Hallo Moritz,
Dieter Rodemund weiss, wovon er redet, er ist schon Jahrzehnte im Geschäft und hat einen entsprechenden Einblick.
Und:
Es ist bestimmt nicht immer nötig, das komplette Auto auseinanderzunehmen, gewiss nicht. Nur wird man so nach und nach immer wieder etwas auseinandernehmen müssen und das auch teilweise mehrfach, da häufig Baugruppe C erst sinnvoll nach vorheriger Demontage der Baugruppen B und A demontierbar ist...
Will sagen der konsequenteste Weg ist die komplette Zerlegung so eines Wagens und der grundsätzliche Neuaufbau. Das ist zudem auf lange Sicht die deutlich stressfreiere und auch die günstigere Variante. Hier muss man dann, auch wenn man alles selber macht, auf einen Schlag eine größere Summe Geld in die Hand nehmen und Wochen, Monate, Jahre seiner Freizeit investieren und hat dann aber als Lohn für die Mühen für viele Jahre lang Ruhe wenn man gut gearbeitet hat.
Wer das entweder nicht kann oder will, der muss halt jemand dafür bezahlen, der das für ihn macht. Und dann möchte ich noch eine Illusion nehmen:
Bei den genannten Werten mit 50.000€ und 2000 Stunden ist doch schon beim schnellen Hinsehen klar, dass das nicht zusammen geht. Investiere ich wirklich 2000 Stunden in so ein Projekt als Profi und setze die Stunde mit 50€ an, dann lande ich schon bei 100.000€ reinen Lohnkosten... Und da ist dann weder die Ausgangsbasis sprich das Fahrzeug an sich noch irgendein Ersatzteil dabei...
Von daher muss jedem klar sein, dass man bei einem D-Modell für 50.000€ bei weitem nicht erwarten kann, dass wirklich alles gemacht wurde was nötig wäre oder sinnvoll wäre. Denn wenn das so wäre, dann kämen da Summen heraus die der Markt eher nicht bereit wäre, zu bezahlen.
Konsequenz:
Sofern machbar alles, was man selbst machen kann selbst machen und nur einzelne Arbeiten/ Baugruppen die man sich nicht zutraut, fremd vergeben. Beim selbermachen hat man zudem den riesigen Vorteil, dass man den Wagen und die Technik bis ins kleinste Detail kennenlernt und auch die Zusammenhänge durchschaut. Macht alles der verkaufende Händler, dann ist man vielleicht die 50.000€ ärmer, hat dann einen (hoffentlich) schönen Wagen aber noch lange kein Freifahrtschein für viele Jahre sorgenfreie Fahrt...
Daher bleibe ich dabei:
Für den Anfang mit Hilfe eines Auskenners bei den Besichtigungen eine brauchbare ID o.ä. besorgen und dann zunächst einmal gucken, ob das was für einen ist und ob man finanziell in der Lage ist, das Projekt über einige Jahre zu halten. Der Start mit einem IE wird finanzieller Selbstmord sein, wenn man nichts selbermachen kann und zudem niemandem Fähigen als Profi in der Nähe hat. Es wäre nicht das erste mal, dass teilzerlegte Trümmer als "Projekte" und Riesenpuzzle für Fortgeschrittene mit 30.000 Teilen angeboten werden weil entweder die Kohle ausgegangen ist oder die eigenen Fähigkeiten massiv überschätzt wurden...
Grüße
Alex