Bei einem Mercedes der 70er, der mit 30 Jahren Durchrostungsgarantie abgegeben wurde, eine berechtigte Hoffnung. Bei einem C3, der auf geschätzte 150'000km und irgendwas zwischen 7 und 12 Jahre wirtschaftlicher Nutzungsdauer konstruiert worden sein dürfte, und worein neue Errungenschaften der Technik mit geplanter Obsoleszenz eingeflossen sind, hätte man Glück, und nur Glück, wenn er die 220'000km ohne grosse Reparaturen schaffte.
Das ist der Unterschied.
Noch dazu: Seit den siebzigern hat sich die Welt komplett verändert, was die Technik angeht. Es ist kein Fortschritt, wenn die Wartungsintensität bei PKW nicht abgenommen hat.
Zum Vergleich: Die Kilometerkosten eines Eisenbahntriebfahrzeugs aus den siebziger Jahren betragen ein Mehrfaches dessen, was moderne Eisenbahntroebfahrzeuge pro km kosten. Dabei stiegen Wirkungsgrad, Leistungsfähigkeit und im Zweifel auch die Verfügbarkeit deutlich an seit den siebziger Jahren.
Nein, es ist kein Grund zum Feiern oder zum Stolz, wenn man bei PKW das Niveau gerade so halten konnte. Das KANN nicht Stand der Technik sein. Das ist allenfalls der Stand der kommerziellen Ausbeutung. Man kanns auch Beschiss nennen. Und der Dieselskandal ist da vermutlich nur die Spitze des Eisbergs, wenn man genau hinschauen würde.
Nur: Die Tendenz im Automobilbau läuft halt auch gegen das, was in anderen Branchen passiert.
Während man Schienenfahrzeuge mit Blick auf die Verfügbarkeit und die Ausfallzeit möglichst wartungsfreundlich baut, mit redundanten Komponenten und schnell tauschbaren Modulen, die man dann in der Werkstatt in aller Ruhe reparieren kann, hat man PKW darauf hin optimiert, die Wartung möglichst schwer zu machen, durch an sich unnötige Spezialwerkzeuge, durch Fehlercodes und Steuergeräte, auf die nur der Hersteller zugriff verschaffen kann, durch nur noch per kostenpflichtiges Portal zugängliche Wartungshistorie und zahllose Abdeckungen und Plastikteile, die mit voller Absicht so gestaltet sind, dass sie spätestens nach der dritten Montage ersetzt werden müssen, und mit bewusst in fast alle Komponenten eingebaute Schwachstellen, die man damit rechtfertigt, dass in der Herstellung 1.45ct. gespart werden, die den Kunden aber dann tausende € Reparaturkosten bescheren.