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Deutsche Autos sind große Stinker

Hervorgehobene Antworten

vor einer Stunde schrieb EntenDaniel:

Bei den katalytischen Rußpartikelfiltern wird Stickstoffdioxyd benötigt. Dort entsteht dann Stickstoffmonoxyd und Kohlenstoffdioxyd. Das entstandene Stickstoffmonoxyd wird dem SCR-Katalysator zugeführt.

OK, dann habe ich es richtig verstanden. Der SCR-Kat nach katalytischem Filter kann dann kleiner ausfallen, weil das NOx bereits reduziert wurde?

vor 11 Stunden schrieb MatthiasM:

Ganz daneben schein er nicht zu liegen:

Achso, so rum war das gemeint. Ich hatte diesen Satz missverstanden:

Am 14.7.2023 um 22:13 schrieb MatthiasM:

Die Wahrheit ist in der Tat, dass die vor geraumer Zeit hastig 
eingeführten Partikelminderungsssyteme (mit passiver Regeneration) einen 
hohen Anteil des NO zu NO2 oxidert haben (um damit den Ruß auf dem 
Filter abzubrennen).

Klang für mich auf den flüchtigen Blick heute Morgen, als würde das NO2 erst im Kat entstehen, Asche auf mein Haupt. Ist natürlich Quatsch und der Motor selbst mit seiner Steuerung gehört auch zum Partikelminderungssystem.

  • 1 Monat später...

https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/mercedes-benz-dieselskandal-100.html

Zitat

Nach Informationen von BR und "Spiegel" verlangt das Kraftfahrtbundesamt von Mercedes-Benz Aufklärung wegen kritischer und mutmaßlich unzulässiger Abschalteinrichtungen in einem EU-6-Motor. Fahrzeug-Stilllegungen sind eine Option.

Mal wieder nichts von der Einsternbude.

  • 3 Monate später...

https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/diesel-skandal-kraftfahrtbundesamt-ordnet-weiteren-rueckruf-fuer-mercedes-an,TyyNzzU

Zitat

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung den Rückruf für Diesel-Fahrzeuge von Mercedes-Benz erlassen. Nach Informationen von BR und "Spiegel" ist eine sechsstellige Anzahl von Fahrzeugen betroffen.

Zitat

Es gibt einen weiteren Rückruf für Diesel-Fahrzeuge von Mercedes-Benz. Nach Angaben des Automobilherstellers geht es um verschiedene Modelle mit der Schadstoffklasse Euro 5 und Euro 6b, darunter der E350.

Zitat

In einem Urteil aus dem Jahr 2022 hat der Europäische Gerichtshof diese "Thermofenster" für unzulässig erklärt. Dem folgt das KBA mittlerweile. Deshalb hat es den Rückruf angeordnet. Eine Sprecherin von Mercedes-Benz teilte BR und "Spiegel" vor diesem Hintergrund auf Anfrage mit: "Noch bis zu dem EuGH-Urteil im Jahr 2022 haben die europäischen Typgenehmigungsbehörden entsprechende Temperatursteuerungen der Abgasrückführung generell für zulässig gehalten. Zu dem Sachverhalt standen wir bereits seit einiger Zeit mit dem KBA im Austausch."

Zitat

Wie viele Diesel-Fahrzeuge betroffen sind, teilte Mercedes-Benz nicht mit. Es gehe um eine untere sechsstellige Zahl, also um mindestens 100.000 Fahrzeuge in Deutschland. 

Zitat

Auch wegen weiterer, mutmaßlich unzulässiger Abschalteinrichtungen steht der Autokonzern aktuell in engem Austausch mit der Behörde. Zusätzlich zum "Thermofenster" hält das KBA zwei Strategien zur Abgasbehandlung für fragwürdig. Diese sind ebenfalls im Mercedes-Benz-Model E 350 verbaut.

Zitat

Eine dieser Software-Strategien sorgt nach Informationen von BR und "Spiegel" dafür, dass abhängig von bestimmten Fahrbedingungen unterschiedliche Mengen einer Harnstoff-Lösung in die Abgasreinigungsanlage eingespritzt werden. Mit Blick auf diese Abschalteinrichtungen hat das KBA noch keine finale Entscheidung über einen Rückruf getroffen. Auch hier kooperiert Mercedes-Benz nach Angaben der Sprecherin "weiterhin vollumfänglich".

 

  • 4 Wochen später...

Audi, VW und Seat betroffen: Gericht sieht weiterhin illegale Abschalteinrichtungen in vielen Dieselmodellen

Zitat

 

62 Dieselmodelle des Volkswagen-Konzerns sind nach Ansicht des Verwaltungsgerichts weiterhin mit unzulässigen Abschalteinrichtungen ausgestattet. Womöglich könnte es einen Rückruf geben.

Viele Dieselmodelle der Marken Audi, VW und Seat sind nach Ansicht des Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgerichts weiterhin mit unzulässigen Abschalteinrichtungen ausgestattet. Das Gericht gab am Mittwoch in erster Instanz einer Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegen die Freigabe von 62 Fahrzeugtypen durch das Kraftfahrt-Bundesamt statt, wie eine Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Behörde müsse nun „geeignete Maßnahmen“ ergreifen und etwa den Rückruf der Fahrzeuge veranlassen.

 

https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/audi-vw-und-seat-betroffen-gericht-sieht-weiterhin-illegale-abschalteinrichtungen-in-vielen-dieselmodellen-11066848.html

  • 1 Monat später...

https://www.rnd.de/wirtschaft/bmw-unzulaessige-abgasmanipulation-bei-dieselautos-entdeckt-V23H52X44RN55B56I45DUIR7P4.html

Zitat

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat bei Dieselautos von BMW eine unzulässige Abschalteinrichtung für die Abgasreinigung festgestellt. In Deutschland seien rund 33.000 Autos vom SUV-Modell X3 betroffen, hieß es von der Behörde aus Flensburg in einer Mitteilung auf ihrer Webseite. In Europa könnte es Schätzungen zufolge um 100.000 bis 150.000 Autos gehen, sagte ein BMW-Sprecher am Mittwoch

Zitat

Bei den Fahrzeugen erfolgt nach Angaben des KBA eine Reduzierung der Abgasrückführung bei eingeschalteter Klimaanlage. Außerdem greife die Reduktion auch bei Außentemperaturen, die so weit innerhalb des normalen Betriebsbereichs lägen, dass nach den Urteilen des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) eine Unzulässigkeit vorliege, teilte das KBA mit. Die Fahrzeuge reduzierten damit in unzulässiger Weise die Wirksamkeit ihrer Schadstoffminderung gegen Stickoxide.

 

Zitat

Autobauer muss nachbessern

Abschalteinrichtung für Abgasreinigung bei BMW-Autos entdeckt

Betroffen sind »X3 xDrive20d« und »X3 sDrive 18d«: Rund 33.000 BMW-Fahrzeuge in Deutschland reinigen Abgase nicht so, wie sie sollen. Europaweit haben wohl bis zu 150.000 Fahrzeuge eine unzulässige Abschalteinrichtung.

 Vermutlich ab Juni 2024 würden die fraglichen, europaweit schätzungsweise 100.000 bis 150.000 Fahrzeuge aus den Baujahren 2010 bis 2014 aktualisiert.

https://www.spiegel.de/auto/abschalteinrichtung-fuer-abgasreinigung-bei-bmw-autos-entdeckt-a-10b847b7-ad19-4871-9594-cacab35531db

Nachbessern? Ja klar, aber die Fahrzeuge haben ja ungerechtfertigterweise einen Steuersatz gehabt den sie nicht verdient haben. Ich wuerde sagen: Nachzahlen! 50% die Eigentuemer, damit die merken was sie gekauft haben und 50% BMW. Natuerlich auch die Fahrzeuge die nicht mehr zugelassen sind.

Koennte recht kostenintensiv werden!

1 hour ago, MatthiasM said:

Nachzahlen! 50% die Eigentuemer, damit die merken was sie gekauft haben [...]

Kann man meinen. Halte ich aber nicht für sinnvoll. Wenn man diese Geschichte weiterspinnt, könnte der Verbraucher auch für Sklaven- oder Kinderarbeit zu verknacken sein. Oder wenn er eine Banane kauft, die aus einer Plantage stammt, deren Arbeiter ohne geeignete persönliche Schutzausrüstung Pestizide verteilen, für deren Gesundheitsschäden.

vor 3 Stunden schrieb schwinge:

Kann man meinen. Halte ich aber nicht für sinnvoll. Wenn man diese Geschichte weiterspinnt, könnte der Verbraucher auch für Sklaven- oder Kinderarbeit zu verknacken sein. Oder wenn er eine Banane kauft, die aus einer Plantage stammt, deren Arbeiter ohne geeignete persönliche Schutzausrüstung Pestizide verteilen, für deren Gesundheitsschäden.

Gar keine schlechte Idee! Ich wuerde zwar eine Haftungsbeschraenkung fuer sinnvoll halten, aber insgesammt scheitert es ja an der Nachvollziehbarkeit. Die ist beim Fahrzeug ja gegeben. Das wuerde die Hersteller wirklich schmerzen und nicht wieder ein Milionenstaefchen und ein weiter so. 

 

Wie gesagt, den Verbraucher für irgendwas zur Rechenschaft ziehen zu wollen, was er weder kontrollieren kann noch muss, ist in meinen Augen ziemlicher Unsinn.

4 minutes ago, MatthiasM said:

[...] Milionenstaefchen [...]

gabs hier bei uns. In den USA durften die Hersteller bergeweise Fahrzeuge zurückkaufen während sie hierzulande, stümperhaft dranherumgeflickt, weiterbetrieben wurden durften.

  • 5 Monate später...

https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/bmw-zulieferer-kobalt-marokko-102.html

Zitat

BMW lässt in einer Mine in Marokko Kobalt abbauen. Recherchen von NDR, WDR und SZ hatten dort Probleme bei Umwelt- und Sozialstandards offengelegt. Nun wird die Mine bestreikt, offenbar auch wegen schlechter Arbeitsbedingungen.

 

  • 1 Monat später...
Neues Prinzip im Verbrennungsmotor
 
Zitat

 

Porsche reicht Patent für Sechstakt-Ottomotor ein

Porsche hat offenbar ein innovatives Motorkonzept mit neuartigem Kurbelwellen-Mechanismus entwickelt, das mit "zwei mal drei Takte" beschrieben wird. Das Ziel: Mehr Leistung bei sauberer und effizienterer Verbrennung.

 

 

https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/porsche-sechstakt-verbrennungs-motor-patent/?utm_source=newsletter&utm_campaign=daily-newsletter&utm_content=meist-gelesen-teaser

https://www.t-online.de/mobilitaet/aktuelles/id_100496200/porsche-reicht-patent-fuer-sechstakt-ottomotor-ein.html

vor einer Stunde schrieb Ronald:

Da gibt es aber spannendere Konzepte, bei denen es Leistungsangaben und Details zur Effizienzsteigerung gibt...

Bearbeitet ( von Kugelblitz)

Gas und Wassereinspritzung , aber ist zu billig und nicht elektrisch.

vor 6 Minuten schrieb HDI JUNKIE:

Gas und Wassereinspritzung , aber ist zu billig und nicht elektrisch.

Nee, es gibt auch vielversprechende neue Verbrennerkonzepte, die weniger kompliziert als ein 6-Takter sind...

Hab ich doch aufgezeigt, ist aber nicht gewollt. 

LPG: ca. 20% weniger CO2 Ausstoß und kein Feinstaub. Wobei Feinstaub ja aktuell anscheinend kein Thema mehr ist..... Also, wir sterben jetzt nicht mehr, wenn wir als Fußgänger in der Stadt an der Ampel stehen. 😉

 

  • 2 Monate später...

Ford: Rückruf für mehr als 750.000 Diesel

 

Zitat

 

Ford muss für eine Reihe von Modellen mit Dieselmotor einen Rückruf starten. Der Partikelfilter arbeitet in einigen Fällen nicht korrekt. 

In diversen Modellen mit Dieselmotor arbeitet unter Umständen der Partikelfilter nicht korrekt. Ford will dafür noch in diesem Jahr alle Halter anschreiben. Betroffen sind nach Information des Kraftfahrt-Bundesamts weltweit 768.927 Fahrzeuge, davon 164.168 in Deutschland. Gebaut wurden die Autos zwischen 2014 und 2023.

Beanstandet wurde eine konstruktionsbedingte Erhöhung der Partikelanzahl über die Lebensdauer. In der Werkstatt wird die Filter-Regeneration neu kalibriert, der Filter selbst überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht. Zu dem nun veranlassten Rückruf sei es gekommen, nachdem ab Mitte 2023 aufgefallen war, dass immer mehr der betroffenen Modelle den Abgastest nicht mehr bestanden

 

https://www.heise.de/news/Ford-Rueckruf-fuer-mehr-als-750-000-Diesel-10209040.html

 

 

  • 5 Monate später...

https://www.sonnenseite.com/de/wissenschaft/was-wir-wirklich-einatmen/

In der vorgestellten Untersuchung wurden menschliche Lungenzellen (A549-Alveolar- und BEAS-2B-Bronchialepithelzellen) sowohl direkten Abgasen als auch im Labor photochemisch gealterten Abgasen eines EURO 6d-Fahrzeugs mit Partikelfilter ausgesetzt. Während frische Abgase kaum eine messbare Partikelkonzentration und keine toxischen Effekte zeigten, erzeugte die Photochemie der Atmosphäre („atmosphärische Alterung“) reaktive Sauerstoffverbindungen wie Hydroxylradikale (OH·) und Ozon (O3), die die Abgase oxidierten und sekundären Feinstaub bildeten. Dieser übertrifft die Konzentrationen im direkten Abgas um ein Vielfaches und löst sowohl DNA-Schäden als auch oxidative Zellschädigung aus.

„Unsere Ergebnisse verdeutlichen, dass Partikelfilter allein nicht ausreichen, um Gesundheitseffekte von Verkehrsemissionen zu minimieren“, erklärt Erstautorin Dr. Mathilde N. Delaval vom Helmholtz Zentrum München. Die atmosphärische Alterung von Abgasen kann toxikologisch relevante Prozesse hervorrufen – vergleichbar mit bekannten Reaktionen wie der Umwandlung von Stickstoffmonoxid zu Stickstoffdioxid oder der Ozonbildung durch photochemischen Abbau flüchtiger organischer Verbindungen. Die Forschenden empfehlen, bei zukünftigen Emissionsprüfungen nicht nur die primären Partikel, sondern auch die Abgaszusammensetzung, insbesondere aromatischer Kohlenwasserstoffe, detailliert zu analysieren. Diese Stoffe sind maßgeblich an der Bildung von sekundärem Feinstaub beteiligt. „Es gibt eine klare Diskrepanz zwischen der Art und Weise, wie wir Fahrzeugemissionen im Labor messen, und dem Verhalten dieser Emissionen in der realen Welt“, sagt Zweitautor Dr. Hendryk Czech von der Universität Rostock und dem Helmholtz-Zentrum München. „Wenn wir ignorieren, was mit den Abgasen passiert, nachdem sie in die Atmosphäre gelangt sind, laufen wir Gefahr, die wahren gesundheitlichen Auswirkungen der verkehrsbedingten Luftverschmutzung zu unterschätzen.“

 

  • 3 Monate später...
Zitat

Mit Ausnahme von Mercedes-Benz werden einer Studie zufolge voraussichtlich alle großen europäischen Autobauer die CO2-Ziele der EU für die Jahre 2025 bis 2027 erreichen. Grund dafür sei ein erwarteter starker Anstieg bei den Verkäufen von Elektrofahrzeugen, wie aus einem Bericht der Forschungsgruppe Transport & Environment (T&E) hervorgeht. Dies sei eine deutliche Verbesserung gegenüber den Prognosen für das erste Halbjahr 2025. Damals waren lediglich die zu Geely gehörende Volvo Cars und BMW auf Kurs, während Stellantis, Renault und Volkswagen hinterherhinkten.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/der_boersen_tag/Studie-Mercedes-faehrt-bei-CO2-Zielen-hinterher-article26017270.html

  • 3 Wochen später...

OVG: Software-Update nach VW-Dieselskandal rechtswidrig
 

Zitat

 

Seit Jahren streiten sich VW und Umweltschützer um die Rechtmäßigkeit von Abschalteinrichtungen in Diesel-Autos: VW und das Kraftfahrt-Bundesamt verteidigen das umstrittene Thermofenster. Die Deutsche Umwelthilfe sieht darin unzulässige Abschalteinrichtungen. Nun hat das OVG in Schleswig-Holstein entschieden.

Das Oberverwaltungsgericht Schleswig-Holstein hat eine Abschalteinrichtung für die Diesel-Abgasreinigung von VW für rechtswidrig erklärt. Das Kraftfahrt-Bundesamt hätte keine Freigabe dafür erteilen dürfen, entschied das Gericht in einem Berufungsverfahren außerdem. Dabei ging es um die Genehmigung eines bestimmten Software-Updates in der Motorsteuerung, das VW nach dem Dieselskandal durchgeführt hatte.

Eine Funktion dieses Updates für den Volkswagen Golf Plus TDI (2,0 Liter, Motortyp EA 189 Euro 5) war das sogenannte Thermofenster, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die Software verringert die Reinigung der Abgase etwa bei niedrigeren Temperaturen, so dass die Autos dann mehr Schadstoffe ausstoßen. Umweltschützer und Autobauer streiten sich seit Jahren darüber, ob das zulässig ist. 
„Zwei unzulässige Abschalteinrichtungen”

Das OVG in Schleswig-Holstein wies nun die Berufungen des in Flensburg ansässigen Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) und der Volkswagen AG gegen eine Verwaltungsgericht-Entscheidung zurück, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Das Verwaltungsgericht hatte 2023 entschieden, dass die Freigabe rechtswidrig war. Geklagt hatte die Deutsche Umwelthilfe, und sie hatte vom Verwaltungsgericht weitgehend recht bekommen. 

In dem Urteil des OVG geht es konkret um den Freigabebescheid aus dem Jahr 2016. „Das Software-Update für die Motorsteuerung dieses Fahrzeugtyps enthielt zwei unzulässige Abschalteinrichtungen der Abgasrückführung”, so das Gericht. „Das KBA ist daher verpflichtet, die Volkswagen AG umgehend aufzufordern, innerhalb eines angemessenen Zeitraums alle geeigneten Abhilfemaßnahmen zu ergreifen, um die Übereinstimmung der betroffenen Fahrzeuge mit dem geltenden Recht herzustellen.”

VW: Klage gegen Update-Genehmigung ist unbegründet 

Das Urteil ist laut Gericht nicht rechtskräftig. Zwar wurde die Revision zum Bundesverwaltungsgericht nicht zugelassen. Das KBA und die Volkswagen AG können jedoch Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision erheben. Über diese hätte dann das Bundesverwaltungsgericht zu entscheiden.

KBA und VW sehen das Thermofenster als zulässig an. Es schütze vor unmittelbaren Risiken für den Motor in Form von Beschädigungen oder Unfall. Die Risiken wiegen demnach so schwer, dass sie eine konkrete Gefahr beim Betrieb des Fahrzeugs darstellen können. Das Thermofenster ist nach Auffassung von VW auch nach den Maßstäben der Urteile des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus dem Jahr 2022 unverändert zulässig. 

Umwelthilfe führt weitere Verfahren 

Der EuGH hatte klargestellt, dass eine Software, die „einen überwiegenden Teil des Jahres” einen höheren Ausstoß von Schadstoffen zulasse, grundsätzlich unzulässig sei. Thermofenster zum Schutz des Motors seien nur dann rechtens, wenn keine andere Lösung Risiken abwenden könne. 

Basierend auf dem aktuell verhandelten Musterverfahren führt die Umwelthilfe weitere Verfahren gegen Diesel-Fahrzeuge verschiedener Hersteller der Abgasstufen Euro 5 bis Euro 6c.

 

https://www.mopo.de/im-norden/schleswig-holstein/diesel-skandal-bei-vw-abschalteinrichtung-bei-diesel-autos-sind-rechtswidrig/

Dazu schrieb heute Jürgen Resch von der DUH:

Zitat

ich bin noch aufgewühlt von den vergangenen beiden Tagen einer Gerichtsverhandlung, wie ich sie in über 40 Jahren nicht erlebt habe. Es ging mir um den Schutz von Menschenleben, der Vermeidung von vielen tausend Toten und vielen hunderttausend Erkrankungen, die jedes Jahr durch giftige Dieselabgase verursacht werden. Auf der Gegenseite saß der mächtigste Industriekonzern Deutschlands, die Volkswagen AG und das von diesem gesteuerte Kraftfahrt-Bundesamt, die nur dafür kämpften, dass ihre Dieselmotoren im Winter vor schädlichen Ablagerungen geschützt werden müssen – indem bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius die Abgasreinigung abgeschaltet wird. Mit der hinzunehmenden Folge, dass weiterhin 7,8 Millionen Diesel-Fahrzeuge in den Wintermonaten die Luft in unseren Städten mit dem giftigen Dieselabgas Stickstoffdioxid (NO2) fluten.
 
Schon der Beginn der Gerichtsverhandlung war eine Machtdemonstration der Automobilindustrie. Wir erschienen mit vier, Volkswagen und KBA mit 27 Prozessbevollmächtigten. Und sie beanspruchten acht Sitze in der ersten Reihe. Schon vor Beginn der Verhandlung musste daraufhin der Vorsitzende Richter durchsetzen, dass wir als Kläger - wie vom Gericht vorgesehen - drei der zehn Plätze erhielten, so dass ich mich während der insgesamt zehn Verhandlungsstunden mit meinen Anwälten beraten konnte. VW ignorierte die Aufforderung, uns Platz zu machen und der Prozess konnte erst beginnen, nachdem ein Anwalt des KBA bereit war, in die zweite Reihe zu wechseln.
 
Und so ging es auch weiter: Mit einer beispiellosen Arroganz traten die Anwälte von VW in der Verhandlung auf. Sie stellten ein Modell eines Dieselmotors vor die mit fünf Richtern besetzte Richterbank und zeigten als Auftakt einen Trickfilm zu den schrecklichen Folgen, wenn die Abschalteinrichtungen deaktiviert werden: Die Autos bleiben auf dem Mittelstreifen einer Autobahn oder auf einem Bahnübergang stehen. Wir konterten mit der Auskunft des ADAC, dass ein solcher Fall in all den Jahren noch nie dokumentiert wurde.
 
Wieder und wieder versuchte VW mit zunehmender Aggressivität, das Gericht von der technischen Notwendigkeit zu überzeugen, der Motor müsse vor möglicherweise schädlichen Ablagerungen geschützt werden. Ich konterte mit dem Hinweis, dass die einschlägigen gesetzlichen Regelungen dazu gemacht wurden, die Menschen und hier insbesondere deren Lungen vor schädlichen Ablagerungen und Dieselgiften zu bewahren. Und wir verwiesen auf unsere 3.829 Abgasmessungen, die wir in den vergangenen neun Jahren auf der Straße gemacht haben und die zeigten, dass die Abgaswerte durch die illegalen Abschaltungen um das bis zu 40-fache überschritten werden.
 
Das Kraftfahrt-Bundesamt spielte in der Verhandlung die Rolle eines Wurmfortsatzes von VW. Deren Anwalt saß direkt neben mir und las zu den einzelnen Fragestellungen nur die Texte in seiner Regieanweisung vor. So etwas hatte ich auch noch nicht erlebt. Der VW-Anwalt gab die Richtung vor und das KBA schloss sich jeweils dessen Ausführungen an. Alles gipfelte am zweiten Verhandlungstag mit einem Ausbruch des VW-Vertreters gegen die Richterbank, sie würden die Verhandlung nicht korrekt führen, weil sie zu wenig den technischen Vortrag von VW und KBA würdigen würden. Der Vorsitzende Richter konterte diesen von mir noch nie in einem Gerichtsverfahren erlebten Vorgang mit der süffisanten Antwort: „Ich bedauere, dass wir Ihren Ansprüchen nicht genügen.“
 
An die DUH gewandt kassierten wir im Schlussplädoyer von VW und KBA den Vorwurf, unqualifiziert und rein politische und ideologische Forderungen zu erheben und keinerlei Ahnung von den technischen Zusammenhängen zu besitzen. Ein wunderbare Steilvorlage, in meinem Abschlussplädoyer darauf zu verweisen, dass sich das KBA über viele Jahre hinweg auf die gefälschten Testberichte der Dieselkonzerne verlies und kein eigenes Prüflabor besaß, während wir mit realen Straßen-Abgastests in unserem Emissions-Kontroll-Institut einen Dieselkonzern nach dem anderen der Verwendung illegaler Abschalteinrichtungen überführten – während uns das KBA dabei aktiv zu behindern versuchte. Auf Anweisung der Autobauer verweigerte das KBA seinerzeit die Herausgabe von Prüfwerten für die Kalibrierung der Geräte, so dass wir diese uns außerhalb der EU von der schweizer Regierung besorgen mussten.
 
Wir waren gespannt auf das für den späten Nachmittag angekündigte Urteil. Wie würde das Gericht entscheiden? VW und KBA hatten über Stunden hinweg alle denkbaren Anträge zur Beweiserhebung und Aussetzung Vorlage beim EuGH gestellt. Wir haben nur einen Satz beantragt: Die Berufung abzuweisen.
 
Sie können sich kaum vorstellen, wie wir gejubelt haben, als wir nach sieben Jahren Rechtsstreit in dieser Grundsatzklage um 17 Uhr das Urteil hörten: Die Berufung wird zurückgewiesen und eine Revision nicht zugelassen. Damit haben wir die Durchsetzung einer wirklich Sauberen Luft in unseren Städten und damit die Verhinderung tausender jährlicher Tote durch das Dieselabgasgift NO2 endlich erreicht. Das Urteil ist wegweisend für rund 7,8 Millionen Dieselfahrzeuge mit ähnlicher Betrugssoftware, die nach unseren Schätzungen noch auf deutschen Straßen unterwegs sind und eine schallende Ohrfeige für alle Verkehrsminister der letzten zehn Jahre, die die Gewinne der Autokonzerne über die Gesundheit der Bevölkerung gestellt haben.
 
Mit diesem Erfolg können wir nun auch gegen alle weiteren Diesel-Konzerne vorgehen. Mehrere hunderttausend Betrugs-Diesel von Mercedes-Benz werden noch in diesem Winter verhandelt, danach kommen alle weiteren relevanten in- wie ausländischen Hersteller dran. Aktuell führen wir weitere 118 anhängige Verfahren gegen verschiedene Diesel-Pkw mit der Abgasnorm Euro 5 bis Euro 6c, denn auch diese fahren weiterhin unbehelligt mit illegalen Abschaltvorrichtungen auf deutschen Straßen und vergiften unsere Atemluft. Wir stellen uns auf eine massive Gegenwehr der mächtigen Automobillobby sowie langwierige und kostspielige Revisionsverfahren ein. Diese können wir aber nur durchführen, wenn wir hierfür die notwendigen Mittel haben. Daher bitte ich Sie, uns dabei zu unterstützen.
 
Sie sehen, dass wir diese Milliardenkonzerne tatsächlich vor Gericht überführen und zur Einhaltung unser aller Recht auf Saubere Luft zwingen können. Deswegen bitte ich Sie herzlich: Helfen Sie uns mit einer Spende, oder noch besser dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft, die Automobilkonzerne zur Rechenschaft zu ziehen und zur Nachrüstung ihrer Betrugsdiesel zu zwingen. Alle betroffenen Dieselfahrzeuge müssen stillgelegt oder mit einer funktionierenden neuen Abgasreinigung nachgerüstet werden – auf Kosten der Autokonzerne. 

Die Arroganz dieses Konzerns und des KBA schreit wirklich zum Himmel!

vor einer Stunde schrieb -martin-:

Dazu schrieb heute Jürgen Resch von der DUH:

Die Arroganz dieses Konzerns und des KBA schreit wirklich zum Himmel!

Wer sind die 118 anderen, gegen die geklagt wird? Erwischt es uns auch?

vor 15 Minuten schrieb Kugelblitz:

Wer sind die 118 anderen, gegen die geklagt wird? Erwischt es uns auch?

Ja, es betrifft alle Autos mit "Abschaltvorrichtung".

Zitat

Nicht nur Volkswagen ist betroffen. Praktisch alle deutschen, europäischen wie amerikanischen und asiatischen Hersteller verkaufen Schmutz-Diesel. Die DUH warnt vor dem Kauf neuer wie gebrauchter Diesel-Pkw.

 

https://www.duh.de/informieren/saubere-luft/dieselabgas-betrug/

Zitat

20.03.23

Das Kraftfahrt-Bundesamt muss nun von den Herstellern amtliche Rückrufe für alle von Betrugs-Abgasreinigungen betroffenen Fahrzeugen veranlassen, die beispielsweise bei Temperaturen unter + 10 Grad oder bei anderen typischen Fahrsituationen dauerhaft die ordnungsgemäße Abgasreinigung deaktivieren. Dies umfasst auch Fahrzeuge, die in anderen EU-Staaten typgenehmigt wurden. Denn auch für deren Rechtskonformität ist das KBA nach dem EU-Recht (VO 2018/858) verantwortlich. Zuvor hatte das KBA im Zuge einer Musterklage der DUH wegen Abschalteinrichtungen in einem Golf-Modell vor dem Verwaltungsgericht Schleswig (3 A 113/18) eingestanden, dass bis zur Einführung der Emissionsnorm Euro 6d-Temp alle mit einer Abgasrückführung ausgestatteten Diesel-Pkw entsprechende Abschalteinrichtungen besitzen.

https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/deutsche-umwelthilfe-eroeffnet-rechtsverfahren-zur-nachruestung-oder-stilllegung-von-86-millionen-die/

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