12. Juli 200917 J. Seit gestern hat der schwarze GSA X3 von Frank Schuster aus Hannover ein neues Zuhause - und zwar bei meiner Frau und mir. Bei der Überführungsfahrt von Hannover nach Osnabrück hatte Willibald (so hat ihn meine Frau inzwischen getauft) sofort einen ganz besonderen Willkommensgruß an uns: Etwa 50 Kilometer hinter Hannover verlor der Motor plötzlich Leistung und ging dann ganz aus. Das passierte natürlich genau dann, als ich die Einfahrt zu einem Rastplatz gerade passiert hatte. Also rechts ran, auf den Standstreifen neben der Beschleunigungsspur des Rastplatzes, Warnblinker an. Wieder versucht, den Motor zu starten. Er sprang auch an, kam aber nicht richtig auf Touren. Als ich die Haube öffnete, habe ich den Motor sofort wieder ausgemacht. Aus der Benzinpumpe spritzte eine regelrechte Fontäne. Was war passiert? Der Benzinschlauch von der Pumpe zum Vergaser war aus der Pumpe gerutscht. Und zwar steckte der Schlauch noch auf dem kleinen Metallröhrchen, der ja eigentlich eine ziemlich unzertrennbare Einheit mit der Pumpe bilden sollte. Dieser war aus dem Pumpendeckel herausgesprungen. Ich habe den Schlauch mit dem Röhrchen wieder kräftig in die Pumpe gesteckt, noch ein bisschen gewartet, bis das Benzin sich aus dem heißen Motorraum verflüchtigt hatte - und dann probeweise den Motor gestartet. Was soll ich sagen: Er sprang an, die Verbindung zwischen Schlauch und Pumpe war auch dicht. Der Schlauch steckte wieder richtig fest auf der Pumpe. Ich habe es also gewagt, und bin weitergefahren. Natürlich habe ich ein paar Mal gehalten, um zu sehen, ob die Konstruktion noch hält. Aber er lief bis zum Schluss. Am Ende der Fahrt war der Schlauch noch fest in der Pumpe. Der Schlauch sieht noch recht neu aus, die Schlauchschelle auch. Möglicherweise hatte der Mechaniker beim Anflanschen des Schlauches das Röhrchen gelockert. Anders kann ich mir das nicht erklären. Ansonsten sieht der Wagen noch recht gut aus. Am dringlichsten muss die Kupplung gemacht werden. Der Auspuff ist auch irgendwo vorne undicht, er röhrt ziemlich kräftig und es ziehen bei längerer Fahrt auch Abgase ins Auto. Auch die Schaltung ist ziemlich ausgegnaddelt. Ich fürchte, da muss mittelfristig eine neue Schaltstange rein, mit einer neuen Kupplung allein ist es wohl nicht getan. Aber das kann noch ein bisschen warten (ich habe nämlich im Moment keine Lust, sofort Vordersitze, Teppich und Mittelkonsole auszubauen). Die einzig bekannte Roststelle war unter der Batterie. Das hatte eine Fachwerkstatt bereits geschweißt. Sonst hat das Blech ein paar Dellen (müssen die für ein H-Kennzeichen eigentlich raus? Sonst würde ich nämlich sagen, dass die bleiben können. Das gehört doch mit zur Historie eines früher in Frankreich gefahrenen Wagens), und auf der Motorhaube hat sich an ein paar Stellen der Klarlack gelöst. Die müsste dann irgendwann mal auch neu lackiert werden. Auch der Innenraum verlangt nach ein bisschen liebevoller Zuwendung. Der Zigarettenanzünder hat einen Kurzschluss, der muss also neu (nicht dass ich im Auto rauchen würde, aber ich brauche die Steckdose fürs Navi). Der Lautsprecher auf der Beifahrerseite muss auch noch eingebaut werde, und der Heizungstemperaturregler braucht einen neuen Bedienknopf. Dachhimmel und Polster könnten auch mal ein paar Pflegemittel gebrauchen. Aber sonst bietet der Wagen meiner Meinung nach eine hervorragende Basis für eine rollende Restauration. Noch ist die Substanz gut. Wenn man sie erhält und die paar Schönheitsfehler beseitigt, sollte einem H-Kennzeichen in fünf Jahren nichts mehr entgegenstehen. Bis dahin muss ich mit den Umweltzonen meiner beiden Wohnorte Osnabrück und Dortmund leben. Aber der Wagen soll ja nicht in der Innenstadt fahren. Ach ja, Bilder folgen, sobald ich sie gemacht haben. Wahrscheinlich beim nächsten Akt: Motor raus, abdichten Kupplung und Auspuff neu ... Viele Grüße, Elmar PS:Würdet ihr auch die Benzinpumpe ersetzen? Nach dem Erlebnis gestern traue ich dem Ding nicht mehr so ganz...
12. Juli 200917 J. Viel Spass mit dem Wagen. Hatte mich da auch für interessiert. In schwarz sieht so ein GSA doch recht nett aus. Bei den Arbeiten, die da anstehen, ist die Benzinpumpe doch kein Kostenfaktor. Die solltest Du natürlich ersetzen. Grüße Jörg
12. Juli 200917 J. Herzlichen Glückwunsch Elmar und gute Fahrt mit dem GSA. Ich denke auch, es ist ein sehr erhaltenswerter GSA mit hohem Spaßfaktor.
12. Juli 200917 J. Hallo Viel Spaß, die Dellen (Beulen) sind für die H-Zulassung nicht von Relevanz. Gruß
14. Juli 200917 J. Hallo Elmar, natürlich auch von mir als Vorbesitzer allzeit gute Fahrt und viel Spaß mit dem schwarzen GSA X 3, freue mich dann schon auf Deine Bilder und auf ein evtl. Wiedersehen ! Ich bin sicher, der Wagen ist bei Dir in guten Händen. Gruss Frank
14. Juli 200917 J. ... freue mich, dass er noch lebt! Hallo ekki07, der GSA X3 lebte tatsächlich noch, stand aber meistens in Offenbach in der Garage und wohnte zuletzt in Hannover. In Frankfurt war ja seit Einführung der Umweltzone nix mehr mit Fahren, in Hannover habe ich das dann doch entspannter gesehen:-) aber mehr als ca. 3 tkm sind nicht zusammen gekommen.... Viele Grüße Frank
4. Oktober 200916 J. Ersteller So, wie versprochen kommen jetzt ein paar Bilder. Ich hatte zwar erste vor, den Motor selber abzudichten, hatte dann aber im Sommer a) keine Zeit, und auch keinen rechten Platz dafür. Weil ich nicht monatelang aufs Fahren verzichten wollte, habe ich ihn in eine kleine Werkstatt meines Vertrauens gebracht (die Firma findet sich noch in dem alten Werkstättenverzeichnis in der Bordmappe des GSA . Vertragshändler ist sie aber längst nicht mehr. Ist halt kein Glaspalast, da schraubt der Chef noch selbst. Er restauriert auch Enten und CXe, und auch eine Dyane habe ich schon in der Halle gesehen - da dachte ich mir, ich kann den GSA ruhig dorthin geben). Trotzdem hat es zwei Monate gedauert, bis ich das Auto jetzt mit frischer AU und HU wieder mitnehmen konnte (z.B. war ein neues vorderes Radlager nur bei Daniel Engelhardt zu kriegen - der aber auch erst aus dem Urlaub wiederkommen musste.) Der starke Ölverlust wurde durch einen neuen Dichtsatz beseitigt. Auch die Motorentlüftung war total dicht. Der französische Vorbesitzer hatte sich des Problems der versifften Entlüftung dadurch entledigt, dass er ein Loch in den Öleinfülldeckel gebohrt hatte. Dadurch konnte sich zwar der Überdruck ein wenig abbauen, aber dafür verteilte sich mit jedem Gasgeben eine fein zerstäubte Ölwolke im Motorraum. Die Zündspule machte schlapp und wurde getauscht. Weil der Anlasser nur noch sporadisch ging, wurde auch er getauscht. Er spurte nicht mehr in den Zahnkranz des Schwungrades ein, sondern drehte durch. Deswegen hatte leider auch der Zahnkranz üble Fressspuren. Ich habe schweren Herzens das Schwungrad eines 1130er-Motors geopfert, der eigentlich mal meinen GS soll, der noch auf seine Fertigstellung wartet. Das Schwungrad selbst passte nicht, aber die Werkstatt tauschte den Zahnkranz. Schließlich wurde das Radlager vorne rechts getauscht und eine Durchrostung an der Kofferraumseitenwand hinten links geschweißt. Ach ja, wegen eines Steinschlagschadens bekam der Wagen eine neue Windschutzscheibe mit Dichtung. Freundlicherweise reinigte der Meister auch den Vergaser, der auf der zweiten Stufe nicht mehr lief. Es wurden stillschweigend auch ein paar Mängel mehr beseitigt. Was noch zu machen ist? Tja ... Viele Kleinigkeiten: Ein Schieberegler der Heizungsbedienung ist abgebrochen. Das gesamte Teil soll getauscht werden; Ersatz liegt schon bereit. Die Instrumentenbeleuchtung hat einen Wackelkontakt. Die Düse der Scheibenwaschanlage rechts ist abgebrochen. Das Lenkrad ist ziemlich bröselig. Das Armaturenbrett zeigt auf der Ablagefläche oben risse. Der Heckscheibenwischer hinten geht nicht mehr richtig (muss möglicherweise aber nur neu festgeschraubt werden). Die Heckscheibenheizung zeigt auch keine große Wirkung mehr. Der Außenspiegel rechts ist abgebrochen (da müsste eigentlich einer vom CX passen). Innenraum und Polster müssten gründlich gesäubert werden. Vor allem aber muss dringend etwas gegen den Rost an den Türfalzen getan werden. Und ja, eigentlich stören mich auch die vielen Beulen und Dellen und Kratzer im Lack. Meine Frau meint zwar, das sind Gebrauchsspuren und sie gehören als Original-Patina zu dem Auto (es kommt schließlich auch aus Frankreich), aber ich finde schon: Ohne Dellen sähe der Wagen schöner aus. Hinzu kommt: Am hinteren rechten Kotflügel ist direkt am Scheibengummi der Klarlack ab. Das möchte ich ungern so lassen. Hier ein paar Bilder: Gruß Elmar Bearbeitet (4. Oktober 200916 J. von ACCM Elmar Stephan)
4. Oktober 200916 J. Hallo Elmar, dann müßte dir ja jetzt eigentlich ein Zahnkranz für deinen GS fehlen. Ich hätte da noch einen übrig. Bei Interesse bitte melden. Grüße Jörg
4. Oktober 200916 J. ... als ich den GSA vor 2 Jahren aus Frankreich geholt hatte, waren noch gar keine Rostprobleme vorhanden... das Beschriebene schockiert mich etwas. Die Motorentlüftung war in der Tat eine typisch französische Notlösung. Die übelste Beule ist die rund um den Tankdeckel. Wird wohl etwas aufwendiger, die zu beseitigen... ansonsten wünsche ich dennoch viel Freude mit dem seltenen Exemplar.
4. Oktober 200916 J. Ersteller @ Jörg: Ja, ein frischer Zahnkranz wäre nicht schlecht. Ich schreib Dir mal ne PN ... @ ekki: Die Roststelle war unter der Seitenverkleidung versteckt. Wenn man nur die Bodenmatte rausnahm, sah man nichts. Man musste die aufgeklebte Stoffverkleidung vorsichtig abmachen, um den Rost zu sehen. Ich bin nur deshalb drauf gestoßen, weil ich die Klappe zum Höhenkorrektor abgeschraubt habe und mir dabei eine kleine Ausbeulung in der Stoffverkleidung merkwürdig vorkam. Glücklicherweise war es nur eine kleine Stelle. Die Mängel gehen auch in Ordnung. Es ist halt ein 25 Jahre alter Gebrauchtwagen, der nur mäßig gepflegt wurde. Aber wenn man jetzt ein wenig Arbeit reinsteckt, kann man ihn noch erhalten. Eine typische Roststelle habe ich noch vergessen: Dieses Hohlraumprofil am Motorunterzug, an dem der Stoßfänger festgeschraubt ist, muss auch geschweißt werden. Das werde ich in der Winterpause in Angriff nehmen. Dann kann ich bis April auf eine Holhraumkonservierung sparen Weiß eigentlich jemand, wie man die nicht mehr ansehnlichen Plastikteile außen und innen wieder schön machen kann? Gruß Elmar
4. Oktober 200916 J. In irgendeinem Fred wurde mal von Owatrol als beste Lösung gesprochen. Ich bin noch nicht dazu gekommen, dass auzuprobieren. http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=160294125790&ssPageName=STRK:MEWAX:IT
7. Oktober 200916 J. Hallo Elmar, bin sehr froh, dass der X3 bei Dir in wirklich gute Hände gekommen ist ! Die Plastikteile außen habe ich halbjährlich mit Melkfett behandelt, danach sahen sie aus wie neu. Ist natürlich keine dauerhafte Lösung. Den tip hatte ich glaube ich vom Günter. Weiterhin viel Spaß beim Fahren ! Viele Grüße Frank
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