Quel que soit l´état de la route.... avec L´AMORTISSEUR PROGRESS
Die Reibungsdämpfer (frotteurs, amortisser à friction ) der Rundpedaler waren vielen 2CV Fahrern genauso unbekannt, wie die dahinter liegenden Schwingarmlager. Kein Wunder, denn das unkontrollierte Aufschaukeln der Altvögel wurde und wird als typisch, gar liebenswert erkannt. Auch heute gilt: Ob die Beläge der Dämpfer verölt, abgenutzt oder gar gebrochen sind, ist nicht hörbar, und bleibt mangels Kenntnis der Prüforganisationen selbst bei der HU verborgen.
So findet man noch heute, auch in angeblich liebevoll restaurierten A / AZ der 50er Jahre, original Reibungsdämpfer vom Erstausrüster: Abgenutzt, verölt, teilweise gebrochen und daher wirkungslos. Links unten im Bild: A 436-02 (ressort fil de 5,4: stärkere Feder für die Hinterachse), rechts unten: A 436-03 (ressort fil de 4,2: dünnere Feder für die Vorderachse), sowie oben die nach dem Abnehmen des Deckels sichtbare Seite. Gewicht mit Deckel 560-580g. Da eine zerstörungsfreie Demontage bzw. Nachstellmöglichkeit nicht vorgesehen war, wurde im zeitgenössischen 447 für diesen Dämpfer auch nur der komplette Austausch vorgeschlagen. Doch es gab (und gibt) viele Alternativen zum frühen CITROEN Original, wie der hier gezeigte, augenscheinlich sehr populäre PROGRESS 105 (E. LEPICARD) Dieser ist ca. 20g schwerer als das Original.
Wie bereits >> auf S.5 gezeigt, ist vom Gebrauchtkauf ohne vorheriges Zerlegen eher abzuraten, doch es gibt den 105 auch immer noch in NOS, zu finden auf EBAY.fr sowie LBC. Wie die Exemplare, um die es in diesem Artikel geht.
Obwohl stark unterrostet, finden sich am Lack im Bereich der drei Schraublöcher keinerlei Spuren, die auf eine frühere Montage hinweisen.
Auch auf der Rückseite ist "nichts" zu erkennen. In der Vitrine lagen diese Dämpfer indes sicher nicht.
Nach dem Zerlegen wird auch klar, dass weder Sicherungsmutter, noch Einstellschraube jemals bewegt wurden, denn dieser PROGRESS 105 wurde zusammengebaut lackiert. Offensichtlich nicht besonders gleichmäßig, ohne Grundierung, mit einem Lack, der sich unter Einwirkung von IPA (Isopropanol) auflöst.
Ebenso deutlich wird aber auch der Grund für die hohe Popularität, speziell dieses Dämpfers:
Die Montage kann schnell und von jedem Laien mit 3 Maulschlüsseln (SW12, SW19, SW8) erledigt werden: Nach Entfernen des original Reibungsdämpfers (vermutlich stets mit Meissel und Hammerschlag nach Entfernen der 3 Schrauben des Deckels erfolgt), muß lediglich die Kontermutter (SW19) gelöst werden. Dann wird der 105 auf die drei Nasen der Achse aufgesteckt und einfach solange gedreht, bis die Löcher des Dämpfers mit den Gewinden des Schwingarms fluchten. Anschliessend wird mit den drei Befestigungsschrauben (M7,SW12) der Deckel festgezogen, ebenso wie das abgeflachte Gewinde der "Einstellschraube" (SW8). Final wird die Kontermutter festgezogen. Fertig.
Übrigens: Die Einstellschraube ist deswegen in Anführungszeichen gesetzt, weil deren Funktion eher "digital" erscheint. Wer erwartet, mit dieser tatsächlich das Schleppmoment des Dämpfers einstellen zu können, wird enttäuscht. Es gibt nur lose oder fest, die Auslieferung erfolgte in letzter Position. Die gute Nachricht ist, dass man bei der Montage nicht befürchten muß, eine feine Vorjustage des Werks zu demolieren ;-)
Die optische Wiederherstellung des Deckels ist ebenso einfach wie der Einbau : Nach dreistündigem Bad in alter Bremsflüssigkeit, und anschliessendem Bad über Nacht in 50% verdünntem fertan FeDOX waren Lackspuren und Rost restlos getilgt.
Auch wenn abschliessend noch etwas mit Dremel und Messingzopf nachgearbeitet wurde, die Kratzer (Schleifpapier ?) waren erstaunlicherweise bereits original vorhanden. Wichtig: Das Dämpfer-Element (mit auf Gummi aufvulkanisierter Reibfläche) wurde nicht behandelt: Man ahnt, was DOT3 und fertan FeDOX bewirkt hätten...
Der Papieraufkleber ist auch im Original (vermutlich von Kindern) mit der Nagelschere am Küchentisch geschnitten, wie ein Entenfarmer aus Salm gar nicht so abwegig witzelte. Krumm und schief geschnitten, zudem schlampig verklebt. Er lässt sich unter Wasserdampf entfernen.
Zur Ehrenrettung muß gesagt werden, dass E. LEPICARD z.T. das Modell 105 auch mit aufwändig gefertigtem Aufkleber in schöner Gestaltung auf hauchzarter Folie geliefert hat. Trost: Bei der gezeigten Billig-Variante ist die Reproduktion einfacher.
Der Farbdruck beim örtlichen Copyshop auf 140g Papier kommt in der Realität (nicht am Monitor) dem Original sehr nah. PDF- Vorlage für die private Nutzung gerne per Mail. Alterung möglich, mit etwas Kaffeesatz und Owatrol oder natürlicher Bewitterung ;-)
Die Auswahl der Farbe des Deckels war etwas schwieriger, zumal die Alkohol Reinigung des verwitterten Originaltons (metallisiert) mit Mattierung und Abrieb bestraft wurde. Mit der helleren Rückseite wurde der Farbton beim Lackierer vergleichbar mit Ford M5210 identifiziert, und den gibt es widerum erfreulicherweise auch als Lackspray (Dupli Color 20-0250). Wichtig: Diese Dupli-Color Töne müßen zwingend abschliessend mit Klarlack überlackiert werden werden. Wird vorab eine Grundierung aufgetragen, sollte diese hell sein.
Auch wenn die Gummiabdeckungen (woran erinnern die bloß ?) von Einstellgewinde und Kontermutter etwas unter Reinigung und Fluidfilm (zwecks Erweichung) gelitten haben, sieht das Ergebnis schon recht ansprechend aus, fast zu neu. Aber das gibt sich nach Montage und Betrieb.
PS: Ich suche noch einen (oder zwei) Super Progress Reibungsdämpfer, ein "etwas" aufwändigeres Modell mit "Bremsbacken" und Federn, unrestauriert.