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Krieg und Frieden - la fin de léspoir

Hervorgehobene Antworten

vor 10 Stunden schrieb RalphB:

Ich bin Müde, verzweifelt, wütend und ratlos. 

Kann ich verstehen, aber Fatalismus darf nicht gewinnen. 

 

vor 6 Stunden schrieb PuckX2:

, halte ich ausgerechnet diese Form von Aspekt, für nicht angebracht.

Sehr diplomatische Reaktion auf diesen wirklich unwuerdigen Beitrag!

vor 12 Stunden schrieb RalphB:

Krieg ist Krieg, ist Krieg und bleibt Krieg - und bedeutet immer Tod, großes Leid und Zerstörung. …

Aktuelle Bedrohung? Ja, dieses ewige und seit Jahren verbreitete Argument der Atombombe - ja, große Scheiße und eine Bedrohung. Gerade für Israel und die dort lebenden Menschen. 

Natürlich ist Krieg schlimm. Aber du bist nicht auf die Bevölkerung eingegangen. Die Frauen, die seit Jahren für ein bisschen Freiheit kämpfen und dabei im Knast oder auf dem Friedhof landen. Die riesige Opposition, die auf die Straße ging und dabei massenhaft erschossen wurde. Von dem Regime, das ein Todesurteil nach dem anderen vollstreckt und das nicht anders als durch Gewalt gestoppt werden konnte.

Für Freude ist es nicht der richtige Zeitpunkt, klar. Aber wenn das Leben im Iran besser werden soll, muss sich doch etwas ändern. Und da fehlt mir die Vorstellung, wie das ohne Gewalt hätte geschehen können.

https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/kriegsende/zyklon-b-vor-80-jahren-prozess-gegen-die-haendler-des-todes,zyklonb100.html

Zitat

Die Hamburger Firma Tesch & Stabenow hat Konzentrationslager mit dem Giftgas Zyklon B beliefert. Mit dem Prozess gegen die Chefs kommen ab dem 1. März 1946 erstmals Unternehmer für ihre Beteiligung am Holocaust vor Gericht.

Zitat

Die Dosen mit dem tödlichen Giftgas waren sorgfältig verpackt und etikettiert. Darauf der Herstellername: "Tesch u. Stabenow, Hamburg 1 - Messberghof". Im Zweiten Weltkrieg beliefert das Unternehmen mehrere Konzentrationslager mit Zyklon B. Mit dem Gift, ursprünglich zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt, ermorden die Nazis allein in Auschwitz mehr als 900.000 Menschen.

Zitat

Anfangs nutzt die SS das Mittel, um in den KZ-Baracken Schädlinge wie Ratten, Wanzen oder Schaben zu bekämpfen. Ab September 1941 setzt sie Zyklon B erstmals ein, um gezielt Menschenleben zu vernichten. Bei einem ersten "Test" werden in Auschwitz 600 sowjetische Kriegsgefangene vergast.

Zitat

Lagerkommandant Rudolf Höß erscheint das Mittel so effektiv, dass er entscheidet, dass in Auschwitz künftig vorrangig mit Zyklon B gemordet werden soll. Schon bald töten die Nazis Hunderttausende Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Kriegsgefangene, politische Gefangene und andere Häftlinge in eigens gebauten Gaskammern mit dem Giftgas der Hamburger Firma.

Zitat

Der Tod durch das Blausäuregas Zyklon B ist grauenvoll. Auf krampfartige Schmerzen folgt qualvolles Ersticken. In den Gaskammern kämpfen sich die Stärkeren nach oben, wo sie noch etwas länger Luft holen können. Die Schwachen bleiben unten und sterben zuerst, sodass sich die Leichen in den Gaskammern pyramidenförmig stapeln.

Zitat

Dort bestreitet Tesch, gewusst zu haben, dass mit Zyklon B Menschen ermordet wurden. Er habe geglaubt, das Gift diene ausschließlich zur Desinfektion und Entlausung. Doch mehrere Zeugen belasten ihn schwer: Eine Sekretärin etwa erinnert sich, dass Tesch ihr nach einem Diktat davon erzählt habe, dass Zyklon B auch zur Ermordung von Menschen genutzt werde. Und Erich Sehm, der ehemalige Buchhalter, schildert vor Gericht, wie er 1942 in den Firmenunterlagen zufällig auf einen Geschäftsreisebericht gestoßen sei. Darin habe Tesch vor "führenden Persönlichkeiten der Wehrmacht" den Vorschlag gemacht, Blausäure für die Ermordung von Menschen "genauso einzusetzen wir bei der Vernichtung von Ungeziefer".

Zitat

Seinen Stellvertreter Weinbacher belasten die Zeugen nicht. Das Militärgericht folgt jedoch der Auffassung der Staatsanwälte, nach der Weinbacher "alles, was Tesch wusste, bekannt gewesen sein musste". Am 8. März 1946 verurteilen die Richter Tesch und Weinbacher zum Tod durch den Strang. Am 16. Mai 1946 werden sie im Hamelner Zuchthaus hingerichtet. Den Techniker und langjährigen Mitarbeiter der Firma, Joachim Drosihn, spricht das Gericht frei.

Zitat

Seit 1997 erinnert eine schlichte Bronzetafel daran, dass das Unternehmen Tesch & Stabenow, das in den 1940er-Jahren das Giftgas Zyklon B an Konzentrationslager lieferte, dort seinen Sitz hatte - nach anfänglichem Widerstand der Deutschen Bank als damaliger Eigentümerin des Baus. Das Unternehmen hatte "negative Auswirkungen auf die Vermietbarkeit des Objekts" befürchtet.

 

  • Ersteller
vor 6 Stunden schrieb JörgTe:

Aber du bist nicht auf die Bevölkerung eingegangen. Die Frauen, die seit Jahren...

vor 19 Stunden schrieb RalphB:

Ich bin es so satt mich mit den Machtgelüsten einer kleinen Minderheit abgeben zu müssen, darunter leiden zu dürfen und zuzusehen, wie sie für vollkommen bescheuerte Ziele alles und jeden ins Unglück bomben.

Guten Morgen Jörg, doch. durchaus. Zumindest wollte ich es. Das Wort "bomben" ist leider etwas unglücklich - es steht für mich auch für die Gefängnisse, Vergewaltigungen und Hinrichtungen. Und allen anderen sichtbaren oder unsichtbaren Terror. 

Und ich gebe Dir leider Recht: ich sehe auch keine andere Möglichkeit mehr, als das Gewalt die einzige Chance ist. Bitter.

Das ist auch der Grund dafür, dass ich manchmal diese Gewalt anders denke: Aktiv und nicht mehr als Reaktion. Ausschließlich gegen Gewalt gerichtet und nicht zum Durchsetzen eigener Ziele. Damit kein Missverständnis aufkommt: Ich halte Gewalt grundsätzlich für falsch - sehe allerdings auch die Unmöglichkeit, mich der aufgezwungenen Gewalt zu entziehen. Selbst mit geschlossenen Augen ist sie leider nicht weg.

Was wird passieren, wenn dieser Krieg das Regime wegfegen sollte? Drei Wochen Freudentänze auf den Straßen, die Schlüssel der Folterknäste werden die Besitzer wechseln und danach werden Menschen aus anderen Gründen gequält, erniedrigt und unterdrückt. Ich kann einfach nicht mehr daran glauben, dass es mit den heutigen Machtstrukturen eine Änderung geben kann. Die heutigen Mechanismen spülen immer die Machtgeilen und Raffgierigen nach oben - gestützt und getragen von den Kriechern und Speichelleckern (die meistens nichts davon haben).

Aber Du hast Recht; Aufgeben und die Hoffnung verlieren ist keine Option

Bearbeitet ( von RalphB)

Im Iran konnte es so nicht weiter gehen, das ist auch meine Meinung. Der Angriff ließ sich auf Dauer wohl nicht vermeiden. Es geht Trump aber nicht um die Freiheit der Bevölkerung. 

vor 2 Stunden schrieb RalphB:

Was wird passieren, wenn dieser Krieg das Regime wegfegen sollte? Drei Wochen Freudentänze auf den Straßen, die Schlüssel der Folterknäste werden die Besitzer wechseln und danach werden Menschen aus anderen Gründen gequält, erniedrigt und unterdrückt. Ich kann einfach nicht mehr daran glauben, dass es mit den heutigen Machtstrukturen eine Änderung geben kann. Die heutigen Mechanismen spülen immer die Machtgeilen und Raffgierigen nach oben - gestützt und getragen von den Kriechern und Speichelleckern (die meistens nichts davon haben).

Das befuerchte ich auch! Ich gehe auch davon aus, dass es dazu auch schon einen Plan gibt. Teheran ist durchsetzt mit Zutraegern des Mossads, anders sind die praezisen Schlaege kaum zu erklaeren. Das Schahregime war ziemlich israelfreundlich, naheliegend wen man sich als Folge des der Mulahs vorstellt. Das ist kein tumbes draufschlagen und schon gar kein Krieg fuer die Bevoelkerung.

Ja, ein Regime was sich mit brutaler Gewalt an der Macht haelt wird sich nur mit Gewalt entfernen lassen,  wenn diese Gewalt aber von Despoten ausgeht ist kaum eine Verbesserung zu erwarten.

 

Kommentar von Hollger Hannes auf FB:

Tödliche Euphorie: Warum der Schlag gegen Teheran ein Pyrrhussieg sein könnte

Die Nachrichten überschlagen sich: Ali Khamenei, Der Anführer des islamistischen Regimes in Teheran ist tot, die Führungsriege durch koordinierte Schläge dezimiert. In vielen Hauptstädten der Welt herrscht Jubel.

Doch wer jetzt den Anbruch eines neuen Zeitalters feiert, verkennt die blutige Realität eines Systems, das tiefer verwurzelt ist, als ein Raketeneinschlag es je erreichen könnte.

Die Illusion des „Herbeibomben“

Man muss es klar aussprechen: So sehr man dem iranischen Volk die Befreiung von diesem Terror-Regime wünscht, so wenig wird dieser militärische Enthauptungsschlag allein die Freiheit bringen. Das Regime in Teheran ist kein Kartenhaus. Ihm gegenüber steht eine unbewaffnete Bevölkerung, die seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt wird – durch zehntausende Hinrichtungen und die brutale Niederschlagung der Proteste.

Die wahre Macht im Iran liegt bei den Revolutionsgarden. Mit rund 200.000 hochgerüsteten, ideologisch indoktrinierten Kämpfern bilden sie einen „Staat im Staate“. Solange diese Eliteeinheit steht und keine organisierte politische Alternative bereitsteht, droht statt Demokratie ein unkoordinierter Bürgerkrieg.

Strategische Notwendigkeit oder persönliches Kalkül?

Es gibt unbestreitbare Gründe für ein hartes Vorgehen: Die atomare Bedrohung, die Belieferung Russlands mit Drohnen für den Terror in der Ukraine und der Export von Instabilität durch Milizen wie Hamas, Hisbollah und Huthi.

Doch der Zeitpunkt lässt bittere Zweifel an der Aufrichtigkeit der Akteure aufkommen.

In Washington scheint Donald Trump weniger die Freiheit der Iraner im Sinn zu haben als sein eigenes Überleben.

Angesichts der drohenden Vorladung vor den Kongress im Zuge der Epstein-Akten und schlechter Umfragewerte wirkt dieser Krieg wie ein klassisches Ablenkungsmanöver. 

Es drängt sich auch der Verdacht auf, dass hier persönliche Geschäfte über das Völkerrecht gestellt werden. 

Ähnlich stellt sich die Lage für Benjamin Netanjahu dar, der durch Korruptionsprozesse  und die Angst vor Ermittlungen zu den Einsätzen im Gazastreifen innenpolitisch massiv unter Druck steht.

Ein gefährlicher Präzedenzfall

Besonders besorgniserregend ist die erneute Missachtung des Völkerrechts. Wer im Namen der Freiheit das Recht bricht, liefert Aggressoren wie Wladimir Putin nachträglich die perfekte Rechtfertigung für den Überfall auf die Ukraine. Wenn Präventivschläge zur neuen Norm erhoben werden, weicht die regelbasierte Weltordnung der reinen Willkür. 

Dies schafft einen gefährlichen Präzedenzfall, der auch die Hemmschwelle für einen Angriff Chinas auf Taiwan massiv senken könnte.

Ein „Enthauptungsschlag“ mag taktisch erfolgreich wirken, doch die strategischen Risiken sind immens.

Dass eines Tages wieder die Fahne mit "Löwe und Sonne" , dem historischen Wappen Persiens, über dem Iran wehen wird, bleibt meines Erachtens ein Traum, der nur durch eine reale Gegenmacht im Land wahr werden könnte – eine Macht, die bereit und fähig wäre, den blutigen Kampf mit den Revolutionsgarden aufzunehmen.

Ich befürchte, dass der Angriff auf den Iran ein weiterer Schritt zur Erosion der internationalen Rechtsordnung war und statt einer Befreiung nur eine neue Phase der Instabilität – weltweit die Folge sein wird.

 

Mirko Lange:

Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht. Aber wir erleben gerade die Pulverisierung der Ordnung, die uns seit 1945 getragen hat. Und dabei gibt es Zuspruch für die beiden Akteure, die das betreiben. Es ist unfassbar.

#DieZäsur
Seit gestern bombardieren die USA und Israel den Iran. Dutzende Städte, hunderte Ziele. Der iranische Revolutionsführer Ali Khamenei wurde gezielt liquidiert. Der frühere Präsident Mahmud Ahmadinedschad ebenfalls. Und Dutzende weitere hochrangige Kommandeure. Zwei Staaten eliminieren im Alleingang die politische und militärische Führung eines anderen Staates. Das ist kein begrenzter Militärschlag. Das ist eine historische Zäsur.

#Unrecht
Die UN-Charta verbietet die Anwendung von Gewalt. Das ist zwingendes Recht. Es kennt nur zwei Ausnahmen: Selbstverteidigung gegen einen bewaffneten Angriff oder ein Mandat des Sicherheitsrats. Ein Mandat existiert nicht. Eine akute, unmittelbar bevorstehende Attacke, die einen solchen Schlag rechtfertigen würde, ist nicht belegt. Wer nun argumentiert, man habe handeln müssen, bevor es zu spät ist, verschiebt die Grenze. Dann reicht künftig die Behauptung einer möglichen Gefahr.

#Normalisierung
Diese Verschiebung kommt nicht aus dem Nichts. Die weitgehende politische Duldung des Vorgehens der Regierung Netanjahu in Gaza, trotz zehntausender Toter und massiver völkerrechtlicher Vorwürfe, hat die Schwelle bereits gesenkt. Massive Gewalt wurde relativiert, kontextualisiert, als alternativlos dargestellt. Die Botschaft war: Wenn das Ziel politisch als legitim gilt, wird über das Recht hinweg gesehen.

#Dimension
Es geht nicht um Sympathie für das iranische Regime. Es ist repressiv und gefährlich. Aber das Gewaltverbot schützt nicht die Guten, es schützt die Ordnung. Wenn Staatsoberhäupter gezielt getötet werden dürfen, weil man sie für bedrohlich hält, dann gilt dieses Prinzip universell. Für alle. Gegen alle. Heute Teheran. Morgen Taipeh. Übermorgen anderswo.

#Dammbruch
Die internationale Ordnung war nie makellos. Es gab immer Rechtsbrüche. Sie wurden benannt, verurteilt, sanktioniert. Darin lag ihre Stabilität. Jetzt geschieht etwas anderes. Die Verletzung wird nicht mehr als Problem behandelt, sondern als legitimes Instrument. Nicht mehr das Recht setzt den Rahmen, sondern die Macht definiert ihn.

#Folge
Für Deutschland und Europa ist das existenziell. Wir sind keine globale Militärmacht. Unser Schutz war immer die Bindung aller an gemeinsame Regeln. Wenn das Gewaltverbot relativiert wird, weil das Ziel plausibel erscheint, verlieren wir den einzigen Maßstab, auf den wir uns berufen können. Das Recht gilt nicht situativ. Es gilt gerade dann, wenn es unbequem ist.

#Irrsinn
Eine Welt, in der nur noch Macht zählt, ist ein Raum permanenter Unsicherheit. In den aktuellen Debatten wird das Recht selektiv angewandt oder offen relativiert. Mal gilt es, mal nicht. Das ist kein Realismus. Das ist Selbstentwaffnung. Wer das Recht aufgibt, um Stärke zu demonstrieren, verliert am Ende beides.

@Frank M Ich verstehe die Kritik Mirko Langes, aber ich teile sie nicht. Denn eine Uno mitsamt Uno Menschenrechtsgedöns - eine internationale Ordnung also, um genau zu sein - welche den Umsprung der Herrschenden mit ihrem Volk in Ländern wie Iran und Gaza jahrzehntelang stillschweigend billigt - eine solche internationale Ordnung hat sich selber schon seit Jahrzehnten unwirksam und bedeutungslos gemacht. Man könnte auch sagen: disqualifiziert.

vor 2 Stunden schrieb Frank M:

Eine Welt, in der nur noch Macht zählt, ist ein Raum permanenter Unsicherheit

...das ist dann - am Ende des Tages - einfach die traurige Realität. Egal ob mir das passt oder nicht.

  • Ersteller
vor 1 Stunde schrieb fgee:

.... - welche den Umsprung der Herrschenden mit ihrem Volk in Ländern wie Iran und Gaza jahrzehntelang stillschweigend billigt - eine solche internationale Ordnung hat sich selber schon seit Jahrzehnten unwirksam und bedeutungslos gemacht....

Sorry, aber Du scheinst nicht im Ansatz zu verstehen, was die UNO ist. 

Es ist die Organisation der Nationen - daher hängt ihre Stärke vom Willen der Nationen ab. Da diese absolut kein Interesse haben, sich einer übergeordneten Organisation unterzuordnen, hat die UNO keine Befehlsgewalt, keine "Polizei" oder "Justiz" mit Durchsetzungskraft. Sie kann nur versuchen über Freiwilligkeit gemeinsame Regeln aufzustellen.

vor 58 Minuten schrieb RalphB:

Sorry, aber Du scheinst nicht im Ansatz zu verstehen, was die UNO ist. 

Vielleicht schon, da aber Einheiten dieser Organisation Israel kritisieren geht es ihm nur um Diskreditierung. 

vor 1 Stunde schrieb MatthiasM:

 geht es ihm nur um Diskreditierung. 

Was du alles zu wissen meinst. Aber du irrst dich.

Mein Punkt ist - wenn ich deinen aufgreife - :

vor 1 Stunde schrieb MatthiasM:

da aber Einheiten dieser Organisation Israel kritisieren 

...stelle ich fest: Die iranischen Mullahs und die Hamas wurden jahrzehntelang nie kritisiert. Warum eigentlich nicht? 

Indem man diese Verbrecher nie kritisierte, hat man doch die (selbst erlassene(!) ) UNO Menschenrechtscharta zum wertlosen Papier gemacht und sich selbst unglaubwürdig.

vor 2 Stunden schrieb RalphB:

Da diese (Nationen) absolut kein Interesse haben, sich einer übergeordneten Organisation unterzuordnen, hat die UNO keine Befehlsgewalt

Das ist ein wichtiger Punkt und dokumentiert, warum eine UNO inmitten von "souveränen Staaten" (beachte den Begriff "souverän") nichts anderes ausrichten kann als zu schwätzen.

Bei den iranischen Mullahs und der Hamas hat die UNO aber noch nicht einmal das fertig gebracht.

vor 1 Stunde schrieb fgee:

Bei den iranischen Mullahs und der Hamas hat die UNO aber noch nicht einmal das fertig gebracht.

Kleiner Schönheitsfehler:

Das stimmt nicht. Die UNO hat mehrfach Resolutionen gegen den Iran verabschiedet, die Verstöße gegen das Atomprogramm und Verletzung der Menschenrechte anprangerten.

Einfach mal selber  ne Suchmaschine bedienen, dann wirst du auch fündig. 

 https://www.igfm.de/iran-uno-ueberblick/

  • Ersteller
vor 16 Stunden schrieb fgee:

Das ist ein wichtiger Punkt und dokumentiert, warum eine UNO inmitten von "souveränen Staaten" (beachte den Begriff "souverän") nichts anderes ausrichten kann als zu schwätzen.

Bei den iranischen Mullahs und der Hamas hat die UNO aber noch nicht einmal das fertig gebracht.

Bei dem zweiten Punkt hast Du ja schon gesehen, dass Deine Annahme nicht richtig ist. Die UNO hat mehrfach Resolutionen auf den Weg gebracht.

Aber auch der erste Punkt ist flasch: "nichts anderes ausrichten kann als zu schwätzen." Die UNO hat im Laufe der Jahrzehnte Standarts gesetzt, die in vielen Bereichen auch Handlungen zur Folge hatte. Jede Resolution hinterlässt auch etwas. Und sei es nur, dass die Täter" sehr genau wissen, dass sie gegen die Charta der Vereinten Nationen verstossen. Kein Unrecht bleibt automatisch unbemerkt und zwingend ohne Konsequenzen. Vor der UNO hat ein Staat einen Krieg begonnen und als Sieger das genommen, was er haben wollte. Nach 1948 waren die Regeln klar und eindeutig und in vielen Fällen hatte es mehr oder weniger direkte Folgen für den Täterstaat. 

Alleine die Charta der Vereinten Nationen ist ein Meilenstein in der Geschichte der Menschheit: klar und eindeutige Verhaltenslinien 

Deine letzten beiden Beiträge finde ich widersprüchlich.

  • Ersteller

Wo? Ich kann keinen Widerspruch sehen. Schreibst Du kurz, wo Du ihn siehst?

Im ersten Beitrag schreibst du, die Nationen haben kein Interesse sich der UNO unterzuordnen. (Was ich für zutreffend halte)

Im zweiten Beitrag schreibst du, die UNO habe Standards gesetzt usw.

Ja wie jetzt, wenn die Nationen sich nur daran halten wenn es ihnen gerade passt?

vor 35 Minuten schrieb fgee:

Ja wie jetzt, wenn die Nationen sich nur daran halten wenn es ihnen gerade passt?

Tja 🤷🏻 Welche Länder sind diesbezüglich besonders auffällig ? 
Währenddessen leitet Melania Trump die Sitzung des UN-Sicherheitsrats.

Frau Baerbock springt vor Freude bestimmt im Kreis. 

Bearbeitet ( von Frank M)

  • Ersteller
vor einer Stunde schrieb fgee:

Ja wie jetzt, wenn die Nationen sich nur daran halten wenn es ihnen gerade passt?

Weil es eine permanente Entwicklung gab: das gemeinsame Definieren von Regeln, das Benennen, wann und von wem die Regeln gebrochen wurden. Warum nennt Putin die Invasion der Ukraine nicht Krieg? Weil allen klar ist, dass Krieg falsch und nicht gerechtfertigt ist! Sogar ihm. Das mag wenig und Dir nichts sein - aber noch haben wir durch die UNO und die Charta ein klares Bild von richtig oder falschem Handeln. Alle Wissen genau, dass das Handeln der USA und Israel gegen die Charta ist - im übrigen war es auch und gerade die USA, die das kriegerische Eingreifen aus Menschlichkeit strikt abgelehnt hat. Und das trotz des moralischer Dilemma (!) mit einer sehr klaren und weitsichtigen Argumentation: dem mächtigsten Nationen wird Tür und Tor geöffnet und das ist bei allem Furchtbarem letztendlich das größere Übel.

Glaube mir, die Charta war und ist eines der wichtigsten Vereinbarungen seit es organisierte Gemeinschaften auf dieser Kugel gibt - das massive Infragestellen und die Zerstörungen des Gedanken der Charta wird zu einem existentiellen Problem der Menschheit werden. Das wird die tiefe Schuld auch von Machthabern Israels, der USA, Russlands oder Nord-Korea und Iran etc. sein. Da dürfen sie sich dann die Hand reichen.

Es ist nicht die Frage, dass die Führung des Iran barbarisch ist. Es ist auch keine Frage, das mir der Tanz bei der Nachricht der Morde an den Führern näher war, als die Tränen - aber der Preis ist die endgültige Verneinung der Werte der Charta der Vereinten Nationen. Und was das bedeutet versteht im Moment noch niemand so richtig: willkommen im Zeitalter des Rechts des Stärkeren. Rechnerisch einfach nur 42 Jahre zu spät.

Vielleicht könnte man sich mal erinnern, wer in die UN die VertreterInnen entsendet?! Das sind die Regierungen. Wenn nicht gar die Staatschefs selbst…:
https://www.welt.de/geschichte/article217519138/Chruschtschow-Der-Wutanfall-des-Kreml-Chefs-und-sein-Schuh.html
 

Dann gibt es da noch die Vetomächte, die alles blockieren könnnen

https://de.wikipedia.org/wiki/Sicherheitsrat_der_Vereinten_Nationen
 

So kann also DT mit einem Veto dafür sorgen, dass sein Angriff auf Iran einfach weiter gehen kann. (Putin/Ukraine dito)

Immerhin und das möchte ich nicht unterschätzt wissen, ist die UN der einzige Ort, an dem alle Staaten miteinander sprechen ( könnten).

vor 16 Minuten schrieb Ebby Zutt:

die UN der einzige Ort, an dem alle Staaten miteinander sprechen ( könnten).

Wenn sie denn einander zuhören würden. Aber es hapert ja schon daran, wenn die einen den Saal verlassen wenn jemand redet der ihnen nicht passt...

@RalphB Dein Plädoyer hat Charme, danke dafür.

Auf zwei Dinge möchte ich zurückkommen:

vor 8 Stunden schrieb RalphB:

Es ist nicht die Frage, dass die Führung des Iran barbarisch ist. Es ist auch keine Frage, das mir der Tanz bei der Nachricht der Morde an den Führern näher war, als die Tränen - 

Damit räumst du ein, dass es so, wie es war, auch nicht weitergehen konnte.

Eine "saubere" Lösung wäre ein Eingriff mittels einer "Weltpolizei", oder nicht? Und damit meine ich nicht die USA (die sich zwar diesen Hut oft und gerne anziehen), sondern eine Entität im Auftrag der UNO. Also mit UNO-Mandat.

Das scheitert in der Praxis immer am Veto der Vetomächte. ☹

vor 8 Stunden schrieb RalphB:

willkommen im Zeitalter des Rechts des Stärkeren. 

Mit Verlaub: das ist nicht per se schlecht. Es steht und fällt damit, wie sich der Stärkere verhält - wie also sein moralischer Kompass "funktioniert".

Dünnes Eis; ja, ich weiss. Aber es war schon auf dem Schulhof so.

Bearbeitet ( von fgee)

  • Ersteller
vor 20 Minuten schrieb fgee:

Mit Verlaub: das ist nicht per se schlecht. Es steht und fällt damit, wie sich der Stärkere verhält - wie also sein moralischer Kompass "funktioniert".

Dünnes Eis; ja, ich weiss. Aber es war schon auf dem Schulhof so.

Der besteht leider in der Realität fast nie - den Stärkeren fehlt der Kompass, weil er keinen regulierungen Gegenpart hat bzw. niemanden unter sich akzeptiert und zuhört. Die wenigsten Menschen verstehen es mit Macht umzugehen. Macht korrumpiert die meisten Menschen - was mit guten Idealen beginnt, dient recht schnell nur noch der eigenen Macht. Ich bin der Gute, also habe ich das Recht.... Das endet immer im Unrecht, mit Tod und Leid.

Daher ist es so wichtig gesellschaftliche Regeln und Normen zu haben. Diese sind in letzter Instanz wichtiger als Gesetze.

Ja, wie auf dem Schulhof: der Stärkere haut alles andere weg, die Kriecher bereitem ihm den Weg - und auf dem Klassentreffen 20 Jahre später denkt man nur, das man zum Glück nichts mehr mit dem fiesen Arschloch zu tun hat.

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