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Zeitgeschehen

Hervorgehobene Antworten

vor einer Stunde schrieb phantomas:

Rückstellungen sind verpflichtend

Ja und nein. Ich hatte die Rückstellungen zur freien Entscheidung. Das hat Z.B. vor der Coronazeit unwissentlich den Beitrag geleistet, dass niemand entlassen ( in Kurzarbeit) werden musste. Rückstellungen für Pensionsleistungen/ AKW Risiken, die sind tatsächlich ( im letzteren Fall viel zu gering) verpflichtend. Das heißt, die Konzerne überzeugten die Politik, was sie zurückzustellen gedenken & dass sie damit Steuerzahlungen vermeiden.
Bei den Pensionen zahlen dann später die Empfänger die Steuern, natürlich nicht die Konzerne.
 

 

vor einer Stunde schrieb phantomas:

Aktienrückkäufe vermindern nicht die Steuerlast

Wo doch, das ist eine Betriebsaufwendung und die ist absetzbar.

Du hast echt keine Ahnung, aber macht ja Nix, ich hab die Zeit & kann versuchen es dir zu erklären.
Wenn du lieber Donald T glaubst, der war schon 3 Mal pleite, der kann das.

Aktienrückkäufe sind keine Betriebsausgaben.

Kannst Du glauben oder nicht. 

 

Marc Raschke :

 

Der US-Content-Creator @jolly_good_ginger (allein auf Instagram 1,5 Mio. Follower) bringt es auf den Punkt: Die Manipulation der kommenden Midterms hat längst begonnen. #Trump und sein Umfeld wissen sehr genau, was auf dem Spiel steht. Wenn die Demokraten gewinnen sollten, würden sie den Kongress kontrollieren und u.a. ein Amtsenthebungsverfahren von Trump vorbereiten. Dann wäre es vorbei mit „Project 2025“, MAGA & Co. Auch #Minister würden nach ihrer Amtszeit in den Knast wandern. Kriminelle ICE-Schläger sowieso.

Wer diese Zwischenwahlen also gewinnt, besiegelt nichts weniger als das Schicksal der #USA - in die eine oder andere Richtung. So viel dürfte aber jetzt schon feststehen: Sollten die Trumpisten gewinnen, wird die #Demokratie der USA in den Folgemonaten dann vollständig abgewickelt werden.

Nach dieser Logik geht es Trump & Co. nun früh darum, die #Spielregeln zu verschieben. Ein zentrales Instrument dabei ist Angst. ICE-Schlägertrupps, die bereits jetzt durch rechtlich hoch umstrittene und teils offen illegale Übergriffe auffallen, sorgen in vielen Städten für ein #Klima der Einschüchterung. Die Auswirkungen sind sichtbar: leere Shopping-Malls, verwaiste Innenstädte, Menschen, die öffentliche Orte meiden, weil sie fürchten müssen, ins Visier zu geraten. Diese Atmosphäre ist kein Kollateralschaden, sie ist Teil der Strategie.

Am #Wahltag selbst, so das Szenario von @jolly_good_ginger, soll diese Angst gezielt eingesetzt werden. ICE-Präsenz direkt vor Wahllokalen, insbesondere in Regionen mit überwiegend demokratischer Wählerschaft. Nicht, um offiziell den Wahlgang zu verhindern, sondern um eine klare Botschaft zu senden: Wer hierherkommt, setzt sich einem Risiko aus. Gerade für Migrant:innen, People of Color und andere ohnehin marginalisierte Gruppen wirkt diese Drohkulisse stärker als jede formale Hürde. Die Kalkulation ist kalt und effektiv – wer #Angst hat, bleibt zu Hause. Und wer nicht wählt, taucht politisch nicht auf.

Am Wahltag wird es dann sicherlich auch Festnahmen geben - und selbst wenn die dann später wieder freigelassen werden, konnten sie eben nicht wählen. Natürlich alles unter dem Vorwand, etwas gegen illegale #Migrant:innen zu tun. Wobei sich ja inzwischen zeigt: Den größten Zuwachs an #ICE-Festnahmen verzeichnet das Trump-Regime laut NY Times bei Menschen, die vorher keine Vorstrafen hatten.

Nach außen wird das Ganze selbstverständlich anders verkauft werden. Als Sicherheitsmaßnahme, als #Ordnungspolitik, als notwendige Präsenz staatlicher Autorität. In Wirklichkeit handelt es sich um klassische Wählerabschreckung, nur diesmal nicht durch private Milizen oder „Wahlbeobachter“, sondern durch staatliche Behörden in #Uniform.

Und dann bleibt noch die nächste, bereits absehbare Baustelle: die Briefwahlen. Wenn die persönliche Stimmabgabe durch #Einschüchterung ausgedünnt wird, rücken postalische Stimmen zwangsläufig ins Zentrum der Angriffe. Zweifel säen, Verzögerungen provozieren, Ergebnisse delegitimieren – die bekannten #Narrative liegen längst bereit. Wie genau hier manipuliert werden soll, ist noch offen. Dass es versucht werden wird, hingegen kaum.

Die Midterms entscheiden sich also nicht erst beim Auszählen der Stimmen. Sie entscheiden sich auf den Straßen davor, in der Frage, wer sich noch traut, seine demokratischen #Rechte wahrzunehmen. Und während viele noch darüber diskutieren, ob diese Warnungen überzogen sind, laufen die Mechanismen bereits auf Hochtouren. Und jeder kriminelle Übergriff von ICE, über den in den Medien und per Socialmedia berichtet wird, ist ein weiterer Baustein dieser #Drohkulisse.

https://www.theguardian.com/environment/2026/jan/19/scientists-seaweed-blooms-expand-worldwide-ocean-pollution

Zitat

Scientists warn of ‘regime shift’ as seaweed blooms expand worldwide

Study links rapid growth of ocean macroalgae to global heating and nutrient pollution

Zitat

Scientists have warned of a potential “regime shift” in the oceans, as the rapid growth of huge mats of seaweed appears to be driven by global heating and excessive enrichment of waters from farming runoff and other pollutants.

Over the past two decades, seaweed blooms have expanded by a staggering 13.4% a year in the tropical Atlantic and western Pacific, with the most dramatic increases occurring after 2008, according to researchers at the University of South Florida.

Zitat

In a new paper, they say this shift could darken the waters below, changing their ecology and geochemistry, and may also accelerate climate breakdown.

 

  • Ersteller

Mal wieder etwas fuer Spiegelabonenten oder  ....

Zitat

»Wir haben den Adel vor über 100 Jahren abgeschafft. Heute leben wir wieder im Feudalismus«

Martyna Linartas forscht zu Vermögen und Ungleichheit. Hier erklärt die Berliner Politologin, warum Leistung in Deutschland aus ihrer Sicht nichts mehr zählt – und welche Rolle dabei Superreiche spielen.

 

Zitat

 Politik in Deutschland wird meistens zugunsten der Vermögenden gemacht, das ist statistisch nachweisbar. Daraus resultiert das zweite Problem: Überreichtum ist eine Gefahr für unsere Demokratie. Studien zeigen, dass dort, wo die Ungleichheit wächst, das Vertrauen in politische Institutionen verloren geht.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/vermoegen-und-ungleichheit-heute-leben-wir-wieder-im-feudalismus-a-4c294c06-6e22-46d0-a9c6-672a8b4a1875

 

vor 39 Minuten schrieb MatthiasM:

Studien zeigen, dass dort, wo die Ungleichheit wächst, das Vertrauen in politische Institutionen verloren geht.

Und die, die das Vertrauen in politische Institutionen verloren haben, wählen Parteien, die das genannte Prozedere weiter voran treiben. 

Man könnte verrückt werden!

  • Ersteller
vor 47 Minuten schrieb -martin-:

Und die, die das Vertrauen in politische Institutionen verloren haben, wählen Parteien, die das genannte Prozedere weiter voran treiben. 

Man könnte verrückt werden!

Langsam kommen wir uns wieder naeher!

Aber Du hast ja das Problem erkannt:

vor 1 Stunde schrieb -martin-:

Ich finde die einkommensabhängige Förderung auch klasse. Das hatte die Ampel leider versäumt.

Gruene und SPD haben tolle Konzepte, aber es mangelt(e) an der Umsetzung. 

In den USA kann jeder leicht sehen, wohin rechtspopulistische Loesungen hin fuehren. Ich hoffe das unsere Bevoelkerung das auch sehen kann.* Nur, ohne echtem Willen zur faireren Verteilung des Wohlstandes, wird es nur einen Aufschub geben. Und das muessen auch die verstehen denen es noch (!) gut geht, denn das sind diejenigen die in unserem Land Einfluss haben.

*Leider habe ich auch daran Zweifel. Wenn ich sehe wie viele in Deutschland den Mord an Renee Good relativiert oder gerechtfertigt haben ...

Bearbeitet ( von MatthiasM)

vor 32 Minuten schrieb MatthiasM:

Langsam kommen wir uns wieder naeher!

Gut. Ich war allerdings noch nie wo anders 🙂

Zitat

Gruene und SPD haben tolle Konzepte, aber es mangelt(e) an der Umsetzung. 

Heute würde beispielsweise ein Porsche Taycan Turbo für 250.000,- gefördert werden, aber Menschen mit weniger als 80.000,- Einkommen werden sich das kaum leisten können oder wollen. Daher gibt es in der Praxis jetzt auch keine Förderung für diese teuren Kisten. Die Ampel hatte dagegen direkt eine Begrenzung des Neuwagenpreises realisiert. Dass die Förderung jetzt bei geringerem Einkommen steigt, ist ein Fortschritt.

 

Zitat

Ich hoffe das unsere Bevoelkerung das auch sehen kann.* Nur, ohne echtem Willen zur faireren Verteilung des Wohlstandes, wird es nur einen Aufschub geben.

Ich fürchte, dass der Erfolg der AfD weniger an der Einkommensstruktur liegt als an der grundsätzlich anderen Haltung Vieler zur freiheitlich demokratischen Grundordnung. Jetzt sind wir wieder nicht mehr so nah 🙂

Wer z.B. so etwas gut heißt, hat ganz andere Probleme als zu wenig Geld:

Zitat

AfD-Frau fordert DNA-Tests – und Ausbürgerung politischer Gegner

...

Als weiteres Mittel schlug Kotré vor, die "Abschiebeindustrie" zu privatisieren und mithilfe von DNA-Proben die Herkunft von Personen festzustellen. Darüber antwortete sie, dass "Remigration" auch eingesetzt werden solle, um unliebsame politische Meinungen zu unterdrücken. "Remigration" sei der Schlüssel, wenn Mehrheiten immer weiter islamisch geprägt seien.

...

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100560250/afd-frau-lena-kotre-fantasiert-bei-treffen-mit-rechtsextremen-ueber-dna-tests.html

Dabei ist diese Lena Kotré alles andere als eine Hinterbänklerin. Die zieht heute an vorderster Stelle die Strippen der Partei.

Heute ist übrigens der Jahrestag der Wannsee-Konferenz.

Bearbeitet ( von -martin-)

vor einer Stunde schrieb -martin-:

Man könnte verrückt werden!

Tu es nicht, ein Trump reicht!

vor 43 Minuten schrieb MatthiasM:

Leider habe ich auch daran Zweifel

Ganz sicher. Denn der gute Wutbürger geht doch klar davon aus, er sei nicht betroffen. 

  • Ersteller
vor 21 Minuten schrieb -martin-:

Gut. Ich war allerdings noch nie wo anders 🙂

Ich bin eher froh, mich bewegen zu koennen 🙂.

vor 21 Minuten schrieb -martin-:

Ich fürchte, dass der Erfolg der AfD weniger an der Einkommensstruktur liegt als an der grundsätzlich anderen Haltung Vieler zur freiheitlich demokratischen Grundordnung. Jetzt sind wir wieder nicht mehr so nah 🙂

Wer z.B. so etwas gut heißt, hat ganz andere Probleme als zu wenig Geld:

Ich bin der Ueberzeugung, reaktionaere Tendenzen gab und gibt es schon immer. Wirtschaftlicher Abstieg laesst diese aber emporkommen. Tiefe humanistische Ueberzeugung ist selten und eher bei den zu finden die sie sich leisten koennen. Von dem Abstieg sind weniger als die Haelfte betroffen, aber das reicht den Faschisten die Neid, Missgunst und Minderheitenhass bei ihren zukuenftigen Opfern guten Wutbuerger erzeugen. 

Und um es erneut zu wiederholen, es ist nicht echte wirtschaftliche Not. Vielen geht es, je nach Perspektive, gar nicht so schlecht. Sie erwarten aber einfach mehr als von den Kruemeln zu leben, die da angeblich vom Wohlstand "herabrieseln". 

BTW: Die Grenze des Foerderung bei der Ampel, war aber auch in einem Bereich der fuer viele schon als Luxus gilt.

Bearbeitet ( von MatthiasM)

2 hours ago, -martin- said:

Heute ist übrigens der Jahrestag der Wannsee-Konferenz.

Und deswegen war es richtig und wichtig mal wieder einen Korrektivreportierenden bei so einer Veranstaltung einzuschleusen, denn sonst würde die Wahrheit nicht so leicht ans Licht kommen.

Hierzulande hat sich ein autoritärer Anti-Antisemitismus etabliert. Nur bekämpfen seine Anhänger nicht Antisemitismus, sondern das Völkerecht.
https://taz.de/Deutsche-Israelpolitik/!6146623/

vor einer Stunde schrieb schwinge:

einen Korrektivreportierenden

Es ist sicher woke gemeint, aber Korrektivreporter ist nicht mehr oder weniger männlich. 🙂

Die Carney-Rede in Davos dreht sich um eine Metapher von Václav Havel:

Es scheint, als würden wir jeden Tag daran erinnert, dass wir in einer Ära der Rivalität zwischen Großmächten leben — dass die regelbasierte Ordnung schwindet, dass die Starken tun können, was sie wollen, und die Schwachen erleiden müssen, was sie erleiden müssen.

Und dieses Diktum des Thukydides wird als unvermeidlich dargestellt, als natürliche Logik der internationalen Beziehungen, die sich erneut durchsetzt. Angesichts dieser Logik besteht eine starke Tendenz, dass Länder sich anpassen, mitmachen, entgegenkommen, Schwierigkeiten vermeiden und hoffen, dass Gehorsam Sicherheit erkauft.

Nun, das wird er nicht. Also, welche Optionen haben wir?

1978 schrieb der tschechische Dissident Václav Havel, später Präsident, einen Essay mit dem Titel „Die Macht der Machtlosen“. Darin stellte er eine einfache Frage: Wie konnte sich das kommunistische System selbst aufrechterhalten?

Und seine Antwort begann mit einem Gemüsehändler.

Jeden Morgen stellt der Ladenbesitzer ein Schild in sein Schaufenster: „Arbeiter aller Länder, vereinigt euch.“ Er glaubt nicht daran. Niemand tut das. Aber er stellt das Schild dennoch auf, um Ärger zu vermeiden, um Konformität zu signalisieren, um mitzuschwimmen. Und weil jeder Ladenbesitzer in jeder Straße dasselbe tut, bleibt das System bestehen — nicht allein durch Gewalt, sondern durch die Teilnahme gewöhnlicher Menschen an Ritualen, von denen sie insgeheim wissen, dass sie falsch sind.

Havel nannte dies „Leben in der Lüge“. Die Macht des Systems entspringt nicht seiner Wahrheit, sondern der Bereitschaft aller, so zu handeln, als wäre es wahr. Und seine Fragilität entspringt derselben Quelle. Sobald auch nur eine Person aufhört mitzuspielen, sobald der Gemüsehändler sein Schild entfernt, beginnt die Illusion zu bröckeln.

Freunde, es ist Zeit, dass Unternehmen und Länder ihre Schilder abnehmen.

Über Jahrzehnte hinweg prosperierten Länder wie Kanada unter dem, was wir die regelbasierte internationale Ordnung nannten. Wir traten ihren Institutionen bei, priesen ihre Prinzipien und profitierten von ihrer Vorhersehbarkeit. Und deshalb konnten wir unter ihrem Schutz eine wertebasierte Außenpolitik verfolgen.

Wir wussten, dass die Geschichte der regelbasierten internationalen Ordnung teilweise falsch war — dass sich die Stärksten bei Bedarf ausnahmen, dass Handelsregeln asymmetrisch durchgesetzt wurden und dass das Völkerrecht mit unterschiedlicher Strenge angewendet wurde, je nach Identität des Angeklagten oder des Opfers.

Diese Fiktion war nützlich, und insbesondere die amerikanische Hegemonie half, öffentliche Güter bereitzustellen: offene Seewege, ein stabiles Finanzsystem, kollektive Sicherheit und Rahmenwerke zur Streitbeilegung.

Also stellten wir das Schild ins Fenster. Wir nahmen an den Ritualen teil und vermieden es weitgehend, die Lücken zwischen Rhetorik und Realität zu benennen.

Dieses Arrangement funktioniert nicht mehr.

Lassen Sie mich deutlich sein: Wir befinden uns mitten in einem Bruch, nicht in einem Übergang.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben eine Reihe von Krisen in den Bereichen Finanzen, Gesundheit, Energie und Geopolitik die Risiken extremer globaler Integration offengelegt. In jüngerer Zeit jedoch haben Großmächte begonnen, wirtschaftliche Integration als Waffe zu nutzen: Zölle als Druckmittel, Finanzinfrastruktur als Zwangsinstrument, Lieferketten als ausnutzbare Verwundbarkeiten.

Man kann nicht in der Lüge gegenseitigen Nutzens durch Integration leben, wenn Integration zur Quelle der eigenen Unterordnung wird.

Die multilateralen Institutionen, auf die sich Mittelmächte verlassen haben — die WTO, die UN, die COP, die gesamte Architektur kollektiver Problemlösung — stehen unter Druck. Infolgedessen ziehen viele Länder den gleichen Schluss: Sie müssen größere strategische Autonomie entwickeln — bei Energie, Nahrungsmitteln, kritischen Mineralien, Finanzen und Lieferketten. Und dieser Impuls ist verständlich.

Ein Land, das sich nicht selbst ernähren, nicht selbst mit Energie versorgen oder nicht selbst verteidigen kann, hat nur wenige Optionen. Wenn die Regeln dich nicht mehr schützen, musst du dich selbst schützen.

Doch lassen Sie uns klar sehen, wohin das führt. Eine Welt der Festungen wird ärmer, fragiler und weniger nachhaltig sein.

Und es gibt eine weitere Wahrheit: Wenn Großmächte selbst den Anschein von Regeln und Werten zugunsten der ungehemmten Verfolgung ihrer Macht und Interessen aufgeben, werden die Gewinne des Transaktionalismus immer schwerer zu reproduzieren sein.

Hegemonen können ihre Beziehungen nicht dauerhaft monetarisieren. Verbündete werden diversifizieren, um sich gegen Unsicherheit abzusichern. Sie werden Versicherungen abschließen, Optionen erweitern, um Souveränität wiederaufzubauen — eine Souveränität, die einst auf Regeln beruhte, künftig jedoch zunehmend auf der Fähigkeit, Druck standzuhalten.

Dieser Raum weiß: Das ist klassisches Risikomanagement. Risikomanagement hat seinen Preis, doch die Kosten strategischer Autonomie und Souveränität können geteilt werden. Gemeinsame Investitionen in Resilienz sind günstiger, als wenn jeder seine eigene Festung baut. Gemeinsame Standards reduzieren Fragmentierung. Komplementaritäten sind ein Positivsummenspiel.

Die Frage für Mittelmächte wie Kanada ist nicht, ob wir uns an die neue Realität anpassen — das müssen wir.

Die Frage ist, ob wir uns anpassen, indem wir einfach höhere Mauern bauen, oder ob wir etwas Ambitionierteres tun können.

Kanada gehörte zu den ersten, die den Weckruf hörten, was uns zu einer grundlegenden Neuausrichtung unserer strategischen Haltung veranlasste. Die Kanadier wissen, dass unsere alten, bequemen Annahmen — dass unsere Geografie und unsere Bündnisse automatisch Wohlstand und Sicherheit garantieren — nicht mehr gelten.

Unser neuer Ansatz basiert auf dem, was Alexander Stubb, der Präsident Finnlands, als wertebasierten Realismus bezeichnet hat.

Oder anders gesagt: Wir wollen prinzipientreu und pragmatisch zugleich sein. Prinzipientreu in unserem Bekenntnis zu grundlegenden Werten, zu Souveränität, territorialer Integrität, zum Verbot der Gewaltanwendung außer im Einklang mit der UN-Charta und zur Achtung der Menschenrechte.

Und pragmatisch in der Anerkennung, dass Fortschritt oft schrittweise erfolgt, dass Interessen auseinandergehen und dass nicht jeder Partner alle unsere Werte teilt.

Wir engagieren uns also breit und strategisch, mit offenen Augen. Wir nehmen die Welt, wie sie ist, aktiv an — wir warten nicht auf eine Welt, wie wir sie uns wünschen.

Wir kalibrieren unsere Beziehungen so, dass ihre Tiefe unsere Werte widerspiegelt, und priorisieren breites Engagement, um unseren Einfluss zu maximieren — angesichts der derzeitigen Fluidität der Welt, der damit verbundenen Risiken und der hohen Einsätze dessen, was als Nächstes kommt.

Und wir verlassen uns nicht mehr nur auf die Stärke unserer Werte, sondern auch auf den Wert unserer Stärke.

Wir bauen diese Stärke im eigenen Land auf. Seit dem Amtsantritt meiner Regierung haben wir Steuern auf Einkommen, Kapitalgewinne und Unternehmensinvestitionen gesenkt. Wir haben alle föderalen Barrieren für den innerkanadischen Handel beseitigt. Wir beschleunigen Investitionen in Höhe von einer Billion Dollar in Energie, KI, kritische Mineralien, neue Handelskorrridore und mehr. Wir verdoppeln unsere Verteidigungsausgaben bis zum Ende dieses Jahrzehnts — und tun dies so, dass unsere heimischen Industrien gestärkt werden. Und wir diversifizieren rasch international.

Wir haben eine umfassende strategische Partnerschaft mit der EU vereinbart, einschließlich des Beitritts zu SAFE, den europäischen Verteidigungsbeschaffungsregelungen. In sechs Monaten haben wir zwölf weitere Handels- und Sicherheitsabkommen auf vier Kontinenten unterzeichnet.

In den vergangenen Tagen haben wir neue strategische Partnerschaften mit China und Katar abgeschlossen. Wir verhandeln Freihandelsabkommen mit Indien, ASEAN, Thailand, den Philippinen und Mercosur.

Wir tun noch etwas anderes: Um globale Probleme zu lösen, verfolgen wir eine variable Geometrie. Anders gesagt: unterschiedliche Koalitionen für unterschiedliche Themen, basierend auf gemeinsamen Werten und Interessen. So sind wir in der Ukraine-Frage Kernmitglied der Koalition der Willigen und einer der größten Pro-Kopf-Beitragszahler für Verteidigung und Sicherheit.

In Fragen der arktischen Souveränität stehen wir fest an der Seite Grönlands und Dänemarks und unterstützen uneingeschränkt ihr einzigartiges Recht, über Grönlands Zukunft zu entscheiden.

Unser Bekenntnis zu Artikel 5 der NATO ist unerschütterlich. Deshalb arbeiten wir mit unseren NATO-Verbündeten, einschließlich der Nordisch-Baltischen Acht, daran, die nördlichen und westlichen Flanken des Bündnisses weiter zu sichern — unter anderem durch Kanadas beispiellose Investitionen in Überhorizontradar, U-Boote, Flugzeuge und Truppen vor Ort — Stiefel auf dem Eis.

Kanada lehnt Zölle im Zusammenhang mit Grönland entschieden ab und fordert fokussierte Gespräche, um unsere gemeinsamen Ziele von Sicherheit und Wohlstand in der Arktis zu erreichen.

Im plurilateralen Handel setzen wir uns für den Aufbau einer Brücke zwischen der Transpazifischen Partnerschaft und der Europäischen Union ein, wodurch ein neuer Handelsblock von 1,5 Milliarden Menschen im Bereich kritischer Mineralien entstehen würde.

Wir bilden Käuferkonsortien, verankert in der G7, damit sich die Welt von konzentrierten Lieferketten lösen kann. Und im Bereich KI arbeiten wir mit gleichgesinnten Demokratien zusammen, um sicherzustellen, dass wir letztlich nicht gezwungen werden, zwischen Hegemonen und Hyperscalern zu wählen.

Dies ist kein naiver Multilateralismus, und es ist kein Vertrauen auf bestehende Institutionen. Es geht darum, Koalitionen aufzubauen, die themenbezogen funktionieren — mit Partnern, die genügend gemeinsamen Boden haben, um gemeinsam zu handeln. In manchen Fällen wird dies die überwältigende Mehrheit der Staaten sein. Dadurch entsteht ein dichtes Netz von Verbindungen in Handel, Investitionen und Kultur, auf das wir bei künftigen Herausforderungen und Chancen zurückgreifen können.

Unsere Ansicht ist: Mittelmächte müssen gemeinsam handeln, denn wenn wir nicht am Tisch sitzen, stehen wir auf der Speisekarte.

Ich würde auch sagen: Großmächte können es sich vorerst leisten, allein zu handeln. Sie verfügen über Marktgröße, militärische Kapazität und Hebelwirkung, um Bedingungen zu diktieren. Mittelmächte nicht. Doch wenn wir nur bilateral mit einem Hegemon verhandeln, verhandeln wir aus einer Position der Schwäche. Wir nehmen an, was angeboten wird. Wir konkurrieren miteinander darum, am gefügigsten zu sein.

Das ist keine Souveränität. Das ist die Aufführung von Souveränität bei gleichzeitiger Akzeptanz von Unterordnung.

In einer Welt der Rivalität zwischen Großmächten haben die Länder dazwischen eine Wahl: miteinander um Gunst konkurrieren — oder sich zusammenschließen, um einen dritten Weg mit Wirkung zu schaffen. Wir sollten nicht zulassen, dass der Aufstieg harter Macht uns blind macht für die Tatsache, dass die Macht von Legitimität, Integrität und Regeln stark bleibt, wenn wir uns entscheiden, sie gemeinsam einzusetzen.

Damit komme ich zu Havel zurück. Was bedeutet es für Mittelmächte, in der Wahrheit zu leben?

Erstens bedeutet es, die Realität zu benennen. Hören wir auf, die regelbasierte internationale Ordnung zu beschwören, als würde sie noch wie beworben funktionieren. Nennen wir sie beim Namen: ein System zunehmender Rivalität zwischen Großmächten, in dem die Mächtigsten ihre Interessen verfolgen, indem sie wirtschaftliche Integration als Zwangsmittel einsetzen.

Es bedeutet, konsequent zu handeln und dieselben Maßstäbe auf Verbündete wie auf Rivalen anzuwenden. Wenn Mittelmächte wirtschaftliche Einschüchterung aus einer Richtung kritisieren, aus einer anderen jedoch schweigen, lassen wir das Schild im Fenster hängen.

Es bedeutet, das aufzubauen, woran wir zu glauben vorgeben, statt auf die Rückkehr der alten Ordnung zu warten. Es bedeutet, Institutionen und Abkommen zu schaffen, die so funktionieren, wie sie beschrieben sind, und den Hebel zu reduzieren, der Zwang ermöglicht.

Das bedeutet den Aufbau einer starken heimischen Wirtschaft. Das sollte die unmittelbare Priorität jeder Regierung sein.

Und internationale Diversifizierung ist nicht nur wirtschaftliche Klugheit; sie ist die materielle Grundlage ehrlicher Außenpolitik. Denn Länder verdienen sich das Recht auf prinzipielle Positionen, indem sie ihre Verwundbarkeit gegenüber Vergeltung verringern.

Also: Kanada. Kanada hat, was die Welt will. Wir sind eine Energiesupermacht. Wir verfügen über riesige Reserven kritischer Mineralien. Wir haben die am besten ausgebildete Bevölkerung der Welt. Unsere Pensionsfonds gehören zu den größten und anspruchsvollsten Investoren weltweit. Anders gesagt: Wir haben Kapital und Talent. Wir haben außerdem eine Regierung mit enormer fiskalischer Handlungsfähigkeit. Und wir haben Werte, zu denen viele andere aufschauen.

Kanada ist eine pluralistische Gesellschaft, die funktioniert. Unser öffentlicher Raum ist laut, vielfältig und frei. Die Kanadier bleiben der Nachhaltigkeit verpflichtet. Wir sind ein stabiler und verlässlicher Partner in einer Welt, die alles andere als stabil ist — ein Partner, der Beziehungen langfristig aufbaut und pflegt.

Und wir haben noch etwas: Wir erkennen, was geschieht, und haben den Willen, entsprechend zu handeln. Wir verstehen, dass dieser Bruch mehr erfordert als Anpassung. Er erfordert Ehrlichkeit über die Welt, wie sie ist.

Wir nehmen ein Schild aus dem Fenster.

Wir wissen, dass die alte Ordnung nicht zurückkehren wird. Wir sollten sie nicht betrauern. Nostalgie ist keine Strategie. Aber wir glauben, dass wir aus dem Bruch etwas Größeres, Besseres, Stärkeres und Gerechteres aufbauen können. Das ist die Aufgabe der Mittelmächte — der Länder, die in einer Welt der Festungen am meisten zu verlieren und durch echte Kooperation am meisten zu gewinnen haben.

Die Mächtigen haben ihre Macht. Aber wir haben auch etwas: die Fähigkeit, aufzuhören so zu tun, die Realität zu benennen, unsere Stärke im eigenen Land aufzubauen und gemeinsam zu handeln.

Das ist Kanadas Weg. Wir wählen ihn offen und selbstbewusst — und es ist ein Weg, der jedem Land offensteht, das bereit ist, ihn gemeinsam mit uns zu gehen.

Vielen Dank.

Mit KI übersetzt.

Hier die Rede im Originalenglisch:
https://globalnews.ca/news/11620877/carney-davos-wef-speech-transcript/

 

Illegaler Handel mit unterschlagenen Mietwagen
 

Zitat

 

Was als harmlose Anmietung beginnt, endet für viele Autovermieter im finanziellen Albtraum. Immer häufiger werden Fahrzeuge nicht mehr zurückgegeben, sondern unterschlagen und verkauft. 

Kriminelle nutzen Schwächen im System

Die Masche mit unterschlagenen Mietwagen hat Konjunktur. Im aktuellen Lagebericht des Bundeskriminalamts ist von einem sprunghaften Anstieg die Rede, mehr als 3.700 Unterschlagungen allein im Jahr 2024. Das Bundeskriminalamt gibt an, die Täter seien organisierte Banden. Sie mieten die Fahrzeuge mit gefälschten Ausweisen an, beschaffen originale Blanko-Dokumente. Die stammen aus Einbrüchen bei deutschen Zulassungsstellen.

Auf Anfrage teilt das Bundesinnenministerium mit, gegenwärtig seien mehr als 180.000 Blanko-Zulassungsdokumente zur Fahndung ausgeschrieben. Auf dem Schwarzmarkt würden solche Dokumente für 500 bis 1.000 Euro gehandelt, heißt es aus einer anderen Quelle. Der Handel mit den Dokumenten: ein lukratives Geschäft.

Michael Brabec vom deutschen Mietwagenverband sagt, die Zahl mache fassungslos. Der Staat würde vollständig versagen und habe das Problem in seiner Gänze offenbar nicht erkannt. Es bestehe wenig Interesse, den Sumpf auszutrocknen. Der Verband hatte das Innenministerium erst vor wenigen Monaten aufgefordert, die bekannten gestohlenen Dokumente in einer Liste öffentlich zu machen. Doch das Ministerium lehnte den Vorschlag ab, er sei nicht zielführend, hieß es. Aber warum nicht?

Nachfrage beim Bundesinnenministerium. Dort heißt es: "Erfahrungsgemäß können die Zulassungsstellen, die Ziel eines Einbruchdiebstahls wurden, nicht immer zuverlässig nachvollziehen, welche Vordrucke tatsächlich abhandengekommen sind." Werden solche Blankodokumente in den Zulassungsstellen etwa nicht umfassend registriert? Dann wäre die Dunkelziffer an gestohlenen Dokumenten wahrscheinlich noch höher.

Wer kauft, muss nicht leer ausgehen

Doch was bedeutet das für die Interessenten? Anders als bei gestohlenen Fahrzeugen können Käufer an unterschlagenen Autos laut Gesetz tatsächlich Eigentum erwerben, auch wenn dem Anbieter das Fahrzeug gar nicht gehört. Voraussetzung: Der Käufer muss im guten Glauben handeln, also darlegen können, dass er beim Kauf nicht fahrlässig handelte, die Umstände also glaubwürdig waren. Und: Je professioneller die Täter agieren, umso wahrscheinlicher, dass Käufer den Schwindel nicht merken. Die Chancen, sagt die Rechtsanwältin Nicole Mutschke, ein unterschlagenes Fahrzeug rechtmäßig zu erwerben, stünden nicht schlecht.

Dennoch: Letztlich entscheiden darüber Gerichte; vor allem dann, wenn sich Käufer und Mietwagenfirmen nicht zivilrechtlich einigen. Zieht man als Käufer vor Gericht den Kürzeren, sind Auto und Geld verloren. An die Täter komme man nicht ran.

Für Verbraucher heißt das: Gerade bei jüngeren Autos mit wenigen Kilometern sollte man besser auf niedergelassene Händler vertrauen. Und bei besonders günstigen Autos ist Misstrauen angebracht. Je attraktiver der Preis, desto unvorsichtiger häufig die Interessenten - das wissen auch die Betrügerinnen und Betrüger.

 

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/mietwagen-betrug-100.html

Trump erzählt gerade in Davos, dass die Chinesen keine Windkraft nutzen würden. Er hätte dort noch nie ein Windrad gesehen.

Warum brüllen ihm diese ganze Wirtschaftsexperten nicht entgegen, wie es wirklich ist?

Zitat

Die Windenergie in China spielt eine bedeutende Rolle in der internationalen Windindustrie. Die Volksrepublik China ist seit mehreren Jahren das Land mit der größten installierten Windenergieleistung. Diese erreichte Ende 2024 in China insgesamt 520,60 GW, davon 41,81 GW offshore und 478,79 GW an Land. 2022 befand sich rund 40 % der landgestützten Windkraftleistung der Welt in China.

https://de.wikipedia.org/wiki/Windenergie_in_China

Ein bisschen mehr Eier wären schon gut.

 

Die China Windradstory hat er ja schon öfter erzählt:
https://factcheck.afp.com/doc.afp.com.92KY8G3
https://meidasnews.com/news/community-note-blows-away-trumps-wind-turbine-claims

vor 1 Stunde schrieb -martin-:

Trump erzählt gerade in Davos, dass die Chinesen keine Windkraft nutzen würden. Er hätte dort noch nie ein Windrad gesehen.

Warum brüllen ihm diese ganze Wirtschaftsexperten nicht entgegen, wie es wirklich ist?

Ein bisschen mehr Eier wären schon gut.

Wenn man sich aber den ganzen Inhalt seiner Rede angetan hat, kann man eventuell verstehen warum niemand direkt interveniert hat.
Denn, wo soll man als erstes ansetzen ob der Menge an Scheisse die Trump geredet hat? :


Stefan A. K. Weichelt, fb

𝐒𝐀𝐆 𝐉𝐀 – 𝐎𝐃𝐄𝐑 𝐖𝐈𝐑 𝐌𝐄𝐑𝐊𝐄𝐍 𝐔𝐍𝐒 𝐃𝐀𝐒
Heute live gesagt, am 21. Januar 2026, in Davos.
Man muss sich diesen Tag wirklich einmal als Ganzes vor Augen führen – nicht als Schlagzeile, nicht als Empörungsfragment, sondern als fortlaufende Geschichte.
Heute, am 21. Januar 2026, betritt Donald Trump in Davos die Bühne des Weltwirtschaftsforums. Ein roter Teppich im Schnee, Hubschrauber, Sicherheitszonen, bewaffnete Einheiten, ausgesperrte Journalistinnen und Journalisten. Schon die Inszenierung signalisiert: Hier spricht jemand, der sich nicht als Teil eines Systems versteht, sondern als dessen Zentrum.
Die Rede beginnt scheinbar harmlos. Wirtschaft. Zahlen. Superlative. Alles sei besser, alles sei grösser, alles sei erfolgreicher als je zuvor. Inflation runter, Börsen hoch, Kriminalität angeblich historisch niedrig. Zahlen werden aufgezählt, nicht belegt, nicht eingeordnet. Es ist die bekannte Ouvertüre: Erst Selbstvergewisserung, dann Weltdeutung.
Doch sehr schnell kippt der Ton.
Europa sei auf dem falschen Weg.
Der „Green New Scam“ eine historische Lüge.
Windräder etwas für dumme Länder, sie verschandelten die Landschaft und töteten Vögel.
Erneuerbare Energien seien ein Fehler.
Deutschland sei ein Beweis.
Und das ist der Moment, in dem man kurz innehalten muss.
Denn während Trump Europa auf dem „falschen Weg“ schildert, ist die Realität in den USA – selbst in konservativen Staaten wie Texas – etwas völlig anderes:
Dort stehen tausende Windräder, weit mehr als in vielen europäischen Ländern, und liefern gigawattstarke erneuerbare Energie. Texas ist heute einer der größten Windenergie-Produzenten der Welt, eine Region, in der erneuerbare Energien nicht nur Zukunft sind, sondern schon heute Realität, Arbeitsplätze schaffen, Netze stabilisieren und CO₂-Emissionen senken. Und das gilt längst nicht nur für Texas, sondern für mehrere US-Bundesstaaten, die massiv in Solar- und Windkraft investiert haben – ganz ohne „Vogeltötungs-Argument“.
Das ist kein grüner Mythos. Das ist Technologie, Wirtschaft und Zukunft, die funktionieren. Und sie steht im krassen Widerspruch zu dem, was hier in Davos behauptet wird.
Trump weitet seine Kritik aus:
Nicht nur Europa, sagt er, sondern die ganze „Green-New-Scam-Politik“ sei falsch. Energie müsse Geld einbringen, nicht welches verlieren.
Deutschland wird erwähnt. Der neue Kanzler gelobt, die Vorgänger indirekt verhöhnt. Stromproduktion im Keller, Preise angeblich katastrophal. Alles wird vereinfacht, alles auf eine Linie gezogen: Wer nicht folgt, ist selbst schuld.
Dann geht es um Zölle.
Zölle seien nationale Sicherheit.
Zölle seien Schutz.
Zölle seien das Instrument, mit dem man Länder „in drei Minuten“ zu Deals zwinge.
Frankreich wird öffentlich vorgeführt. Macron verspottet, erst wegen einer Sonnenbrille, dann wegen Arzneimittelpreisen. Die Drohung ist offen: 25 Prozent Zölle auf alles, 100 Prozent auf Wein und Champagner, wenn Frankreich nicht spurt. Gelächter bleibt aus. Niemand lacht. Die Drohung steht im Raum.
Die Schweiz kommt dran.
Ohne die USA wäre sie wirtschaftlich ruiniert gewesen.
41 Milliarden Defizit, hohe Zölle, „die Hölle los“.
Ein wunderschöner Ort – aber bitte nicht vergessen, wer hier die Macht hat.
Dann weitet sich das Feld.
Somalia sei nicht einmal ein Staat, die Menschen dort dumm und kriminell.
Venezuela werde „geholfen“, mit Militärschlägen, die als Ordnungsmassnahme verkauft werden.
Israel solle aufhören, sich mit Raketenabwehr zu brüsten – das sei amerikanische Technologie.
Und immer wieder diese Selbstvergewisserung:
Niemand war grösser.
Niemand war mächtiger.
Niemand war erfolgreicher.
Gegen 15 Uhr kommt der Moment, der alles andere überlagert.
Grönland.
Zunächst fast beiläufig. Dann immer direkter.
Grönland sei strategisch entscheidend.
Grönland sei ungeschützt.
Grönland sei im Grunde eine Einladung an China und Russland.
Und dann fällt dieser Satz, der alles verändert:
Grönland müsse den USA gehören.
Nicht verwaltet.
Nicht gemeinsam geschützt.
Nicht gepachtet.
Gehören.
Denn, so Trump wörtlich, man könne Grönland nicht „auf Miete“ verteidigen. Eigentum sei notwendig, um Sicherheit zu garantieren. Alles andere reiche nicht.
Und dann dieser Satz, ausgesprochen vor laufenden Kameras:
Ihr könnt Ja sagen oder Nein. Und wir werden es uns merken.
Er fügt hinzu, er wolle keine Gewalt anwenden.
Im gleichen Atemzug sagt er, Gewalt wäre natürlich möglich – dann sei man „nicht mehr aufzuhalten“. Aber keine Sorge. Er wolle das ja nicht.
Das ist kein Versprecher.
Das ist kein rhetorischer Ausrutscher.
Das ist eine Machtlogik, offen formuliert.
Schutz gegen Besitz.
Sicherheit gegen Souveränität.
Er behauptet, Grönland habe den USA gehört und man habe es nach dem Zweiten Weltkrieg „dummerweise“ Dänemark zurückgegeben. Historisch falsch, aber wirkungsvoll gesprochen. Geschichte wird nicht erklärt, sie wird benutzt.
Und während das Publikum noch sortiert, geht es weiter.
Die Nato sei unfair.
Die USA hätten alles gegeben, nichts zurückbekommen.
Man habe Europa und die Ukraine mit Hunderten Milliarden unterstützt, obwohl ein Ozean dazwischen liege.
Alles, was er wolle, sei Grönland.
Ein kleines Stück Eis, um die Welt zu beschützen.
Kurz darauf:
Wenn es zu einem Krieg komme, werde er auf Grönland stattfinden.
Deshalb brauche man dort einen gigantischen „Golden Dome“, ein Raketenabwehrsystem, grösser als alles zuvor.
Und dann, fast nebenbei:
Die Leute in Island liebten ihn. Sie nannten ihn „Daddy“.
Es wirkt surreal. Aber es ist real.
Gesagt heute. Live. In Davos.
Später, in den Fragen, wird es nicht ruhiger.
Zur Beziehung USA–China sagt Trump, er habe immer ein gutes Verhältnis zu Xi Jinping gehabt. Was Xi tue, sei „grossartig“. Bei der Pandemie habe es Differenzen gegeben. Er habe das Virus „China-Virus“ genannt. Xi habe ihn gebeten, einen anderen Namen zu verwenden. Und er habe es getan.
Diplomatie, so Trump.
Larry Fink nennt ihn scherzhaft einen wahren Diplomaten. Niemand lacht.
Trump sagt: Marco Rubio habe ihm Diplomatie beigebracht. Lob für den Aussenminister. Wieder kein Lachen.
Zur Wirtschaft sagt er: Wachstum sei der Schlüssel. Zölle seien Wachstum. Sparen in der Verwaltung ebenfalls. Rezession? Ein bisschen Glück brauche es auch.
Zum Abschluss dann wieder der Pathos:
Die USA seien zurück.
Bigger.
Stronger.
Better than ever.
Und genau hier muss man kurz innehalten.
Denn was heute in Davos gesagt wurde, ist mehr als eine schrille Rede. Es ist ein Weltbild, das offen formuliert wird. Ein Weltbild, in dem Schutz wieder zur Währung wird, Eigentum zur Bedingung, Macht zur Legitimation.
Mit exakt dieser Logik könnte man morgen sagen:
Die USA gehören den Amerikanern nicht.
Dieses Land gehört den indigenen Völkern.
Denen, die enteignet, vertrieben, getötet wurden.
Denen, deren Kinder man bis weit ins 20. Jahrhundert hinein umerziehen wollte.
Denen man Verträge gab – und sie brach, sobald sie im Weg standen.
Wenn Eigentum aus Macht entsteht, dann gilt das überall.
Oder nirgendwo.
Aber genau das ist der Punkt: Diese Logik gilt immer nur in eine Richtung.
Von stark nach schwach.
Von oben nach unten.
Vom Militärischen zum Zivilen.
Ich will hier wirklich keinen Newsticker schreiben.
Ich will nicht jedes weitere Zitat sezieren.
Aber man muss langsam ehrlich sein:
Was gerade weltweit passiert, ist kaum noch auszuhalten.
Territorien werden wieder verhandelbar.
Krieg und Frieden werden zu Deals.
Wahrheit wird zur Verhandlungsmasse.
Macht ersetzt offen das Recht.
Wenn dem kein Einhalt geboten wird – politisch, gesellschaftlich, gedanklich – dann steuern wir nicht auf schwierige Zeiten zu, sondern auf ein Weltbild, das wir eigentlich längst überwunden glaubten.
Die Frage ist nicht, ob man Trump mag oder nicht.
Die Frage ist, ob wir akzeptieren wollen, dass Sicherheit wieder Eigentum kostet.
Denn Geschichte zeigt ziemlich eindeutig:
Wo dieses Denken einmal akzeptiert wird,
hört es nicht bei einer Insel auf.
Sag Ja – oder wir merken uns das.

 

vor 10 Minuten schrieb 15cv:

Wenn man sich aber den ganzen Inhalt seiner Rede angetan hat, kann man eventuell verstehen warum niemand direkt interveniert hat.
Denn, wo soll man als erstes ansetzen ob der Menge an Scheisse die Trump geredet hat? :


Stefan A. K. Weichelt, fb

𝐒𝐀𝐆 𝐉𝐀 – 𝐎𝐃𝐄𝐑 𝐖𝐈𝐑 𝐌𝐄𝐑𝐊𝐄𝐍 𝐔𝐍𝐒 𝐃𝐀𝐒
Heute live gesagt, am 21. Januar 2026, in Davos.

...

Ja, ich habe mir die Rede und das anschließende "Interview" ganz angehört und mir ist es jetzt nachhaltig schlecht.

Ich habe keinerlei Idee, wie man diesen Wahnsinn stoppen könnte. Die Midterm-Wahlen im November könnten eine Chance sein, aber die werden ja jetzt auch schon massiv manipuliert.

Wir stecken richtig tief in der Shice 😞

 

Ja, da bleibt einem die Luft weg. Was mir noch mehr Angst macht, ist die Lethargie und das immer weiter wegschauen. Wie bei allen Problemen, die alle nicht aus dem Nichts kamen, wird der Malle-Urlaub immer noch vorgezogen und daran geglaubt, dass es wenn dann doch nur den Nachbarn trifft. 

Anstatt weiter wegzuschauen und dann mit dem ewigen "man kann ja nichts machen" zu tönen, sollten wir einfach mal die Realität akzeptieren und das Beste machen, zu dem wir fähig sind.

Dann haben wir auch eine Chance. Ich für meinen Teil werde sie suchen.

Wann steht eigentlich die nächste offene Cabrio Fahrt des US Präsidenten in Dallas an?.. Ja, ich weiss, dann folgt JD Vance. Das klassische 'Teufel mit dem Belzebub austreiben' Spiel. Aber mit einem sollte man schon mal anfangen. 

vor 28 Minuten schrieb PuckX2:

Wann steht eigentlich die nächste offene Cabrio Fahrt des US Präsidenten in Dallas an?.. Ja, ich weiss, dann folgt JD Vance. Das klassische 'Teufel mit dem Belzebub austreiben' Spiel. Aber mit einem sollte man schon mal anfangen. 

Ui... dünnes Eis...😉

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