Ich weiß schon, worauf du hinaus willst und du hast Recht: Für die Urlaubsfahrt von Deutschland nach Griechenland mit großen Transportkapazitäten wird das E-Auto noch länger keine bequeme Alternative darstellen (auch wenn Tesla gerade einen Pickup plant ).
Was ich mit meinen Praxisbeispielen einfach zeigen will: Es tut sich in dem Bereich aktuell sehr schnell, sehr viel und es lohnt sich, sich auch regelmäßig wieder zu informieren. Insbesondere die von der EU geförderte Schnellladeinfrastruktur wird derzeit sehr ernsthaft ausgebaut und Reichweiten von 300 Kilometer in der Praxis sind bei fast allen neuen E-Autos mittlerweile Standard.
Mit einem unserer vier Jahre alten Zoes mit gut 100 Kilometer Reichweite wären die 280 Kilometer von der österreichisch-böhmischen Grenze bis Kufstein mit rund 80% Autobahnanteil auch für mich als leidenschaftlichen E-Auto-Fahrer eher eine Qual. Mit dem i3 ist das nicht mehr der Fall. Die knappe halbe Stunde, die ich zwischenladen musste, war absolut im Bereich dessen, was ich auch sonst auf so einer Strecke pausieren würde - insbesondere wenn ich in Begleitung reise. Und dabei musste ich mich nicht einmal sonderlich kasteien, sondern konnte auch auf der Autobahn mal die 150km/h im i3 genüsslich ausprobieren (wo aufgrund Stau und Tempolimit überhaupt möglich). Der eben neu erschienene i3 hat nun nochmal 30% mehr Reichweite und mit den von mir erwähnten Zwillingen Kona und Niro kommt man diese Strecke nun tatsächlich auch ohne Zwischenstopp.
Und jetzt wird man sich heute für die Urlaubs-/Transportfahrt nach Griechenland noch etwas überlegen müssen, oder einfach ab Venedig die Fähre nehmen - aber ehrlich gesagt, ist das für mich persönlich kein großes Thema und ich kenne auch kaum jemanden in meiner Bekanntschaft, der regelmäßige Urlaubsstrecken weiter als bis Kroatien (das sind von hier weg bis Dubrovnik rund 1.000km) zurücklegt. Das sind mit Niro und Kona zwei Stopps je 1 Stunde. Mit diesen 2 Stunden jährlich erreicht man eine elektromobile Nutzung von 100%. Und ehrlich gesagt, kenne ich auch keinen, der auf so einer Strecke nicht zumindest zum Mittagessen mal eine Stunde stehen bleibt und auch dazwischen ab und zu eine Pause macht.
Mein (wiederkehrender) Punkt ist einfach: Wir gehen hier immer von den absoluten Ausnahmefällen aus und schließen daraus auf die allgemein übliche Alltagsnutzung von Autos. Ich persönlich würde mir auch dann keinen Pickup oder Berlingo kaufen, wenn ich wüsste, dass ich jedes Jahr nach Griechenland fahre, weil das Fahrzeug dann dafür auf den restlichen 98% meiner Alltagsfahrten eher Last als Lust wäre. Aber das ist nur meine subjektive Empfindung. Und ja, ich bin es vermutlich als ehemaliger Stadtmensch und zeitweiser Nichtautobesitzer eher gewöhnt, Autos für bestimmte Zwecke einfach zu mieten, als stets eines im Besitz zu haben, das die eierlegende Wollmilchsau verkörpern soll und es dann doch nicht ist.
lg
grojoh