9. November 200916 J. Hallo, nach 400000 km sind beim 2.1 TD BJ 92 die Schwingarmlager fällig. Das rechte ist bereits draußen, trocken und zerbröselt. Distanzring war keiner zu finden. Ich sehe auch nicht, daß es bei den verschiedenen Reparatursätzen Distanzringe gibt, um die Vorspannung einzustellen. Ist das beim XM nicht nötig?. Oder kann ich die alte Achshülse wiederverwenden. Natürlich hat es dabei einige Unfälle gegeben: Schraube der Bremsleitung rundgedreht, Schraube der Druckleitung am Federzylinder ging nicht raus- Leitung abgesägt, ABS-Sensor zerstört - kurz, alles was man kaputtmachen kann ist kaputt. Nur den Sicherungssplint des Federzylinders habe ich 3 Tage bearbeitet, bis er nachgegeben hat. Auto hat neuen Tüv und ASU, lohnt sich also noch. Also: Wer kann mich beraten zwecks Vorspannung des Lagers, wer hat noch eine intakte Bremsleitung und Druckleitung hinten rechts XM Limousine Y3 rumliegen? Schöne Grüße Alf
10. November 200916 J. Also ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, daß das Lagerspiel ausgemessen und mit korrekten Distanzscheiben eingestellt gehört! Denn: Die Lager sind zwar Präzisionsteile, die beim Kit mitgelieferten Abstandshalter ("Druckstücke") aber nicht. Und es gibt eindeutige Anleitungen von Cit über die Einstellung. Für den prinzipiell baugleichen BX wurde die Einbauvorschrift von etwas Lagerluft auf 0,2 mm Vorspannung für die Lager geändert. So habe ich es an meinem BX gemacht und bin bisher (seit > 50.000 km) sehr zufrieden. Die Hinterachse feder SEHR weich, ohne Geräusche oder Ruckeln. Hier noch etwas Lesefutter aus der Suchmaschine: http://forum.andre-citroen-club.de/showthread.php?t=6765 http://forum.andre-citroen-club.de/showthread.php?t=30892 substantiell ab Posting #10! der Helmut Bachmayer ist komplett anderer Meinung: http://forum.andre-citroen-club.de/showthread.php?t=44765 http://forum.andre-citroen-club.de/showthread.php?t=31224 Gute Erklärung (meinen dortigen Beitrag bitte vergessen!) Also ist hier reichlich Raum für Diskussion! Natürlich kann man einen XM nochmal über den TüV bringen, indem man einfach ohne aufwändige Messerei die alten Lager rausschmeisst und neue Lager reinkloppt. Wenn man aber alle Vorzüge eines guten Fahrwerks geniessen will (spiel- und geräuschfrei, leichtgängig, saubere Radführung), dann führt m.M. nach kein Weg am Ausdistanzieren vorbei. Leider ist mal wieder die Arbeitsweise der Cit-Werkstätten kein Qualitätsmaßstab: Mir wurde in einer Niederlassung von den Mitarbeitern bestätigt, daß weder das Ersatzteillager jemals den Distanzscheibensatz an die eigene Werkstatt verkauft hat, noch die Werkstatt das vorhandene Spezialwerkzeug zum Ausdistanzieren verwendet. Ich schliesse daraus, daß i.d.R. zwar die vollen Arbeitswerte nach Richtzeitenkatalog berechnet werden, man sich aber nicht an die zugehörige Reparaturanleitung hält. Hier meine damaligen Erfahrungen: http://forum.andre-citroen-club.de/showthread.php?t=70894 Und schließlich noch die Info: Ich habe mir seinerzeit das entsprechende Werkzeug zum Vermessen gekauft. Es kostete weniger als die beiden schief gefahrenen Reifen an der Hinterachse! Gegen Erstattung der Portokosten und Hinterlegung eines Pfands in Höhe des Anschaffungswertes kann ich das Werkzeug gerne ausleihen! >>Jürgen Bearbeitet (10. November 200916 J. von ACCM Jürgen P. Schäfer)
10. November 200916 J. Ersteller Hallo Jürgen, danke für die ausführliche Zusammenfassung. Die meisten Postings dazu kannte ich schon, war mir nur nicht sicher, ob das auf für den XM gilt. Ich hab heute auch meinen Bücheli wiedergefunden, der das mit den Distanzscheiben auch beschreibt, allerdings ohne Vorspannung. Beim BX vor ca 10 Jahren hatte ich das Einpressen von der Werkstatt machen lassen, hat dann noch ca. 100000 km gehalten, bis der Wagen verschrottet wurde. Die haben anscheinend ordentlich gearbeitet. Ich bin da völlig deiner Meinung, daß das an so einem Teil korrekt gemacht gehört. Der Wagen wurde hinten langsam härter, ich hab es erst mal auf Nachlassen der Kugel geschoben. Außerdem zog er auch schon länger nach links, trotz neuer Reifen und korrekter Lenkung, ich hab da nie den Grund dafür gefunden, vielleicht hat es ja was damit zu tun. Wenn das Lager noch mal 400000 km hält, wäre es ok... Auf dein Angebot würde ich gerne zurückkommen, ich besorge erst mal alle Ersatzeile und mache dann gleich beide Seiten. Demnächst per PN. Grüße, Alf
10. November 200916 J. ...Auf dein Angebot würde ich gerne zurückkommen, ich besorge erst mal alle Ersatzeile und mache dann gleich beide Seiten. Demnächst per PN. Grüße, Alf Gerne Alf, besorg' Dir auch die genaue Anleitung, wie das Einstellwerkzeug zu handhaben ist und ne Schieblehre mit einem Meßbereich von iirc mind. 200 mm.Ich hatte die Anleitung für den BX, bin aber im Moment unsicher, ob für den XM die gleiche Vorspannung vorgeschrieben wird. >>Jürgen
11. November 200916 J. Hallo, beim Xantia ist das ganz easy ohne Einstellwerkzeug zu machen. Das Spiel zwischen Chassis und Schwingarmlagerflansch soll 0,5mm oder kleiner sein. Also Lagerbolzen des Schwingarms festziehen (13mdaN) und das Spiel mit Blattlehre (Spion) messen und bei Abweichung mit einer Einstellscheibe ausgleichen. Einstellscheiben soll es bei Cit in 3 Dicken geben (0,5 / 1,0 / 1,5mm). Da die Schwingarm Konstruktion beim XM ähnlich sein wird, sollte es da auch funktionieren. Gruß PB.
11. November 200916 J. Ersteller Hallo, also wie das in der XM-Anleitung vom Bucheli-Verlag beschrieben wird, sorgt meiner Meinung nach die Feder des Meßwerkzeugs beim trockenen Messen für die Vorspannung des Lagers. Mit den Distanzscheiben wird dann ausgeglichen, bis kein Spiel mehr vorhanden ist, das steht dort explizit drin. Wäre für mich eine logische Erklärung. Barfuß eingestellt, also ohne Meßwerkzeug, nur mit der Schieblehre, könnte ich mir das schon mit der Vorspannung von über den Daumen 0,23 mm vorstellen. Ich glaube ja nicht, daß jede Citroen-Werkstatt das Meßgerät hat, und machen tuns die ja trotzdem? Jürgen, wenn du das Meßwerkzeug mit der Feder zum Vorspannen des Lagers hast, könnte ich mir vorstellen, daß das eventuelle nochmalige Vorspannen entfällt. Aber ich werd mich da mal die Tage beim freundlichen erkundigen. Gruß Alf
11. November 200916 J. und machen tuns die ja trotzdem? Das ist doch gerade das Problem. Die machen es, aber nicht richtig. Und dann verreckt der Mist eben gleich wieder.
11. November 200916 J. Ersteller So, hab jetzt das alte Lager richtig auseinandergenommen und inspiziert, siehe da - einen dünnen Distanzring gefunden. War also schön sauber und korrekt eingepaßt, sonst hätte das Lager nicht so lange durchgehalten. Alf
13. Oktober 202513. Okt Moin, da der Titel am besten zu dem passt was ich fabriziert habe, möchte ich diesen "Kapern" 😉.. Ich habe die Schwingarmlager von meinem Xantia (X2.. sollte aber seit CX der gleiche Kram sein..) gewechselt und ein paar Bilder dazu gemacht..: Das ist mein „Einstellwerkzeug“. Dieses besteht aus einer Feder, für die ich mit einer (improvisierten) Federwaage die Länge ermittelt habe, bei der sie die geforderten 500N (der Wert stammt aus dem CX- Reparaturhandbuch..) aufbringt. Einem alten Lagersitz (diese sind breiter als die dort eigentlich sitzenden Druckstücke, wodurch man nicht mit dem Führungsrohr in Konflikt kommt. Außerdem bieten sie sauber geschliffene Anlageflächen, was gut für die Messung ist), dem neuen Lager, und dem Führungsrohr aus dem Überholsatz (dieses ist minimal kleiner im Durchmesser als das original, wodurch die Lager gut darauf gleiten können). Und halt dem Lager und einem zweiten alten Lagersitz für die Gegenseite, sowie einer Gewindestange mit entsprechenden Scheiben und Muttern. Ein kleines Wort zu dem Überholsatz: das Führungsrohr ist nicht nur wenig Maßhaltig, es hat auch an den Enden Fasen, die dort nicht hingehören. Damit ist es eigentlich vorprogrammiert, dass es sich in den Achskörper eingräbt und der ganze Lagerkrempel damit zu Klump geht.. Die Druckstücke in den Dichtringen sind auch nicht geschliffen, oder sonst etwas. Das Hüllrohr (das Kunststoffdingen) ist auch zu lang. Ich habe also von dem Überholsatz lediglich die Lager selbst und die Dichtringe verwendet. War wohl zu billig gekauft… So sieht das Ganze dann eingebaut in dem Schwingarm aus. Die Lager hatte ich etwas geölt und vor dem Messen mehrfach gedreht, damit sie sich setzen können. Hier wird die Federlänge gemessen, die vorher mit einer Federwaage bestimmt worden ist. Wenn man sich eine neue Feder dafür Kaufen will (beispielsweise bei Gutekunst), kann man sich die benötigte Länge auch dort aus den Berechnungstools herausholen. Jetzt wird die „Breite über alles“ gemessen. Von dieser wird die Breite der beiden alten Lagersitze (Werkzeug) abgezogen, die breite der beiden Druckstücke hinzugerechnet und die Breite des verwendeten Führungsrohres abgezogen. Tadaa.. Heraus kamen bei mir Werte von 0,3 und 0,4mm. Die Lager sind wohl doch nicht so Maßhaltig wie teilweise angenommen wird (gut, der ganze Lagersatz war bisher keine Offenbarung.. ich hab aber grade nichts anderes da..). Die originalen Einstellscheiben waren jedenfalls mit 0,8mm doppelt so stark wie das, was ich mir hier zusammengezaubert habe. Ob die Lager mit den originalen Scheiben also lange leben würden, darf bezweifelt werden. Der Rest ist einfaches zusammenstecken. Dabei sollte man die Einstellscheiben zuerst einfädeln, bevor man den Dichtring auf der entsprechenden Seite in den Schwingarm drückt. Sonst kann man sich mit den Scheiben den Dichtring beschädigen. Als Einstellscheiben habe ich Passscheiben nach DIN 988 mit 22x30x0,1mm in Edelstahl genommen. Soviel also von meiner Seite dazu. Wenn ich dabei groben Unfug betrieben haben sollte, oder sonst etwas dazu auffällt, würde ich mich über entsprechende Rückmeldungen freuen. Der Kram ist noch nicht eingebaut, und kann daher im Zweifel noch korrigiert werden… Gruß Matthias
14. Oktober 202514. Okt vor 12 Stunden schrieb minilinde: Heraus kamen bei mir Werte von 0,3 und 0,4mm. Als Einstellscheiben habe ich Passscheiben nach DIN 988 mit 22x30x0,1mm in Edelstahl genommen. Das sind das alos 3 Scheiben bei 0,3 mm und 4 Scheiben bei 0,4 mm?
14. Oktober 202514. Okt Ich baue die ausgebaute, gelagerte Schwinge mit den neuen, trockenen Lagern zunächst testweise zusammen, und ziehe die Achsschraube schrittweise Richtung soll-Drehmoment an. Dazu habe ich beidseits geeignete stahlplatten mit Bohrung, welche die Aufnahme der Schwingen simulieren. Das Lagerspiel der Schwingen lässt sich so vorab nach Anzug der Achsschraube kontrollieren. Wenn sich die Bewegung der Schwingen rubbelig anfühlt, bekommen die Lager zuviel axiale Vorspannung. Das ist unbedingt zu vermeiden (s.u.) Ich verbaue i.d.R. die Distanzhülsen der Reparatursätze. Die waren bisher immer ca. 2/10 mm länger als die Originalen. Bisher habe ich damit immer eine praktisch spielfreie Lagerung im simulierten Einbauzustand hinbekommen, ohne die Gängigkeit der Lager durch ungewollte Axialvorspannung (d.h. distanzhülse zu kurz) zu beeinträchtigen. Einer meiner Vorbesitzer hat dem keine Beachtung geschenkt. Resultat war (bei ansonsten gutem Zustand der Lagerung) ein gebrochener zerbröselter äußerer Lagering, weit vor der Zeit, wobei dieses Schwingenlager das ersetzte Lager war...
15. Oktober 202515. Okt So habe ich das in Ermangelung des originalen oder eines Nachbau-Werkzeugs auch schon gemacht.
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