20. Februar 201610 J. Der bessere Wirkungsgrad des Diesels liegt am thermodynamischen Kreisprozess. Es ist richtig, daß der Otto Prozeß immer etwas schlechter abschneidet als der Diesel. Das war ja auch die Idee Rudolf Diesels. Lediglich z.B. Stirling Motoren sind da vergleichbar gut. Der Otto wird aber besser durch die Aufladung und es wäre äußerst dumm, davon nicht Gebrauch zu machen. Die Wikipedia ist da auf einem Stand von vor 20 Jahren. Die heutigen Garrett Turbolader (by Honeywell) sind wassergekühlt. Da glüht nichts. Man sollte früher auch den Turbo vorsichtig auslaufen lassen, da die früher verwendeten Gleitlager ab einer bestimmten Drehzahl nicht mehr in Öl schwimmen, sondern auf dem Metall herumkratzen. Hier hat Garrett Kugellager im Einsatz, die teilweise aus Keramik bestehen ("Hybridlager"). Diesen Lagern ist es "scheißegal", ob einer den Turbo nett oder wie ein Vollidiot behandelt. Dieselmotoren nutzen diese Merkmale übrigens auch und profitieren davon in erheblichen Maße. OK, nun hat der aufgeladene Benziner natürlich höhere Belastungen auf dem Triebwerk. Hier kommen allerlei harte Beschichtungen der Bauteile zum Einsatz. Ausserdem wird die Kurbelwelle versetzt aus der Zylindermitte, so daß das Pleuel im Arbeitstakt weniger schräg steht, was die Belastung der Zylinderwände und der Kolben verringert. Ohne diese Beschichtungen würden auch Turbodieselmotoren mit den heute üblichen Drehmomenten nicht lange funktionieren. Der Benziner und der Diesel nutzen also viele konstruktive Merkmale, um besser zu werden. Der Diesel ist im Wirkungsgrad besser, der Benziner erreicht immer noch (bzw. nach der Aufladung wieder) mehr Leistung durch die aufgrund der Brenngeschwindigkeit höheren Drehzahlen. Der Benziner hat auch mit Direkteinspritzung das deutlich billigere Einspritzsystem, das nur mit 10% des Druckes eines Dieselsystems arbeitet. Der Benziner hat ein besseres Abgasverhalten mit Lambdaregelung und massiv weniger Stickoxiden. Das liegt am geringeren Druck (und damit schlechteren Wirkungsgrad) des Otto Prozesses. Unter dem Strich bleibt ein massiver Preisvorteil für den Ottomotor. Wirklich "besser" ist keiner. Der wirklich gute Motor hat drei Anschlußkabel und einen besten Wirkungsgrad von über 90 %, also mindestens etwa doppelt so gut wie alles, was knallt und stinkt. Gernot
20. Februar 201610 J. Ich würde es eher auf isochore und isobare Wärmezufuhr konzentrieren. Das Geräusch ist nur ein Nebeneffekt. Gernot
20. Februar 201610 J. Ist ja wirklich geschmackssache. Vielleicht bin ich da auch zu festgefahren in meinem Denken, da kann ich mich nicht von freisprechen. Zum ursprünglichen Thema: käme denn eine Wandlung des Fahrzeugs für dich in Frage? Hast du da eventuell schon mal bei deinem Freundlichen nachgefragt?
21. Februar 201610 J. Ersteller soweit ist es noch nicht. kenn mich Wandlung nicht aus (außer in der Kirche, denn ich war mal Ministrant) ☺ Müsste mich noch damit befassen, glaub aber nicht, dass die Mängel ausreichen Gernot: sehr schöne Erklärung zum Turbomotor. Danke dafür!
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