Wer Interesse an der Ursache dieser und anderer Miseren (zum Beispiel im Gesundheitswesen) hat, trete vor
den Spiegel.
Es zeigt sich dort sehr real der Wähler einer Interessenvertretung im neoliberalen Konsens des Kapitals seit über 40 Jahren (Frauen sind in der Stimmenauszählung hier absolut gleichwertig, das Maskulin nehme ich der Einfachheit halber).
Direkt hinter den Augen und zwischen den Ohren befindet sich der Waschsalon, in dem aktuell u. a. Maybrit Illner und Anne Will die Weichspülfunktion übernehmen, während sich Ingo Zamparoni und Klaus Kleber der Riesenwaschkraft aus dem Regal der Bilderberger und Mont Pelerin Denkfabriken wie Bertelsmann bedienen und tatsächlich die schmuddeligsten Demokratie- und Meinungsfreiheitsklamotten in blütenweiße, also so weiß, weißer geht’s nicht, Alternativlosigkeiten und Reformen waschen; klar, mit strahlendem Lächeln. Jens Spahn gibt den weißen Riesen, Daniel Bahr den Meister Propper, usw. (, um Namen zu nennen).
Die erkannte Ursache, im Spiegel wirklich klar erkennbar, bietet selbstredend als Konsequenz eine Lösung an. Dazu schaut man in sich am besten nach unten, so im 90° Winkel, in den dunkelsten Bereich um oder im Dickdarm. Hier findet sich ein unbestechlicher Speicher, ein Aufzeichnungsgerät, das eigenständig und völlig uneigennützig Informationen speichert, unbegrenzt, chronologisch; genannt Seele, Psyche oder so. Glücklicherweise nur ROM, also read only memory, so dass Caren Miosga oder Marietta Slomka null Chance der Manipulation bzw. Veränderung erhalten. Schon kurz vor der Geburt geht es los in Mamis Bauch und während und danach erst recht. Liest man den Speicher aus, erkennt man, dass die meisten von uns ein Fehltritt, ein Ausrutscher, somit ungewollt waren. (Die Natur hat das übrigens sehr fein bewerkstelligt, denn sonst gäbe es uns nicht.) Mit sehr frühen Erlebnissen erfährt die zunächst sehr vertrauensvolle, sehr offene und sehr auf Hilfe angewiesene infantile Hülle des Speichers über die erlebte Ablehnung, registriert Strafe, Gewalt, Geschrei und wirklich ganz schlimm, Erpressung per Liebesentzug; dass sie nix wert ist, sich gefälligst anzupassen und zu dressieren hat, sonst…“Wenn du…dann“ , „Du bringst mich ins Grab mit deinen…“ „Ich hab mich krumm gemacht, dass du…und jetzt…“ Zwang im Kindergarten folgt, in der Schule , „Du lernst fürs Leben.“, im Beruf „Streng dich doch endlich einmal an“. Talente, Eigenarten, Exotik wird in Einheitsbrei, in Massengeschmack, in Konformität verwandelt, Ecken und Kanten geschliffen, es wird genormt. Traumatisierung und fortwährende Wunschunterdrückung erziehen zum homo oeconomicus, zur Funktion, zur Anpassung, zur Maschine. Da der Speicher auch nach Jahrzehnten nix vergisst, ist irgendwann die Zeit erreicht, in der die Erzeuger Tribut zollen müssen. „Hach, der Papi macht nur noch dummes Zeug, den kann ich nicht mehr alleine lassen.“ „Nee, die Mami nässt immer wieder ein und redet so wirr, das geht so nicht weiter. Aber… ich will ja nur das Beste.“ „Leider habe ich überhaupt keine Zeit mich zu kümmern, der Job, die Kinder und…“ „Wozu haben die denn die Pflegekasse, die Rente, wozu haben wir die Krankenkasse, die … und überhaupt…“ „Ich kann mich nicht damit belasten, meine Frau mochte ihre Schwiegermutter nie wirklich, die hat ja immer…“
Der Speicher hat nix vergessen, die Bindung ist nun erkennbar nie auf Rosen gebettet und die Alten werden abgeschoben. Da eine Mango aus Afrika gefälligst nur 70 Cent zu kosten hat, das Kilo Mett für unter 4 € zu haben ist, wissen Sohn und Tochter sehr genau, dass Papsi und Muttis Unterbringung möglichst billigst zu sein hat, bloß ja nix zuzahlen; wir wollen jetzt endlich unser Leben genießen, das haben wir uns schließlich verdient. „Ciao Paps, ciao Mum, hier in diesem Haus habt ihr es wirklich gut, sehr gut. Hier wird alles für Euch getan, die sind sooo bemüht. Die netten südländisch multikulturellen Pfleger, der bunte Hochglanzprospekt und der charmante Leiter. Einmal die Woche gibt’s sogar….“
Früher lebten in einer Familie drei Generationen (mit entsprechender Aufgabenverteilung), ist noch nicht lange her, war selbstverständlich; und Zusammenhalt gab‘s wirklich. Meinen Großvater habe ich als 12 Jähriger gebadet, seinen Exkrementeneimer geleert; der Opa wohnte eben bei uns, gehörte dazu.
Da Ihr, ja_genau! Ihr Foristen einfach Schiss vor einem zu Recht abgeschobenen und eher unwürdigen Verwahrtsein innerhalb eines statistisch ermittelten 15 monatigen Endes habt, (Ihr habt ja schließlich immer brav Eure Pflicht getan,) meine Empfehlung zum Ende dieses Pamphlets (Hetzschrift):
Seit nett zu Euren Kindern. Schenkt ihnen Zeit, viel Zeit und vor allem Liebe, es zahlt sich aus; übrigens nicht in Geld. Pflege wird vermutlich dann erträglicher.
Gruß
Wolfgang