15. September 202515. Sep Bevor es rund um des Jahrestreffen 2025 nur noch um eckige Nicht-Franzosen geht, hier ein eigener Beitrag dazu: Thema war dort der Alfa Romeo Alfa 6 Quadrifoglio Oro, zweite Serie (deswegen eckige Scheinwerfer und keine runden Doppelscheinwerfer), mit dem grandiosen Alfa V6 (Busso oder auch "Violine von Arese" genannt). Zwokommafünf Liter, 60° V6, 158 Pferdchen, 215 Nm, Bosch L-Jetronic (die erste Serie hatte 6 Einzelvergaser). Serie 2 gab es auch mit einem 2,0 V6 für Italien, ferner einen Fünfzylinder Turbodiesel (ich glaube für I und F). Quadrifoglio Oro (= goldenes vierblättriges Kleeblatt) war die Luxusausstattungslinie bei Alfa. So ein italienischer Alfa 6 hat dann 4 eFH, Zentralverriegelung (geöffnet wird nur die Fahrertür, die anderen manuell oder per Schalter im Innenraum), elektr. einstellbare Außenspiegel, Klima (in I serienmässig, in D gegen Aufpreis), 4 Kopfstützen, Alufelgen, Sonnenrollos hinten, Nebelscheinwerfer, Scheinwerferwischer. Ferner sind die Rückenlehnen vorne elektrisch verstellbar, ebenso die Höhe des Fahrersitzes. Und das anno 1983. Heckantrieb, De-Dion Hinterachse mit Wattsgestänge, kein Transaxle wie die anderen Alfas in dieser Zeit (hat auch so eine 50-50 Verteilung), hinten innenliegende Scheibenbremsen, vorne Scheibenbremsen mit 4 Kolben Bremssätteln. In 2 Serien wurden gerade mal 12.050 Alfa 6 gebaut. Das ist wenig. Warum eigentlich? Eigentlich sollte dieses Modell 73/74 auf den Markt kommen, aber aufgrund der Ölkrise versprach man sich bei Alfa Romeo keine großen Verkaufschancen. 1979 traute man sich dann. Blöderweise (für Alfa) hatte die Konkurrenz nicht geschlafen und es gab modernere Wagen anderer Hersteller. Der fast unveränderte Alfa 6 war optisch selbst für die eher konserative Zielgruppe zu altbacken. Das urspüngliche Design stammt von Alfa Romeo, die Serie 2 wurde von Bertone überarbeitet. Weder der (für Italien) steuerfreundliche 2,0 noch der sparsamere 2,5 TD ließen die Verkaufszahlen steigen (Serie 2 verkaufte sich noch schleppender als Serie 1), vom 2,5 ie wurden nur 1.168 Exemplare gebaut. In D waren laut KBA zum 01.01.2025 noch 18 Alfa zugelassen (plus einiger genullten Importe wie der gezeigte). Laut KBA sind es 2,5 Liter Automatik. Schalter werden nicht aufgeführt, was mich wundert, da Automatik in D Aufpreis kostete. Aprospos Preise: im August 1983 stand der Alfa 6 für 33.600 DM in der Preisliste. Extras: Metallic 860 DM, Lederpolsterung 2.730 DM, Klima 3.030 DM, Automatik (ZF 3-Gang) 1.820 DM, Leichtmetallfelgen 1.370 DM. Im Juli 1984 waren es dann schon 42.500 DM (inkl. Metallic und LM-Felgen). Zum Vergleich: Ende 1983 kostete ein CX GTi 30.350 und ein Prestige 38.790 DM. Warum habe ich den gekauft? Da fragt ihr den Falschen: der Alfa hatte mich auf der Techno Classica 2024 angeblinzelt "Na, wie wäre es mit uns?". Mein "Nein danke, ich möchte kein weiteres altes Auto haben" wurde ignoriert und 3 Stunden später saß ich zum ersten mal drin. Danach das übliche: mit dem Besitzer quatschen, beim Alfa Club Infos einholen, drüber schlafen, Probefahrt machen, noch mal drüber schlafen und trotzem kaufen. Oder so ähnlich 😉 Was noch? Die Teileversorgung ist nicht ganz so wie ich es von 2CV oder CX kenne. "Nicht ganz so" ist die freundliche Umschreibung für "es gibt so gut wie nix". Wenig passt von anderen Modellen und beim Rest war ich bisher in I erfolgreich (es gibt eine entsprechende Facebookgruppe und dank der heutigen Übersetzer ist Kommunikation mit Italien kein Problem). Verbrauch um die 9,5 Liter Super Plus, mit den 77 Litern im Tank kommt man damit schon recht weit. Bereue ich den Kauf? Spätestens wenn der Busso sich meldet, sind sämtliche Bedenken wie weggeblasen. Der Alfa macht Spaß. Auf seine Art, völlig anders als CX oder gar Ente.
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