8. August 20188 J. https://www.deutschlandfunkkultur.de/konsumverhalten-wie-die-68er-das-kaufen-moralisierten.1005.de.html?dram:article_id=424883 Zitat "Ente" der Hippies: Symbol für Ablehnung des Prestigekonsums Das erste Antikonsum-Produkt war der Citroen 2CV, auch "Ente" genannt. Die untermotorisierte Klapperkiste gab es schon 20 Jahre lang, bevor die Hippies sie neu interpretierten. Die Ente wurde zum ersten bekannten Symbol der Konsumverweigerung. Zu einem Symbol, das man kaufen und mit dem man Auto fahren konnte. Mit dem man Geld-Status verweigern und Moral-Status erwerben konnte. Die ideale Kompromissbildung zwischen Wunsch und Verbot, gutem und schlechtem Gewissen. Die automobile Synthese von Gier und Moral. Selbstbetrug durch Anti-Konsum-Konsum Dieser Selbstbetrug mit Anti-Konsum-Konsum funktionierte recht gut, nicht nur für kritische Konsumenten, sondern auch für die Industrie. Der Kapitalismus entdeckte, wie leicht sich alle kritischen Impulse seiner Gegner in Produkt-Innovationen ummünzen ließen. Die jungen Rebellen wurden zu unfreiwilligen und unbezahlten Mitarbeitern industrieller Innovationsabteilungen. Die meisten Hippies fuhren ihre Enten naiv. Mit ihrer Naivität produzierten sie jene Authentizität, die heute im Marketing als stärkster Beitrag zur Wertschöpfung gilt. Damals war die Ente Avantgarde der Weltrettung. Rückblickend müssen wir sie als Avantgarde unseres gegenwärtigen Antikonsums betrachten. Als Prototyp all jener heutigen Produkte, mit denen man sich den Status eines kritischen und zum Verzicht bereiten Konsumenten kaufen kann. Teuerste Form käuflicher Moral: Erwerb eines Hybrid-SUV Das heutige Pendant zur Ente ist ein SUV mit zweieinhalb Tonnen Leergewicht, auf dessen Heck in großen silbernen Lettern das Wort Hybrid zu lesen ist. Als Geländewagen beweist er unsere Liebe zur freien Natur. Er ist ein Objekt gewordenes Dementi seiner selbst. Seine verinnerlichte Selbstanklage ist nicht mehr marxistisch, sondern ökologisch motiviert. Der Hybrid-SUV macht den Autokauf zum Ablasshandel für die teuerste Form käuflicher Moral. Konsum von gutem Gewissen ist von der Ausnahme zur Regel geworden. Kaum eine Ware kommt mehr ohne Gutheitsbeteuerung auf den Markt. ... Moral ist integraler Bestandteil jedes zeitgeistigen Produkts. Antikonsum ist der Konsum von Produkten, die andere beschuldigen, während sie ihre Käufer von Schuld entlasten. Die Ente ist tot, das Entenprinzip ist nun Totalität. Bearbeitet (8. August 20188 J. von Auto nom)
8. August 20188 J. vor 15 Stunden schrieb Auto nom: https://www.deutschlandfunkkultur.de/konsumverhalten-wie-die-68er-das-kaufen-moralisierten.1005.de.html?dram:article_id=424883 Guter Artikel, der abseits von 2CV- und 68er Klischees und Romantik einen neuen interessanten Gedanken liefert. Fairerweise muss man aber sagen, dass die Ente nie ein Wegwerfprodukt war, sondern solange es irgendwie ging, immer noch irgendwie "am Leben gehalten" wurde. Damit wäre sie auch ein Beispiel für praktizierte Nachhaltigkeit und weniger für Konsum.
9. August 20188 J. genau genommen zählen nicht nur die 2CV, sondern auch all die "antiquitäten" dazu, die hier im forum "irgendwie am leben gehalten werden" dazu.
9. August 20188 J. Ich weiß nicht was es in diesem "Fahrzeugsegment" damals noch gab, aber ich hätte einen Renault 4 genommen. http://www.autobild.de/klassik/bilder/vergleichstest-citroen-2cv-renault-4-und-fiat-500-720907.html#bild1 Ronald Bearbeitet (9. August 20188 J. von Ronald)
9. August 20188 J. vor einer Stunde schrieb zudroehn: R16! Gerade das rechte Fahrzeug auf dem Bild....schwärm!!!!! Habe kürzlich seit langem einen gesehen, der zuück auf die Straße gebracht wurde. Nach den Ausfürungen des Besitzers war so ziemlich alles hinüber gewesen, was zum verschrotten als Argument ausgereicht hätte, wie speziell die Hinterachsgeschichte. Diese kündigt sich durch Rostbildung an den Schloßfallen der hinteren Türen und unterhalb der Dreiecksfenster an. ...und das bei der mäßigen Ersatzteilsituation und den niedrigen Markpreisen. CHAPÒ! Bearbeitet (9. August 20188 J. von gastposter)
9. August 20188 J. vor 15 Stunden schrieb Vincent2: dass die Ente nie ein Wegwerfprodukt war, sondern solange es irgendwie ging, immer noch irgendwie "am Leben gehalten" wurde. solange es ging war vor 20 Jahren noch wirklich lange, weil jede dritte Ente schon ziemlich geflickt war. Aktuell scheitert so etwas aber an der Hauptuntersuchung. Aktuelles Beispiel: Heckblechkante Ente vor Jahren gespachtelt, sichtbarer Rost mit Mike Sanders behandelt, keine Durchrostung, nun ist das ein erheblicher Mangel (Heckblech korrosionsgeschwächt). Merke: erheblicher Mangel = Verkehrsgefährdung besteht oder ist zu erwarten..... Gruß Holgi
9. August 20188 J. Am 9.8.2018 um 11:15 schrieb Ronald: Ich weiß nicht was es in diesem "Fahrzeugsegment" damals noch gab, aber ich hätte einen Renault 4 genommen. Ronald Gestern auf nem Parkplatz in Oberursel-Hohemark: Bearbeitet (9. März9. Mär von EntenDaniel)
9. August 20188 J. Sieht ja aus wie neu, der R 4. Nichts gegen Deine weitgereiste Dösch mit viel Charme und Patina
9. August 20188 J. vor 9 Stunden schrieb zudroehn: mehr Bilder: https://zudroehn.de/projekte/r16.html Sehr schoen! Meine Eltern hatten beide: Beigen 2CV4 und dunkelgruenen R16TS, dann gruenen 2CV4 und hellgruenen R16TX. Bis dann aus der Ente ein Visa Club wurde und aus dem TX ein CX Prestige ... schoene Erinnerungen, bin kuerzlich den aktuell in Mobile inserierten orangenen R16TX gefahren - wenn er keine Automatik haette sondern das 5-Gang-Schaltgetriebe, haette ich ihn gekauft. So bleibt meine aktuelle Ente im Bestand, was ja auch kein Nachteil ist.
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