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Im Zeichen des Doppelwinkels

Hervorgehobene Antworten

Auf www.rallye-magazin.de schreibt der Motorsportjournalist Norbert Ockenda:

Im Zeichen des Doppelwinkels

Der Doppelerfolg von Citroen in Argentinien könnte eine neue Ära in der Rallye-Weltmeisterschaft eingeleitet haben. Norbert Ockenga wagt den Blick in die Zukunft.

seit der Fußball-Europameisterschaft kursiert in England ein zynischer Witz: Der britische Tennisspieler Tim Henman und David Beckham, der Versager am Elfmeterpunkt, würden neuerdings zusammen trainieren. Denn Henman könne Beckham zeigen, wie man einen Ball ins Netz haut, und Beckham könne Henman dafür beibringen, wie man einen Ball über das Netz drischt.

Nun wird es höchste Zeit, dass jemand sich solch einen Witz auch für die Rallye-WM einfallen lässt. Die Hauptdarsteller wären – zumindest nach der Rallye Argentinien – Petter Solberg, Markko Märtin und Marcus Grönholm. Das Trio vergab die Chancen am Wochenende noch großflächiger als Beckham – und schenkte Sébastien Loeb so de facto schon den WM-Titel.

In naher Zukunft lauern drei Asphalt-Rallyes, auf denen die Kombination aus Loeb – Citroën – Michelin nur äußerst schwer zu besiegen ist. Um so wichtiger wäre es für die auf losem Geläuf vermeintlich überlegene Gegnerschaft gewesen, in Südamerika noch mal fett zu punkten. Vor allem Solberg hatten dabei viele auf der Rechnung – denn auf grobem losen Untergrund ist wiederum die Zusammensetzung Solberg – Subaru – Pirelli eine Macht.

Dass die Attacke der Verfolger auf den Spitzenreiter in den Anden gründlich missriet, hatte nichts mit Pech zu tun. Allen Ausfällen waren vermeidbare Fehler vorausgegangen. Mit diesem kollektiven Einbruch könnte das Trio der Rallye-WM über Jahre hinweg eine neue Wendung gegeben haben. Plötzlich finden sich die Verfolger in einer ähnlich prekären Lage wie die Gegner von Ferrari in der Formel 1. Wollen sie Loeb an der Spitze überhaupt noch kriegen, dann erfordert das einen gehörigen Kraftakt. Loeb und Citroën können hingegen in aller Ruhe weiter arbeiten und im Wissen eines satten Vorsprungs schon die grundlegende Entwicklungsarbeit fürs nächste Jahr und die Fortsetzung der Erfolge schaffen.

Dabei spielt natürlich das neue Modell C4, das auf dem Genfer Salon erstmals vorgestellt wurde, eine entscheidende Rolle. Bislang existiert zwar noch kein einziges vollständig aufgebautes Rallyeexemplar dieses Wagens. Aber dennoch liebäugeln die Franzosen mit einem Einsatz schon Mitte 2005 – sobald der neue Bolide besser ist als der gegenwärtige Xsara. Jetzt können die Arbeiten am C4 mit Hochdruck voranschreiten. Das erste Ziel – der Gewinn der Weltmeisterschaften – ist so gut wie unter Dach und Fach. Das gibt der Mannschaft vom Sportchef bis hin zum jüngsten Mechaniker-Lehrling nicht nur Ruhe – sondern auch eine gehörige Portion Selbstvertrauen. Bei den Doppelwinklern beginnt jetzt ein Mechanismus zu greifen, der die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Zukunft darstellt: Es stimmt nicht nur die Technik und das Fahrkönnen – die Psyche der Truppe wird zusammengeschweißt, und mit perfeker Moral lässt sich auf der Basis eines gesunden Selbstvertrauens hoch konzentriert arbeiten.

So ist Ferrari in der Formel 1 zum Erfolg gekommen – und so hat auch BAR-Honda den jüngsten Aufwärtstrend eingeleitet, der sie an BMW.Williams und McLaren-Mercedes vorbei geführt hat. Subaru, Peugeot und Ford müssen jetzt hingegen in exakt jene Hektik verfallen, die auch den deutschen Herstellern in der Formel 1 zum Verhängnis wurde: Sie müssen im laufenden Jahr eine beinahe unmögliche Aufholjagd bewältigen und parallel dazu sehen, dass sie bei ihrer Entwicklungsarbeit fürs nächste Jahr mit dem von Citroën angeschlagenen Tempo Schritt halten können. Da Citroën ihnen aber rein technisch in diesem Jahr schon um eine Nasenlänge voraus ist, heißt das: Die Konkurrenz muss zwei Schritte auf einmal machen, um für 2005 gegen den C4 gerüstet zu sein – während der Platzhirsch das neue Auto auf dem Fundament der jetzigen Erfolge in aller Seelenruhe aufbauen kann. Die deutschen Formel 1-Werke und ihren englischen Partner haben sich bei diesem Zwei-Schritte-Machen-Müssen hoffnungslos verzettelt.

Das Beispiel aus der Formel 1 zeigt: Der Schuss kann leicht nach hinten losgehen. Wenn das in der Rallye-WM auch passiert, dann heisst das: Citroën hat im nächsten Jahr noch leichteres Spiel – dann aber nicht mehr, weil Fahrfehler passieren oder Wasser in Motorräume eindringt, sondern weil die Technik überlegen ist.

Andererseits verfügen Subaru und Peugeot über andere Strukturen als McLaren-Mercedes und BMW.Williams: Es gibt keine Reibungsverkuste, weil unterschiedliche Kulturen mit ihren jeweiligen Macken und Egos unter einen Hut gebracht werden müssen. Das führt bei meinem Formel 1-Beispiel dazu, dass zwar alle an einem Strang ziehen – aber oft in verschiedene Richtungen. In der Rallye-WM ist das anders, denn die Entwicklung und das Management werden zentral von einer Organisation abgewickelt: Prodrive für Subaru im englischen Banbury, die Peugeot-Tochterfirma Peugeot Sport in Vèlizy bei Paris. Ein ganz wichtiger Juckepunkt entfällt also.

Trotzdem würde es mich nicht wundern, wenn Citroën sich in diesem Sommer einen so großen Vorsprung erarbeitet, dass in den nächsten Jahren eine Ära Doppelwinkel in der WM anbricht. Motorsport-historisch wäre eine solche Überlegenheit frappierend. Wenn Citroën in der Rallye-WM wirklich ähnlich dominant wird wie Ferrari in der Formel 1, dann hätten die beiden Sportchefs der Marke ihre eigene Erfolgsstory fortgesetzt. Guy Frequelin und Jean Todt teilten sich in denSiebzigern und frühen Achtzigern ein Rallye-Auto. Ihr wichtigster internationaler gemeinsamer Sieg erfolgte 1981 in Argentinien – da, wo Grönholm, Märtin und Solberg in diesem Jahr das Ihrige zum Beginn einer Ära Doppelwinkel beigetragen haben.

klingt doch echt mal gut, oder???

Hallo.

Auch ich freue mich sehr über die anhaltenden Erfolge in der WRC. Im Gegensatz zur Formel 1 kann man sich die Rally-Übertragungen (auf Eurosport) noch mit Spannung ansehen. Ein Einsatz der Rallyversion des C4 schon Mitte 2005 erscheint arg optimistisch.

Ich würde mich über ein Engagement bei der nächsten Paris-Dakar freuen, erinnere mich noch an die Dominanz der "ZX-Rally-Raids" in den 90er Jahren (90-97) mit insgesamt fünf Gesamtsiegen. Übrigens eine interessante Seite dazu:

http://www.citroen.mb.ca/citroenet/html/s/sport90.htm

Gruß,

Achim.

Ich bin mitlerweile auch zu einem Rally-Fan geworden... natürlich drücke ich Citroen meine Daumen... es ist einfach die bessere Alternative zur Formel 1

Wäre gerne mal dabei... und die Preise sind sicherlich auch etwas moderater als in der "Königsklasse" des Motorsports....

...CITROEN wird Weltmeister!...

<<Heiko>>

Seh’ ich gar nicht so, dass die Citroëns Kreise um die Konkurrenz fahren. Im Grunde sind 4 Autos wohl ähnlich schnell, der Peugeot 307CC mit Grönholm dürfte vom reinen Speed her die Nr.1 sein. Nützt nur nix, weil das Auto schrecklich anfällig ist.

Von Märtin bin ich ein wenig enttäuscht, weil er in diesem Jahr das Auto zu oft wegwirft. Kann natürlich auch sein, dass er hohes Risiko gehen muss, um an der Spitze mitmischen zu können.

Trotzdem: Entschieden ist noch nichts. Wenn es bei den Asphalt-Läufen häufig regnet, ist auch Solberg wieder dran.

Bis vor ein paar Jahren war ich auch noch großer Formel 1 – Fan, aber was dort in letzter Zeit abläuft, hat mit Rennsport wenig zu tun. Die Tankstopps gehören wieder abgeschafft, auf der Strecke wird ja fast nicht mehr überholt.

Zum Glück gibt es ja noch die Rallye-WM.

Hallo!

Formel 1 hat mich eigentich noch nie interessiert: eine stinklangwilige ressourcenverschwende Werbeveranstaltung die auch wohl nur ausgeprochen wenig die automobiltechnische Entwickung voranreibt. War es nicht sogar so, dass vor gut Jahren der Turbolader in der F1 verboten wurde, weil die japanischen hersteller da im Vorteil waren? Rallyeveranstaltungen finde ich da schon interessanter, v.a. wenn

die Autos einigermassen seriennah sind.

MFG

  • Ersteller
derHaifisch postete

Wäre gerne mal dabei... und die Preise sind sicherlich auch etwas moderater als in der "Königsklasse" des Motorsports....

Dann komm doch vom 19. - 22. August an die Mosel bzw St. Wendel. Dort ist nämlich der deutsche WM LAuf!! Ich werde mit einigen Citroenfans dort in der Nähe von Baumholder oder Bostalsee zelten. Wenn ihr wollt, können wir uns auf dem Campingplatz treffen.

Grüße

René

Die Tour de France ist seit Jahren schon genauso langweilig wie die Formel 1, eigentlich muss es Tour de Gähn heißen...

Gruß

Fred

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