vor 6 Minuten6 Min. Silentbuchsen selbst hergestellen Hallo zusammen,hier ein kurzer Bericht für alle Interessierten.Warum ausgießen der Silentbuchsen nicht funktioniertZuerst hatte ich überlegt, den Zwischenraum zwischen den Metallbuchsen einfach auszugießen. Nach mehreren Versuchen, Gesprächen mit Leuten, die das auch ausprobiert haben, und einigem Nachdenken war mir klar: Das kann so nicht funktionieren. Diese Buchsen nehmen Stoß- und Torsionskräfte gleichzeitig auf, deshalb müssen sie gepresst sein. Gegossen müsste die Torsion innerhalb des Gummis stattfinden. Und Gummi lässt sich nicht komprimieren: Bei der Stoßbewegung verteilt sich das Gummi, verlässt seinen Platz, und dabei reißt die Verbindung zwischen Gummi und Metall ab – das ist der entscheidende Punkt. Danach sitzt das Gummi lose in den Buchsen und wird durch die Drehbewegung nach und nach pulverisiert. Beim gepressten Ring ist der Gummidonut deutlich größer als der Zwischenraum: Bei Stoß weicht er aus, zieht sich danach wieder zusammen und behält so Pressdruck und Festigkeit.(Leider hatte ich zu diesem Zeit punkt schon alle fertig)Wie ich die Gummidonuts gegossen habeErsatzgummis habe ich damals keine gefunden. Also habe ich alte, kaputte Buchsen auseinandergenommen und das Gummi herausgepresst. Das geht nur mit einer richtig großen Presse – ich habe mir eine aus einem 30-t-Wagenheber selbst gebaut. Das Originalgummi habe ich ausgemessen, digitalisiert und an der besten Stelle durchgeschnitten, um den Querschnitt zu ermitteln. Daraus habe ich eine Gießform entwickelt: Zuerst eine Form aus dem 3D-Drucker, mit der ich dann die Silikonform hergestellt habe, in die ich schließlich das Gummi gießen konnte.Wer sich so eine Form drucken lassen will, ein Hinweis am Rande: Der Härter des Silikons reagiert auf Drucke aus Resin-Druckern leider ungünstig, obwohl die deutlich feiner sind. Bei mir hat ganz ordinärer Kunststoff, wie er in 3D-Druckern verwendet wird, gut funktioniert.Gegossen habe ich mit Urethan 60 von Weicon, pro Gummi 85–90 g. Wer diese Buchsen gießen will: Das muss an aufeinanderfolgenden Tagen ziemlich zügig passieren, denn das Material wird durch das Öffnen der Komponenten schnell unbrauchbar. Ich habe einen Abluftkanal vorgesehen und mit einem Strohhalm Unterdruck aufgebaut, damit das Material schneller in die Form läuft – richtig viel Zeit bleibt einem dabei nicht. Einige Anläufe mit der Gummiform habe ich trotzdem gebraucht, denn der Gummi war anfangs immer etwas zu klein. Ich habe fast das Gefühl, das Originalgummi ist nach über 70 Jahren irgendwie geschrumpft – so alt ist das Auto ja auch.Inzwischen habe ich dann doch noch Ersatzgummis entdeckt. Die waren allerdings zylindrisch anstatt bauchig wie die Originale und damit meiner Meinung nach die falsche Form. Donut beschreibt es eigentlich besser als Ring.Wie ich die Buchsen zusammengesetzt habeDen fertigen Gummidonut habe ich erst trocken mit der Hand in die Außenbuchse gewalkt – das kostet einiges an Kraft, geht aber. Für den inneren Metallzylinder habe ich mir ein Drehteil selbst hergestellt und Reifenmontagepaste von Liquid-Moly verwendet. Das Drehteil verhindert, dass das zu große Gummi an den Kanten des Innenzylinders beschädigt wird, und weitet es so, dass sich alles mit einer relativ kleinen Presse zusammendrücken lässt. Die Paste funktioniert hervorragend. Man braucht etwas handwerkliches Geschick, aber keinerlei größere Übung.Fazit: Aus einer Weicon-Packung kamen fünf Gummis – das erste hatte ich schräg angesetzt, also musste die Buchse wieder auseinandergepresst werden, und schon war wieder die große 30-t-Presse nötig. Ich gehe davon aus, dass die Buchsen halten werden.Unter dem Bericht habe ich eine kleine Bilderserie eingestellt. Viel Spaß allen Interessierten!
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