12. Juli 20206 J. Hallo, gestern hatte ich Besuch von einem Patienten. Beschwerde: Schlechte Federung. Erste Diagnose: Schwinge hinten links schwergängig. Auf der Bühne war der Übeltäter schnell identifiziert. Stösselstange gebrochen, hatte Kontakt zum Achskörper, daher die Bewegung behindert. Dem Patienten wurde mit einem brauchbaren Zylinder aus meinem Fundus wieder auf die Beine geholfen. Hier ausgebaut: Ab und an kommts ja mal vor, daß so eine Stösselstange sich verabschiedet. Worin liegen eurer Meinung nach die Ursachen? Mir fiele ein: 1) Gelenk des Stössels schwergängig durch Korrosion. Könnte bei diesem Kandidaten die Ursache gewesen sein. 2) Fehlende Anschlagpuffer im Achsrohr. Zu 1): Stösselstange ist bei Einbau zu ölen/fetten. Zusätzlich besteht durch zu lange Belüftungsschläuche im Achskörper die Gefahr, Wasser in die Manschette zu saugen. Zu 2): Fehlende Anschlagpuffer könnten dazu führen, daß die Bewegung des Schwingarms beim Einfedern durch den Arbeitsweg des Federzylinders begrenzt wird, was zu harten Schlägen auf Kolbenboden und Stösselstange führen würde. Ob dieses Szenario realistisch ist, kann ich nicht einschätzen. Untere Anschlagpuffer im Achsrohr XM Berline siehe nachfolgendes Foto. Links neue Version (ab Orga 7749), rechts alte Version. Die Anschlagpuffer neue Version bröseln gern vor sich hin. Schon allein vom Angucken. Mission erfüllt, Fertigungskosten optimiert. Am Fahrzeug mit dem Schaden fiel auf, daß die unteren Anschlagpuffer beidseitig nicht mehr vorhanden waren. Man hätte dort die links abgebildete Version vorfinden müssen. PS: Aus gegebenem Anlass suche ich einen Federzylinder XM Berline. Gerne auch ein Paar. Oder meinetwegen auch eine komplette Hinterachse. Notfalls auch ein komplettes Fahrzeug. Weiterhin werden benötigt: Zwei Anschlagpuffer XM Berline (rechte Version). Ersatzteilnummer 5 431 674. Angebote gerne per PM. Gruß, Michael
12. Juli 20206 J. Das Gelenk schwimmt normalerweise in LHM, ca. 30ml füllt man beim Einbau in die Manschette. Die laufen aus wenn die Manschette reißt, dann läuft das Gelenk trocken.
12. Juli 20206 J. Ersteller Diese Manschette war nicht gerissen. Mit 100% Sicherheit kann man das nach dem Schaden natürlich nicht sagen... Ich hatte jetzt noch nicht so viele Manschetten ab, aber 30ml LHM hab ich in noch keiner gefunden. Noch nichtmal soviel, daß die Gefahr des Abtropfen bestehen würde. Werde mir Öl injizieren auf die Liste der präventiven Wartungsmaßnahmen setzen.
12. Juli 20206 J. Ersteller Dem Zustand nach unwahrscheinlich. Federzylinder, Manschette, Doppeldrahtschelle sah original und unberührt aus. Einzig die Federklammer ging verdächtig leicht raus, aber das ist ja auch nicht unbedingt ungewöhnlich. Bei Gelegenheit würde ich die Überreste sezieren. Bin gespannt, ob der Kopf "fest" ist. Resultate würde ich in den OP editieren. Persönliche Meinung: Wer ohne Schmierung ein solches Konstrukt zusammenpuzzelt, dem gehört sofortiges XM-Reparaturverbot erteilt. Ich habe bei meinem Erstlingswerk Fett an den Kugelkopf geschmiert, relativ wenig Öl für den Rest verwendet, nur ein wenig eingepinselt alles. Da bin ich gespannt, wie das dort nach einiger Zeit ausschaut. An den Kolben selbst sollte wegen nicht vorhandenem Schmutzabstreifring besser kein Fett kommen. Diese Federzylinder waren erst wenige Jahre und ca. 40tkm alt - ebenfalls praktisch trocken drinnen. Aber halt auch von einem "Experten" (= Citroen) installiert, man weiß also nicht...
14. Juli 20206 J. Ich hatte so einen Schaden vor Jahren mal an einem Schlachtwagen, da lag es daran das wohl schon ewig nichts mehr federte weil die Kugeln völlig Platt waren.
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