30. Juli 201115 J. Die ams schreibt über die ECE-Verbrauchsnorm R101 für Plug-in-Hybride. Ist schon die bisherige ECE-Norm für konventionelle Autos realitätsfremd, gilt das erst recht für die neue Norm, bei der Hybride eine Sonderbehandlung bekommen, indem der errechnete Gesamtkonsum in Abhängigkeit von der elektrische Reichweite sinkt. In die Verbrauchsformel nach ECE gehen folgende Parameter ein: C = Gesamtverbrauch, De = elektrische Reichweite, C1 = Verbrennerverbrauch bei Elektro-Fahrt, C2 = Verbrennerverbrauch bei leerer Antriebsbatterie und die Formel lautet dann: C = (De x C1 + 25km x C2) / (De + 25km). Als Grundlage dient dabei die "angenommene durchschnittliche Entfernung zwischen zwei Batterie-Aufladungen", die laut ECE-Norm bei 25 km liegt. Fährt ein Plug-in-Hybrid diese Strecke rein elektrisch, halbiert sich mathematisch sein Verbrennungsmotor-Konsum. Bei 50 km Elektrofahrt ist es nur ein Drittel, und bei 75 km gerade noch ein Viertel des Ausgangswerts. So soll der kommende Porsche 918 Spyder trotz seiner 718 PS nur drei Liter/100 km verbrennen, weniger als ein Polo Blue Motion. Opels Hoffnungsträger Ampera käme gar auf eine Traumzahl von 1,6L/100 km und der kommende Toyota Prius käme auf 2,6L. Dadurch wird klar, dass diese Werte ein völlig theoretisches, und damit die ECE-Norm im Ergebnis ein surreales Konstrukt sind. Der Spritverbrauch der Plug-in-Hybride liegt logischerweise bei rein elektrischer Fahrweise bei null Litern und nähert sich auf sehr langen Strecken asymptotisch dem reinen Verbrennungsmotor-Verbrauch an. Somit ist der statistische ECE-Einzelwert nur für den Stammtisch brauchbar. Realistischere und entscheidendere Kennzahlen wären aber die rein elektrische Reichweite für die Kurzstrecke, der gemischte Mittelstreckenverbrauch bis 100 km und der reine Benzinverbrauch auf der Langstrecke. Der Opel Ampera käme dann auf 50 km rein elektrisch, 2,4 Liter pro 100 km im gemischten Betrieb auf der Mittelstrecke von 100 km und 4,8 Liter für den Benzin-Motor auf der Langstrecke. Das sind zwar immer noch Topwerte, aber weit von den surrealen 1,6 Litern entfernt. Noch ärgerlicher ist es beim CO2-Ausstoß. Nach der Plug-in-Formel liegt er beim Opel-Ampera bei sensationellen 37 g/km. Dabei wird in der ECE-Norm jedoch so getan, als käme der geladene Strom ohne Emissionslast aus den Kraftwerken. Das ist vorsätzliche ökologische Irreführung des Autofahrers, denn sauber berechnet, müsste ein Teil der Emissionen vom Verbrennungsmotor und der andere vom verbrauchten Strom nach EU-Mix (450 g CO2/kWh). Beim Ampera sind das 37 g CO2/km vom Motor und 57 g vom E-Antrieb, was zusammen 94 g ergibt - 2,5 mal soviel, wie nach der Norm.
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