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Eine gewisse Misere kommt auf mich zu - Umweltzonen Plaketten "4"

Hervorgehobene Antworten

Vor 11 Minuten, zurigo schrieb:

Ich kann nicht rausfinden, was ich für eine Euro-Klasse habe mit meinem C5 Tourer. Ich war überzeugt, dass ich "4" habe. Denn so steht es auf meinem Aufkleber an der Frontscheibe nun mal drauf

Die Vier auf der Plakette hat mit der Euronorm nichts zu tun.

  • Gruppe 4: Kraftfahrzeuge mir geringer Partikel- und Schadstoffemission (Fahrzeuge mit modernster Dieseltechnik und nahezu alle mit Ottomotor, die einen geregelten Katalysator haben) erhalten die grüne Plakette

https://www.dekra.de/de/feinstaubplakette/

Vor 14 Minuten, zurigo schrieb:

Mir bleibt Morgen ein Telefonat mit dem TÜV nicht erspart. Freue mich schon drauf. Wieder eine halbe Stunde weg.

In der deutschen Zulassungsbescheinigung Teil I ("Fahrzeugschein") steht die Schadstoffklasse dringedruckt. Könnte bei dir auch zu finden sein.

Viel Erfolg dabei morgen jemanden beim TÜV zu erreichen ! Wenn Du aus deiner ganz eigenen Welt irgendwann auftauchen solltest, wirst Du merken :

ES IST OSTERN 🐰

Nochmal für dich ganz alleine :

Der Bapper mit der "4" hat nur bedingt etwas mit der Schadstoffklasse deines Autos zu tun.

Benziner mit G-Kat, auch von 1990, bekommen diese grüne Plakette.

Diesel ab Euro4, was es ungefähr ab Anfang der 2000er gab => grüne Plakette

Diesel mit Euro5 (ab ca. 2009/10) haben auch die gleiche Plakette.

Diesel mit Euro6 (ab ca.2014/15), Euro6d temp und Euro6d auch.

Demnächst haben wir Euro7 und immernoch maximal die grüne Plakette mit der 4.

Und im Fahrzeugschein ist das auch relativ einfach zu finden, ich weiß nicht was Du dir da abgehalten hast.

Setzt euch in den C5, fahrt nach München und fühlt euch kein bisschen illegal. Auch wenn das ein schöner Kick wäre, Mal was verbotenes zu machen. Gehe dabei nicht über LOS, ziehe keine 4000 Mark ein und lasse erst Recht keine 50.000€ beim Autohaus.

Fragen ?

Vor 23 Minuten, zurigo schrieb:

Herzlichen Dank für die eingebrachten Meinungen - und auch Fakten.

Ich sitze seit knapp 2 Stunden hier in meinem Büro und versuche, die deutschen Vorschriften in eine Art Erkenntnis umzusetzen. Es gelingt mir nicht. Bin dafür anscheinend nicht geschult.

Ronalds offizieller "Bussgeldkatalog"-Link (vielen Dank dafür) geschrieben von Jan Frederik Strasmann (29.01.26) ist mir ein Rätsel. Da müssen wohl studiertere Menschen ran. Ich kann nicht rausfinden, was ich für eine Euro-Klasse habe mit meinem C5 Tourer. Ich war überzeugt, dass ich "4" habe. Denn so steht es auf meinem Aufkleber an der Frontscheibe nun mal drauf. Und wir sind doch in Deutschland, wo alles auf den Millimeter exakt, sinnvoll und genau ist. Vier ist Vier. Meine Frau und ich haben jetzt unsere grünen Zulassungen und Fahrzeugbriefe durchforstet. Ergebnis: Null. Nichts zu finden. So stelle ich mir Turkmenistan oder die Fidji-Inseln vor. Aber doch nicht Deutschland! Letzte Möglichkeit: wir sind nicht schlau genug, das zu verstehen. Und ich bin im Großen und Ganzen eigentlich jemand, der sich sehr akribisch mit Technik beschäftigt - aber auch mit Sprache. Und da sehe ich im Moment kein Land mehr - in diesem unserem Land. Was macht Herr Strasmann eigentlich beruflich? Er sollte eine TV-Show moderieren: "Wie schlage ich die Zeit meiner Klientel tot?"

In seiner erst einmal offiziös aussehenden FAQ-Anleitung steht: "Was für eine Umweltplakette bekommt mein Auto?"

"Um herauszufinden, welche Umweltplakette ihr Auto bekommt, benötigen Sie die so genannte Emissions Schlüsselnummer. Diese finden Sie im Fahrzeugschein unter dem Punkt „zu 1““, wobei die letzten beiden Stellen der Schlüsselnummer maßgeblich sind. In der Zulassungsbescheinigung Teil I befindet sich die Nummer im Feld “14,1“. Auch hier benötigen Sie die letzten beiden Stellen." (Zitat Ende)."

Meine Frau und ich können weder den Punkt "zu 1" finden, noch das Feld 14.1. Unser Optiker sollte sich was schämen. Der Begriff "Emissionsschlüsselnummer" taucht im Text von Stasmann zwar auf, aber dafür nirgends in den behördlichen Papieren. Und dabei ist das Wort auch noch in Rot geschrieben. Ganz wichtig.

Man muss tatsächlich die Zulassungsbescheinigung mit einer Lupe Buchstaben für Buchstaben (im Kleinstformat) und Ziffer für Ziffer durchkämmen (dauert rund 20 min), bis man etwas findet. Das meine ich nicht als Scherz. Das ist Kaphiristan. Warum lernt man eigentlich Lesen und Schreiben hier im Ländle, wenn man es für die Zulassungspapiere nicht gebrauchen kann? Allein das Layout dieses grünlichen, butterweichen Lappens ist der Hammer. Ob Goethe ohne Brille etwas hätte entziffern können? Er hatte ja keine.

"Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein): Nr. SB-S-0-055/" -

Das muss man erst mal verdauen. Denn meine Fahrzeugnummer ist ganz anders. Aber irgendwann kommt sie dann doch noch weiter unten unter "Amtliches Kennzeichen". Erfolgserlebnis.

Um das Ganze hier abzukürzen: man schlägt wirklich die Hände über dem Kopf zusammen, wenn man sich diesen Behörden-Infarkt mal genau ansieht. Wer setzt so etwas in die Welt? Und am Ende weiß ich immer noch nicht, welche Umweltplakette ich brauche. Da haben ARD und ZDF geschlafen. Denn es wäre ihre Aufgabe, solche Missstände unter Beschuss zu nehmen. Aber die haben natürlich keine Zeit. Die müssen Fake-News produzieren und kurz danach zurücknehmen, um weiter gegen die Internet-Platformen bestehen zu können. Auch da droht der Infarkt.

Bevor sich hier jemand jetzt über meine vermeintliche Dreistigkeit wegen dieser Lappalie echauffiert, sei gesagt, dass ich ein Buch geschrieben habe über Film und das Fernsehen, vor allem das deutsche. Es ist mit 630 Seiten fertig - inklusive Layout. Es soll bald rauskommen. Aber wenn ich soviel Zeit wie heute mit einer Lupe im Fahrzeugschein verbringen muss, wird nichts mehr draus. Die Politik kriegt natürlich auch ihr Fett ab. Diese Sache mit den kryptischen Umweltplaketten bestätigt mich im Nachhinein in meiner Einschätzung deutscher bürgernaher Politik. MatthiasM hat also gar nicht falsch gelegen, dass ich aus einem kleinen persönlichen Problem große Politik mache. Aber den Schuh, "dass alle anderen doof sind", ziehe ich mir nicht an. Es sind bestimmte Dinge, die faul sind. Und da muss man als Bürger halt den Daumen drauf halten. Es geht hier immerhin um eine PKW-Neuanschaffung für knapp 50.000, weil die aktuellen Fahrzeuge anscheinend nicht genügen.

Wer noch nicht weiß, was er heute Abend vorhat, mein Tipp: Fahrzeugschein lesen.

Ansonsten bin ich sehr dankbar für die vielen Meinungen, die hier geäußert wurden. Das hat mich doch aufgebaut. Wenn ich grob resümieren darf: 1. Einfach reinfahren in die Umweltzonen der Großstädte und eventuell Strafzettel bezahlen (ohne zum Verbrecher zu werden, wie HuberoFN schrieb). 2. Eventuell habe ich sogar die Euro 5 Norm (silvester31), obwohl ich auf der Windschutzscheibe ganz groß das grüne Bapperl mit einer großen "4" drauf sehe, auf beiden Fahrzeugen. 4 ist größer als 3, aber kleiner als 5. Ob Gauß oder Galilei das verstehen?

Mir bleibt Morgen ein Telefonat mit dem TÜV nicht erspart. Freue mich schon drauf. Wieder eine halbe Stunde weg. Das Ergebnis werde ich hier posten, damit die Sache Hand und Fuß bekommt.

Schönen Abend noch.

Zurigo

(ohne KI)

tl;dr

Ehrlich, Zeit so viel zu schreiben, aber keine Zeit mal kurz nachzudenken woher die eigene Verwirrung stammt.

Es ist ausreichend erklärt, dass der grüne Bepper und die Euro Schadstoffklassen (die ja europaweit gelten, außerhalb EU aber nicht) nichts direkt miteinander zu tun haben.

In anderen Ländern ist das oft viel komplizierter! Wenn ich nur an die Schweiz denke und das seltsam zu befahrende Strassennetz mit absichtlich falsch und irreführend aufgestellten Wegweisern...

Tipp @zurigo: Schau einfach nach, was im Feld 14 steht. Bei meinem 2014er C5 (HDi 200) steht da EURO5.

Bearbeitet ( von id_ds)

top Tipp - die Hausnummer 4 hat auch nichts mit der grünen Plakette zu tun, auch wenn die Zahl gleich ist. 😂 Ganz wild ist die crit'air - da ist es sogar verdreht...

54 Millionen Menschen schaffen es in Deutschland ein Auto zu führen - da muss man sich nicht so echauffieren und anstellen, besonders weil dein Auto dort reinfahren darf.

3 Sekunden googeln:

Die Euro-Einstufung im Schweizer Fahrzeugausweis befindet sich im

Feld 72 (Emissionscode). Dieser Code (z.B. A04, B03, B5a, B6b) muss mit denListen des Bundesamts für Strassen (ASTRA)verglichen werden, um die genaue Euro-Norm (1-6) zu bestimmen.

  • A / A1 / A2 → vor Euro (keine Euro-Norm)

  • B00–Bxx → Euro 2–3

  • B03 / B04 → Euro 3

  • B5 / B6 → Euro 4

  • C / C0–Cxx → Euro 5

  • C1 / C2 / C3 → Euro 5 / 5a / 5b

  • D / D0–Dxx → Euro 6

  • D1–D3 → Euro 6b / 6c

  • D4–D6 → Euro 6d-TEMP

  • D7+ → Euro 6d (neueste Stufe)

Ich fasse zusammen, alles schlimm - Deutschland doof - warum darf ich nicht MENNO - obwohl du darfst...

Bearbeitet ( von Citrö.ne)

Vor 15 Minuten, Citrö.ne schrieb:

top Tipp - die Hausnummer 4 hat auch nichts mit der grünen Plakette zu tun, auch wenn die Zahl gleich ist. 😂 Ganz wild ist die crit'air - da ist es sogar verdreht...

54 Millionen Menschen schaffen es in Deutschland ein Auto zu führen - da muss man sich nicht so echauffieren und anstellen, besonders weil dein Auto dort reinfahren darf.

3 Sekunden googeln:

Die Euro-Einstufung im Schweizer Fahrzeugausweis befindet sich im

Feld 72 (Emissionscode). Dieser Code (z.B. A04, B03, B5a, B6b) muss mit denListen des Bundesamts für Strassen (ASTRA)verglichen werden, um die genaue Euro-Norm (1-6) zu bestimmen.

  • A / A1 / A2 → vor Euro (keine Euro-Norm)

  • B00–Bxx → Euro 2–3

  • B03 / B04 → Euro 3

  • B5 / B6 → Euro 4

  • C / C0–Cxx → Euro 5

  • C1 / C2 / C3 → Euro 5 / 5a / 5b

  • D / D0–Dxx → Euro 6

  • D1–D3 → Euro 6b / 6c

  • D4–D6 → Euro 6d-TEMP

  • D7+ → Euro 6d (neueste Stufe)

Ich fasse zusammen, alles schlimm - Deutschland doof - warum darf ich nicht MENNO - obwohl du darfst...

Der C5 ist da nicht erwähnt.... 😇

Vor 49 Minuten, zurigo schrieb:

Und da sehe ich im Moment kein Land mehr - in diesem unserem Land.

Tja Zurigo, und das ist nicht das Problem des Landes. Zuerst solltest Du akzeptieren, dass Auto fahren kein essentielles Menscherecht ist. Es ist ein Privileg, dass eben auch gewisse Pflichten beinhaltet. Dazu gehoert auch sich staendig ueber aktuelle Reglungen zu informieren.

Wenn man sich selbst ueberfordert fuehlt, kann man seinen Nachwuchs um Rat fragen. Sollte man versaeumt haben solchen zu zeugen, stehen einem Dienste wie Rechtsanwaelte oder Vereine wie der ADAC zur Seite, die aber auch gerne einen kleine Obulus nehmen. Oder man fragt einfach in einem Forum, da ist aber eher eine demuetige Haltung gefragt 😄.

Um den Unterschied von Umweltplakette und Abgasnorm zu verstehen ist ein oeffentliches Weblexikon ganz hilfreich:

https://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung_zur_Kennzeichnung_der_Kraftfahrzeuge_mit_geringem_Beitrag_zur_Schadstoffbelastung

https://de.wikipedia.org/wiki/Abgasnorm

Achja, noch ein Live-Hack (auch an mir nagt ja der Zahn der Zeit): Bei den Discountern oder den Drogeriemaerkten gibt es Nasenfahrraeder in den Staerken 3 oder gar 3,5 Dioptrien. Damit kann man nicht nur Haltbarkeitsdaten auf Lebensmitteln entziffern, sondern auch KFZ-Papiere fluessig lesen🙂.

Bearbeitet ( von MatthiasM)

Hei

Das grüne Papperl mit der 4 ist schon mal nicht schlecht.

Das hat mein Alter VW Bus T4 Diesel und hat Verenas Pluriel Diesel,mein C6 3 Liter HDI und mein C5Aircross Diesel.

Wenn das Amt jetzt genaueres will ,dann müssen die während der Fahrt oder auf der Parke das Nummentäfelchen abschreiben und aufs Amt schicken um dann zu erfahren

Ist das Euro 3 ( VW Bus)

Oder

Ist das Euro 4 (Pluriel)

Oder

Ist das Euro 5 (C6)

Oder gar

Ist das Euro 6d temp (C5 Aircross)

So einfach ist das 😇

Die gesuchte 14.1 ist doch nahe dem Feld P.3 DIESEL

plaketten-fahrzeugschein-1901_lorwrp

No image preview

Abgasnormen: Welche Schadstoffklasse hat mein Auto?

Euro 4, 5 oder 6? Wegen den Diesel-Fahrverboten muss man wissen, welche Abgasnorm das eigene Auto hat. Der ADAC zeigt, wie man seine Euro-Norm findet.

7 Stunden her, zurigo schrieb:

(ohne KI)

Kaum zu glauben.

Zurigo hat geschrieben:

Bevor sich hier jemand jetzt über meine vermeintliche Dreistigkeit wegen dieser Lappalie echauffiert, sei gesagt, dass ich ein Buch geschrieben habe über Film und das Fernsehen, vor allem das deutsche. Es ist mit 630 Seiten fertig - inklusive Layout. Es soll bald rauskommen.

Vielleicht können Sie schreiben, aber lesen offensichtlich nicht. Was für ein fürchterlich peinliche Tirade...

Vor 20 Minuten, Jint Nijman (ACCCM) schrieb:

Zurigo hat geschrieben:

Vielleicht können Sie schreiben, aber lesen offensichtlich nicht. Was für ein fürchterlich peinliche Tirade...

Das hatte ich bei allem, was dieser Thread behinhaltet glatt überlesen.

@zurigo : über einen Hinweis zu Titel und wann verfügbar freue ich mich.

  • Ersteller

Es gibt im Leben vieles zu Bemängeln: z.B. dass ich diese Antwort hier nur schreiben kann, wenn ich in dieses Antwortfeld klicke aber dennoch kein Feedback bekomme. Ich hätte jetzt diesen Faden fast nicht zu Ende gebracht. Denn, wenn ich irgendwo hinein klicke, erscheint dann dort immer ein Cursor, der mir meine Absicht bestätigt. Hier leider nicht. Dabei kann ich eigentlich doch ganz gut lesen, lieber Jint. Bilde ich mir jedenfalls ein.

Fazit: meine langjährigen, ehemaligen C6 Kumpels haben mir jetzt wirklich auf die Sprünge geholfen. Silvester31 (aus meiner fernen Nähe), Uwe.v11, Id-Ds; HuberoFN und Rainer (ACC..., blättere jetzt nicht zurück). Aber auch all die mir unbekannten Citroen-Fahrer hier im Forum haben es geschafft, mir eins klar zu machen: mein C5 Tourer ist EURO-NORM 5, obwohl 4 drauf steht. Das sagt der Fahrzeugschein. Hätte ich nie selbst gefunden, weil mir eigentlich Wurst ist, wie groß mein Wendekreis ist. Aber wenn ich aufgrund von Parteibeschlüssen in Berlin 50 TSD Euro hinblättern soll, wird es natürlich interessant. Denn mein Buch wird fast ebenso soviel verbrauchen, um gedruckt zu werden. Und das ist mir momentan wichtiger.

Ich bin sehr, sehr erfreut für alle interessanten Einlassungen hier, auch wenn Sie hie und etwas provokativ geklungen haben sollten. Alles führt am Ende zu einer Erkenntnis. Und die ist momentan: Ich kann in München in die Umweltzone einfahren, vielleicht sogar woanders auch. Aber, man muss immer bescheiden bleiben. Mein C5 ist mein Rettungsnagel. Und ich finde ihn seit über 12 Jahren ein Klasse Auto. Würde ihn nicht tauschen wollen, solange es nicht Gesetz werden sollte. Der kann alles, was ich mag und brauche.

Mein C6 ist leider laut Fahrzeug-Schein nur EURO 4, aber ohnehin nur alle Monate mal im kurzen Einsatz, z.B. wenn es mal zum Tennis-Training in 20 Km Entfernung geht, aber auch da nur selten. Der C5 macht das meiste. Ist halt ein 4-Zylinder mit hohem Gebrauchswert. Und um ganz offen zu sein: er ist auch vom Motor her deutlich leiser als mein C6, dessen 6 Zylinder deutlich knurriger klingen - erstaunlicherweise.

Die Birne ist also gegessen. Den Anruf beim TÜV am Ostersamstag spare ich mir. Aber einen Besuch bei Stellantis (Citroen Saarbrücken) werde ich kommenden Mittwoch dennoch anpeilen. Wir haben noch einen kleinen, sehr alten, 17 Jahre alten Benziner namens Smart ForTwo, der wohl nicht ewig halten wird. Wir lieben den Wagen über alles, weil er so kurz ist und überall einen Parkplatz findet. Wir nutzen nur ihn fast ausschließlich. Aber sein Motor und Auspuff rumpeln doch vernehmlich. Den würde ich nach dieser letztlich positiven Tortur mit der Fahrt nach München gerne irgendwann ins Altenteil schicken. Das heißt letztlich - vor allem als nicht Grünen-Wähler - dass ein Akku-Fahrzeug fällig wird. Das fände ich passend und angebracht. Umwelt bleibt Umwelt - aber mit Maß und Ziel. Der Weg zum Stromer ist letztlich vorgezeichnet, auch ohne Zwänge.

Lieber HuberoFN, wann mein Manuskript als Buch rauskommen wird, steht in den Sternen. Es ist eine Autobiographie innerhalb der Filmbranche und relativ rebellisch - gegen mich selbst, aber auch gegen dieses Land, in dem wir noch leben. Wenn Du mir eine Emailadresse - egal auf welchem Weg - nennst, schicke ich Dir eine PDF, in die Du mal reinschauen kannst. Rund 650 Seiten inklusive über 200 Fotos sind auch für viele Verlage kein Magnet. Die wollen das schnelle Geld, über 200 Seiten verkaufen sich angeblich nicht.. Ich bin auch eher eine Schildkröte, was Wirtschaftlichkeit angeht. Aber vier Verlage aus halb Europa (D, A, I) haben Interesse bekundet, gegen Bezahlung das Manuskript in ihr Programm zu übernehmen. Große Deutsche Verlage haben mir vor über 2 Jahren in Frankfurt, ohne auch nur einen Blick ins Manuskript geworfen zu haben, zu verstehen gegeben, dass eine Autobiographie nur von Prominenten geschrieben werden darf. Dazu zähle ich mich nicht. Alles andere wäre völlig sinnlos, meinten sie. Kismet.

Um die Sache hier abzuschließen: in Kapitel 9 (von 18) "Auf den Spuren Karl Mays - Begegnung mit Pierre Brice als Winnetou" habe ich meine Citroen-Leidenschaft ganz dezent eingebunden. Brice war auch Citroen-Fan - von Jugend an. Das Kapitel erzählt, wie ich als Student und Assistent an der HFF München vier Episoden aus Karl Mays Leben als Autor für den Südfunk Stuttgart verfilmen sollte. Und darin kommt mein für mich zutiefst beschämender Auftritt auf dem Parkplatz des Prinzregententheaters an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) vor, auf dem ich als blutjunger Kerl (und Assistent der Schule) eine fast pubertäre Show mit meinem 12 Jahre alten Citroen CX vor den Augen von später recht bekannten Studenten wie z.B. Amelie Fried oder Florian Graf Henckel von Donnersmarck abgezogen habe. Ging leider voll daneben. Peinlicher kann ein CX in der Öffentlichkeit wohl nicht mehr vorgekommen sein. Aber so war ich damals halt gestrickt. Aber als Memoire auch heute immer noch ganz witzig.

Vielen Dank an alle, die zu meiner seelischen Entlastung beigetragen haben. Habe ich sehr geschätzt. Mein C5 ist jetzt mein Held, ein Auspuffheld der Norm Euro 5. Freue mich, mit ihm weitere Jahre sauber durch die Lande kreuzen zu dürfen.

Zurigo

Ich habe selber einen Verlag. Und ich verstehe alle Verlage, die dein Buch ablehnen bzw. dir die Herstellungskosten verrechnen. Aus der Ferne gesprochen: den großen Reibach machst du mit dem Buch nicht - und auch kein Verlag. Verkauf mal 200 Bücher, das ist schwieriger als angenommen.

Selbst wenn du optimistisch bist und 1000 drucken lässt, kostet das alleine (je nach Qualität und Ausführung) schon 25.000 Euro. Dazu kommt Lektorat, Layout,... dann muss der Verlag auch was verdienen und du möchtest sich auch einen kleinen Obolus für deine Arbeit. Der Buchhandel schneidet auch gut 30-40% mit. Dann musst du das Buch um 40 Euro oder mehr verkaufen. Somit schränkt sich der Käuferkreis aber wieder ein...

Nicht so leicht, wie sich das Manche vorstellen.

Ich wünsche trotzdem viel Erfolg mit dem Buchprojekt und würde mich ehrlich freuen zu hören, wie es weitergeht.

Autobiographie oder Roman mit autobiographischen Elementen - das Eine will man in der Tat nur von interessanten Persönlichkeiten, aber das Andere ist doch auch bei Bestsellern von Debütanten als Form üblich - von Thomas Mann bis zu Sven Regener usw..

Amazon im Selbstverlag...?

Wenn das Buch so ausschweifend geschrieben ist, wie die Texte hier, dann könnte man vielleicht doch mal erst jemanden drüberlesen lassen (vielleicht auch mal eine „intellenz“ zusammenfassen lassen.

Vor 57 Minuten, LCX25H schrieb:

.

Amazon im Selbstverlag...?

Wie @LCX25H würde ich empfehlen, statt der Zahlung eines hohen Druckkostenzuschusses an einen Verlag, der möglicherweise genau das zu seinem Geschäftsmodell gemacht hat und womöglich nicht wirklich etwas in Marketing-Aktivitäten für dein Buch investieren wird, über Print-on-demand-Anbieter nachzudenken. Wenn man Amazon nicht mag, kann man beispielsweise den vom Buch-Grossisten Libri gegründeten Anbieter Books on Demand (https://www.bod.de/) ins Auge fassen. Ich schreibe dir eine PN, sobald ich das wieder kann - seit der Foren-Umstellung ist mein ACCM-Status weg und ich kann derzeit nichts per PN schreiben. Im Urlaub finde ich auch meine Mitgliedsnummer nicht.

Und natürlich hat @badscooter völlig Recht: aus den Verkaufserlösen rechnet sich so ein Buch für keinen Verlag.

  • Ersteller

Ich bin nicht böse, dass Verlage in mein Buch nicht groß investieren wollen. So alt und weise bin ich schon. Jeder muss Geld verdienen um zu existieren. Ich habe durch mein Manuskript einen 88-jährigen Gymnasial-Lehrer und Lepidoptera-Forscher kennen gelernt, der mir nebenbei endlich mal Deutsch beigebracht hat. Er drängt mich, das Buch drucken zu lassen, egal von wem. Er findet es spannend und witzig, aber auch lehrreich, wie er mir immer wieder sagt. Rund 150 Seiten hat er sogar für mich Satz für Satz redigiert. Was für eine Arbeit für einen fast 90-Jahrigen! Mein größter Fan.

Habe wie bereits erwähnt, sehr erhebende, ganzseitige Besprechungen aus München, Wien, Rom bekommen. Die haben meinen Impetus recht gut analysiert. Vermutlich mit Hilfe einer KI. Es geht in erster Linie um das Medium Film und Fernsehen. Ich bin nur der rote Faden, damit es kein Sachbuch wird. Es soll natürlich auch ein wenig unterhalten. Wozu schreibt man es sonst? Ich bin kein Promi, aber ich schreibe über sie. Aber eben nicht aus der KI Welt abgeschaut, sondern ich habe diese Menschen getroffen und hautnah erlebt. Damit sind es Informationen aus erster Hand, sehr subjektiv. Ich habe ein derartiges Buch noch nie in Händen gehabt. Vielleicht gibt es eins. Der Ur-Titel hieß: "Die Stars und ich". Das war mir dann aber nach 15 Jahren Vorbereitung inklusive Stoffsammlung zu popelig. Ich änderte es in "Wo bitte geht's zum Film?". Nach meinem Herzinfarkt vor einem Jahr packte es mich wieder, und ich änderte den Titel noch einmal in: "Abenteuer Film". Denn mein Leben war ein Abenteuer. Ich habe viele Menschen kennengelernt. Und darunter waren erstaunlich interessante Menschen, meist aus dem Showgeschäft, aber auch aus der Politik. Habe z.B. vor 30 Jahren mit Ex-Premierminister Edward Heath in seinem Landhaus in Salisbury Klavier gespielt, oder ich habe bei einem Manöver-Unfall mit einem Schützenpanzer (ich war der Turmschütze) Thomas de Maizière's Kompaniechef nachts im Wald mit der Bordkanone beschossen. Krankenhaus. Dabei lernte ich de Maizière ein bisschen kennen.

Und so hangelt sich das Buch von Ereignis zu Ereignis: habe in einem Spielfilm mit Romy Schneider (Ex-Sissi) eine Szene mit ihr gespielt - ganz nah. Da war ich blutjunger Student in München. Und so habe ich diese Dinge nahtlos in meinen Lebensweg eingebaut. 1989 lernte ich die leiblichen Nachkommen der Meuterer von der Bounty (z.B. Fletcher Christian, gelebt 1790) in der Südsee kennen, lebte 2 Wochen mit ihnen auf ihrer winzigen Insel in ihrem Haus. Die Insel ist verkehrstechnisch im Grunde nicht existent. Niemand kann dorthin fliegen - oder einfach hin segeln. Denn er weiß nicht, ob er wirklich seinen Fuß an Land setzen kann. 5000 km trennen ihn dann von den beiden Kontinenten. Das ist eines meiner größten Abenteuer gewesen.

Die letzten 6 Jahre habe ich das Buch mit 18 Kapiteln nieder geschrieben. Bin in Rente. Und jetzt will man natürlich das Ding gedruckt sehen. Habe direkt nach meinem Infarkt 20 Bücher (a 630 Seiten mit 200 Fotos) drucken lassen, damit ich im Falle meines Ablebens meiner Frau und meinen Verwandten wenigsten hinterlassen kann, wie ich einmal gelebt und gearbeitet habe. 20 Bücher kosteten 2000 Euro. Die meisten Menschen stellen sich unter Filmemachen Gold und Glanz vor. Da irrt man sich gewaltig. Es ist oft recht schön, aber auch oft genug die Hölle. Die Sachzwänge sind enorm. Purer Stress. Adrenalin fließt. Geschwindigkeit ist Pflicht. Eins steht aber auch fest: es war interessant, wahnsinnig interessant.

Und das alles steht in dem Buch drin, falls es jemals in die Auslagen der Buchhandlungen kommen sollte. Sieht aber nicht gut aus. Ich zögere. Nur als E-Book sehe ich es nicht. Eigentlich gar nicht. Die KI wird diesen Markt zerstören. Der Datenklau wird zur Profession. Das wird eine Industrie werden.

Vielleicht sollte ich noch ein Wort darüber verlieren, dass das Buch - anfangs ungewollt - am Ende ddoch erstaunlich politisch geworden ist. Ich selbst bin völlig unpolitisch. Ich war Reporter, Wasserträger und Überbringer der Nachricht - nicht die Nachricht selbst. Ich habe der Gesellschaft dennoch gedient. Und so musste ich in meinem Buch über das Medium Film auch das Fernsehen als agierenden Apparat einbeziehen. Die letzten 10 Jahre sind Beweis genug, dass wir uns auf eine Diktatur zubewegen. Die Vorstufe dazu ist die Meinungsdiktatur. Und die ist aktuell - und in der Geschichte der Republik - doch einmalig. Das musste ich unbedingt thematisieren. Als Journalist weiß man, wie man die Bürger formal in Schach hält - mit Worten und Filmen. Und darauf gehe ich in den letzten beiden Kapiteln detailliert ein. Es war also eine Entwicklung, die ich nicht vorausgeahnt hatte.

Ist das jetzt lang genug? Ich weiß, ich hätte es auch in einem Satz schreiben können. Aber dafür fehlt mir das Talent.

Zurigo

Wer der Meinung ist, wir bewegen uns auf eine Diktatur zu, hat niemals eine erlebt.

Nein, auch ich nicht. Aber unzählige Gespräche mit Betroffenen darüber...

Bearbeitet ( von ThorstenG)

@zurigo Wie heisst der Spielfilm... der mit Romy Schneider?

2 Stunden her, zurigo schrieb:

Die letzten 10 Jahre sind Beweis genug, dass wir uns auf eine Diktatur zubewegen. Die Vorstufe dazu ist die Meinungsdiktatur. Und die ist aktuell - und in der Geschichte der Republik - doch einmalig. Das musste ich unbedingt thematisieren.

Scheit doch eher ein Buch zu werden was die Welt nicht braucht. Wenn die Wohlstandskinder die Welt um sich herum nicht mehr verstehen, weil ihre geistige Flexibilitaet, und besonders das Gedaechnis, langsam zur Neige geht und sie ihre Jugend idealisieren, nennen sie es Diktatur.

Du hast uns ja ein praegnates Beispiel gezeigt, bei dem Du aus ein wenig Unvermoegen, den Untergang Deutschlands hergeleitet kannst, in dem Du es mit Staaten gleichsetzt, die Du fuer administrativ unterentwickelt haelst.

2 Stunden her, zurigo schrieb:

Ich selbst bin völlig unpolitisch.

Das solltest Du vielleicht auch bleiben! Ich habe mich schon seit meiner Jugend fuer Politik interessiert und kann mich noch gut erinnern, dass schon die falsche Haarpracht dazu gefuehrt hat, im Meinungskanon keine Rolle mehr zu spielen und Berufsverbote fuer eine linke(!) Meinung Normalitatet war.

Wie Meinungsdiktatur aussieht kannst Du dir in den USA anschauen, wo kritische Reporter auf unterstem Niveau beschimpft und ausgegrenzt werden, Medienhaeuser von Rechtpopulisten gekauft und Vorgaben zu den Inhalten bekommen.

Aber vielleicht passt es Dir auch einfach nicht, dass der Mainstream bis jetzt eher links ist. Aber keine Sorge das wandelt sich gerade, weil dieser naemlich nicht mit repressiven Massnahmen gegen Andersdenkende vor geht. Diese Asymmetrie bevorteiligt leider Rechtsradikale.

15 Stunden her, zurigo schrieb:

Es gibt im Leben vieles zu Bemängeln: z.B. dass ich diese Antwort hier nur schreiben kann, wenn ich in dieses Antwortfeld klicke aber dennoch kein Feedback bekomme. Ich hätte jetzt diesen Faden fast nicht zu Ende gebracht. Denn, wenn ich irgendwo hinein klicke, erscheint dann dort immer ein Cursor, der mir meine Absicht bestätigt. Hier leider nicht. Dabei kann ich eigentlich doch ganz gut lesen, lieber Jint. Bilde ich mir jedenfalls ein.

Ich muss zugeben ein paar Dinge des neuen Editors irritieren mich auch, aber ich bin noch lernfaehig 🙂. ich kann mir zwar nicht genau vorstellen was Du meinst, aber "auf dieses Thema antworten" erzeugt ein leeres Textfeld ( wenn der Editor nicht "denkt" und einen alten, nicht abgesendeten Text einfuegt).

Willst Du auf einen Beitrag eingehen, drueckst Du auf " "zitieren", kuerzt das Zitat und antwortest darauf. Da macht die "KI" aber manchmal etwas unerwartet Sachen, aber da gewoehnt man sich bald dran. Im Editor macht mein Cursor eigentlich das was er soll. Vielleicht ist nur deiner etwas renitent.

Du musst wissen, das ist alles so kompliziert weil wir ja Meinungsdiktatur haben und Du davon abgehalten werden sollst, deine revolutionaeren Einsichten hier zu posten 😁.

Bearbeitet ( von MatthiasM)

Bei all dem fällt mir folgendes auf:

in Darmstadt gibt es in der Hügel- & Heinrichstraße ein Fahrverbot für Diesel bis einschließlich Euro 5. Dazu 30er Zone und Radargeräte. Wer da zu schnell fährt & die falsche Schadstoffklasse hat, hat doppelt gelitten.

Dann, wenn ein Mensch ein anderes Auto brauchen sollte, es gibt auch gute gebrauchte, weit unter 50000€; für das Geld gibts bei uns Häuser, die nicht im ersten Jahr 2 - 3000€ Wertverlust aufweisen.

Zudem ist es eventuell hilfreich sich sowieso mit der Materie Kfz/ StVO selbst in fortgeschrittenerem Alter zu beschäftigen, zufällig ändert sich da manchmal was und als verantwortungsbewusster Lenkender sollte man da halbwegs auf dem Laufenden bleiben.

Hätte es keine Umweltzonen, an die sich die Meisten auch halten, was wollen wir für eine Luft in den Städten atmen?

@zurigo : ich hab noch ein paar Jahre Vorsprung, den FzSchein kann ich allerdings allein schon deshalb halbwegs flüssig lesen, es gibt alle paar Jahre ein anderes ( Achtung!) gebrauchtes Auto.*

Und die prognostizierte Dikatur sehe ich auch nicht am Horizont, entspann dich, scha nach vorn, die Vergangenheit hast du ja offensichtlich hinreichend ventiliert. Es gilt, wir leben im Hier und Jetzt und müssen uns da zurechtfinden.

  • bevorzugt Leasingrückläufer, die sind Händlergepflegt.

  • Ersteller

Der Film hieß Blutspur (Bloodline) und ist von Terence, Young, dem James Bond Regisseur.

Gleich am Anfang des Films, so geschätzt. Nach 4 Minuten findet ein Formel 1 Autorennen statt. Romy Schneider fährt in einem roten Ferrari nach dem Sieg in die Boxengasse. Und da komme ich ins Spiel. Ich spiele einen Reporter, der Romy für das Fernsehen befragen soll. Die Dreharbeiten für diese 10 Sekunden meiner Befragung haben 1 Stunde gedauert. Ich habe 150 € dafür bekommen, was Anfang der Achtzigerjahre viel Geld war für einen Studenten. Der Clou: als der Film in die Kinos kam (auch in den Mathäser Palast, München) ging ich nicht hinein. Ich hatte Angst, mich selber mit Romy Schneider zu sehen – in Großaufnahme. Denn ich war so schlecht als Statisten-Reporter, dass sie dieses Szene aus verschiedenen Kamerapositionen zig mal drehen mussten. Aber ich war so schüchtern und konnte kaum ein Wort rausbringen, das hat eben viel Zeit gekostet und vor allem Geld für die Produktion. ich bin also nicht ins Kino gegangen. Erst viele Jahre später fand ich den Film zufälligin einer Grabbelkiste in einem Kaufhaus auf DVD. Ich konnte nicht widerstehen. Zu Hause kam dann das wirkliche Fiasko: sie hatten mich rausgeschnitten. Ich saß wie benommen auf der Couch. Und da ich nun mal selber Filmemacher bin, wusste ich natürlich warum. Dennoch war es beschämend.

Man sieht mich im fertigen Film doch noch, wenn man weiß, wer ich bin, in zwei Einstellungen. Die eine ist die totale bei der Einfahrt von Romy in die Boxengasse. Ich halte am gestreckten Armein Mikrofon in der Hand. Neben mir steht eine elektronische Fernsehkamera. Die zweite Einstellung ist eine Over Shoulder, leicht seitlich, in der Romy meinen Arm zur Seite schiebt und dann in die Kamera lächelt. Ich habe übrigens eine Sonnenbrille an gehabt.

Warum ich über diesen Vorfall rund 50 Seiten geschrieben habe in meinem Buch? Hätte man doch in zwei Sätzen abhandeln können, so wie hier. Aber ich habe, da es ja meine Biografie ist, daraus ein ganzes Kapitel meines Buches gemacht. Denn: mitten in den Dreharbeiten mit mir und Romy explodierte die Birne des Hauptscheinwerfers. Terence Young lies abbrechen. Die Techniker machten sich an die Arbeit. Da es Januar war und um die 0° bei schönem Wetter, flüchtete die Crew in die warmen Wohnwagen. Und ich stand ganz alleine mit Romy am Drehort.. Und da entspannen sich ein Gespräch zwischen uns, dass sehr persönlich wurde. Ich muss zugeben, ich fand Romy damals als jüngerer Student irgendwie nicht gut als Schauspielerin. In den Sissi Filmen schon. Aber nicht in den anderen Filmen in Frankreich. Und jetzt musste ich mich bei eisigen Temperaturen mit ihr unterhalten. Und was dabei rausgekommen ist, ist der Grund, warum ich das Kapitel geschrieben habe.

Ich denke, dass nicht viele Menschen so etwas erleben. Natürlich geht es in dem Kapitel auch um mein Studium an der HFF. Ich war ja ein Kind vom Lande.

Ich transportiere in meinem Buch generell Zeitgeist. Aber das machen viele Autobiografen. Es geht mir ja nicht um mich. Es geht mir um die Sache. Und da habe ich, man mag es glauben oder nicht, eine bestimmte Haltung entwickelt, die ich heute aus der Erinnerung beschreibe. Diese Haltung gehört mir.

Ich lese jetzt den Text hier nicht noch einmal auf Fehler durch, weil ich zu einem Osteressen aufbrechen muss. Ich hoffe man versteht es auch so.

zurigo

Viel Lärm um nichts.

Ich find "Geschichten aus dem Leben" interessanter als eine seitenlange Diskussion um Umweltzonen.

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