Da schienen wir unterschiedliche Erfahrung gemacht zu haben, auch wenn ich nicht gerne zur Schule gegangen bin, fuehle ich mich doch recht gut gebildet, im Gegensatz zu manchem Mitforisten, der seine Einschraenkungen der Regierung zuschieben will. Ich war auch nicht "kaserniert", wie ein Freund dessen Vater ausreichend Geld hatte seinen lernunwilligen Sproessling auf ein Internat zu schicken. Das ist aber normalerweise eher "denen da oben" vorbehalten. Ansonsten wurde bei uns eine gewisse "Aufmuepfigkeit" von manchen Lehrern sogar gut geheissen. Mich hat die Bildung immerhin in die Lage versetzt, dass ich mich umfassend informieren und mitteilen kann ( von ein paar kleinen Legasthenieproblemen mal abgesehen). Und wo noch ein paar Maengel bestehen muss ich mir diese leider selbst zuschreiben. "Jawohl Herr Lehrer" kam mir nie ueber die Lippen, ganz im Gegenteil. Meine doch manchmal nicht so guten Zeugnisse kann ich diesem Umstand aber nicht zuschreiben. Lehrer sind in ihrem Wirken uebrigens ungewoehnlich frei, wer schon mal mit bekommen hat wie eine Schule scheitert, wenn sie einen wirklich schlechten Lehrer in die Schranken weisen will, weis wovon ich rede. Selbst rechtsradikale Wirrkoepfe wie Hoecke wird man nicht los werden.
Das die Schule insgesammt systemerhaltende Tendenzen hat finde ich jetzt nicht ungewoehnlich. Ein System was sich selbst demontiert ist bald kein System mehr. Aber kritische Geister zu verhindern ist unser Schulsystem denkbar ungeeignet, das ist nicht mal den Nazis, mit ihren Repressionen, vollstaendig gelungen.
Was mich hier wirklich stoert, ist die Verschiebung der Verantwortung auf "das System". Politiker sind schuld, die Medien, die Regierung, die Bildung, die Maechtigen... Nein, wir sind selbst schuld! jedes Volk hat die Regierung die es verdient! Es sind keine hoeheren Maechte die etwas verhindern, es ist die eigene Traegheit. "Wer hier wirklich Widerstand leisten will (bzw. leistet), ist weg vom Fenster." Schon ausprobiert? Nein? Dann ist es eine haltlose Behauptung!
Leider sind es aber zZ die Rechtspopulisten die den Hintern hoch bekommen die Demonstrationen machen, Foren vollspammen und durch Halbwahrheiten und Provokationen das Interesse der Medien auf sich ziehen. Ich vermiss sie hier nicht!
Die ersten Drei sind aber keine Floskeln, sondern ,besonders das Zweite, das Werkzeug von Politik....schon immer! In der Politik kann man nicht einfach "etwas so stehen lassen", ihre Aufgabe sind die Entscheidungen! Die Piraten waren fuer mich eine durchaus hoffnungsvolle linksliberale Alternative. Die haben versucht ohne auszukommen. Vielleicht noch ein paar Kompromisse, aber keine Parteiraeson und die Frage des Fraktionszwang hat sich auch auf Grund der ersten beiden Punkte gar nicht mehr gestellt.
Ich habe den Eindruck man verwechselt Politik manchmal mit Amazon, heute bestellt und morgen muss es da sein, aber viel kosten darf es auch nicht. Keiner will Politik machen, aber sie soll so sein wie man es sich wuenscht....natuerlich ohne Kompromisse. Dabei kommen selbst hier im Forum diejenigen die sich als "Links" verstehen noch nicht mal auf einen Nenner!
BTW: Ich finde euebr den Sinn von Schulpflicht zu streiten , fast schon wie darueber zu streiten ob die Mondlandung statt gefunden hat.
Nachtrag: ich will auch niemand zum Verlassen seiner Heimat aufrufen, die Moeglichkeit dazu ist fuer mich ein Indikator eines freiheitlichen Staates.