In der Schweiz darf man keine 200 fahren, also ist das wesentlich berechenbarer.
Mir erging es mehr als einmal so, dass ich auf längeren Touren nach D und teilweise F die Reichweite zum Teil erheblich kürzer einschätzte, als sie war... Wobei ich noch nie ein Auto mit so einem eindeutigen Signal wie einer Reserveleuchte hatte, woran ich mich bei der Restreichweitenschätzung hätte halten können.
Das mit dem schneller fahren hatte ich in jüngeren Jahren auch... Da musste einfach ausprobiert sein, was ging. Viel wars ja nicht, mit gerade 58PS und einer Vierstufenautomatik... Aber die angegebene Höchstgeschwindigkeit war immer drin, wenn man wollte. Und es ist dann auch schon vorgekommen, dass ich sicherheitshalber für einen Zwanziger nachgetankt habe, nur um dann festzustellen, dass ich zu Hause ziehmlich genau soviel übrig hatte, wie ich nachgetankt hatte.
Seit ich den C1 fahre, hat die Tankanzeige ohnehin nur noch die Aussagekraft einer Warnleuchte, auch wenns eben die nicht gibt.
Da muss man sich auf die Konstanz der eigenen Fahrweise verlassen, das ermöglicht auf Grundlage der zurückgelegten Strecke die einzig halbwegs vertrauenswürdige Schätzung über den Tankinhalt.
In der Regel ist es so, dass die Reserve eigentlich locker noch 100km hergeben sollte. Der C1 schafft das aber auch nicht. Den hab ich noch nie bewusst leergefahren, aber ich hab an der Tankstelle schon mehr eingefüllt, als eigentlich in den Tank passen soll, und das, obschon ich meist nur noch auf einen geraden Betrag auffülle, wenn die Zapfsäule abstellt.
Wenn ich denn mal unruhig werde, dann, weil in der Tankfüllung ein erheblicher Kurzstreckenanteil dabei war, oder im Stau... Wobei man da ja öfter mal den Motor ausmachen kann, um den Mehrverbrauch ein wenig im Zaum zu halten. Ansonsten ist meine Fahrweise so konstant, dass ich mich auf einen etwas grosszügig angesetzen üblichen Verbrauch gut verlassen kann.
Warum denn in der Landschaft herumfahren? Kann man doch alles mit nutzbringend verwendeten km hinbekommen. Zumindest auf den ersten 50km der Reserve dürfte sich das Liegenbleibensrisiko in Grenzen halten. Und auch danach kommt alle paar km eine Tankstelle, wo man gut anhalten kann.
Man muss nur Autobahnen meiden und halt richtig reagieren, wenns mal ruckelt. Die Chance, dass man mit sehr wenig Benzin auf einem Parkplatz liegenbleibt, ist eh grösser, als dass man mitten auf der Strasse stehen bleibt. Bei leerer werdendem Tank wird es nämlich irgendwann dazu kommen, dass man zwar noch ein paar wenige Km fahren könnte, aber den kalten Motor schon nicht mehr anwerfen kann. Das ist vor allem für Sparfahrer wie mich wichtig zu wissen. Wenn ich dann nämlich wirklich vom letzten Bisschen Tankinhalt zu zehren meine, mach ich den Motor unterwegs nicht mehr ohne Not aus (auch wenn das ja nur Warmstarts sind).
Vor dem Liegenbleiben haben, sofern ein gefüllter Kanister samt Einfüllrüssel mitgeführt wird, nur die Angst, dies noch nie ausprobiert haben... Die anderen wissen, dass es halb so schlimm ist. Nur den einen oder anderen schadenfrohen Blick, wenn man mit dem Kanister am Strassenrand hantiert, sollte man abkönnen.
Beim Diesel (ich hatte nie Diesel) würde ich mich vor so einem Experiment kundig machen, ob, und falls ja wo, eine Entlüftungspumpe zu finden ist.
Beim Benziner reicht es, die Benzinvorräte aufzufüllen und dann ein paar Sekunden zu Orgeln, bis der Sprit wieder vorn ankommt. Unter Umständen kanns stressfreier sein, einfach ein paar mal im Abstand von mindestens drei Sekunden die Zündung an und dann eben nach drei Sekunden wieder aus zu machen. Die Benzinpumpe schaltet sich ja immer erstmal ein paar Sekunden zu, wenn man die Zündung anmacht, egal, ob man dann den Motor startet oder nicht.
Was man im Interesse der Benzinpumpe vermeiden sollte, ist, diese länger als nötig leer laufen zu lassen. Auch ein (öfter mal) fast leerer Tank kann deren Lebensdauer abträglich sein, da in der Regel mit dem Treibstoff die Treibstoffpumpe im Tank gekühlt wird.