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Spritpreise

Hervorgehobene Antworten

Das hat niemand behauptet.

Vor 11 Minuten, Kugelblitz schrieb:

Dass die Nachfrage nach Diesel in den letzten 2 Jahren so sprunghaft gestiegen sein soll ist für mich ein schwaches Argument...

Ist auch zu kurz gedacht. Es geht ja nicht um die Nachfrage allein. Auch wenn die Nachfrage sinkt, steigt der Preis, wenn das Angebot stärker sinkt. Und wärs nur, weil Tanker zu hunderten an der Strasse von Hormus im Stau stehen, und so für den weltweiten Dieselnachschub, und seis auch nur vorübergehend, nicht mehr zur Verfügung stehen. Ganz davon abgesehen, dass 20% des Ölangebots über Nacht wegfielen; und Russland keine Alternative ist. Und schon hat jeder Händler Angst, er kommt zu kurz und zahlt mehr. Natürlich nicht aus der eigenen Tasche, und so steigt der Preis. In einer Zeit, in der man nun endlich mit der Energiewende ernst machen muss, wenns noch was bringen soll, und deshalb 60-70€ auf die Tonne CO2 draufschlägt. Nicht der grosse Haufen, aber es gehört eben auch zur wahrheit, dass sich ohne das im Verkehrssektor noch lange nichts bewegt hätte. Etwas überspitzt gesagt: VW und PSA seis gedankt.

Dann wär der Dieselpreis bei gleichzeitigem Niedrigwasser aufm Rhein noch viel höher, weil jeder LKW, der elektrisch fährt, mindestens 1000l Diesel pro Woche spart. Jedenfalls im Fernverkehr, wenn gefahren wird, was die Lenkzeit hergibt. Man hätte keine e-LKW, wenn es keinen CO2-Preis gäbe... und noch viel weniger PV.

Vor 1 Minute, bluedog schrieb:

Ist auch zu kurz gedacht. Es geht ja nicht um die Nachfrage allein. Auch wenn die Nachfrage sinkt, steigt der Preis, wenn das Angebot stärker sinkt. Und wärs nur, weil Tanker zu hunderten an der Strasse von Hormus im Stau stehen, und so für den weltweiten Dieselnachschub, und seis auch nur vorübergehend, nicht mehr zur Verfügung stehen. Ganz davon abgesehen, dass 20% des Ölangebots über Nacht wegfielen; und Russland keine Alternative ist. Und schon hat jeder Händler Angst, er kommt zu kurz und zahlt mehr. Natürlich nicht aus der eigenen Tasche, und so steigt der Preis. In einer Zeit, in der man nun endlich mit der Energiewende ernst machen muss, wenns noch was bringen soll, und deshalb 60-70€ auf die Tonne CO2 draufschlägt. Nicht der grosse Haufen, aber es gehört eben auch zur wahrheit, dass sich ohne das im Verkehrssektor noch lange nichts bewegt hätte. Etwas überspitzt gesagt: VW und PSA seis gedankt.

Dann wär der Dieselpreis bei gleichzeitigem Niedrigwasser aufm Rhein noch viel höher, weil jeder LKW, der elektrisch fährt, mindestens 1000l Diesel pro Woche spart. Jedenfalls im Fernverkehr, wenn gefahren wird, was die Lenkzeit hergibt. Man hätte keine e-LKW, wenn es keinen CO2-Preis gäbe... und noch viel weniger PV.

Naja, die Frage ist, warum sich die Situation beim Diesel in den letzten 2 Jahren anders entwickelt haben soll, als bei Super. Es geht ja nicht um einen allgemeinen Anstieg, sondern um den überproportionalen Anstieg bei einer Sorte....

Vor 1 Minute, Kugelblitz schrieb:

Naja, die Frage ist, warum sich die Situation beim Diesel in den letzten 2 Jahren anders entwickelt haben soll, als bei Super. Es geht ja nicht um einen allgemeinen Anstieg, sondern um den überproportionalen Anstieg bei einer Sorte....

Die Frage kann ich nicht vollends beantworten. Ökonomen würden wahrscheinlich was von Nachfrageelastizität faseln.

Während man, wenn Benzin allzu teuer wird, auf einmal auch zur Not mit dem e-Bike zum Bahnhof kommt, und so den Benziner stehen lässt, oder statt des 12l/100km-SUV auch das Moped nehmen kann, das mit 2-3l/100km auskommt, oder einfach das nächste Auto elektrisch fährt, bleibt etwa die Ölheizung drin und man Kauft Öl zu jedem Preis. Der Mieter zahlts ja, und kann mangels Wohnungsangebot nicht mal ausweichen, wenn er möchte.

Auch der Spediteur kann seine Flotte nicht über nacht elektrifizieren. Die Bank macht da nicht mit. Er fährt also mindestens solange mit Diesel weiter, bis der Diesel-LKW abgezahlt ist, und hofft, in der Zwischenzeit irgendwie ans Kapital für den elektrischen Ersatz zu kommen, der ein Drittel bis die Hälfte mehr kost. - Danach aber jeden Tag auf der Strasse weniger. Wer den Umstieg nicht schafft, ist raus. Aber eben auch nicht schon morgen. Und so bleibt erstmal Diesel teurer. Während wegen der Energiewende die steuerliche Bevorzugung auch nachlässt. Pro verbranntem Liter Diesel wird wesentlich mehr CO2 freigesetzt, als bei der gleichen Menge Benzin. Kostet der CO2-Ausstoss wegen Zertifikatehandel, steigt da der Preis für Diesel eben auch stärker als für Benzin. Man fühlt das umso stärker, als Diesel bisher in den meisten europäischen Ländern weniger stark besteuert war als Benzin.

Vor einer Stunde, Kugelblitz schrieb:

[...] warum sich die Situation beim Diesel in den letzten 2 Jahren anders entwickelt haben soll, als bei Super. Es geht ja nicht um einen allgemeinen Anstieg, sondern um den überproportionalen Anstieg bei einer Sorte....

Gekürzt, vielleicht war mein Text zu lang:

15 Stunden her, schwinge schrieb:

[...]
Die Dieselpreise ziehen schon immer in Krisen mehr an als Benzin. [...]
Weil Diesel der essentielle Treibstoff ist für den kommerziellen Einsatz. [...] Ohne Diesel geht nix. Die Nachfrage nach Diesel ist kaum an den Preis gekoppelt. [...]
Benzin interessiert dagegen keine Sau. [...] Ein Treibstoff für Privatkonsum. [...]

Vor einer Stunde, bluedog schrieb:

Die Frage kann ich nicht vollends beantworten. Ökonomen würden wahrscheinlich was von Nachfrageelastizität faseln.

Während man, wenn Benzin allzu teuer wird, auf einmal auch zur Not mit dem e-Bike zum Bahnhof kommt, und so den Benziner stehen lässt, oder statt des 12l/100km-SUV auch das Moped nehmen kann, das mit 2-3l/100km auskommt, oder einfach das nächste Auto elektrisch fährt, bleibt etwa die Ölheizung drin und man Kauft Öl zu jedem Preis. Der Mieter zahlts ja, und kann mangels Wohnungsangebot nicht mal ausweichen, wenn er möchte.

Auch der Spediteur kann seine Flotte nicht über nacht elektrifizieren. Die Bank macht da nicht mit. Er fährt also mindestens solange mit Diesel weiter, bis der Diesel-LKW abgezahlt ist, und hofft, in der Zwischenzeit irgendwie ans Kapital für den elektrischen Ersatz zu kommen, der ein Drittel bis die Hälfte mehr kost. - Danach aber jeden Tag auf der Strasse weniger. Wer den Umstieg nicht schafft, ist raus. Aber eben auch nicht schon morgen. Und so bleibt erstmal Diesel teurer. Während wegen der Energiewende die steuerliche Bevorzugung auch nachlässt. Pro verbranntem Liter Diesel wird wesentlich mehr CO2 freigesetzt, als bei der gleichen Menge Benzin. Kostet der CO2-Ausstoss wegen Zertifikatehandel, steigt da der Preis für Diesel eben auch stärker als für Benzin. Man fühlt das umso stärker, als Diesel bisher in den meisten europäischen Ländern weniger stark besteuert war als Benzin.

Naja, eigentlich verschiebt sich seit dem Diesel Skandal die Nachfrage vom Diesel in Richtung Otto, überwiegend bei Privatfahrzeugen, teilweise auch bei Firmenfahrzeugen. Da würde man doch erwarten, dass es in die andere Richtung geht...

Vor 2 Minuten, schwinge schrieb:

Gekürzt, vielleicht war mein Text zu lang:

Habe ich durchaus gelesen, ist schon sinnig - aber auch teilweise Spekulation.

Spekulation - wo?

PKW machen ca. 15% vom Dieselverbrauch aus. Also quasi so gut wie nix.

Bearbeitet ( von schwinge)

Vor 7 Minuten, Kugelblitz schrieb:

Naja, eigentlich verschiebt sich seit dem Diesel Skandal die Nachfrage vom Diesel in Richtung Otto, überwiegend bei Privatfahrzeugen, teilweise auch

Die Frage ist halt, was die einstellige Prozentzahl weniger Nachfrage in D dann weltweit ausmacht.

In CH blieb der Dieselskandal folgenlos. In China, na ja. Man hat da Reserven für mehr als ein Jahr, und fördert konsequent e-Mobile. Indien? Malaysia? In Japan fahren PKW quasi nicht mit Diesel. Schon Jahrzehnte nich. Ebenso in den USA, wo trotz Dieselskandal eher mehr Diesel gefahren werden. E-LKW gibts da auch quasi noch nicht...

  • 2 Wochen später...

Interessant:

2,22 Euro für den Liter Diesel: Die Ölpreis-Ausrede zieht nicht mehr
Der Benzinpreis-Rekord erklärt sich nicht allein durchs Rohöl: Selbst der ADAC räumt ein, dass die Kalkulation an der Zapfsäule kaum noch nachvollziehbar ist.

Business Punk - Work hard. Play hard.
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2,22 Euro für den Liter Diesel: Die Ölpreis-Ausrede zieht...

Benzinpreis-Rekord bei 2,22 Euro: Warum selbst der ADAC die Kalkulation an der Zapfsäule nicht mehr nachvollziehen kann.

Ein Liter Super E10 kostete am 2. Am 2. September 2026 erreichte Super E10 mit rund 2,215 Euro je Liter einen neuen Höchststand und war damit so teuer wie nie zuvor (nominal). Damit übertraf der Preis den bisherigen Rekord von 2,20 Euro aus dem März 2022. Zeitgleich notierte Rohöl der Sorte Brent Anfang August nur bei etwa 79 Dollar pro Barrel. Diese Diskrepanz ist der eigentliche Stoff der Geschichte, nicht der Rekord selbst. Der ADAC, sonst um Zurückhaltung bemüht, sagt es klar: Die Rohölentwicklung erklärt das aktuelle Preisniveau an deutschen Zapfsäulen nur unzureichend.

Die Tagesschau berichtet, dass Brent zuletzt auf mehr als 90 Euro je Barrel gestiegen sei; üblich ist allerdings eine Angabe des Brent-Preises in US‑Dollar. Die Straße von Hormus, durch die früher rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung floss, bleibt eingeschränkt befahrbar. Das treibt einen Risikoaufschlag in den Ölpreis. Doch der Vergleich zum April entlarvt die Argumentation der Konzerne. Damals kostete Brent zeitweise mehr als 100 Dollar, der Monatsdurchschnitt für E10 lag mit 2,109 Euro trotzdem unter dem Augustwert von 2,145 Euro.

Ein höherer Ölpreis erzeugte also einen niedrigeren Spritpreis als ein niedrigerer Ölpreis heute. Diese Rechnung geht nur auf, wenn andere Faktoren als Rohöl den Ausschlag geben. Genau an diesem Punkt setzt die Kritik des ADAC an, der explizit davon spricht, dass die Kraftstoffpreise künstlich überhöht wirken und einer soliden kalkulatorischen Grundlage entbehren. Für Verbraucher bleibt dabei kaum eine Möglichkeit, sich gegen diese Preismacht zur Wehr zu setzen, weder durch Tankstellenwahl noch durch politische Instrumente.

Normalerweise bewegen sich Benzin- und Dieselpreise synchron. Im Spätsommer 2026 gilt das nicht mehr: Diesel verteuerte sich im August um fast 13 Cent, während E10 im gleichen Zeitraum moderater zulegte. Grund ist die globale Knappheit bei Mitteldestillaten, verschärft durch ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien und den Importbedarf Deutschlands. Interessanterweise kehrte sich diese Entwicklung innerhalb weniger Wochen sogar um, denn zeitweise gab der Dieselpreis nach, während Benzin weiter zulegte. Diese Volatilität zeigt, wie wenig verlässlich sich Kraftstoffpreise derzeit an einer einzelnen Ursache festmachen lassen.

... Mobilitätspolitisch bedeutet das: Wer auf sinkende Spritpreise als Entlastung wartet, verlässt sich auf einen Mechanismus, der längst nicht mehr nur von Angebot und Nachfrage gesteuert wird. Die Verkehrswende bekommt dadurch ungewollten Rückenwind, denn jeder Rekordpreis macht Elektromobilität und Alternativen zum Verbrenner relativ günstiger, ohne dass Politik oder Hersteller dafür etwas leisten mussten.

Fakt auch: Der ADAC selbst zweifelt an der Kalkulationsgrundlage der Konzerne. Was fehlt, ist eine belastbare Aufschlüsselung, wie viel vom Preis tatsächlich auf Raffinerie- und Großhandelsmargen entfällt. ... Für Entscheider in der Mobilitätsbranche heißt das: Wer auf sinkende Kraftstoffkosten als Kalkulationsgrundlage setzt, baut auf Sand. Die Entkopplung von Rohölpreis und Zapfsäulenpreis ist real und macht Prognosen unzuverlässiger als je zuvor. Wer jetzt in Elektromobilität oder alternative Antriebe investiert, bekommt indirekt Rückenwind durch die Intransparenz der fossilen Preisbildung, ohne dass das Klimaziel dafür verantwortlich wäre.

Bearbeitet ( von Kugelblitz)

Vor 22 Minuten, Kugelblitz schrieb:

Interessant:

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2,22 Euro für den Liter Diesel: Die Ölpreis-Ausrede zieht...

Benzinpreis-Rekord bei 2,22 Euro: Warum selbst der ADAC die Kalkulation an der Zapfsäule nicht mehr nachvollziehen kann.

Der fossil-energetische Komplex erreicht damit zwei Ziele. Die verdienen sich dumm und dusselig und fördern den Frust der Autofahrenden. Auch ein Grund, warum ich ab 2027 elektrisch fahren werde, diesen Hasspredigern* will ich nicht länger dienen.

*BUR-2026-Das-fossile-System.pdf

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