18. April 20206 J. Irgendwie peinlich: Bekomme einen "Bauernmotor" (Ford V4, 1968) nicht zum laufen. Kontaktgesteuerte Spulenzündung mit Vorwiderstand. Fehler: Leerlauf, aber auch bei leichter Beschleunigung extrem unrund, geht im Leerlauf dann aus, nachdem er sich noch ein paar mal schüttelt. Nur mit Überfettung (Choke/Gas) am laufen zu halten. Fehler trat plötzlich auf und zeigt sich erst bei warmen Motor ab ca. 60 Grad Wassertemperatur. Springt ansonsten einwandfrei an, auch wenn er dann abgestorben ist. Alle üblichen Verdächtigen können ausgeschlossen werden, also Ventilspiel, Kompression, Zündzeitpunkt, Schließwinkel, Kontakte, Finger, Kappe, Kondensator, Kerzen, Kabel, Spritversorgung, Schwimmerstand, Nadelventil etc. Die Vergaser dieser Motoren sind recht berüchtigt, aber Vergaser sind nach meiner Erfahrung generell in den seltensten Fällen ursächlich. Daher heute mal an meinen Bosch- Tester mit Oszilloskop angeschlossen. Ich bin aber wirklich kein Profi im Umgang mit diesen Geräten. Nun die Merkwürdigkeit: Alle Messwerte und Zündkurven nach meiner Kenntnis einwandfrei, dann fing er an zu stottern und die Zündkurven von Zylinder 2 und 4 waren weg bzw. nur noch als minimal kleine Reaktion zu sehen. Und zwar sowohl im Primär als auch im Sekundärstromkreis! Ganz kurz waren dann 6 oder noch mehr Zündkurven auf dem Bildschirm. Im weiteren Verlauf waren auch kurzzeitig wieder alle 4 Kurven drauf, aber der Motor lief in diesem Moment nicht besser. Da die zwei fehlenden Zylinder erst dann auffielen, als auch der Motor schlecht lief, möchte ich einen Gerätefehler eigentlich ausschließen. Nach meiner Ansicht liegt der Fehler nun eindeutig im Bereich des Zündsystem/ Verteiler. Da 2 Messwerte/ Zylinder fehlen kann es doch eigentlich nur die Zündspule sein, da ja an Klemme 1 und 15 sowie der Zündleitung von Spule zum Verteiler abgegriffen wird? Aber: Widerstandswerte der Zündspule in allen Zuständen, also auch nach Fehlereintritt entsprechen den Werksvorgaben. Bin für jeden Hinweis dankbar. Gruß Holgi
19. April 20206 J. Moin Holgi, das messen des Ohmschen Widerstands der ZS zeigt dir nur komplett defekte ZS an. Alles andere an möglichen Defekten zeigt sich nicht. Daher würde ich erst mal eine andere Apule versuchen.
19. April 20206 J. Ersteller vor 2 Stunden schrieb Binz: das messen des Ohmschen Widerstands der ZS zeigt dir nur komplett defekte ZS an. Alles andere an möglichen Defekten zeigt sich nicht. Ich ging davon aus, dass zumindest bei bestehendem Fehler in warmen Zustand die Werte außerhalb der Werksvorgabe bzw. mindestens verändert zum kalten Zustand sein müssten. vor 1 Stunde schrieb soleil: Zündspulen zeigen bei Defekt ihren Fehler meist erst im warmen Zustand. Was mir aus der Entenschrauberei ja durchaus geläufig ist. Habe eine (gebrauchte, aber dafür originale) Zündspule heute morgen bestellt und werde alsbald berichten. Gruß Holgi
20. April 20206 J. Am 18.4.2020 um 19:55 schrieb Entenholgi: Vergaser Fomoco oder Solex? Bei den Fomoco-Vergasern war immer die Drosselklappenwelle undicht, weil die Lagerung im Gehäuse ausgeschlagen war. Allerdings hat der Motor dann erst bei höheren Drehzahlen abgemagert. Gruß Jens
20. April 20206 J. Ersteller Ist ein FoMoCo, aber auf Nebenluft, auch an der Drosselklappenwelle, geprüft. Und dass der Fehler von jetzt auf gleich aufgetreten ist, spricht eigentlich auch gegen den Vergaser. Gestern auf VOX bei den Autodoktoren: Ein Ford Sierra mit ähnlichen Problemen (ruckeln im Fahrbetrieb), div. Werkstätten hatten schon aufgegeben, letztendlich war es auch dort die Zündspule. Ich hatte "meine" Zündspule nachdem der Fehler auftrat auch mit Kältespray behandelt, jedoch ohne Veränderung. Bin nun gespannt auf das Ergebnis nach Tausch. Gruß Holgi
21. April 20206 J. vor 13 Stunden schrieb jens-thomas: Allerdings hat der Motor dann erst bei höheren Drehzahlen abgemagert Schon etwas seltsam da ja im Leerlauf die höchste Druckdifferenz auf die DK-welle wirkt und so der Abmagereinfluß hier am Größten sein sollte. Peter
21. April 20206 J. vor 47 Minuten schrieb soleil: Abmagereinfluß Das hatte mir in jungen Jahren ein Meister bei Ford so erklärt. Wie die Leerlaufgemischregulierung bei diesem Vergaser ist, habe beim besten Willen nicht mehr auf dem Schirm, ist ja mittlerweile über 40 Jahre her, dass ich daran geschraubt habe. Als ich bei meinem damaligen Taunus einen Webervergaser montiert hatte war Ruhe. Gruß Jens
21. April 20206 J. Mir ist einmal Kühlwasser in den offenen Verteiler des Visa gelaufen. Das äußerte sich auch in Aussetzern bei warmen Motor. Ich würde mir einmal die Verteilerkappe genauer ansehen, ob da Risse oder Graphitverschmutzungen oder Ölnebel zu entdecken sind. Ansonsten bin ich auch für die Zündspule. Oder ganz gemein: Das 12V Kabel von der Zündspule zum Unterbrecher ist gebrochen. Bei Erwärmung dehnt sich die Isolation stärker als das Kupfer und kappt den Kontakt. "Wackel ´mal Kabel" würde das helfen zu entdecken. Gernot
23. April 20206 J. Ersteller So, die Zündspule ist es nicht ? Dann noch testweise Zündleitung von Spule zum Verteiler und ebenso das Kabel zum Unterbrecher getauscht. Der Zündspule nochmal 12v von der Batterie zusätzlich gegeben, alles nutzlos. Dann kann es eigentlich nur der (unauffällige) Verteiler sein, aber warum setzt er genau bei Zylinder 2 und 4 aus? Interessant: der Fehler beginnt erst mit zunehmender Motorerwärmung, auch nicht plötzlich, erst läuft der Motor etwas unrunder aber erst nach einiger weiterer Zeit ist dann der Zustand erreicht, dass er nur noch unwillig laufen will und dann ausgeht. Wenn man den Wagen dann aber nach einiger Abkühlzeit (nur noch handwarm) wieder startet, ist der Fehler noch voll da. Bin ratlos. Gruß Holgi
23. April 20206 J. Ich hatte mal eine Verteilerkappe mit einem kaum sichtbaren Riß zwischen zwei Abgängen. Im Warmen öffnete sich der Riß etwas und führte zu Zündungsfehlern. Peter
24. April 20206 J. Sind die Zündkabel auch erneuert worden.Zur Probe einfach tauschen ob der Fehler mitgeht. Peter Bearbeitet (24. April 20206 J. von soleil)
24. April 20206 J. bei vollkommener Dunkelheit mal die Haube auf und schauen ob und wo es da funkt...
24. April 20206 J. Ersteller Zündkabel bereits untereinander getauscht. Auch schon deshalb auszuschließen, weil gleich 2 Zylinder nicht mehr arbeiten und das ab einem "Stichtag" fortwährend. Gruß Holgi
24. April 20206 J. Wie sieht es denn mit der Kurbelgehäuseentlüftung aus? Wenn die zu ist, bläst so einiges an Öl und Wasser in den Verteiler. Gernot
24. April 20206 J. Ersteller Der Verteiler sitzt weit oben hinten zwischen den Zylinderbänken. Er ist absolut unauffällig. Gruß Holgi
30. April 20206 J. Ersteller So, die Auflösung: Es war der Zündverteiler! Nicht Kappe, Rotor oder Kondensator, gerade erneuert. Kontakte absolut unauffällig. Verteiler unzerlegt unauffällig, Rückstellung Fliehlraftverstellung einwandfrei. Ist mir rätselhaft, vor allem weil es auch erst mit Erwärmung auftrat. Und eben immer 2 bestimmte Zylinder aussetzten Ich hätte es eher merken können, auf dem Motortester habe ich immer den Brennverlauf auf dem Bildschirm beobachtet und mir ist entgangen, dass sich der Schließwinkel im Bereich von ca. 4% immer wieder veränderte, also ein Indiz für ein Verteilerproblem. Hier noch zwei Fotos des Oszilloskopbildschirms, 1. ist Primär (Zündspule), 2. Sekundär (Hochspannung/ Zündung) Gruß Holgi
30. April 20206 J. ....und diese ca 4 Grad im Schließwinkel waren das Problem? Hätte ich nicht geglaubt wenn Du es nicht gemessen hättest. Peter
30. April 20206 J. Ersteller vor 3 Minuten schrieb soleil: ...und diese ca 4 Grad im Schließwinkel waren das Problem? Na ja, zumindest ist das nicht üblich und somit technisch auffällig. Gruß Holgi
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