Um zu ermitteln, ob die richtigen Federn im Federtopf sitzen oder gar ein Federbruch vorliegt, ist es nötig, die Länge der Federn im Topf zu ermitteln.
Dazu habe ich erst durch Anheben ( frei hängende Schwingarme) der 1955er AZ die Federn m Topf entspannt.
Und ein Holzstäbchen in den Topf geschoben.
Das Problem mit dem Stäbchen ist mir dann klar geworden, als ich die Schnittzeichnung eines Topfs im Werkstatthandbuch anschaute:
Die Richtung Federinneres gewölbte Kuppel (Endstück), die die Feder komprimiert, hat drei „Treppenstufen“ a, b, c.
Auf c stützt sich die Feder ab. Das Holzstäbchen kann jetzt auf Stufe a angeschlagen sein sein oder auf Stufe b. Dafür hat man kein Gefühl. Im Fall des Fotos oben stellte sich tatsächlich heraus, dass es bei b anschlug statt bei a. Obwohl es nach a aussah.
Also habe ich überlegt, wie ich dafür sorgen kann, dass der Messstab zwangsläufig auf Stufe a anschlägt.
Meine Idee war dann, ein Reststück Leerrohr (Plastik, Installationsbedarf) so aufzuschleifen, dass es sich über die Spannstange schiebt, aber die Stufe b nicht umfassen kann.
Und das hat gleich mit dem ersten Proberohr bestens funktioniert.
Die Messung läuft so, dass einmal das geschlitzte Rohr bis zum Anschlag in den Federtopf geschoben wird und ein Bleistiftstrich gesetzt wird an einem festen Bezugspunkt. Etwa am Ende des Gewinderohrs. Dann das Rohr daneben an die Vorderwand des Federtopfs gehalten und ein zweiter Strich in Höhe des gleichen Bezugspunkts, möglichst parallaxenfrei.
Die Federlänge ist dann der Abstand d der beiden Striche plus die Höhendifferenz h der Stufen a und c minus die Wandstärke w der Frontseite des Topfs.
Mit d=147mm (Foto, abgelesen), h=4cm (gemessen) und w=2mm (geschätzt) erhält man die Länge der Feder zu 147mm+40mm-2mm=185mm. Und das ist millimetergenau das Maß, das im Ersatzteilkatalog für die vordere Feder einer 1955er AZ angegeben ist.
Die Feder besitzt also trotz ihres hohen Alters noch ihre volle Länge. Und ist die richtige Sorte und keineswegs gebrochen.
Dass das Ergebnis so genau ist, musste nicht sein, freut mich aber.
Auf jeden Fall ist so eine einfache und verlässliche Beurteilung der Federn im Federtopf geboten.
Uli