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XM: vibrierender Bremsbelag

Hervorgehobene Antworten

Hallo zusammen,

die Vorderbremse an meinem "neuen" XM Bj. 2000 macht mir Sorgen, ich habe aber keinen passenden Beitrag gefunden. Wäre schön, wenn ihr einen Tipp hättet: ein Bremsbelag scheint im Sattel zu schwingen, ich finde die Ursache dafür aber nicht.

Jedenfalls hat ein Belag beim normalen Fahren zwischen 60...80 km/h angefangen zu vibrieren, rhythmisch, ein kurzes Qietschen pro Radumdrehung. Aber nur in unbelastetem Zustand, wenn ich die Bremse nur leicht angetippt habe, war es sofort weg. Und kam danach aber sofort wieder und hat echt genervt. Daraufhin habe ich Scheiben und Beläge (Textar) gewechselt - absolute Ruhe für ca. 1Tkm. Jetzt kommt's wieder, allerdings bei 20...30 km/h, von der Frequenz her entsprechend tiefer, aber genauso nervend.

Kennt jemand dieses Problem? Am Vorgänger, Bj.'96, gab es so etwas während gemeinsamer 300Tkm nie, allerdings hatte der auch andere Sättel. Ich freue mich über jede Antwort, Gruß Kabee

Hast Du Kupferpaste verwendet? Die verhindert einige Geräusche. Darauf sollte man auf keinen Fall verzichten.

Radlagerschäden (zu hohes Spiel) können auch zu 'eierigen' Scheiben führen, wie ich nun Dank Ralf Schumacher weiß.

Jörg

Kupferpaste aber NIE ! dort, wo LHM ankommt, also am Kolbenrand, denn das reagiert m. Erfahrung nach mit LHM zu einer schwarzen Asphaltpaste, die den Kolben blockiert.

Carsten

  • Ersteller

Ich habe die Ränder der Beläge hauchdünn mit Alu-Paste versehen, an die Kolben habe ich nichts geschmiert. Sie sind auch voll gängig, ihre Rückstellung klappte einwandfrei. Auch die Radlager sind ok.

Kabee

Nun, ich habe die Rückseite der Beläge NACH ANLEITUNG KOMPLETT mit Kupferpaste eingestrichen. Hauchdünn am Rand verhindert kein Klappern.

Warum sollten die Gummis nur mit Kupferpaste reagieren, wenn dahinter LHM drückt, das viel weniger ätzend ist als normale Bremsflüssigkeit?

Jörg

Warum nur habe ich an mehreren CXen damals immer so schwarze feste klebrige Ränder am Rand Kolben zu Sattel gefunden, die den Kolben festgeklebt haben ? Die Leute haben ALLE gesagt, es sei Kupferpaste dort gewesen, Reste waren erkennbar. MEIN Schluss ist, Kupferpaste + LHM = nicht gut. Zumal Cit sagt, an LHM-Sätteln ist NUR LHM zulässig als Schmierhilfe + beim Einsetzen.

Mach es anders und Deine eigene Erfahrung zählt. ICH mach da keine KP dran ;-)

carsten

Was mir gerade noch einfiel, so aus der Erinnerung (ist schon eige Zeit her): Da kommt überhaupt keine Paste mit Gummi in Berührung. Da ist doch nur der massive Außenring des Kolbens mit den vier Kerben, der auf die Beläge drückt, weit weg von jedem Gummi.

ICH mache Paste dran, weil ich mich strikt an Anleitungen halte.

Klar, gehe mal eben schreiben und schon fällt ein Tor. 1:0 für Deutschland.

Hi,

ich sachs nochmal nach dem 2:0 - es war am CX; und es geht nicht um KP + Gummi. Es geht um KP + LHM = Asphalt == Kolbenklemmer === Bremsscheibe putt.

Carsten

3:1 Endstand - KP + LHM geht aber nur, wenn was kaputt. Da kann die KP doch nix dafür.

Noch ein Spiel - und wir haben nur gegen den Weltmeister verloren.

Gruß Jörg

  • 1 Monat später...
  • Ersteller

Hallo zusammen,

die linke Bremse vibriert immer noch, ich glaube aber, jetzt die Ursache gefunden zu haben. Jedenfalls liegen die Beläge an der linken Bremsscheibe stärker an als auf der anderen Seite, nicht richtig kräftig, aber doch so, dass sich die Scheibe spürbar schwerer drehen lässt als gewöhnlich. (Der Kolben sitzt aber nicht fest, die Rückstellung funktioniert einwandfrei) Beim Öffnen des Entlüftungsventils tritt Hydraulikflüssigkeit aus dem betreffenden Sattel, ohne dass die Bremse betätigt wird. Zwar nicht allzu viel, aber permanent.

Ich vermute daher, dass das Haupt-Bremsventil undicht ist und deshalb minimal Druck auf die linke Bremse gegeben wird und dadurch das Vibrieren während der Fahrt auftritt. Kennt jemand dieses Fehlerbild?

Beste Grüße, Kabee

Hallo,

die vorderen Bremsen bekommen beide den gleichen Druck. Die Bremskreise sind beim XM vorne/hinten aufgeteilt. Das Bremsventil kann hier nicht schuld sein.

Es gibt aber andere Gründe, weswegen die Bremsen ungleichmäßig lüften. Z.B. die Bremssättel selbst. Bekanntlich wird das Lüften des Kolbens durch einen Gummiring erledigt, der nach und nach mitrutscht. Wenn er links etwas leichter rutscht, dann wird links auch weniger gelüftet.

Aber auch eine etwas schwach gelüftete Bremse macht keine zur Fahrgeschwindigkeit periodischen Geräusche, wenn die Bremsscheibe geometrisch in Ordnung ist. Da reichen schon ein paar 1/100 mm Dickenabweichung oder ein leichter Grat am Rand und schon hört man je nach Wetterlage allerlei lustige Kommentare aus dem Radhaus.

Der Mechanismus der Feststellbremse inkl. Bremssseile ist ja superleichtgängig, oder?

Gernot

Tach auch.

So ein nervendes, nur zeitweise auftretendes Geräusch hatte ich auch mal vorne links an meinem XM.

Ich konnte es beseitigen, in dem ich einfach mal die Metallspange/-feder am Bremssattel gelöst und neu befestigt habe. Die schien wohl nur irgenwie ein bisschen schief zu sitzen.

Gruss

Nullman

  • Ersteller

Danke für die Antwort, Gernot!

Schade, ich dachte, ich hätte die Lösung gefunden.

Das Geräusch der linken Bremse beim Fahren - übrigens gut vergleichbar mit der Resonanzfrequenz eines Weinglases, wenn man mit dem feuchten Finger über den Rand fährt - ließ sich auch nicht mit neuen Scheiben abstellen, es setzt jetzt lediglich bei niedrigeren Geschwindigkeiten ein.

Verstehst du unter "Lüften des Kolbens", dass dieser nach erfolgter Bremsung die Scheiben wieder freigibt? Genau dieses tut er einseitig nicht genügend. Empfiehlst du den Austausch der Sättel? Ich habe schon daran gedacht, aber mir ist nicht klar, warum der Druck der Hydraulikflüssigkeit im betroffenen Sattel höher ist. Ist der erwähnte Gummiring zu warten?

Die Feststellbremse ist ok.

Gruß kabee

  • Ersteller
Nullman postete

Tach auch.

So ein nervendes, nur zeitweise auftretendes Geräusch hatte ich auch mal vorne links an meinem XM.

Ich konnte es beseitigen, in dem ich einfach mal die Metallspange/-feder am Bremssattel gelöst und neu befestigt habe. Die schien wohl nur irgenwie ein bisschen schief zu sitzen.

Gruss

Nullman

  • Ersteller

Hallo Nullmann,

meinst du die Feder, die direkt an den Belägen oben eingeclipst ist? Die sitzt korrekt, das Quietschen war ja bei den alten Belägen auch schon vorhanden.

An den Sätteln selbst ist keine weitere Feder/Metallspange. (Bj. 2000)

Gruß kabee

Ich gehe davon aus, daß die Kolben zurück- GEDREHT wurden?

Auch beliebt: Achselager des Schwimmsattels eingelaufen. Zeigt sich dann gerne mit neuen Belägen

Und möglich: Betätigung der Handbremsnachtstellung festgegammelt; dann kann eine Seite schon mal klemmen... Ist mehr Gammel als kaputt und mit Dichtsatz, viel Fluchen und Geduld wieder hinzubekommen.

Gruß,

Jan

Hallo,

das Lüften der Bremse ist das Öffnen der Bremse nach Absinken des Bremsdrucks. Der Bremskolben wird dann noch geringfügig zurückgedrückt durch einen Gummiring, der auf dem Kolben sitzt.

Ein Austausch des Bremssattels ist sicherlich übertrieben. Dann eher die Bremsscheiben wechseln. Oder zumindest auf Dicke prüfen und minimal abdrehen.

Da der Wagen noch nicht so alt ist, vermute ich, daß an sich alles in einem guten Zustand ist. Selbsterregte Schingungen gibt es aber auch bei sehr jungen Wagen.

Gernot

  • Ersteller

Danke an alle für die Tipps!

Ich habe alles gecheckt: die Feststellbremse ist leichtgängig und hat genug Spiel, die Kolben lassen sich leicht zurückdrehen und sind korrekt eingestellt (mit der Bohrung nach oben in Richtung Entlüftungsnippel), die Teleskopführungen der Schwimmsättel hebe ich zerlegt, gereinigt und gefettet, sie haben keine auffälligen Verschleißmerkmale und die Bremsscheiben sind ja weniger als 5 Tkm alt.

Was bleibt ist, dass sich das betreffende Rad aufgebockt nach der ersten Bremsbetätigung schwerer drehen lässt als das andere. Und genau an diesem Bremssattel tritt ja auch bei laufendem Motor und nicht betätigter Bremse aus dem Entlüftungsnippel zwar wenig, aber doch permanent LMH aus, beim anderen dagegen nicht.

Das müsste doch der eigentliche Fehler sein. Prompt kam es auf einer längeren Fahrt gestern auch wieder zum „weinglasähnlichen“ Schwingen bei Schrittgeschwindigkeit im Stau. So laut im Innenraum, dass schon fast keine Unterhaltung mehr möglich war!

Ist dieser Fehler sonst noch nie aufgetreten? Fällt euch noch etwas ein? Der Wagen ist übrigens 180 Tkm gelaufen.

Beste Grüße, Kabee

Hallo,

das ist eine selbserregte Schwingung der Bremsscheibe. Für selbsterregte Schwingungen benötigt man eine Energiequelle, das ist die drehende Bremsscheibe, eine mit der Geschwindigkeit fallende Reibungskennlinie, das ist bei Bremsbelägen mehr oder weniger ausgeprägt der Fall, und ein schwingungsfähiges System, das ist hier die Bremssscheibe.

Die fallende Reibungskennlinie steuert die Energiezufuhr so, daß die Schwingung angefacht wird.

Eine geringfügige Änderung der Reibung kann das Problem beheben. Dazu kann man die Bremsscheibenoberfläche abdrehen, die Kante des Bremsbelages mit einer Feile brechen oder einfach nur warten bis Rost und Schmutz den Belag zusetzen, was im Winter recht schnell gehen sollte.

Es gibt sonst noch Fachwerkstätten, die Bremssättel überholen. Die können diesen Rücksetzring am Bremskolben qualifiziert wechseln.

Gernot

  • Ersteller

Alles klar, Gernot,

ich mach mich auf die Suche. Allerdings kennt der Freundliche um die Ecke dieses Problem auch nicht...

Besten Dank für die fundierte Auskunft, Grüße, Kai

  • 2 Wochen später...

Hallo Kabee ,

lass mal jemand gegen den vorderen Teil des Vorderrades schlagen und dabei den inneren Teil des Bremssattels festhalten.Wenn sich das Geräusch dabei ändert sind die Führungen des Sattels hinüber und gehören getauscht.

Nur so als Idee-aus eigener Erfahrung.

Mfg HP924

  • Ersteller

Danke für den Tipp,

nachdem bisher alle Versuche nichts gebracht haben, habe ich gestern neue Halter für die Bremssättel incl. Führungsbolzen bestellt, also das, was du vorschlägst.

Ich bin jetzt ein paar Tage unterwegs und berichte danach sofort, wenn ich sie eingebaut habe.

Mit bestem Gruß, Kai

@Christian, der "Asphalteffekt" tritt (zumindest beim Xantia) mit Keramikpaste nicht auf.

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