4. Juli 200719 J. Salut, hat jemand nähere Infos, was genau in den heiligen Hallen in Vélizy vor sich geht? Das Gebäude soll ja in zwei Hälften aufgeteilt sein (eine für Citroen - eine für Peugeot). Bei jedem neuen PSA-Modell in letzter Zeit liest man in Presseberichten einen Namen von dem verantwortlichen Modelldesigner. Der C6 Designer kommt ja von Renault? Gibt es hier verschiedene Teams? Hat man das Designzentrum errichtet und wohl auch mehr Designer beschäftigt, weil man in Zukunft auf die Zusammenarbeit mit Pininfarina bzw. Bertone ganz verzichten will? Die Zusammenarbeit mit Pininfarina war ja immer sehr erfolgreich. Ist es für PSA günstiger mehr eigene Designer zu beschäftigen ? Gruß, Frederick XM V6 Bj. 98
4. Juli 200719 J. was glaubst du denn, was genau in einem designzentrum passiert?! automobildesign ist ein sehr komplexes geschäft. da gibt es einmal die branche "advanced design" - das sind die jungs und mädels, die sich erst zeichnerisch und dann im modell gedanken um designvisionen machen. deren ergüsse gibts ab und an auf autosalons zu bewundern. das tagesgeschäft in einem designzentrum ist es aber, industriell zu produzierende automodelle bis ins letzte detail zu entwerfen und zu planen. diese branche nennt man engineering - hier arbeiten designer und ingenieure zusammen, um serienmodelle zu entwerfen und zur serienreife zu bringen. jedes projekt hat sein projektteam - sprich eine gewisse anzahl an leuten arbeitet ausschliesslich an diesem projekt. und natürlich gibt es mehrere teams. denn es wird ständig entworfen und entwickelt. in welchem stadium ein projekt hängenbleibt bzw. ob es durch kommt, hängt von den entscheidungen des management ab. manches projekt wird nur gezeichnet, manches im modell untersucht, andere wiederum bis zum prototypen gebracht und wiederum andere scheitern gar noch in der vorserie. im design hat man eine faustformel wieviele projekte wirklich durchkommen und produziert werden - die liegt bei rund 1/20, sprich ~5% der projekte werden verwirklicht. im autobereich dürfte diese zahl eher noch geringer sein - ich schätze mal auf 1 bis 2% kommt man da. die zusammenarbeit mit pininfarina darf man sich nicht als kumpelhaftes miteinander verstehen. pininfarina hat zu vielen autos, die auch die werksabteilung entworfen hat, konkurrenzaufträge gehabt. oftmals haben auch mehrere projektteams intern den gleichen auftrag und arbeiten parallel an unterschiedlichen entwürfen. wie gesagt - was gebaut wird, entscheidet immer der vorstand - egal ob es team a oder team b oder pininfarina entworfen hat. natürlich unter berücksichtung von expertisen aus allen möglichen bereichen die relevant sind. pininfarina hat zwar auch schon peugeots entworfen - die quote der gebauten PF-entwürfe ist aber sehr gering. pininfarina ist neben aller entwurfstätigkeit v.a. auch ein kleinserienhersteller. und kunden wie peugeot werden garantiert nicht ihre grossen und massenfertigungstauglichen anlagen mit modellen wie cabrios und coupes blockieren. solche prestige-autos fertigte daher zumeist pininfarina. für peugeot kleinkram und für PF eben grosse und interessante aufträge. jeder macht das, was er am besten kann. und wo PF draufsteht ist oftmals wie gesagt peugeot-design drin, das nur bei PF gefertigt wird. die internen designabteilungen gab es aber schon immer. und externer entwerfer haben auch keinerlei einfluss auf diese abteilungen bzw. deren umfang.
4. Juli 200719 J. Hallo! Das wird sich kaum klären lassen. Altes Beispiel: der SM. Meiner Meinung nach wurde dessen Design massgeblich von Henri de Segur Lauve gestaltet, ein französischer Amerikaner, den Citroen direkt von GM aus den USA nach Frankreich ins Citroen Designteam gelockt hat. Jedenfalls soll der unmittelbar zuvor bei GM USA gearbeitet haben. Dafür spricht immer noch das SM-Heck mit unverwechselbaren Anleihen an das damalige US-Massendesign (optische Verschmelzung von Rückleuchten und Stossflächen, gab es bei diversen US-Modellen) Hier vertritt man die Meinung, der SM stamme vom Opron persönlich. Gut möglich, dass der Opron seinerzeit der Designchef war, und der de Segur Lauve lediglich Teil des Designteams..... Wird sich wohl nicht mehr klären lassen. Aber was wäre der SM ohne die US-Einflüsse am Heck? So ist das eben. Das Design des C8 soll massgeblich von dem selben Amerikaner stammen, der auch Lancia Lybra und Lancia Thesis gestaltet haben soll.... MFG
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