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Citroen DS mit 11 Rädern, Michelin Mille Pattes

Hervorgehobene Antworten

Ein Beitrag in Auto Motor Sport. Wird den Meisten bekannt sein - ploppte heute bei web.de auf.

auto motor und sport

Ungewöhnlichster Umbau der Reifengeschichte: Michelin Mille Pattes wird zum Citroën mit elf Rädern

Was aussieht wie ein technischer Irrtum, war in Wahrheit ein Meisterstück der Ingenieurskunst. Michelin setzte in den 1970er-Jahren auf extreme Mittel, um Lkw-Reifen auf Herz und Nieren zu prüfen – mit einem Fahrzeug, das selbst zum Testlabor wurde. Der sogenannte "Mille Pattes", zu Deutsch: Tausendfüßler, verband Citroën-Technik mit amerikanischer Muskelkraft. Das Ergebnis: elf Räder, zwei V8-Motoren und eine Konstruktion, die selbst heute noch staunen lässt.

Der Mille Pattes war kein Showcar, sondern ein Werkzeug. Michelin wollte verstehen, wie sich Reifen unter Dauerbelastung, hohen Geschwindigkeiten und realen Fahrbedingungen verhalten – nicht auf Prüfständen, sondern auf der Straße. Die Basis bildete die Karosserie eines Citroën DS, doch damit enden die Gemeinsamkeiten mit dem Serienfahrzeug. Die Michelin-Ingenieure verlängerten das Fahrgestell und integrierten insgesamt fünf Achsen – zwei vorne, zwei hinten und eine mittig platzierte Testachse. Letztere diente ausschließlich dazu, einen Lkw-Reifen unter realistischen Bedingungen zu prüfen.

Das elfte Rad ist das Entscheidende

Zehn Räder trugen das Fahrzeug – das elfte Rad saß mittig, unter einer stabilen Abdeckung, direkt auf dem Asphalt. Genau dieser Reifen stand im Mittelpunkt aller Tests. Angetrieben wurde er von einem separaten V8-Motor, der ihn unabhängig vom restlichen Antrieb beschleunigte. Dadurch konnte Michelin genau simulieren, wie sich ein Reifen bei bestimmten Drehzahlen, Lastwechseln und Kurvengeschwindigkeiten verhält. Der Druck auf das Testrad war exakt einstellbar – ähnlich wie bei einer Gewichtsbelastung auf der Achse eines 38-Tonners.

Zwei V8-Motoren treiben die Datenproduktion an

Unter der Haube – beziehungsweise im Fahrgestell – werkelten gleich zwei Chevrolet-V8-Motoren mit jeweils rund 250 PS. Der erste trieb das Fahrzeug an, der zweite war ausschließlich für das Testrad zuständig. Gemeinsam sorgten sie für eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 155 km/h – beachtlich, wenn man bedenkt, dass der Mille Pattes inklusive Technikaufbau rund 9,15 Tonnen wog. Zum Vergleich: Ein moderner Citroën DS wiegt knapp 1,3 Tonnen – das Testfahrzeug brachte also das Siebenfache auf die Straße.

Hydropneumatik bringt Kontrolle auf zehn Räder

Ein weiteres technisches Highlight war das Fahrwerk. Statt klassischer Blattfedern oder Schraubenfedern setzte Michelin auf das hydropneumatische System des Citroën DS – allerdings im Zehnfach-Einsatz. Jedes der zehn Räder verfügte über eine eigene Federungseinheit, die sich je nach Belastung individuell justieren ließ. Das ermöglichte nicht nur eine stabile Straßenlage, sondern auch die präzise Steuerung der Kräfte, die auf das mittlere Testrad wirkten. So konnte Michelin etwa simulieren, wie sich ein Reifen bei schräger Lastverteilung verhält – eine Situation, wie sie bei Kurvenfahrten von Lkw regelmäßig auftritt.

Der Innenraum wird zum mobilen Messlabor

Der Innenraum war zweckmäßig. Wo bei der Serien-DS edles Interieur dominierte, herrschten beim Mille Pattes Messgeräte, Schalter, Kabelstränge. Fahrkomfort? Nebensächlich. Entscheidend war, dass sich alle Testparameter während der Fahrt verändern und aufzeichnen ließen. Und genau das war der große Vorteil gegenüber stationären Prüfständen: Die Kombination aus realer Fahrdynamik und feinjustierbarer Technik erlaubte es Michelin, Daten unter Bedingungen zu sammeln, wie sie im echten Transportalltag vorkommen.  © auto motor und sport

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vor 10 Stunden schrieb Landfrank:

Die Michelin-Ingenieure verlängerten das Fahrgestell und integrierten insgesamt fünf Achsen – zwei vorne, zwei hinten und eine mittig platzierte Testachse.

Sechs Achsen, zwei vorne, drei hinten und eine Testachse.

  • 2 Wochen später...

…und die Räder der ‚DS‘ sind vom HY!

  • 1 Monat später...

Mich würde ja mal die Technik des Fahrzeugs interessieren. Wie war das gebaut? Radaufhängung, Lenkung, Antriebsstrang etc.

Ah, und auf dem 5. Foto im Artikel sieht man bei den leicht schräg gestellten Rädern tatsächlich etwas von der Aufhängung! Sieht wirklich sehr nach HY aus!

Wenn die Hinterachsen von einem Peugeot 504 stammen, haben die Konstrukteure sich ja bei allem bedient, was damals so gängig war...

Schon cool irgendwie!

Vorgänger des mille pattes war übrigens ein ebenfalls sehr beeindruckendes  Testfahrzeug auf der Basis eines Willeme LKW Bj. 1959.

Der WR8 hatte 18l Hubraum, 250PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 140km/h.

Der Aufbau mit Anklängen der Citroen DS wurde von Teilhol gefertigt.

Erste Reifen-Testfahrten

fanden damals auf italienischen Autobahnen statt, die keine Geschwindigkeitsbegrenzung kannten.

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