • Ersteller

Hallo!

Benzindirekteinspritzer nicht grossserienreif?

Beim VW Golf gibt es gleich 3 Benzin-Direkteinspritzer zur Auswahl(1,4 90 PS, 1,6 115 PS, 2,0 150 PS). Arbeiten die nicht(zumindest zeitweise) mit Schichtladung?

MfG

Gibt es Benzindirekteinspritzer nicht auch schon seit Jahren bei Mitsubishi, auch GDI genannt?

  • Ersteller

Hallo!

Mitsubishi führte den Benzindirekteinspritzer ein. Als 1,8 und 2,4 l GDI. Aber alle "ohne Schichtladeprinzip", daher keine Verbrauchsersparnis unter Real-Bedingungen. Der Volvo V40 profitierte von seiner Basis Mitsubishi Carisma, war auch mit Benzindirekteinspritzer lieferbar. Die spez. Katalysatoren ahtten Probleme mit stark schwefelhaltigem Bezin, wurden bei Vovo regelmäßig auf Kulanz getauscht. Mitsubishi hat die Benzindirekteinsptitzer teilwise wieder durch "normale" Benziner abgelöst. VW_motoren arbeiten mit Schichtladeprinzig und haben daher mehr Sparpotenzial, sollten aber mit SuperPlus betankt werden.

MfG

HI all,

Das Problem ist der persé noch unvollkommene Schichtladebetrieb, der zudem im Lastbetrieb größer als 50% vollkommen wegfällt. Die Entwicklung steckt erst noch in den Kinderschuhen. Es wird noch etliche Jahre dauern, bis ein effektiver Minderverbrauch über alle Belastungen erzielt werden kann. So lange die heutigen Benzinmotoren im Lastbereich sogar noch mit Lastanreicherung betrieben werden müssen, gibts ohnehin keinerlei Ersparnisse.

Gruß von P.

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