vor 1 Stunde1 h ein Kommentar von Mathias Riechel ( GF Jung von Matt).Die Zukunft hat keine Mehrheit.In Frankreich gehen seit Wochen junge Menschen auf die Straße. Gegen kaputte Schulen, soziale Ungleichheit und Polizeigewalt. Inzwischen mischen auch die Gelbwesten wieder mit. In Italien demonstrieren Jugendliche unter dem Motto „Mehr Klassenzimmer, weniger Bomben“. Und in Deutschland haben bereits Zehntausende gegen eine mögliche Wehrpflicht protestiert.Ich glaube, wir unterschätzen gewaltig, was sich da gerade zusammenbraut. Und vor allem, wie viel Wut sich bei einer ganzen Generation inzwischen angestaut hat.Seit sechs Jahren rollt eine gesellschaftliche Krise nach der anderen über diese jungen Menschen hinweg. Erst Corona, das ihnen entscheidende Jahre ihrer Kindheit und Jugend genommen hat. Dann Krieg, Inflation, unbezahlbare Wohnungen und eine Klimakrise, deren Folgen sie noch Jahrzehnte tragen werden. Und jetzt diskutieren wir allen Ernstes darüber, ob wir sie auch noch zum Wehrdienst verpflichten.Friedrich Merz ist 70. In zwanzig Jahren wird er 90 sein. Eine heute 16-jährige Schülerin ist dann 36. Er entscheidet heute mit über ihre Zukunft. Sie darf noch nicht einmal den Bundestag wählen.Das ist der eigentliche politische Sprengstoff unserer alternden Demokratien. Die politischen Mehrheiten liegen zunehmend bei Generationen, die die langfristigen Folgen ihrer Entscheidungen wesentlich kürzer tragen werden. Gleichzeitig erwarten wir von den Jüngeren, dass sie unsere Renten finanzieren, unsere Schulden bezahlen und im Zweifel unser Land verteidigen. Wenn es um ihre eigenen Interessen geht, fehlt dagegen erstaunlich häufig das Geld oder die politische Mehrheit.Wir verlangen also immer mehr Verantwortung von einer Generation, der wir gleichzeitig viel zu wenig Mitbestimmung zugestehen.Natürlich unterscheiden sich die Situationen in Frankreich, Italien und Deutschland. Aber der Konflikt dahinter ist derselbe. Eine alternde Gesellschaft entscheidet über die Zukunft der Jungen und wundert sich, wenn diese irgendwann keine Lust mehr haben, sich alles gefallen zu lassen.Ich halte es für eine Frage der Zeit, bis sich diese Frustration auch in Deutschland massiv entlädt. Und wahrscheinlich werden dann ausgerechnet diejenigen am lautesten über die respektlose Jugend schimpfen, die deren Interessen jahrelang ignoriert haben.Wir halten die Geduld der Jüngeren für Zustimmung. Bearbeitet (vor 1 Stunde1 h von Frank M)
vor 26 Minuten26 Min. Das sind die Zeiten, in denen wir aktuell leben.Die Politik von Systemabhängigen (= Rentner und Hatz Vier) bestimmen zu lassen, das kann nicht gut enden.
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