27. Mai 200719 J. Ettore Bugatti ließ seine Autos in Molsheim ausschließlich von ausgebildeten Fachleuten zusammen bauen. Seine Fürsorge für den Betrieb ging so weit, dass er diese Fachleute höchstpersönlich prüfte und einstellte - oder auch nicht. Eine Prüfung sah vor, dass der Bewerber 2 exakt passende Bauteile zusammenfügen sollte. Als Schmierstoffe stellte Ettore Öl, Abschmierfett und Rindertalg (Unschlitt) zur Auswahl zu Verfügung. Wer zu Öl oder Abschmierfett griff, hatte keine Chance, den begehrten Job zu ergattern... Gestern probierte ich Talg als Schmiermittel bei der Montage der Achsschenkelbolzen des 2CV. Es wirkt tatsächlich! Das Eintreiben der Bolzen in das Auge des Schwingarms geht wesentlich leichter, zwar immer noch nicht ohne Nachhilfe durch einen Hammer, aber der kann leichter sein und der Bolzen gleitet bei jedem leichten Schlag weiter, als früher bei den heftigen Schlägen mit dem schweren Hammer... Rindertalg war früher der Stoff, aus dem arme Leute billigste Kerzen herstellten. Bis gehärtete Pflanzenfette aus angeblichen gesundheitsfördernden Gründen ihren Siegeszug durch die Küchen dieser Welt antraten, war Rindertalg DAS Frittierfett der ersten Wahl. Pommes frites, in Rindertalg frittiert, schmecken ungleich besser und hinterlassen auffallend kein Gefühl von Belastung oder Unwohlsein (sehr schwer zu definieren; es fiel mir auf, dass es nach der ersten Portion Pommes aus Rinder-Frittierfett fehlte), wie ich es von Pommes aus der Pflanzenfettfritteuse kenne.
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