So, jetzt ist die Saison auch bei mir eröffnet.
Nachdem ich mit jemandem mal über Führerscheinkategorien diskutiert hatte, war ich so doof, einfach mal beim Amt nachzufragen, wie das denn sei, bei mir, denn ich war bisher einfach davon ausgegangen, dass der Wortlaut der entsprechenden Verordnung auch für mich gelte, und ich Kategorie M auch habe, weil die bei B (PKW) drin ist nach Wortlaut der VZV.
Es kam heraus, ich hab NUR Kat B, ohne Unterkategorien, weil der Fahrlehrer, der die Motorisierungsabklärung seinerzeit machte, das entsprechende Kreuzchen nicht gemacht hat.
Effekt: Mein Pony sass fortan in der Garage fest. Ich durfte zwar PKW, nicht aber Mofa fahren, obschon ich die ganze Grundschulzeit hindurch ohne jedes Problem Fahrrad fuhr, also schlicht klar ist, dass ich solche Vehikel auch ohne Servo an Lenkung und Bremse sicher beherrsche. Die Bremse am Mofa funktioniert ja über die ganz genau gleichen Bowdenzüge, wie am Fahrrad...
Nun wollte der Amtsschimmel mich zum Fahrlehrer schicken, zwecks Motorisierungsabklärung Kat. M!
Das konnte ich dem zuständigen Beamten ausreden mit der Argumentation, dass ein ganz normaler Mensch ja auch nicht gefragt werde, ob er Zweiräder fahren könne, und der dann nach der entsprechenden Theorieprüfung die Kategorie einfach kriegt, wenn ers nicht spätestens zur Autoprüfung ungefragt von Gesetzes wegen geschenkt kriegt.
Ich hab also auf den Gleichstellungsartikel in der Bundesverfassung hingewiesen, ihn wissen lassen, dass ich mich in diesem Sinne diskriminiert fühle, und ihn dann gefragt, ob er sich ganz, ganz sicher sei, dass er von mir etwas verlangen dürfe, was man normalerweise entweder in meiner Situation schon geschenkt bekommen hat, oder für das man nicht einmal einen Lernfahrausweis brauche. (Motorisierungsabklärungen macht man in der Regel, um einen Lernfahrausweis zu erhalten.
Ich hab ihm dann gesagt, dass ich meinetwegen eine Kontrollfahrt mache, was er aber nicht für nötig hielt. Der Mann versprach mir dann, das in der internen Sitzung anderntags zu klären, und mich dann anzurufen.
Zum Zeitpunkt des Rückrufs war dann immerhin schon klar, dass dem Amt ein Arztzeugnis reichen würde, worin bestätigt werden musste, dass ich in der Lage wäre, die notwendigen Handgriffe sicher zu bedienen (ich bin neun Jahre lang jeden Tag viermal oder öfter mit dem Fahrrad durchs Dorf, solange ich zur Schule ging! Problemlos!
Aufgehängt hat er das daran, dass in dem Arztzeugnis für Kat B damals der Satz drinnen stand, die Feinmotorik an den Händen sei leicht eingeschränkt.
Ich bin dann zum Arzt, der mich von Kind an kennt, und hab ihm die Geschichte erzählt.
Einigermassen verwundert sagte er mir, was ich auch schon wusste, und eigentlich auch dem Mann vom Strassenverkehrsamt zu vermitteln versucht hatte, nämlich dass der Satz eben deshalb drinnen stand, weil diese Beeinträchtigung nur leicht und daher für das führen eines KFZ nicht weiter wichtig sei. Ich nur: "Das weiss ich, aber der Beamte nicht, und mir glaubt der das natürlich nicht."
Arzt sinngemäss: Ja, wie auch immer... ok, das kann ich machen. Wird aber dauern, ich hab reichlich papierne Pendenzen...
Zwei Wochen später hatte der Mann vom Amt das verlangte Arztzeugnis aufm Tisch. Wie erbeten ruft er mich an, und bittet mich, meinen Führerschein einzusenden, damit Kat. M nachgetragen werden könne, aber dann eben ohne die Auflagen aus Kat. B.
Dass Kat M und die anderen mit Kat. B "geschenkten" Unterkategorien nicht auf dem Führerschein auftauchen (Kreditkartenformat), weiss ich, denn ich hatte ja das ganze Karussell erst angestossen durch die Nachfrage, die dann, weils eben nicht eingetragen wird auf dem FAK, mit dem Blick ins Fahrberechtigungsregister endete. Auch sonst niemand, dessen Führerschein ich je gesehen hatte, hat das auf der Plastikkarte drauf.
Ich hab also heut Nachmittag den Führerschein abgegeben, zwecks Kategorieergänzung.
Eben, kurz vor Schalterschluss, und mittlerweilen wieder daheim kam der Anruf: Die Kategorie wurde ergänzt. Auf dem Führerschein tauche sie nicht auf, weshalb man mir den neuen Führerschein nun kostenlos zuschicken werde.
Wussten wir das nicht alle schon vorher? Ich hab am Telefon dann danke gesagt und konnte mir die Frage, ob, ganz ehrlich, er dann ja meinen Führerschein gar nicht erst gebraucht hätte, nicht verkneifen. Der Mann bejahte das einigermassen kleinlaut.
So sind se, beim Amt. Immer auf die kleinen, und möglichst noch über die vorgeschriebenen Bürokratiehürden hinaus.
Freitag hab ich mein Kärtchen voraussichtlich in der Post. Bis es soweit ist, darf ich ohne fahren, und erzähl dem interessierten Polizisten dann halt diesen Roman.
Ich setz mich jetzt, endlich, wieder aufn Bock!
Hoffentlich springt das Maschinchen an.
Auf bald, und allzeit ne handbreit Luft rundum.
PS: Dass ich schon gefahren war, hab ich natürlich nicht amtlich gemacht, auch wenn ich mir da nun ja nicht viel vorzuwerfen hatte.