7. Juli 200323 J. Hallo zusammen, nachdem der Motor- und Getriebewechsel beim HY am Wochenende problemlos über die Bühne gegangen ist, möchte ich jetzt diesem ganzen Schraubenhaufen möglichst gute Pflege für ein langes Leben zukommen lassen. Bei meinem CX war damals das TAF-X Getriebeöl die erste Wahl, nachdem es hier im Forum von vielen empfohlen wurde. Passt dieses Öl nun auch in das HY-Getriebe? Es heisst ja, dass das TAF-X für Getriebe ist, bei denen Schaltgetriebe und Achsantrieb zusammen geschmiert werden. Ist das beim HY der Fall? Beim Motorenöl habe ich an vollsynthetisches 15W60 gedacht, weil der HY ausschließlich im Sommer auf großen Strecken eingsetzt wird. Ist das ok? Danke schonmal! Martin
7. Juli 200323 J. Ahhh... Das hatte ich schon mal im Zusammenhang mit dem DS nachgefragt - und leider keine Antwort.. Mir wäre es auch am liebsten, wenn ich in alle Autos (CX, DS, HY) dasselbe Getriebeöl einfüllen könnte. Aber nur beim CX könnte ich experimentiern, da ich da notfalls ein Ersatzgetrieb hätte... Synthetiköl würde ich nicht in den HY füllen - bei Ölwechselintervallen von 3000 km geht das dann doch zu sehr ins Geld. Im Prinzip stammen die Motoren ja noch aus Zeiten, in denen Einbereichsöl Standard war. Insofern ist ein billiges Mehrbereichsöl sicherlich schon ausreichend (hoffe ich zumindest). Gruss Michael
8. Juli 200323 J. Hi Martin Es gibt in der Clubzeitung einen Technikspezialisten für H-Modelle . . . . und in NL angeblich etwas Club-Ähnliches für diese Fzg . . . ?? Wegen Motoroel kann ich Mike nur zustimmen - bei den Wechselintervallen (3000km??????) reicht das billige(4,99 euro) Oel aus dem Supermarkt auf jeden Fall !! Mehr kann ich da leider auch nicht beitragen - sorry
8. Juli 200323 J. Hallo Martin, etwas ausholend und verallgemeinernd: Es gibt längs und quer eingebaute Motoren. Bei den längs liegenden Motoren ist das Schaltgetriebe auch längs eingebaut und daher ist im Differential ein Kegel- Tellerrad Zahnradpaar verbaut, dass die Umlenkung der Antriebskraft auf die quer liegenden Antriebswellen gestattet. Bei quer eingebauten Motoren und demzufolge quer liegenden Schaltgetrieben ist am Differential nur ein weiteres schrägverzahntes Zahnradpaar notwendig. Die "normalen" schrägverzahnten Zahnradpaare sind so gefertigt, dass die Zähne beim Eingriff aufeinander abrollen. Das Kegel- Tellerrad Zahnradpaar hat eine sogenannte Hypoid-Verzahnung, bei dieser Gleiten die Zahnräder beim Eingriff aneinander vorbei. Durch diese Gleitbewegung der Zahnflanken wird ein druckfesteres Getriebeöl benötigt, um zu vermeiden, dass das Öl zwischen den Zähnen weggedrückt wird. Dieses druckstabilere Getriebeöl ist z. B. von Castrol das TAF-X, während das normale Schaltgetriebeöl SMX heisst (beide Öle sind Mehrbereichsöle, es gibt auch noch einfache Öle). Einfachautos, wie z. B. BMW oder Mercedes, fahren dann SMX im Schaltgetriebe und TAF-X in der Hinterachse. Bei Frontantriebswagen mit längs liegendem Motor wird dann TAF-X für das gesamte Getriebe benötigt, da es keine getrennte Ölfüllung nur für das Differential gibt (Ente, DS, HY). Es spricht aber nichts dagegen, dieses TAF-X auch beim CX und Xantia einzufüllen, obwohl hier keine Hypoidverzahnung im Getriebe vorhanden ist. Viele Grüsse Rolf Ja, ich weiss, nach der neuen deutschen Rechtschreibreform schreibt man Differenzial, aber warum dann nicht auch Nazional?
8. Juli 200323 J. Ersteller Hallo Rolf, super! Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort! Jetzt werde ich gleich mal TAF-X kaufen gehen. Martin
8. Juli 200323 J. Ebenfalls Danke - dann werde ich ausser dem HY auch den DS beglücken - zumindest kann man die Flaschen nicht mehr verwechsbuchseln ;-) Schlimmstenfalls hat es keinen Vorteil gegenüber dem normalen SAE 90. Achso wegen dem Ölwechselintervall: Bei meinem steht im Handbuch 3000 km allerdings ist es ein Diesel. Beim CX steht für den Diesel ja auch 7.500 und beim Benziner 10.000. Wenn ich das "interpoliere" vermute ich für den HY Benziner ein Intervall von 5000 evtl. 7500 km. Allerdings wurden die HYs von der Idee her überwiegend für Kurzstrecken-Betrieb geschaffen (zum Markt und wieder zurück). Also vermute ich, das bei meinem Langstreckenbetrieb der Ölwechsel auf 5000 km verlängert werden kann, ohne das der Motor leidet. Immerhin fahre ich jetzt ja auch schon aus Zeitmagel seit Mai ohne Ölwechsel und es sind inzwischen über 6000 km drauf... Gruss Michael
9. Juli 200323 J. Hallo, jetzt doch nochmal nachgefragt: War nicht einer der technischen Hintergründe von Martins Frage, ob das TAF-X eben VERTRÄGLICH mit den alten Schaltgetrieben in HY, DS usw. ist, also z.B. als Synthetiköl die vorhandenen Dichtungen nicht etwa angreift???? Könntest z.B. Du dazu nochwas sagen, Rolf Stucki? Danke! Gruß, ACCM Bernhard
9. Juli 200323 J. Also, ca. Mitte der 80er Jahre hatte Castrol in einer Verkaufsliste irrtümlich SMX als Getriebeöl für DS angegeben. Ich Dummerchen hatte damals dieser Liste geglaubt und dieses Öl verwendet, dann aber kurz danach das TAF-X entdeckt und sofort das Öl getauscht. Es ergab sich ein intensiver Briefwechsel mit Castrol in Hamburg, nachdem meine Anfrage mit einem Standardbrief beantwortet wurde. (Vielen Dank für Ihr Vertrauen in unsere Produkte....Wir können Ihnen versichern, daß wir unsere Produkte nur nach ausführlichen Erprobungen...Wir hoffen, Ihnen mit dieser Auskunft geholfen zu haben und verbleiben....) Jedenfalls hatte ich damals die Gelegenheit, auch mit dem technischen Leiter der Produktentwicklung zu sprechen, der sich damals schon mit Oldtimern beschäftigt und den zugehörigen Problemen beschäftigt hatte. Er meinte damals folgendes zu Ölen und Dichtungsmaterialen: Probleme gibt es bei sehr alten Fahrzeugen, wo die Materialien sich schon ziemlich verhärtet haben. Der Einsatz von modernen Ölen mit Additiven führt dann zu einem Dichtungsversagen. Bei meinem DS sollte ich den Einsatz von TAF-X (SMX ist definitiv falsch) ausprobieren, seiner Erfahrung nach sind ab den 60er Jahren die Dichtungsmaterialien beständig gegen die moderneren Mehrbereichsöle. Mittlerweile gibt es von Castrol spezielle Motor- und Getriebeöl aus dem Classic-Programm ohne Additive. In einem anderen Thread hier wird gerade diskutiert, ob man durch Einsatz von Additiven die verhärteten Dichtungen aufquellen und damit wieder dicht bekommen kann, nur so am Rande. Ich habe TAF-X damals ca. 5 mal schon bei verschiedenen alten Autos (ca. 10 Jahre alt) eingefüllt, ohne dass hierdurch ein Dichtungsdefekt aufgetreten ist. Der Unterschied zwischen normalem Einbereichsöl und Synthetiköl besteht darin, dass ein Synthetiköl aus verschiedenen Mineralölen zusammengemixt wird, um hier bestimmte Eigenschaften zu erhalten, so wie die Dröhnung auch auch verschiedenen Kaffeesorten gemischt wird (nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich). Rolf Nichts bewegt Sie wie ein Citroen.
10. Juli 200323 J. Danke, Rolf! Ich denke mal, bei einer 62er-DS (HY hat ja im Prinzip die gleiche Moder-gebriebeeinheit) könnt`s also eventuell schon noch kritisch werden mit der Dichtungs-Öl-Verträglichkeit und Vorsicht ist angebracht (beim CX sicher nicht mehr). Grüße, ACCM Bernhard
12. Juli 200323 J. Ersteller So, TAF-X ist drin. Was mir aber bei der Sache komisch vorgekommen ist: Es gingen nur ca. 1,5 Liter rein. Ist das beim HY so? Ich hätte mehr erwartet. Morgen geht's mit dem HY nach Sandelzhausen zur Peters-Sammlung (700km insg.). Morgen abend weiss ich, ob's ihm gut getan hat. Martin
12. Juli 200323 J. Äh, Martin, DS-Getriebe haben 2 Ölablassschrauben, HY vielleicht auch? Rolf Citroen - Mehr als Sie erwarten
13. Juli 200323 J. Ersteller Oh ja, noch schlimmer: Die echte Ölablassschraube sitzt über einer Quertraverse. Nur zu erkennen, wenn der HY auf der Bühne oder Grube steht, oder wenn man es eben weiss. Ich habe eine andere Schraube hinten am Getriebe geöffnet. Es kam auch eine Menge Öl raus, aber halt nicht alles. Die ganze Übung darf ich also nochmal wiederholen. Die Fahrt gestern (ca. 700km) hat der HY mit Bravour bestanden. Der Verbrauch lag bei sensationellen 10,7 Litern! Vor dem halben Getriebeölwechsel ist der Gangschalthebel bei längerer Fahrt immer recht heiss geworden. Jetzt mit 1,5 Litern TAF-X wird er selbst bei hohen Aussentemperaturen und 200km am Stück nur noch lauwarm. Ich habe ein gutes Gefühl für die Fahrt zum 2CV-Welttreffen. Danke nochmal an alle! Martin
14. Juli 200323 J. Klingt gut ;-) Getreibeölmenge ist bei mir (Diesel) mit 3l angegeben. Deswegen habe ich es nämlich nicht noch vor Wsthofen gewechselt. Habe leider nur noch 2,5l hier. Gruss Michael
25. Juli 200323 J. Getriebeölprodukt ist beim H ziemlich egal, klebrig sollte es sein, wie Honig, und die Viskosität ist in der Betriebsanleitung angegeben (90). Beim Motoröl wirds schwieriger: da das Vorkriegsteil nicht über ein Feinfilter für das Öl verfügt, sondern nur ein grobschiges Sieb verhindern soll, dass abgerissene Pleuelschrauben auch noch die Ölpumpe zerstören, sollte man ein Oldtimeröl verwenden (gibts auch als Mehrbereichsöl), das eben nicht über die Additive verfügt, die den Dreck in der Schwebe halten, bis er im Feinfilter aufgefangen wird. Die Folge ist regelmäßiges Reinigen der Ölwanne, in der sich der Dreck absetzt. Aber DIE Intervalle sind laaaaang...
26. Juli 200323 J. Ähem - Gerhard, mein HY hat einen Ölfilter, der wie beim CX TD1/2 auch nach oben schaut und gewechselt werden will... oder meintest du mit Feinfilter etwas anderes? @Martin: ist beim Benziner kein Ölfilter vorhanden? Ich vermute, das der dort wie bei der DS ohne Gehäuse in den Motor geschraubt wird oder? @all: weiss denn jemand, was für ein Ölfilter in den Indenor Diesel (IN2) reingehört? Beim Ölwechsel habe ich den vorsichtshalber mal drin gelassen. Momentan ist einer von Motorcraft (glaube Ford?) drin. Genaueres lässt sich nicht erkennen. Hmm - vielleicht ein neuer Thread besser für das Thema. Naja werden sehen... Gruss Michael
26. Juli 200323 J. Ersteller Nöö, mein HY hat keinen Ölfilter. Jedenfalls habe ich keinen gefunden. Sollte man dann vielleicht doch lieber unlegiertes Öl verwenden? Martin Ratlos
26. Juli 200323 J. Die Benziner haben KEINEN Ölfilter, lediglich das grobmaschige Sieb am Ansaugteil der Ölpumpe, an das man erst nach Abbau der Ölwanne kommt...technischer Standart der 30-erjahre, schließlich ist der Motor aus dem 11CV abgeleitet und der Block, Pleuel und Kolben auch für diesen zu verwenden. Die Kurbelwelle muß angepaßt werden, das kann aber nicht jeder. Der Motor dreht nur anders herum, sonst könnte man ihn mit geringen Anpassarbeiten im 11-er verwenden.
Erstelle ein Konto, um zu kommentieren