12. Juni 20206 J. Hallo, als nicht unerfahrener Schrauber bin ich gerade mit meinem Latein am Ende und würde mich über fachkundige Ideen freuen. Ich fahre einen Berlingo 1,9 Diesel als Kasten (DW8). Das Auto wurde 2004 gebaut und hat bisher gut 200.000 km auf der Uhr. Neben den typischen Verschleißreparaturen und ein paar anderen Kleinigkeiten war der Berli stets ein Muster an Zuverlässigkeit und hat mir als Mikro-Camper immer viel Freude gemacht. Seit geraumer Zeit jedoch weigert sich meine Holde mit dem Auto zu fahren, was daran liegt, dass der Wagen immer mal wieder im 2-4 Wochenrhythmus seinen Dienst versagt. Der Fehler ist für mich nicht reproduzierbar und tritt i. d. R. unvermittelt und bei voller Fahrt auf. Der Motor stirbt auf Schlag ab und lässt sich erst nach einer Wartezeit von 30-40 Minuten wieder starten. Einmal ist das Ganze auch bei einer kurzen Parkpause auf dem Lidl-Parkplatz passiert. Nach einer halben Stunde ging es dann wie gewohnt nach Hause. Bei Versuchen, die ich während der Wartezeit unternehme, orgelt nur brav der Anlasser. Habe ich lange genug gewartet, dann springt der Berlingo so fröhlich und spontan an, wie ich es immer von ihm gewohnt war. Um den Fehler einzugrenzen habe ich zunächst auf Luft im Kraftstoffsystem getippt und daraufhin alle Leitungen kontrolliert. Außerdem wurde im Rücklauf noch ein Rückschlagventil installiert. Das war der Tipp eines Briten auf Youtube... ,-) Als nächstes habe ich das AGR-Ventil geprüft und bei der Gelegenheit gleich mal richtig saubergemacht. Ein schraubaffiner Kumpel hat mir dann noch geraten, dass ich den Impulsgeber für die Kurbelwelle prüfen soll. Allerdings habe ich keinen gefunden, vermutlich gibt's den im DW8-Motor auch nicht. Bliebe vielleicht noch ein Fehler im Steuergerät...? Mit den beschriebenen Einfällen bin ich einer Lösung auf jeden Fall bisher nicht näher gekommen. Hat hier vielleicht jemand eine Idee? Grüße von Robert
12. Juni 20206 J. vor 3 Stunden schrieb robert.lohkamp: Ein schraubaffiner Kumpel hat mir dann noch geraten, dass ich den Impulsgeber für die Kurbelwelle prüfen soll. Allerdings habe ich keinen gefunden, vermutlich gibt's den im DW8-Motor auch nicht. Auf den Kurbelwellensensor Tip ich auch. Passt genau zu deinem Fehlerbild! https://www.autoteiledirekt.de/automarke/ersatzteile-citroen/berlingo-mf/10227/15032/kurbelwellensensor.html
12. Juni 20206 J. Der Drehzahlsensor befindet sich auf dem Kupplungsgehäuse und sollte dann auch als Fehler im Motorsteuergerät gespeichert sein. Ein weiterer Kandidat wäre das Elektronikmodul der Einspritzpumpe (Wegfahrsperre), entweder direkt ein Problem des Moduls oder das hinter dem Modul verbaute Abschaltventil der Einspritzpumpe. (Ist durch eine Abdeckplatte mit Abreißschrauben gesichert) Auch eine schlechte Spannung/ Masseversorgung des Moduls kann eine Ursache für die Motorstörung sein.
13. Juni 20206 J. die steuerelektronik kann man wohl ausschließen, da sie nur den einspritzzeitpunkt nur in einem bestimmten bereich nachregelt. der motor läuft dann lediglich noch suboptimal und mit auffälligen klang, geht davon aber nicht aus und springt auch sogar noch an. ursächlich ist fehlende kraftstoffzufuhr, entweder -wie schon erwähnt- durch die ansteuerelektronik der wegfahrsperre oder das absperrventil selbst bedingt. bei mehreren meiner uralten vollmechanisch gesteuerten motoren waren solche phänomene durch dichte filter und tanksiebe bedingt. irgendwann baut sich ein so großer unterdruck auf, dass die förderpumpe einfach nicht mehr gegenan kommt. ebenso können undichtigkeiten in der spritzufuhr einen übermäßigen lufteintrag bewirken. bei letzterem sind die handpumpen die üblichen verdächtigen. "augenscheinlich dicht" besagt hier gar nichts - wo ein dieselmolekül noch nicht durchpasst, marscheren zig luftmoöeküle nebeneinander durch. zu diagnosezwecken erweisen sich in die spritleitungen eingeschleifte stücke aus transparentem pvc-schlauch als hilfreich. der vor der pumpe gibt aufschluss über den zustand der zuleitung, der nach der pumpe zusätzlich aufschluss über die dichtigkeit der pumpe selbst.
14. Juni 20206 J. Ersteller Erstmal vielen Dank für die bisherigen Ideen. 🙂 Ich habe den verregneten Sonntag genutzt, um den Kurbelwellensensor zu finden, auszubauen und zu testen. Es lag ein Innenwiderstand von 365 Ohm an, was eigentlich passen sollte. Allerdings war das Bauteil und die Aufnahme ziemlich verdreckt. Jetzt ist alles gereinigt und wieder zusammengebaut. Als nächstes werde ich mich um das Abschaltmodul der Dieselpumpe kümmern und zumindest mal die Anschlüsse checken. Hat vielleicht jemand eine Ahnung, wie ich die Funktion des Moduls am besten überprüfen kann? Als letztes bliebe dann noch das Dauerthema Kraftstoffleitung. Von Undichtigkeiten bei der Handpumpe habe ich auch schon gehört. Und auffällig finde ich, dass sich bei abgestelltem Motor kein zunehmender Druck aufbaut, wenn ich den Pumpenknopf einige Male drücke. Müsste ja eigentlich immer schwerer werden, je mehr ich pumpe, oder? Erstmal noch einen schönen Sonntag und nochmal besten Dank... Grüße von Robert
14. Juni 20206 J. vor 5 Stunden schrieb robert.lohkamp: Als nächstes werde ich mich um das Abschaltmodul der Dieselpumpe kümmern und zumindest mal die Anschlüsse checken. Hat vielleicht jemand eine Ahnung, wie ich die Funktion des Moduls am besten überprüfen kann? Mit dem Diagnosegerät Lexia lässt sich das Mstg. auslesen, vielleicht ist ein entsprechender Fehler vorhanden? Ansonsten kann man nur die Stromversorgung/ Kabelbaum des Moduls prüfen, ob das Modul das Abschaltventil ansteuert und das Ventil dann korrekt arbeitet, ist schwer zu kontrollieren, denn es handelt sich um ein Bauteil der WFS., das dementsprechend gesichert wurde.
15. Juni 20206 J. 14 hours ago, robert.lohkamp said: [...] Kurbelwellensensor zu finden, auszubauen und zu testen. Es lag ein Innenwiderstand von 365 Ohm an, was eigentlich passen sollte [...] Gut, aber das heißt nicht, daß er nicht defekt sein kann. Wie bei anderen elektronischen Bauteilen kann der Fehler temperaturabhängig sein. Wobei ich aber nicht weiß, ob der Motor ohne Sensor weiterlaufen würde.
15. Juni 20206 J. Dito! Ich würde das Ding vielleicht mal etwas warm machen beim Messen. Hat der Berlingo einen Drehzahlmesser? Der KW-Geber wird der einzige Sensor zur Ermittlung der Drehzahl sein bei dem Motor sein. Bei einem Versagen des Sensors und somit Absterben des Motor dürfte der Drehzahlmesser auch schlagartig auf null fallen während der Fahrt, vermute ich mal. Oder tatsächlich mal einen neuen Sensor auf Verdacht reinmachen. Bei unglaublichen ca. 10 Euro für das Teil kann man sich das "planlose Teiletauschen" fast mal erlauben Gruß, Marcel
25. Juni 20206 J. Ersteller Hallo, ich melde mich nochmal mit einem kurzen Update zu den wirklich guten Ideen, die ich hier im Forum bekommen habe: Zunächst habe ich nochmal den Vorschlag von "P1000" verfolgt und habe gründlich die Verdrahtung zum Abschaltventil / zur WFS geprüft und gesäubert. Das sah zunächst mal unauffällig aus. Danach den Fehlerspeicher ausgelesen, in dem jedoch kein Fehler abgelegt war. Der KW-Sensor wurde erneut ausgebaut, mit dem Fön bearbeitet und gemessen. Zwar hat sich der Wert bei Wärme etwas verändert, aber das war eher marginal. Also habe ich als nächstes "Turbo C.T.'s" Anregung aufgegriffen und planlos Teile getauscht. Der neue Sensor war für schmales Geld zu bekommen und was soll ich sagen, seitdem ist jetzt erstmal Ruhe. Die ersten 1.000 km liegen hinter mir und der alte Saugdiesel macht brav was er soll. Auf diesem Wege nochmal herzlichen Dank für eure Hinweise. Falls irgendjemand mal eine Anregung braucht, wie man aus einem Kastenwagen einen schnuckeligen Mikrocamper macht, würde ich mich gern revanchieren. 😉 Grüße von Robert
25. Juni 20206 J. Na schön, wenn die Kiste wieder läuft. 34 minutes ago, robert.lohkamp said: Falls irgendjemand mal eine Anregung braucht, wie man aus einem Kastenwagen einen schnuckeligen Mikrocamper macht, würde ich mich gern revanchieren. 😉 Na dann mal her damit. Mein Freundin ist hartnäckig auf dem Campingtrip und sucht nach Möglichkeiten für den Berlingo B9: Gruß, Michael
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