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MatthiasM

Zeitgeschehen

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didomat
vor 29 Minuten schrieb bx-basis:

Um wie viel höher waren die Infektionszahlen im März/April? Selbst da haben die Krankenhäuser gegähnt und sogar noch genug Kapazitäten für Erkrankte aus dem Ausland gehabt.

8 Patienten aus Italien in sächsischen, 23 aus Frankreich in baden-württembergischen Krankenhäusern - das waren da so die Dimensionen.

Wir haben vermutlich auch einfach Glück gehabt, weil wir nicht wie die Italiener ins offene Messer gelaufen sind. Für die Schweiz und Österreich hatte ich weiter oben Studien zur Auswirkung des Zeitpunkts des Lockdown verlinkt. Die Schweiz wäre demnach, hätte sie den Lockdown nur eine Woche hinausgezögert, ziemlich an die Wand gefahren. Interessieren würde es mich, ob es sowas auch für Deutschland gibt.

Die steigenden Zahlen sind deshalb alarmierend, weil sich da schon wieder was aufbaut. Und das mitten im Hochsommer, wo vieles draußen stattfindet (und die Infektionsgefahr erheblich geringer ist). Wie sich das alles auswirken wird zeigt dann der Herbst.

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didomat
vor einer Stunde schrieb wolfgan:

Die Glosse darf ich fortsetzen.

Darfst du. Denn hier führt die Meinungsfreiheit das Zepter. Möglicherweise wird dir widersprochen. Das ist dann aber alles andere als Meinungsdiktatur.

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Auto nom
Zitat

Nicht wenige Demonstrierende wähnen sich in einer Diktatur, tolerieren aber jene, die offen bekunden, eine autoritäre Herrschaft, irgendein „Reich“ oder anderes anzustreben.

...

Ansonsten alles sehr bürgerlich, allerdings ästhetisch ärmlich. Mittvierziger mit Sandalen und komischen Hosen, Pegida-Style. Mit dem Soziologen Pierre Bourdieu könnte man sagen, dass hier ein Milieu mit geringem kulturellen und besonders wenig ästhetischem Kapital unterwegs ist.

...

Vieles erinnert an die Gelbwestenbewegung in Frankreich. Auffällig ist die rein weiße, hier sehr deutsch-kartofflige Zusammensetzung der „Corona-Rebellen“.

...

Später tanzten zwei splitternacke Hippies, die mich an Leute aus der „Fuck for Forest“-Szene erinnern, eine dunkel gekleidete Gruppe von mittelalterlichen Männern an, die eine gigantische schwarz-weiß-rote Reichsfahne tragen, eine von rund einem Dutzend Fahnen, die ich auf der Demo gesichtet habe. Die Reaktion: Lachen auf beiden Seiten, Verbrüderung der hippiesken Nackten mit den Reichsbürgern. Der Ansager aus dem Lautsprecherwagen des leitenden Demonstrationswagens hatte davor wiederholt auf die Kaiserreichsfahnen aufmerksam gemacht: „Wir sehen hier einige Reichsfahnen. Das wird für die Presse wieder ein Anlass sein, von Rechten, Verschwörungsideologen und Antisemiten auf der Demo zu sprechen. Aber wir lassen uns nicht spalten. Die wahren Faschisten sitzen in der Regierung.“ Überschnappende Stimme. Applaus. Das ist nicht nur keine Distanzierung, das ist der Aufruf zum Bündnis mit Rechten.

...

Einen dicklichen, stark alkoholisierten Reichsfahnenträger frage ich naiv, wofür die Fahne steht. Antwort: „Fürs Kaiserreich!“ – „Und da zurück willst du hin?“ – „Ist doch besser als das, was wir jetzt haben“, erklärt er kumpelhaft und zieht lachend weiter. Davor hatte er genauso lachend lustigen Kontakt mit Demoteilnehmern, die Heavy-Metal-T-Shirts tragen. Wenige Minuten später erblicke ich zwei 30-Jährige mit Button der Identitären. Bereits zu Beginn der Demo waren stark tätowierte Nazi-Rocker mit Familienanhang zu erblicken.

...

Viele Menschen, die sich hier zusammenfinden, wirken psychisch tangiert. Abgesehen von den wenigen, die wohl tatsächlich im klinischen Sinn ver-rückt sind, meine ich, bei vielen Demo-Besucher*innen ein sichtbares Leiden erkennen zu können. Ich weiß, dass das anmaßend klingt. Aber es gab im Zuge von 1968 ein Wissen aufseiten der Linken, dass der Kapitalismus die Zwischenmenschlichkeit zerstört. Zumal die kritische Theorie hob darauf ab, dass diese Verhältnisse die Menschen zu deformierten Individuen machen.

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/hipster-sind-es-wohl-nicht

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bx-basis
vor einer Stunde schrieb didomat:

Die steigenden Zahlen sind deshalb alarmierend, weil sich da schon wieder was aufbaut. Und das mitten im Hochsommer, wo vieles draußen stattfindet (und die Infektionsgefahr erheblich geringer ist). Wie sich das alles auswirken wird zeigt dann der Herbst.

Es baut sich was auf - mag sein. Aber selbst wenn wir ein Level wie im Frühjahr erreichen sollten ist das doch noch immer nicht bedrohlich hinsichtlich der Versorgung derer die erkranken werden. Und von jenem Level sind wir verdammt weit weg, versuchen aber krampfhaft noch weiter nach jnten zu kommen was das Ganze nur noch mehr in die Länge zieht.

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didomat
vor 1 Stunde schrieb bx-basis:

...und zwar so dass ich als dummer, gewaltbereiter und rechtsextremer Verschwörungstheoretiker das verstehen kann.

Ist das nicht ein bißchen viel der selbstmitleidigen Tränendrüse? Dumm, gewaltbereit, rechtsextrem, verschwörungstheorieaffin - keiner hat dich meines Wissens hier auch nur ansatzweise so attributiert. Du verharmlost das Ganze nach meiner Auffassung halt gewaltig. Und ich werde den Verdacht nicht los, die treibende Kraft dabei ist dein Haß auf die Maskenpflicht. Wegen der halben Stunde am Tag... (denn ich nehme an, du machst einen Bogen um den ÖPNV).

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didomat
vor 24 Minuten schrieb bx-basis:

Es baut sich was auf - mag sein. Aber selbst wenn wir ein Level wie im Frühjahr erreichen sollten ist das doch noch immer nicht bedrohlich hinsichtlich der Versorgung derer die erkranken werden.

Manno, wenn im Frühjahr nicht die Reißleine in Form des Lockdown gezogen worden wäre hätte das ganz anders ausgesehen, dann hättest du Bergamo in Aurich besichtigen können. Exponentielle Verbreitung eben, das verflixte Virus - wenn man es läßt.

Niemand sehnt sich nach nem erneuten Lockdown - also sollten wir uns entsprechend verhalten.

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Xanbibti

Soviel ich mitbekommen habe ist die Luftverschmutzung in Bergamo sehr hoch, sodaß viele eine vorgeschädigte Lunge haben. Desweiteren ist die Krankenhausversorgung dort nicht die gleiche wie bei uns.

Nosokomiale Infektionen , Überforderung des Krankenhauses, Schutzausrüstung war ungenügend. Dann noch viele ältere über 80 Jahren. Privates Pflegepersonal aus dem Ausland, reiste nach Hause wegen den Grenzschließungen, usw.....

https://www.rainews.it/tgr/tagesschau/articoli/2020/03/tag-Arzt-Bergamo-Christian-Salarioli-Zustaende-Krankenhaus-Entscheidung-Bhandlung-ja-nein-Tod-3dc38bc1-8b89-406d-aa19-805d03a95cfa.html

 

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Ebby Zutt

TAZ zum Thema mehr Infizierte wegen mehr Tests:

Die Test-Statistik des Robert-Koch-Instituts zeigt allerdings, dass die Steigerung der Testzahl nur eine sehr geringe Rolle spielt. So gab es in der vergangenen Woche 24 Prozent mehr positive Testergebnisse (also solche, bei denen das Corona-Virus nachgewiesen wurde) als in der Vorwoche. Die Gesamtzahl der Tests stieg aber nur um 0,7 Prozent.

Etwas größer, aber immer noch gering ist der Einfluss der Test-Ausweitung über die letzten drei Wochen: In dieser Zeit nahm die Zahl der positiven Ergebnisse um 86 Prozent zu, bei den Tests insgesamt gab es einen Anstieg um 13 Prozent.

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bx-basis
vor 1 Stunde schrieb didomat:

Dumm, gewaltbereit, rechtsextrem, verschwörungstheorieaffin - keiner hat dich meines Wissens hier auch nur ansatzweise so attributiert.

Vielleicht nicht direkt und nicht immer auf mich als Person gemünzt aber ich konnte es schon deutlich herauslesen. Aber Mitleidstränen braucht deshalb niemand verschütten denn derartige Attribute prallen eher ab als dass ich mir sie zu Herzen nehme.

vor 1 Stunde schrieb didomat:

Wegen der halben Stunde am Tag... (denn ich nehme an, du machst einen Bogen um den ÖPNV).

Brauche ich nicht, ÖPNV ist hier quasi inexistent.

vor 1 Stunde schrieb didomat:

Und ich werde den Verdacht nicht los, die treibende Kraft dabei ist dein Haß auf die Maskenpflicht.

Es ist nicht nur die Maskenpflicht die ich angesichts der Zahlen weiterhin für übertrieben halte sondern z.B. auch der Wegfall so vieler Veranstaltungen kultureller Art (wenn man z.B. Musik-/Tanzveranstaltungen so nennen mag) an denen ja auch nicht wenige Existenzen hängen. Ich kann aus den aktuellen Zahlen nunmal nicht die Aufrechterhaltung dieser ganzen Restriktionen ableiten und bin damit sicher auch nicht allein. Aber wenn man das äußert erhält man als Reaktion wahlweise Spott, Verachtung oder Anfeindungen. Kritik an den Maßnahmen ist offenbar nicht erwünscht, da werden dann auch gerne andere Staaten als Vergleich rausgeholt um zu zeigen wie toll und richtig hier alles läuft, egal wie sehr diese Vergleiche dann hinken...

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MatthiasM
vor 31 Minuten schrieb Xanbibti:

Soviel ich mitbekommen habe ist die Luftverschmutzung in Bergamo sehr hoch, ...

Ich glaube das ist von Seite 20 des 150 Seiten langen "corona-bier-auto-oder-virus-Threads :rolleyes:. Ja , Luftverschmutzung spielt auch eine Rolle, aber nicht die Entscheidende. 

Aber mit dir scheint eine fruchtbare Diskussion ohnehin wenig aussichtsreich. Rueckfragen werden nonchalant ignoriert. Kategorie : Dampfplauderer?

 

 

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MatthiasM
vor 3 Minuten schrieb bx-basis:

Kritik an den Maßnahmen ist offenbar nicht erwünscht, da werden dann auch gerne andere Staaten als Vergleich rausgeholt um zu zeigen wie toll und richtig hier alles läuft, egal wie sehr diese Vergleiche dann hinken...

Mir kommen die Traenen! Du gehst doch auf viele Argumente gar nicht ein. Du scheinst sonst nur mit konformen Meinungen konfrontiert zu sein. Anders kann ich mir deine Wehleidigkeit nicht erklaeren. Ich kann mich auch an keinen einzigen Beitrag erinnern, in dem du schriebst: "Toll Matthias, dein Argument kannte ich ja noch gar nicht." Aber umgekehrt erwartest du das? 

Ja, wir haben eine unterschiedliche Lebenshaltung! ich respektiere an deiner, dass sie, entgegen deiner Ironie,  ohne Verschwoerung und rechtsradikale Beschoenigung auskommt, obwohl mich deine "likes" manchmal irritieren. Zudem scheinst Du auch eine gewisse Bodenhaftung zu haben und denkst dir keine "Fakten" aus. Ein Bier waere nicht ausgeschlossen ;)!

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bx-basis

Kam das wehleidig rüber? Sollte es nicht.

vor 17 Minuten schrieb MatthiasM:

Ein Bier waere nicht ausgeschlossen ;)!

Hätte ich kein Problem mit...

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bluedog
vor 12 Stunden schrieb frommbold:

diese kritik erscheint durchaus berechtigt!

ohne einen effektiveren alternativvorschlag allerdings für das weitere geschehen überflüssg und völlig wertlos...

vor 6 Stunden schrieb didomat:

Die Krux ist doch, daß man sich durch einen negativen Test bei der Einreise aus einem Risikogebiet von der 14tägigen Quarantänepflicht - die jetzt noch unumgänglich ist - befreit. Ein wirksameres Raster wäre z.B. ein sieben- oder fünftägige Quarantäne nach Rückkehr und ein anschließender Test. Oder erst Test, dann fünf Tage Q, dann nochmal Test. Auf jeden Fall ausbalancierter als 14 Tage Quarantäne. Und effektiver als Test statt Quarantäne. Ich habe naturgemäß nix berechnet....

Danke für die Präzisierung. So kann ich mir viel Tipperei sparen.

vor 9 Stunden schrieb didomat:

 Mag sein, daß dein individuelles Ansteckungsrisiko qua Lebensumstände minimal ist. Trotzdem, so ne Pandemie ist eindeutig kein Männlichkeits-Wettbewerb.

Weitpissen geht aber auch besser, wenn keine Gardinen im Wege sind... Ein bisschen Spass muss sein.

vor 8 Stunden schrieb didomat:

Ich bin grad mal wieder in der Schweiz, östlichster Zipfel, Dreiländereck. In der Schweiz herrscht keine Maskenpflicht im Einzelhandel (es ist den Kantonen freigestellt diese regional einzuführen), nur im ÖV - und das auch erst seit Anfang Juli. Deshalb sieht man hier Masken fast ausschließlich in Bus und Bahn, im Supermarkt nur sehr vereinzelt. Ich setz auch nur eine auf, wenn mir der Laden zu voll ist.

Ich war von hier aus auch in Italien, Lombardei und Südtirol. Maskenpflicht im Supermarkt. Und: es gibt absolut niemanden, der keine Maske trägt. Es ist nicht zu übersehen, wie sehr den Italienern der Schock vom März in die Knochen gefahren ist.

Österreich ist auch um die Ecke, M-Preis in Pfunds: Ende Juli wurde die Maskenpflicht im Einzelhandel wieder eingeführt in A. Ich war vorher mal da einkaufen - ein Bild wie in der Schweiz, Masken nur sehr vereinzelt. Und gestern wieder: gut gefüllter Laden, niemand ohne Maske (nur ein paar Lässig-Träger mit freier Nase - die gab's in Italien nicht).

Man siehts auch an den Infektionszahlen. Letztens eine eindringliche Warnmeldung in der dt. Tagesschau bei 730 oder so Neuinfektionen an einem Tag. Die Schweiz hat übern Daumen gepeilt einen Zehntel der Einwohner deutschlands, und am gleichen Tag über 110 Neuinfektionen. Das sind fast doppelt so viele wie in D, wenn man das in Relation zur Bevölkerungszahl sieht. Und das war auch schon zu Anfang der Pandemie ähnlich.

Das hat an sich nichts damit zu tun, dass man in CH weniger überreagiert hätte. Man hat z.B. unvernünftig lange aus purer Not behauptet, Schutzmasken brächten kaum was. Hätte man zugegeben, dass es anders ist, wäre man vor dem Problem gestanden, dass man hätte empfehlen müssen, was mangels Verfügbarkeit von Masken nicht umsetzbar gewesen wäre.

Ein brauchbares Krisenmanagement gabs in CH erst, als der Bundesrat die "ausserordentliche Lage" ausrief und damit - ähnlich wie im Kriegsfall - die nötigen Kompetenzen vorübergehend den Kantonen entriss und beim Bundesrat zentralisierte. So bliebs dann während und auch noch nach dem Lockdown.

Man kann vom Föderalismus in der Schweiz jedes Hohelied singen, das man möchte - muss aber unumwunden zugeben, dass er in dieser Pandemie kaum noch kläglicher hätte versagen können. An sich wäre das Gesundheitswesen, und damit auch die Pandemievorsorge, Sache der Kantone. Und die haben auch eine Jahrelange Vorwarnzeit (seit SARS gabs entsprechende Studien) schlicht untätig verstreichen lassen, und waren noch nicht einmal in der Lage, in Eigenregie für eine genügende Versorgung mit Schutzausrüstung und den gängigsten Medikamenten zu sorgen. Aspirin und Panadol (hat noch nicht mal was mit dem Pandemiebedarf zu tun!) waren in den Apotheken der Schweiz während und nach dem Lockdown teils gar nicht verfügbar, und wenn, dann wurde pro Kunde nur eine Packung aufs Mal abgegeben. Für viele andere Standardmedikamente galt dasselbe, und man hatte Glück, wenn noch Generika bestellbar waren. Einfach den Bedarf mitnehmen war eher weniger realistisch...

vor 7 Stunden schrieb didomat:

Im April in der Schweiz: im Tessin waren die Spitäler absolut am Anschlag, in der Deutschschweiz gingen sie für Wochen in Kurzarbeit - hab ich auch nicht verstanden. Auch nicht, weshalb man noch nicht mal innerhalb eines Landes die Covid19-Erkrankten besser verteilen kann - die sind doch nicht alle transportunfähig (oder doch?).

Die verschiedenen Landesteile waren höchst unterschiedlich von Civid-19 betroffen. Am ärgsten das Tessin. Da gings soweit, dass man über Ostern am Gotthard Autos mit Deutschschweizer Kennzeichen anhielt, und zur Umkehr zu bewegen suchte, bloss, damit nicht noch mehr Last auf die Krankenhäuser im Tessin käme, durch Verkehrs- oder Sportunfälle oder verreiste Corona-Infizierte.

Einige westschweizer Kantone fast ebenso schlimm. Ich erinnere die Waadt und Genf.

Um zu verstehen, warum man die Last in den Krankenhäusern nicht besser ausglich, muss man wissen, wie das schweizer Gesundheitswesen organisiert ist. Spitäler sind Sache der Kantone. Sie decken auch die Defizite. Es kann schon in "Friedenszeiten" schwierig sein, sich ausserkantonal behandeln lassen zu wollen, etwa weil ein bestimmter Eingriff einfach nur woanders öfter und daher in der Tendenz besser gemacht wird. Wer nur die obligatorische Grundversicherung hat - und das sind viele - braucht in solchen Fällen öfter mal vorgängig eine Kostengutsprache der Krankenkasse. Bei entsprechender Diagnose kriegt man die in der Regel recht problemlos. Ohne sowas ist Landesweit lediglich die Notfallversorgung versicherungsmässig garantiert.

Bis so ein schwerfälliger Molloch von Gesundheitswesen in die Gänge kommt, hängt man als Covid-Patient im Zweifel am Beatmungsgerät und ist eben nur noch mit viel Aufwand und Risiko transportfähig.

Hintergrund auch hier: Kantönligeist in Reinform. Der Bund hat im Gesundheitswesen eben nur in der Krise ernstlich was zu sagen, und genau so erklärt sich auch der diletantische, durch wegsehen und ignorieren geprägte Umgang mit solchen Krisenszenarien... Bei den Kantonen hat das etwa den Stellenwert der Luftschutzbunker und Kriegsspitäler, von denen man im Voraus schon immer wusste, dass sie im Ernstfall nie ausreichen würden, und immer hoffnungslos veraltet und unterausgestattet wären. Es richtig zu machen hätte zu viel gekostet. Und der Bund, der mit Armee und Zivilschutz etwas mehr Mittel und Übersicht hätte, hat nichts zu melden, solange nicht die Kacke wirklich am dampfen ist.

Kurz: Man hatte einfach nur Glück, und kann das Eingreifen des Bundesrates in der Schweiz gar nicht hoch genug schätzen. Die Normale Kompetenzordnung, die die Kantone als verantwortlich definiert, ist, das wurde deutlich, in solchen Lagen nicht annähernd adäquat. Auch, weil die entsprechenden Stellen selten genügend Gewicht haben in der Kantonalen Behörden- und Finanzstruktur.

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Steinkult
vor 4 Stunden schrieb didomat:

dann hättest du Bergamo in Aurich besichtigen können.

Dido, da spricht der Berliner in dir, es fehlt die Vorstellungkraft von Einsamkeit- Nicht selten versagen (merkt euch dieses Wort)

Ausnahmetalente auf einem Gebiet, wer "Stalker"  poetisch mit "Wadenbeißer" zu erdenken und übersetzen in der Lage ist, darf als sonderbegabt bezeichnet werden, wo war ich?, ach so bei den Unzulänglichkeiten, also deiner Mathematik,

...oft bei einfachen anderen Tätigkeiten, wie dem Zählen.

Wenn auf 50 qkm nur 3 Menschen leben, dann müssen die sich nicht nur beim Anstecken, sondern auch beim gleichzeitigen Sterben mächtig ins Zeug legen. Selbst wenn das einträte und -träfe, würden die Drei keine statistischen Spuren hinterlassen.

PS: Meine Bemerkung über die Maskenfreiheit eines Coronacleanen galt im "an sich", lästige Praxiseinwände gelten da nicht.

Edited by Steinkult
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Steinkult

War es dir zu hoch oder zu tief?

Lüg nicht Verwirrter und sag zu flach! (gehört nicht dazu, geschrieben nur, um den immergleichen Plagiatsnassauern die Pointen zu erschweren).

 

Edited by Steinkult

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didomat
vor einer Stunde schrieb Steinkult:

Dido, da spricht der Berliner in dir, es fehlt die Vorstellungkraft von Einsamkeit

Steinkul(t), es tut mir wirklich leid, aber: du irrst. Zum einen bin ich ein Kind des Elbtals bei Meißen. Das werde ich wohl auch immer bleiben. Berlin ist seit nahezu 30 Jahren homebase; ein Berliner werde ich deshalb trotzdem nicht. Ein paar Jahre hab ich mehr oder weniger in der Uckermark verbracht (womit ich da beschäftigt war: das Foto beim wiki-Eintrag gleich oben rechts), dem über fast 18 Jahren flächenmäßig größten Landkreis Deutschlands. Entsprechend dünn besiedelt.

Ich habe seit Kindesbeinen eine enge Beziehung zu Usedom, der Insel. Und ich bin da auch im November - da muß man in der bessseren Gartenlaube, die meine Mischpoke da bevölkert seit ich denken kann, das Wasser ablassen und so Sachen - wie belebt Usedom im November ist muß ich dir wohl nicht schildern.

Und, um noch einen draufzusetzen: seit fast 12 Jahren verbringe ich nicht unwesentliche Teile meines irdischen Daseins in Scuol / Engiadina bassa / Schweiz. Seit der letzthin erfolgten Gemeindefusion die flächenmäßig größte Gemeinde der Schweiz - 10 Einwohner pro Quadratkilometer.

Langer Rede kurzer Sinn: ich kenne durchaus beides, den Moloch und die Steppe.

Edited by didomat

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didomat
vor 36 Minuten schrieb Steinkult:

Plagiatsnassauern

Da hab ich nen Moment gebraucht eh ich gerafft habe was das bedeuten soll. Plagiats-Nassauern wäre jedenfalls einfacher zu entschlüsseln / more convenient.

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