Zu Inhalt springen
In der App anschauen

Greife bequemer auf unsere Website zu. Mehr erfahren.

André Citroën Club

Eine Vollbild-App auf dem Startbildschirm mit Push-Benachrichtigungen …

Um die App unter iOS/iPadOS zu installieren
  1. Klicke das Teilen-Symbol in Safari
  2. Wähle die Funktion Zum Startbildschirm hinzufügen aus dem Menü.
  3. Klicke Hinzufügen in der rechten oberen Ecke.
Um die App unter Android zu installieren
  1. Klicke die drei Punkte (⋮) in der rechten Ecke des Browsers.
  2. Klicke Zum Startbildschirm hinzufügen oder App installieren.
  3. Durch Klick auf Installieren bestätigen.

Verkehr(sführung) in Frankreich - SZ vom 7./8. Oktober

Hervorgehobene Antworten

Guten Tag,

hat den Artikel jemand gelesen? Mir kam er gerade unter... leider finde ich ihn in der Onlineausgabe nicht. Aber weil es so viel Freude macht, setze ich hier mal meinen dazu abgegebenen Leserbrief ein... zur Diskussion freigegeben!

Sehr geehrter Damen und Herren,

sehr geehrter Herr W.,

zum etwas verspätet gelesenen Artikel "Im Angesicht des Linksabbiegers"

habe ich aus eigener Erfahrung und subjektiver Sicht der subjektiven Sicht

des Autors folgende Anmerkungen:

Sicher träumen [wie Herr W.] viele Frankreichfahrer von napoleonisch geraden Alleen, ohne Kreisverkehr und da, wo ein Feldweg kreuzt, mit einer - Kreuzung.

Diesen Traum teile ich mit dem Autor. Jedoch hält der Traum der

Verkehrsentwicklung nicht stand: seinen Wunsch, an die Stadt

Aix-en-Provence über eine Landstraße ohne Kreisverkehre heranzufahren,

möchte ich zur Hauptverkehrszeit nicht wahrgeworden sehen. Überall, wo der

Verkehr sich zu ballen droht, leisten nach meinen Erfahrungen die

Kreisverkehre einen sehr angenehmen Beitrag zum angenehmen Verkehrsfluss

sowohl unter Last als auch in den ruhigen Stunden. Die Alternative wären:

endlose Staus auf der "Verliererseite" der vom Autor ersehnten Kreuzungen,

oder dutzende von Ampeln auf den letzten 2000 Metern vor jeder Stadt. Mit

einer kleinen Prise Realitätssinn entpuppt sich das vom Autor verteufelte

runde Ding als Segen und traumhaft praktisch. Und nicht zuletzt sterben

auch an noch so gut einsehbaren Kreuzungen von Land- und Nebenstraßen

sehr, sehr viele Menschen (auch in Deutschland) - ganz im Gegensatz zum

Kreisverkehr, bei dem man sehr, sehr viel falsch machen muss, um einen

tödlichen Unfall zu produzieren.

Zweitens könnte man [wie Herr W.] meinen, die Beschilderung sei schuld, wenn man sich nach Gefühl für eine Abzweigung entscheidet [so Herr W.] und dann feststellt, dass der Weg falsch war. Man muss das aber nicht meinen - denn das Gegenbeispiel von Fahrern, die ausgezeichnet mit der französischen Beschilderung zurechtkommen, wirft die Frage nach dem Grund auf. Aus meiner persönlichen Sicht halte ich das Problem für einen Anwendungsfehler - es ist immer schlecht, sich nach dem Gefühl für eine Abzweigung zu entscheiden (so fangen gute Horrorfilme an), und ob Schilder für Gefühle verantwortlich gemacht werden sollten, wage ich anzuzweifeln.

Die französische Beschilderung nennt, wo Platzmangel auf einem Schild

herrscht, standardmässig das Fernziel und lässt eher einmal ein Nahziel

weg [das hatte Herr W. sich andersherum gewünscht, weil er immer nur auf einen Auschnitt der Karte blicken müssen möchte]. Hat man ein wenig geografische Kenntnis (meist genügt es, die acht größten Städte im Umkreis von 100 km zu kennen), weiss man immer, ob die Richtung stimmt, auch wenn die Sonne nicht scheint und der Kompass klemmt. Würde man stattdessen im Zweifelsfall nur die Nahziele aufführen - wie oft sollte der/die Autofahrer(in) oder seine Beifahrer(in) neu auf die Karte sehen, wenn bei einer 70 km dauernden Landstraßenfahrt nacheinander zehn neue Nahziele einander ablösen? Auch ist es dem Autor entgangen, dass die "Toutes Directions"-Ausschilderung nach dem Prinzip einer Programmschleife angelegt ist. Gelingt es einem nämlich, an den Abzweigungen seine Gefühle im Zaum zu halten und im Zweifelsfall "Toutes Directions" zu fahren, dann muss man zwar möglicherweise ein zweites Mal um den Ortskern herumfahren, aber man bekommt eine zweite Chance. Diese Funktion erfüllt im kleinen Maßstab übrigens schon jeder Kreisverkehr.

Ich selbst war immer sehr froh darüber und muss feststellen, dass ich in

Deutschland in unbekanntem Terrain wesentlich öfter wenden muss (was mit

steigendem Ausbaustand von Fernstraßen immer gefährlicher bzw. unmöglich

wird) als in Frankreich - und es mir wesentlich öfter passiert, dass ich,

einmal von der richtigen Strecke abgekommen, endlos herumirre, bis es mir

endlich gelingt, überhaupt eine grundsätzliche Orientierung

wiederzuerlangen.

Das hat noch einen weiteren Grund: In Deutschland wird bei

Ausschilderungen angestrebt (1), den Verkehrsfluss damit zu steuern, d. h.

nur dort, wo man den Autofahrer herfahren lassen möchte, werden aneinander

anschließende Wegweiser aufgestellt. Wird einer übersehen, ist der

Reisende aus dem System gefallen und strauchelt herum. Es ist ihm auch oft

nicht möglich, die falsch eingeschlagene Strecke zurückzufahren, weil

Ausschilderungen oft nur in einer Fahrtrichtung angelegt werden - und die

ausgeschilderte Gegenroute woanders verläuft oder nicht existiert. Und

wann übersieht man den gesuchten Wegweisereintrag am leichtesten? Nicht im

Kreisverkehr - dort steht an jeder Einmündung nur das, was dort gilt. Das

Malheur ereilt einen viel leichter an einer Kreuzung: meist stehen alle

Fahrtrichtungen auf einem Schild. Wenn man nun nicht mitten auf der

Landstraße stehenbleiben möchte, ist man mit wenigen Wimpernschlägen -

vorbeigefahren und muss fürchten, vom rechten Weg abgefallen zu sein ins

Nirvana der Schilderlosigkeit. Wenden hilft nicht, weil dieselbe Kreuzung

aus der Gegenrichtung keinen Wegweiser trägt. Wozu auch, da hat ja keiner

etwas zu suchen und folglich auch nicht von dort zu kommen.

Und dann noch die Anmerkung zu (1): Es gibt Verkehrsplanungen, die den

Verkehrsstrom mit viel Überlegung lenken wollen, woraus die erwähnte

unvernetzte Ausschilderung entsteht. Leider sind die tatsächlichen

Ausschilderungen aber oft Stückwerk - Teile werden vom Bund, Teile vom

Land und Teile von Städten und Gemeinden aufgestellt, und manche davon

sind alt, manche sind neu, sind unterschiedlich aufgebaut, tragen

veraltete Ortsnamen und schlagen voneinander abweichende Routen vor.

Leider. Ich lebe selbst in einer Stadt, die man aus vier Himmelsrichtungen

über fünf Autobahnausfahrten erreichen kann. Nur zwei davon tragen den

korrekten Namen der Stadt - auf den anderen fehlt der Hinweis ganz, dafür

ist eine vielfach kleinere, direkt an der Autobahn gelegene Ortschaft

bezeichnet (danach sehnte sich ja der Autor), oder es ist auf dem

Wegweiser zur Ausfahrt ein Ortsteil meiner Stadt bezeichnet, ohne den

Stadtnamen selbst. Perfekt gelöst: jeder Einheimische und ohnehin

Ortskundige findet die Ausfahrt sofort, jeder Fremde wird zuverlässig

davor bewahrt, meine Heimatstadt auf einem langweilig kurzen Weg zu

erreichen.

Volle Zustimmung hat der Autor, was seine Beobachtung zum Status der Autos

als Gebrauchsgegenstand angeht - da werden Autos noch "rundgefahren" und

nicht als Rührmichnichtan behandelt. Dass die Franzosen aber nur stur in

Lücken dreschen [so ähnlich beschrieb das Herr W.], ist eine oberflächliche Deutung. Nach meiner Erfahrung lebt dort nicht Autismus, sondern ein intensives Sozialverhalten. Während in Deutschland entweder nur gefahren wird, wo meilenbreite Lücken sind oder alternativ ohne Rücksicht draufgehalten wird, scheren Franzosen auch in knappere Lücken ein, und erwarten voneinander, dass man auch einscheren lässt - und genau das geschieht. Wenn es sehr knapp war, wird gehupt, aber das war's. Lassen Sie es in Deutschland einmal "knapp sein": seien Sie gewiss, dass Ihnen der Hintermann kilometerlang dicht auffahren und drohen wird. Kein Wunder, dass Verkehr in Deutschland nicht flüssig, sondern ruckartig und entsprechend ineffizient läuft. Kennen Sie die im vergangenen Jahr erschienenen Untersuchungsergebnisse über den (wissenschaftlich gemeint:) chaotischen Verkehr in südeuropäischen Ländern oder der Dritten Welt im Vergleich zum "geordneten" Verkehr nach peinlich genauer Vorfahrtbeachtung und Ampelsteuerung? Der Effizienzvorteil des Chaos war bestechend. Kombiniert man das Ganze mit ein wenig mehr

Sicherheit, z.B. mit Kreisverkehren, kommen wir dem Traum doch schon sehr

nahe...

Vielleicht liegt alles auch nur an meinen seit 15 Jahren französischen

Autos, die irgendeinen die abbiegeübermütigen Gefühle beruhigenden, die

Sinne schärfenden Einfluss zu haben scheinen?

Mit freundlichen Grüßen...

... los, diskutieren! (Was hab' ich diese Aufforderung früher in der Schule geliebt...)

Hallo,

schön beobachtet! Die Effizienz des französischen Systems könnte man aus anderer Perspektive aber anzweifeln: ein großes Land mit weniger Verkehr als in Deutschland, aber sehr vielen Verkehrstoten!

Gruß Jean

Ich liebe diese F-Kreisel!!

Bin da oft mit WoWa unterwegs, verfahren eigentlich unmöglich.

Dann wird halt eine Ehrenrunde gedreht, wenn man die Schilder zu spät erkennt oder gelesen hat!

Gruß

Günter

Kann ich nur zustimmen, speziell die "Toutes Directions" haben einen klaren Vorteil, man fährt noch einmal um die Innenstadt, findet garantiert ein Cafe in dem man die Karte studieren kann und kommt gut ans Ziel.

Hier hat letztens ein Rentner einen Kreisverkehr (so einen bescheuerten mit einem Högel in der Mitte, damit man den übrigen Verkehr nicht zu früh sieht) einfach ignoriert und ist oben rüber gefahren.

Und ich fahre in Frankreich immer gerne nach Autres, dort ist es schön. Habe mich allerdings auch schon gewundert, daß das schon immer mal wieder anders aussieht als beim letzten Mal.

Und wenn es das nicht gibt, dann fahre ich eben nach Toutes. Dort gefällt es mir fast noch besser!

>>Jürgen

Sorry für off-topic, dieser mein running-Gag ist mir nur gerade so eingefallen...

Mein franzmännisch ist nicht so doll, ich vermute aber, JPS will darauf hinaus, was uns tatsächlich passiert ist:

Als gelernter DDR-Bürger war man eigentlich froh, daß die Genossen von der Partei die Autobahnen genau dalang gebaut haben wo man gerade langwill. Vollkommen fern der Realität fanden wir, die wir aus einem Land ohne großen Schilderreichtum kamen, den Fakt, daß sich ungarische Autobahn-, speziell Autobahnabfahrtsbauer den Luxus des Schilder "Kijarat" oder so ähnlich leisten konnten. Es hat bestimmt ca. 10 oder 15 Abfahrten gedauert, bis wir registrierten, daß es sich nicht um einen Wegweiser, sondern nur um das, in der BRD für gewöhnlich an Ausfahrten, Schild "Ausfahrt" handelt.

OT: Es begab sich mal vor vielen Jahren in N:

Beifahrerin: "Mist!"

ich: "Was?"

B.: "Ich finde den Ort auf der Karte nicht"

ich: "Welchen?"

B.: "Doorgand"

Ich hatte leichte Probleme vor Lachen den (elterlichen) BX auf den schmalen Straßen zu halten.

Ach ja: in F fährt es sich (fast immer) wunderbar und ich fahre auch (fast immer) auf den Straßen, auf denen ich fahren wollte. Wenn nicht, dann stimmt zumindest die Richtung.

Auch ohne Navi und nur mit einer sehr groben Karte habe ich letzten Jahr im Oktober in Paris zum Hotel gefunden (Vorort bei Versaille). Nur im Vorort war das Hotel nicht ausgeschildert und daher nicht sooo leicht zu finden.

Jenseits von D wir meiner Meinung nach eh viel defensiver gefahren. In D scheinen sich sehr viele beweisen (oder irgendwelche zu klein geratenden Körperteile oder Organe kompensieren) zu müssen und fahren daher egoistisch und/oder rücksichtslos. Hat jemand "hirnlos" gerufen? Dem widerspreche ich nicht.

Oder böse formuliert: der Krieg wurde zwar 45 verloren, wird aber auf den Straßen fortgeführt ;-)

Kennt einer noch das "Hallo Partner, Danke schön"? Das sollte man mal wieder ins Leben rufen, vielleicht bessert sich dann hier was.

Bin was abgedriftet vom Thema.... Beschilderung in D halte ich zwar nicht für katastrophal, aber besser gehts auf jeden Fall.

Gruß

Erstelle ein Konto, um zu kommentieren

Konto

Navigation

Suche

Suche

Browser-Push-Nachrichten konfigurieren

Chrome (Android)
  1. Klicke das Schloss-Symbol neben der Adressleiste.
  2. Klicke Berechtigungen → Benachrichtigungen.
  3. Passe die Einstellungen nach deinen Wünschen an.
Chrome (Desktop)
  1. Klicke das Schloss-Symbol in der Adresszeile.
  2. Klicke Seiteneinstellungen.
  3. Finde Benachrichtigungen und passe sie nach deinen Wünschen an.