Zu Inhalt springen
In der App anschauen

Greife bequemer auf unsere Website zu. Mehr erfahren.

André Citroën Club

Eine Vollbild-App auf dem Startbildschirm mit Push-Benachrichtigungen …

Um die App unter iOS/iPadOS zu installieren
  1. Klicke das Teilen-Symbol in Safari
  2. Wähle die Funktion Zum Startbildschirm hinzufügen aus dem Menü.
  3. Klicke Hinzufügen in der rechten oberen Ecke.
Um die App unter Android zu installieren
  1. Klicke die drei Punkte (⋮) in der rechten Ecke des Browsers.
  2. Klicke Zum Startbildschirm hinzufügen oder App installieren.
  3. Durch Klick auf Installieren bestätigen.

Vorstellung und Startversuche Traction Avant Légère 11BL

Hervorgehobene Antworten

Guten Tag liebe Forumsgemeinde, 

Ich wohne in der Schweiz und bin neuerdings stolzer Besitzer eines Légères. Ich bin auf euer tolles Forum gekommen, weil ich von meinem Vater den alten Citroen Traction Avant 11BL Baujahr/Erstinverkehrssetzung 1947 erben durfte. Nach der sehr langen Standzeit (30Jahren in gedeckten aber ungeheizten Räumen) in welcher er nur alle paar jahre etwas bewegt wurde (aber nur gerollt, nicht mit laufendem Motor), gestaltet sich nun die Wiederbelebung etwas schwierig und da wäre ich um eure fundierten Tipps dankbar. 

Vorab einige Infos: 
-Motor von Hand mit Kurbel vorne drehen funktioniert gut.
-Habe eine neue 6V Batterie verbaut. 
-Anlasser läuft mittlerweile auch wieder zuverlässig, am anfang ist das Ritzel nicht rausgekommen, Funktioniert nun aber wieder gut. 
-Alle Ventile bewegen sich leichtgängig, sprich öffenen und Schliessen auf allen 4 Zylinder. 
-Zundfunke ist mittlerweile auch bei allen ein schön blauer vorhanden, Zündzeitpunkt haben wir eingestellt und sollte ebenfalls passen. 
-Vergaser haben wir demontiert und gereinigt... 

Zum Problem: 
Bis jetzt ist es uns noch nicht gelungen den Motor zum Laufen zu bringen. Ursprünglich hatten wir auch mit Startpilot/Bremsreiniger direkt in den Vergaser mit offener Drosselklappe einige Fehlzündungen...

-> Momentan haben wir meiner Meinung nach zu wenig Kompression in den einzelnen Zylinder. Es scheint als ob die Kolbenringe sich über die Zeit in den Nuten festgeklebt haben. Der 1. Kompressionstest war ernüchternd nur ca 1-1.5Bar pro Zylinder. Haben nun in alle Zylinder ein Gemisch aus ATF und Aceton geleert und einwirken lassen. Danach wieder pro Zylinder ca 5ml Öl in den Zylinder gekippt und Kompression Kalt gemessen. Nun bei 3 von 4 Zylinder einen Wert zwischen 3-5Bar, einer ist leider immernoch bei ca 1Bar. Ich habe jetzt nochmals vor dieses Gemisch 1-2Mal in die Kolben zu kippen in der Hoffnung es tut sich noch was und die festgeklebten Kolbenringe werden wieder gängig. 

Zu meiner Frage: 
Was für Kompressionswerte messt ihr bei euren Traction Avants? Ab wann denkt ihr wird das Gemisch genug verdichtet, dass ich den Motor zum laufen kriege? 

Wenn irgendwie möglich, versuche ich es zu vermeiden, dass ich die Kolben unten raus ziehen muss, da ich im Moment keinen Zugang zu einem Autolift habe. 

Ich freue mich auf eure Antworten. 

Alles Liebe 
Phil

 

Kopf demontieren ist relativ einfach. Müsste ein Perf-Motor sein, da bekommt man die Ölwanne glaube ich von unten ab, beim D-Motor geht es nicht. Ist es Perfo 1,9 , kann man die Pleuel von unten öffnen und die Kolben nach oben herausziehen. Sollte es ein 1,6 L sein, gehen die Kolben nur nach unten raus wg. der Pleuelaugen, so jedenfalls beim HY und die Motoren sind eigentlich gleich vom Block.

Ohne Erfahrung an Motoren nur sehr gedingt zu empfehlen, aber so könnten Kolben und Ringe geprüft und auch ersetzt werden. Auf jeden Fall die Kolben-Buchsen mit Schrauben und grossen Unterlegscheiben gegen sich lösen sichern, sonnst muss der Motor komplett zerlegt werden.

Perfo-Motoren sind nur von Spezies zu machen, da vergossene Pleullager oder man tauscht auf Pleuel vom D-Motor. Kurbelwellenhauptlager sehr speziell mit evtl. dünnen Blechen unter den Lagerschalen, welche auf den Motorblock angepasst sind.

Ventilspiel geprüft?

  • Ersteller

@Hy1600 Danke dir vielmals für deine rasche Antwort. Ja es handelt sich um einen 1.9 Benzinmotor (heisst der Perfo-Motor?)... 

Es sind schon Erfahrungen mit Arbeiten an Motoren vorhanden (mein Vater, langjähriger Besitzer des Légères und Automech bei der Schweizer Armee dazumals bringt da einiges mit...) 
Was genau meinst du mit: "Auf jeden Fall die Kolben-Buchsen mit Schrauben und grossen Unterlegscheiben gegen sich lösen sichern, sonnst muss der Motor komplett zerlegt werden."??? Könntest du mir dies etwas genauer erklären?

Ja Ventilspiel wurde kontrolliert, vor den Startversuchen... 

Es wäre natürlich toll, wenn wir ein erstes Lebenszeichen dem Motor noch in diesem Zustand (ohne Öffnen des Zylinderkopfes, und ziehen der Kolben) entlocken könnten. 

Weiss jemand was für Kompressionswerte (in Bar) im Kalten Zustand realistisch sind, resp. wieviel Druck mindestens gebraucht wird beim Traction avant damit dieser Zündet? ich lese sehr verschiedene Werte... 

Danke und Grüsse

Ich würde eine Druckverlust-Prüfung machen. Dazu einen Adapter ins Kerzenloch schrauben und mit einem Kompressor Druckluft drauf geben. Dann sieht (hört) man schon wo die Druckluft entweicht.

Möglich ist Einlass, Auslass, Motorgehäuse, oder Kühlsystem. Damit lässt sich dann Abschätzen, ob es reicht den Kopf runter zu machen, oder ob der ganze Motor gemacht werden muss.

Unter 6 bar Kompression wird der Motor vermutlich nicht laufen. 

Hy,

man munkelt ja, Cola sei die erste Wahl, um Kolbenringe zu lösen. Mehrere Tage einweichen lassen, soll Wunder wirken.

Ich würds so machen, dann mit Öl pur durchdrehen, Sprit zuführen und solange leiern, bis was zündet. Dann sollte es sich nach und nach soweit möglich "einspielen". Quick and dirty...

Beste Grüsse

Stone 

der Motor hat sogenannte Nass-Büchsen, welche von oben in den Block geschoben werden. Sind mit dünnen Papierdichtungen unten angedichtet. Hast du den Zylinderkopf runter und diese Buchsen sind nicht gesichert, da können sie sich lösen, wenn man den Motor ohne kopf dreht und dann müssen sie raus und neu abgedichtet werden, sonst besteht die Gefahr, das Kühlwasser in den Ölkreislauf kommt.

Hast du den Kopf runter, kannst du die Buchsen gut sehen und die Gewinde für die Kopfschrauben. Nun in die Gewinde Schrauben mit entsprechend grossen Unterlegscheiben schrauben, das die Buchsen fixiert sind.

Der D-Motor wurde von Citroen ab 53 verwandt als Neuentwicklung des Perfo. Dein Baujahr hat Perfo, wenn nicht umgebaut. Erkennbar daran, ob ein D hinter der Schwungscheibe, bzw. an der Seite vergossen ist.

Dann weiss doch dein Vater in welchem Zustand er abgestellt wurde. Wenn ok, denke ich eher an ein undichtes Ventil, was über die Zeit offen stand, das kann sich im Betrieb evtl. von alleine richten. Kolbenringe, da müsste der Motor sehr feucht gestanden haben, aber wer weiss.

Kerzen raus, gut durchdrehen, damit überall Öl ist und mal mit Startpilot probieren. Wenn Kurbelwellen und Pleuellager das nicht mitmachen ist sowieso alles zu spät. Kolben mit Buchsen gib es für ca. 500€, sind dann ja auch neu abgedichtet nach dem Tausch. Peuel genau markieren, damit alles wieder an seinen Platz kommt oder D-Motor-Pleuel einbauen. Werde ja gerade 3 Stück für kleines Geld angeboten, das vierte dann von mir. Beim Kopf das Wasserrohr zu mindest genau auf Durchfluss prüfen bzw. erneuern.

Bein Cola ist es die Phosphorsäure, die da wirkt. Und die greift alles an, nicht nur den Rost bzw. das verharzte Öl der Ringe. Das wohl gar nicht.

Waschverdünnung Ölgemisch ist da meine erste Wahl. Die Waschverdünnung https://www.123lack.de/Recolor-Waschverduennung-5L-Reinigungsverduennung?gad_source=1&gad_campaignid=22800841584&gclid=EAIaIQobChMIgruqnL7CkgMV7DUGAB16DwOhEAQYBCABEgKu_PD_BwE 

löst alles verharzte an, einige Zeit einwirken lassen. Das Öl ist als Schmierstoff und Quellstoff drin, denn sonst ist nach Verdunsten der Verdünnung der Ausgangszustand wieder erreicht.

Durchs Kerzenloch einfüllen, und auch so wieder heraussaugen und ausblasen. Öl wechseln, denn die Waschverdünnung ist dann auch im Öl. Oder länger auslüften lassen.

Das hat nach meinem Ermessen die größten Erfolgssaussichten, wenn die Ringe nur in verharztem Öl kleben.

Im Grunde würde ich den Motor jetzt komplett zerlegen, er dreht sich, es ist verharztes Öl oder Rost in den Ringnuten, und daher liegen die Ringe nicht mehr an.

Das führt zu Folgeschäden. Kolbenringe dichten nicht nur, streifen Öl ab und vor allem, der obere Ring führt die Wärme vom Kolbenboden an die Zylinderwand ab. Tut er das nicht mehr, besteht die Gafhr von Kolbenfressern.

Jens

 

 

 

Perfo-Motor willst du nicht machen, dann lieber einen D-Motor suchen, habe ich hinter mir.

Vielleicht antwortet ja noch SPENDILUX bzw SLENDILUX, der hat Ahnung.

Bearbeitet ( von Hy1600)

  • Ersteller

Guten Tag allerseits und herzlichen Dank für all eure Antworten. 

@Ofi dieser Hinweis macht absolut Sinn, ich werde versuchen so ein Druckverlustprüfgerät irgendwo auszuleihen oder muss mir halt was behelfsmässiges selber bauen... Damit könnte ich sicherlich das Problem noch präziser lokalisieren... und ja die magische Marke von 6Bar habe ich schon mehrfach gelesen, obschon ich denke Kalt (fast null Grad) wird dies sicherlich bei manchen Oldtimer Motoren eher weniger sein, und die springen trotzdem an...

@ACCM Stone Der Tipp mit dem Cola hab ich auch schon gelesen, bin da aber logischweise etwas vorsichtig, da ich dies lieber nicht im Motor drinn haben will... die Gründe die @Jensg genannt hat sehe ich alle genauso... 

@Hy1600 Danke auch dir für die genaue Beschreibung zu den Buchsen... ich werde dies mit dem D überprüfen um herauszufinden um welchen Motor es sich bei meinem handelt... 

Der nächste Kompressions- und allfälliger Startversuch kann ich leider erst morgen oder am Sonntag machen... ich halte euch auf dem laufenden... 

LG Phil

ATF + Aceton gemischt im Verhältnis 1:1, davon ein paar Spritzer ins Kerzenloch und dann einwirken lassen. Je länger desto besser. Das löst manchmal die verbackenen Kolbenringe. Den Motor dann natürlich erstmal ohne Kerzen durchdrehen (Sauerei) oder den Kram gut absaugen um ein Hydrolock zu vermeiden. Ggfs danach Ölwechsel. 
Geduld ist hier die beste Lösung wenn Du um ein Zerlegen herumkommen willst. 

Die 123 ist normal immer die bessere Wahl. Du kannst sie übrigens auch einschicken und die Jungs in Holland checken und reparieren sie Dir! 

Wenn Du auf nen klassischen Zündverteiler umstellst dann kannst Du auch mal versuchsweise ne 12V Zündspule und ne 12V Batterie dranhängen. Der Anlasser macht das zumindest eine Weile mit (die 123 aber nicht!). 

wie kiwicana schreibt: Geduld ist die beste Lösung.
Bei einem bayrischen Motorradmotor gleichen Alters hat das Spülen und anschließende Befüllen mit Diesel sowie 6 Monate Einwirkzeit dazu geführt, dass ich den Motor bis heute und 5.000 km später nicht öffnen musste. 
Ausnahme ist natürlich die Ölwanne. Die sollte runter, damit man den Ansaugtrichter der Ölpumpe säubern kann.

viel Glück
Peter

 

Am 6.2.2026 um 16:25 schrieb Kiwicana:

Der Anlasser macht das zumindest eine Weile mit (die 123 aber nicht!). 

Unsere 123 läuft mit 6V und 12V.

image.png.be154638f6efc0b129ac9f6cf474dc78.png

  • Ersteller

Kurzes Update: 

Gestern Nachmittag hatte ich nochmals die Möglichkeit mit meinem Vater weiter am Légère zu schrauben. Von dem Aceton-ATF gemisch (ca 30ml/Kolben) war nichts mehr übrig (hatte es ca 48h zuvor eingefüllt). Dann hab ich pro Zylinder ca 5-10ml Öl (dieses Mal dickflüssiges Getriebeöl eingefüllt, und den Motor mit der Kurbel ohne Kerzen drin einige Male gedreht. Die anschliessende Kompressionsprüfung (günstiges Modell) sah recht vielversprechend aus. 

Zylinder:  
1. ca. 5 Bar
2. nur ca 3 Bar
3. ca. 4-4.5 Bar
4. ca 5 Bar

Wir haben dann mit Startspray und frischem Benzin wieder ein Startversuch gemacht... Zusätzlich sind wir mit einer 12V Batt. direkt auf den Anlasser gegangen, der Motor hat einige Male gezündet aber ist in all den Versuchen nicht Angesprungen... 


Weiter haben wir dann behelfsmässig eine Druckverlustprüfung bei allen Zylinder auf OT Position gemacht. Da ich kein klassischer Druckverlusttester habe, kann ich keine %-Werte nennen, aber folgendes ist uns aufgefallen:

->Bei Zylinder 1. / 3. / 4. scheint der Druck über die Kolbenringe zu verschwinden, man hört es deutlich mit abmontiertem Zyli-Deckel... zum test hab ich nochmals vom dicken Getriebeöl etwas in den Zylinder gegeben, das Geräusch wird dadurch deutlich geringer, sprich weniger Luft scheint so zu entweichen. 

->Bei Zylinder 2. haben wir gemerkt, dass die Druckluft hauptsächlich über das Auslassventil rausgeht. (haben nach dem Kollektor das Auspuffrohr entfernt, Druckluft ist dort deutlich zu spühren. 

Bei allen Zylinder gehen die Ventile freigängig, es scheint, dass bei Zylinder 2. irgendetwas im Auslassventil klemmt, gibts da einen Trick zum beseitigen/dichtkriegen ohne den Z-Kopf abnehmen zu müssen? 

Was ratet ihr mir, wie ich weiter machen soll? klar ich bin noch nicht bei den magischen 6Bar Kompression (aber Motor ist auch kalt ca null grad), aber ich denke auch auf 3Zylinder sollte der Motor doch eigentlich kurz anspringen... Auffällig ist auch, dass die Kompression ohne Öl nochmals um ca 1-2Bar abnimmt. Also denke ich nach wie vor, dass die Kolbenringe noch immer zu wenig abdichten, resp. in den Nuten klemmen/kleben. 

Hab jetzt wieder die 1:1 Mischung drin mit ATF und Aceton. Kann dies auch immer mal wieder wiederholen, aber ab wann ratet ihr mir zum Öffnen des Zylinderkopfes und dann müssten ja auch die Kolben gezogen werden, Zyl.-Kopf weg alleine macht ja zumindest für die Kolbenring-Geschichte keinen sinn, oder?

Freue mich von euch zu hören. 

LG Phil

Beim 2. Zylinder wird das Auslassventil offen gestanden haben und die Dichtfläche ist angerostet.

Wenn man den Kipphebel weg bekommt könnte die Feder raus genommen werden und der Ventilschaft mit einem Akkuschrauber gedreht werden. Dabe sollte mit abgebauten Auslasskrümmer Schleifpaste auf den Ventilsitz bringen. 

Die Kolbenriginge lösen sich vielleicht wenn der Motor mal warm wird. 

Mit einem Endoskop in die Zylinder schauen, wäre vielleicht auch lohnenswert. Da fällt ggf. dann die Entscheideung schneller, den Motor zu öffnen.

  • Ersteller

Also, ich bin gestern nochmals dazu gekommen einen erneuten Startversuch zu unternehmen. Vorab hab ich aber nach dem erneuten befüllen der Zylinder mit ATF-Aceton Mix die Kompression gemessen (Also Motor Kalt und ohne, dass ich Zusätzlich wieder Öl, welches ja wieder kurzfristig abdichten würde). Vorallem Zylinder 4 hat mir sehr viel Mut gemacht. Ich hatte bei dem plötzlich 8Bar auf der Anzeige!!! Das heisst für mich, die Mischung und das Wiederholen zeigen Wirkung! 

Auch das Problem mit dem nicht schliessenden Auslassventil bei Zylinder2 konnte ich lösen. Die Kompressionswerte bei den Zylinder 1-3 sind aber nach wie vor noch zu teif (zwischen 3-5Bar). 

bei einem Kurzen Startversuch mit etwas Starterspray ist der Motor für ca 1-2 Sekunden angegangen, nachher aber wieder ausgegangen... 

Ich werde es jetzt noch 2-3 Mal versuchen mit der Mischung, in der Hoffnung, dass ich auch bei den anderen Zylinder Kompressionswerte über 6Bar bekomme. Denke dann wird der Motor anspringen und ich kann ihn vielleicht etwas laufen lassen, sodass sich damit nochmals einiges Löst!


@Ofi Dein Tipp werde ich ebenfalls ausprobieren, leider hat es zuletzt geregnet, und ich muss trotz den tiefen Temperaturen leider draussen arbeiten, weil ich keine mehr Halle habe...  Einen günstiges Druckverlustprüfgerät habe ich mir bestellt, sollte in einer Woche ca kommen. Mit einer schönen Endoskopie-Kamera bin ich zur Zeit noch am liebäugeln, habe eine, damit erkenn ich aber leider zu wenig... (älteres Modell mit schlechter Quali)

Natürlich bin ich weiterhin für alle möglichen Tipps dankbar, und halte euch über Fortschritte gerne im Bilde. 

Grüsse Phil

Hi Phil, sehr gut - klingt nach Fortschritt! Ich würde hier zu mehr Geduld raten und lieber ab und an von Hand den Motor etwas drehen um versuchen die Kolbenringe zu lockern. Lieber immer mal wieder nachfüllen und etwas bewegen als unter Kompression und mit Last/Geschwindigkeit zu riskieren dass die Ringe brechen oder die Laufbahnen beschädigt werden. 
 

Wenn Du im ZK die Federn am Ventil entfernst um den Sitz einzuschleifen aufpassen dass das Ventil nicht in den Brennraum fällt! Z.B. mit Magnet fixieren oder mindestens den entsprechenden Kolben auf OT stellen. Schleifpaste würde ich in diesem Fall nicht nehmen, Du bekommst die Reste ja nicht raus und sowas will man nicht im Motor haben. 
Viel Erfolg! 

Die Ventile werden wieder dicht, wenn sie nicht in verschlissenen Führungen sitzen. Und das kann man oben am federteller prüfen, Hin und herwackel, geht das mit viel Weg, sind die Führungen verschlissen. Besonders beim Auslaß gerne mal. Mich wundert, das der Motor nicht durchläuft, denn trozt der geringen Verdichtung müßte der das mit Startpilot machen.

Dennoch halte ich das nicht für den richtigen Weg, wenn man damit zufrieden fahren will. Klemmt z.B der Ölabstreifring, merkst du das nicht an der Verdichtung. Aber dein Motor säuft später dann im Standgas am angesaugten Öl ab, und qualmt erheblich stinkend weiß.

Jens

vor 1 Stunde schrieb Kiwicana:

Schleifpaste würde ich in diesem Fall nicht nehmen, Du bekommst die Reste ja nicht raus und sowas will man nicht im Motor haben.

Das ist ein korrekter Einwand. Vielleicht lieber WD40, oder was Ähnliches nehmen, trocken wird es zur Not auch was bringen.

Wir haben mal bei einem noch älteren Motor eine Dose Startpilotspray verbraucht - ohne Erfolg. Immer nur kurz gezündet.
Kerzen rausgeschraubt: trocken.
Der Grund war zuuu einfach: Vergaser hat zuwenig Sprit geliefert. Vergaser geflutet - läuft.
Also checken ob die Kerzen überhaupt nass sind.

Bearbeitet ( von nitrolack)

Da bin ich voll bei dir, Verdichtung alleine ist nie Grund für gar nicht laufen. Da müßten schon alle Zylinder im Eimer sein und tiefe Riefen haben. GAsverwirbelung dichtet eben ab, und damit gibt es ab einer bestimmten Drehzahl Verdichtung. Vergaser hingegen ist ein Thema, das gefühl, Wissen und Sorgfalt braucht. Vor allem alte Vergaser, in denen der Sprit verharzt ist, sind da ein problem. Die feinen Bohrungen sind oft zugesetzt, mittels Säure ist da nichts zu machen, teilweise hilft nur geduldiges Bohren mit feinen Drähten. Ultraschallreinigen ist eine Möglichkeit, nur in ein ,05mm Bohrung kommt das auch nicht weit. Also im Zweifelsfall die Stopfkugeln herausnehmen, wie na  die Verstemmungen auf bekommt, vermutlich nur mit Anfertigung eines Hohlbohrers.

https://www.richter-menzel.de/Grafische-Maschinen-und-Zubehoer/Loch-und-OEsgeraete-Papierbohrer/Papierbohrer/313/RM-Papierbohrer-Hochleistungsstahl-HSS-O-5mm?net=0&mtm_campaign=GoogleShop-Alle&mtm_kwd=&mtm_source=GoogleAds&gad_source=1&gad_campaignid=15773993212&gclid=EAIaIQobChMIpKXR3OvWkgMVYMl5BB2b5yZXEAQYASABEgIFM_D_BwE

um mal damit anzufangen, denn man muß ja um die Kugel das verstemmte Alu wegfräsen.

Ein paar Zähne einschleifen und los gehts. Oder besseren Bohrer finden. Ich habe keinen. Tipps zum Reinigen gibt es genug im Netz.

Jens

So jetzt will ich auch noch meine Meinung dazu geben:

Es ist ja schön wenn Du den alten Motor wieder zum Laufen bringen willst.

Ich befürchte jedoch dass all der Aufwand und die Dreh- und Startversuche den Lagern mehr schaden als daß andere Stellen "heilen". Soll heißen, bei dem eingetrockneten "Dreck" der in dem Motor sich nun langsam löst, hast Du dann im sämtlichen Ölkanälen ungefiltert den Schmodder durchlaufen. Das könnte an Engstellen die Ölversorgung unterbrechen und in den Lagern für ordentlich Abrieb sorgen. Im Anschluss kannst Du dann mangels Öldruck die Kurbelwelle schleifen lassen und neue Lager verbauen, die Nockenwellenlager gibt es nicht von der Stange. Vielleicht ist es sinnvoller zuerst nachzudenken ob Du das Ding nur kurz am Laufen haben willst, und dann alles machen musst, oder ob durch jetzige Demontage, Überprüfung und Reinigung des Motors eine lang anhaltende Freude sich einstellt.

 

Noch zwei Vorschläge:

Damit der Vergaser Sprit bekommt, den Trichter oben abdecken und Motor drehen lassen; durch den Unterdruck ist der Vergaser dann bestimmt "Voll"

Ventile einschleifen wie Kiwi beschrieben hat, aber am besten machst Du die Kerze raus und fädelst in die Öffnung ein Seil ein. Dann kW von Hand drehen bis das Sei den restlichen Brennraum eingenommen hat. Somit kann das Ventil nicht in den Brennraum fallen. Nach Wiederanbringen der Feder das Seil wieder am Ende rausziehen..

Egal wie Du das machen willst, ich wünsche Dir viel Spaß dabei...

Ingo

 

 

  • 2 Wochen später...
  • Ersteller

Hallo Allerseits, 

Ich melde mich nach einer guten Woche Abstinenz in welcher ich die Sorgen um meinen Légère etwas in den Hintergrund rückten da ich die Schönheit der verschneiten Berge und das Skifahren geniessen konnte. 

Gestern bin ich nochmals mit frischem Elan an das Ganze rangetreten. Von Hand den Motor einige Male mit der Kurbel gedreht. Dann in allen Zylinder nochmals die Kompression gemessen (kalt und ohne zusätzliches Öl erreichte ich so Werte zwischen 3.5-6Bar). Die Werte scheinen nicht mehr merklich besser zu werden. Der kurze Startversuch brachte vielleicht auch zum Glück (erklär gleich später weshalb) auch keinen Erfolg. 

So habe ich mich dazu durchgerungen den Zylinderkopf zu demontieren. Alle Schrauben kamen gut raus, und auch der Erste Eindruck der Zylinder an sich war grundsätzlich erfreulich weil keinerlei Rostfrass oder tiefe Riefen zu sehen waren. 

Leider eröffnete sich mir ein anderes unschönes Bild! Alle Kühlkanäle im Zylinderkopf und auch am Motor (Rumpf?) sind an vielen Stellen mit Rost und anderem Schmodder richtig dick zu!!!

Ich habe dann auch versucht die Ölwanne zu lösen, in der Hoffnung, dass ich die Kolben ziehen könnte. Leider ist die Halterung der Torrsionsstäbe genau dort und da hab ich mich in der Dunkelheit Draussen nur mit Stirnlampe nicht mehr ran getraut. 

Erneut bin ich euch ALLEN dankbar für eure wertvollen Einschätzungen für folgende Fragen: 

1. Kann ich die Ölwanne mit einigermassen überschaubarem Aufwand demontieren, sprich die Halterung der Torrsionsstäbe enfernen (vorab messen und notieren wie weit die Spannschrauben reingedreht sind), um so die Kolben zu ziehen? 

2. Oder macht es wirklich mehr Sinn den Motor als Ganzes mit / oder ohne Getriebe auszubauen? (nochmals zur Erinnerung, im Moment habe ich leider keinen Lift zur Verfügung, und auch ein Werkstattkran müsste ich mir ausleihen um den Motor auszubauen...) 

3. Habt ihr irgendwelche Tipps wie ich gegen diese Rostigen teils sehr harten Rückstände in den Kühlkanälen ankomme? Am Zylinderkopf hab ich schon sehr viel rausbekommen mit mechanischen Methoden... Wie sieht es da beim Rumpfmotor aus? 

4. Wenn ich den Motor draussen habe, was müsste ich alles auch noch tauschen, damit nachher hoffentlich Ruhe ist? Bitte nur das mindeste Angeben, habe nicht vor unendlich Geld in die Kiste zu Investieren, da schlicht im Moment nicht vorhanden...

Ich versuche noch ein paar Fotos anzuhängen, damit man vielleicht besser sieht wie arg es um die Kühlkanäle und alles was mit dem Kühlwasser in Verbindung stand steht... 

Freue mich auf eure Antworten 

LG Phil 

 

IMG_3502 Kopie.jpg

IMG_3525 Kopie.jpg

Hallo Phil,
erstmal die Kolben drin lassen !
Da Du den Kopf (richtigerweise) abgebaut hast, kannst Du jetzt die Dichtigkeit der Ventile schön testen: Kopf drehen und  Brennkammern mit Benzin füllen.
Hoffentlich ist da was undicht. Das wäre dann der Hauptgrund warum er nicht angesprungen ist (vorausgesetzt es kam genug Benzin).
Die Wasser-Kühltaschen im Block sehen schlimm aus, aber drandenken: die werden planmäßig gar nicht durchströmt. Die Wasserpumpe erreicht sie nur indirekt, in dem dort Wasser kocht und in den Kopf aufsteigt.
Klar, der Schmodder muss da raus, aber mit dem Nicht-Anspringen hat das direkt nichts zu tun.
Such Dir vor allem eine Bleibe wo Du in Ruhe arbeiten kannst. Irgendjemand sollte doch eine Garage zur Verfügung stellen können.
viel Erfolg
Peter

Erst Mal die Laufbuchsen sichern damit diese sich nicht heben! Unterlegscheiben in entsprechender Größe so anbringen, dass diese die Laufbuchsen leicht überdecken. Sonst hebt sich eine Buchse sobald die Kurbelwelle nur leicht bewegt wird.

Bin nicht sicher ob man die Ölwanne beim BL doch weg bekommt, ansonsten ist der Ausbau des Motors ja nicht die Welt. Wagen vorne etwas anheben und ein Rollwagen unter den Motor und dann Wagen ablassen, dass der Motor auf dem Wagen sitzt. (Getriebe vorher nach gleicher Methode rausziehen). 

Von oben kannst Du ja mal mit den Stößelstangen die Stößelbecher ziehen und dann die Nocken der Nockenwelle auf Verschleißspuren und Rost prüfen.

Wenn die Laufbuchsen keine Hohnspuren mehr aufweisen (also spiegelglatt sind), dann ist ein Satz Kolben und Laufbuchsen fällig. Üblicherweise ist bei entsprechendem Zustand der Büchsen auch davon auszugehen, dass die Kurbelwelle etwas Zuwendung benötigt. Also Überschleifen Wuchten und neue Lager. Dann kannst Du noch die Pleuel und Kolben auf gleiche Massen bringen, damit er dann später schön vibrationsarm läuft.

Im Kopf wird, bei dem Schmodder, vermutlich das Wasserrohr teilaufgelöst oder ganz zerbröselt sein. Neue Rohre gibt es. Sollte der Kopf /Ventile nicht dicht sein, lohnt auch dort Zuwendung in Form von neuen Führungen. Merkst Du wenn die Ventile seitlich Spiel haben.

Ich denke, dass da leider für kleines Geld keine nachhaltige Freude entstehen wird, drücke dir aber fest die Daumen, dass es tatsächlich entspannter sein wird als es jetzt den Anschein hat.

Gruß Ingo 

 

Bearbeitet ( von esele2010)
Ergänzung

  • Ersteller

@nitrolack Lieber Peter, danke für die aufbauenden Worte... Das mit dem Benzintest werde ich bei nächster Gelegenheit überprüfen und berichten... in meinen Augen sehen die Ein- und Auslassventile aber recht gut aus, aber natürlich optisch schwer zu beurteilen... Was ich nicht ganz verstehe ist die Aussage zum Kühlwasser. Kannst du mir dass etwas genauer erklären. Würde mich interessieren...

Ich habe nun mal beim Zyl.Kopf mit kleinem abgerundetem Schraubenzieher und ausgefransten Bowdenzügen im Akkuschrauber vieles vom Schmodder rausbekommen, zumindest soweit ich dass beurteilen kann. Habe auch gelesen, dass Säurebad oder sogar Elektrolyse als Reinigung in Frage käme, aber da bin ich etwas vorsichtig, da ich nicht weiss, was dass dann mit dem rest des Gusses macht... bestellt sind auch noch div Grössen Rundbürsten  mit Messing und Stahldraht auf so gewickeltem Draht (Siehe Bohrlochbürsten) hoffe damit noch den Rest rauszubekommen...

Und ja leider ist es für mich hier in Zürich unmöglich in eine Garage zu kommen mit dem Légère... Muss halt weiter im Freien arbeiten, aber wenigstens sind die Temperaturen einigermassen OK im Moment... 

@esele2010 Lieber Ingo, auch dir ganz herzlichen Dank für deinen ausführlichen Beitrag. Das mit dem Sichern der Buchsen werde ich so schnell es geht erledigen...
Leider kann ich bei meinem Légère die Ölwanne nicht einfach so abnehmen, da wie im oberen Beitrag schon erwähnt die Halterung der Torsionsstäbe/Drehstäbe im Weg ist... Leider bin ich mir auch immernoch nicht 100% sicher welcher Motor verbaut ist. Auf der Ölwanne habe ich die Aufschrift: D 132.98 

--> heisst das, dass es somit 100% ein D-Motor ist?

Im Anhang schicke hänge ich noch ein Bild wo man die besagte Halterung welche mir im Wege ist deutlich erkennen kann...


Der Ansatz die Stösselbecher mal zu ziehen um auf die Nockenwelle schauen zu können gefällt mir und werde ich sicherlich machen... 

Mein Vater und ein Garagist (Traction Avant Spezialist aus der Region Bern) plädieren auch den Motor einfach auszubauen um alles dann schön sauber auseinander nehmen zu können... Ich scheue mich einfach im Moment noch ziemlich davor, aber natürlich wäre dies die Beste Variante. Dann wüsste ich mit gutem Gewissen, dass alles wieder so ist wie es sein sollte....

Ist es denn möglich ohne spezialwerkzeug die Antriebswellen vom Getriebe abzubauen, ohne dass da vorne die gesamte Lenkung demontiert werden muss? 
In meiner alten Rep. Anleitung ist der Motorausbau auch nur sehr kurz und knapp beschrieben... Sprich Kühler und Grill weg, alle Züge lösen, Schaltgestänge vorne lösen, Antriebswellen beidseitig lösen... und dann schon Motormit Getriebe dran raus... 

Ist das so wirklich möglich?

Danke für eure Meinungen und Tipps

LG Phil

Erstelle ein Konto, um zu kommentieren

Konto

Navigation

Suche

Suche

Browser-Push-Nachrichten konfigurieren

Chrome (Android)
  1. Klicke das Schloss-Symbol neben der Adressleiste.
  2. Klicke Berechtigungen → Benachrichtigungen.
  3. Passe die Einstellungen nach deinen Wünschen an.
Chrome (Desktop)
  1. Klicke das Schloss-Symbol in der Adresszeile.
  2. Klicke Seiteneinstellungen.
  3. Finde Benachrichtigungen und passe sie nach deinen Wünschen an.