Die AfD und der Rechtspopulismus machen jetzt sichtbar, was virulent war: Der Rassismus war nie tot, aber die Rassisten und Rechten insgesamt leben inzwischen in einem gesellschaftlichen Klima, das ihnen viel mehr Präsenz ermöglicht. Sie sind frecher und offensiver geworden, sie brauchen sich nicht mehr zu verstecken. Das ist ein Phänomen in der gesamten westlichen Welt - von den USA bis zur Bundesrepublik und hat nicht zuletzt mit sozialen Verdrängungsprozessen zu tun: Immer dann, wenn sich insbesondere die Mittelschichten bedroht fühlen (Inflation, Globalisierung, Flüchtlinge, Arbeitslosigkeit usw. usf.) , wird das, was da rechtsaußen schlummert, zur politisch wirksamen Größe. Die Leistung demokratischer Parteien besteht darin, dies aufzufangen und durch intelligente Politik den Ängsten den Boden zu entziehen. In Zeiten von Fake News wird das immer schwieriger.
fl.