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Le Corbusiers Voiture Minimum

Hervorgehobene Antworten

In Frankreich gab es schon sehr früh eine ausgeprägte Automobileidenschaft. Die erste Befragung des französischen Volkes stand schon Anfang der 20er an. Allerdings ist die IDee des volksnahen Autos durch die Weltwirtschaftskriese in Vergessenheit geraten. Als es dem französischem Volk ab 1936 wieder besser ging, nahm man einen 2.Anlauf und befragte abermals das Volk, wie sie sich ihr Auto vorstellen. Auf Grundlage dieser Marktanalsyse gab z.B. Michelin Eckdaten raus, wie der TPV konstruiert sein sollte, so entstand daraus dann bei Citroen der 2CV. So fing man an bei Citroen/Michelin ab 1937 einen TPV zu entwickeln.

Ziemlich cool. Gefällt mir.

car023.jpg

mg

Ich bin selbst Architekt und ein großer Verehrer des Werks von Le Corbusier. Für diejenigen hier, die seinen Namen nicht einzuschätzen wissen, sei gesagt, dass Le Corbusier - wenngleich nicht unumstritten - in Fachkreisen als einer der größten Architekten des vergangenen Jahrhunderts gilt.

Der Entwurf des "voiture minimum" ist mir seit vielen Jahren bekannt. Er wird in zahlreichen Büchern über Le Corbusier gezeigt, allerdings meist am Rande, da Gebäudeentwürfe und städtebauliche Planungen im Werkverzeichnis eines Architekten naturgemäß eine bedeutendere Rolle spielen als der Entwurf eines Fahrzeugs.

Le Corbusier war ein Autonarr, wie es in dem oben verlinkten Artikel nachzulesen ist. Auf vielen zeitgenössischen Fotos seiner in den zwanziger Jahren errichteten Bauten sind im Vordergrund damalige Oberklassefahrzeuge zu sehen. Es gibt sogar einen unmittelbaren Bezug seines Werks zu dem André Citroens: Le Corbusier benannte 1921 einen für die Serienproduktion bestimmten Entwurf "Maison Citrohan" in Anlehnung an die (in Europa) revolutionäre Fließbandfertigung des Autopioniers.

Einen Vorläufer der Ente, wie weiter oben vermutet, kann ich im Entwurf des "voiture minimum" aber nicht erkennen. Das Layout mit Heckmotor erinnert eher an VW Käfer, Fiat 500 oder Isetta. Konzeptionell konsequent erscheinen die in dem Rendering des Artikels dargestellen drei Sitze in Reihe und der Verzicht auf eine schlecht zugängliche hintere Sitzbank.

Das Rendering offenbart aber auch die Schwächen des Entwurfs: Die angedeuteten Radkästen dürften kaum für den Lenkausschlag der Vorderräder ausreichen, und die glattflächigen Karosseriepartien ohne jede Sicken oder Wölbungen wären auch damals kaum herstellbar gewesen. Es war eben ein Architektenentwurf - Architekten zeichneten noch vor fünfzehn Jahren zweidimensional am Reißbrett, und ihre Entwürfe sind auch heute noch keinerlei dynamischer Belastung ausgesetzt.

Eigentlich ein spannendes Thema - vielleicht schreibe ich demnächst einen Artikel für unsere Clubzeitschrift darüber!

Gruß, Jan

Bearbeitet ( von ACCM Jan Schüsseler)

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