Moin,
habe mich motiviert, den Anmeldebutton zu drücken ich habe bisher mit großem Interesse mitgelesen. Meine (zugegebenermaßen wahrscheinlich bescheidenen) Citroen Erfahrungen: 10 Jahre C8 Benziner 2 Liter, seit 2016 für mich persönlich einen Cactus Selection puretech 82 PS ETG. Der C8 als Familienwagen wurde über 100.000 km stressfrei bewegt, der Cactus hat jetzt 25.000 km auf dem Buckel - keine Vorkommnisse....
Warum schreibe ich? Mein vorheriges Fahrzeug war ein Audi A1 1.4 TFSI mit schicker Steuerkettenlängung, einen wastegate Schaden und fröhliche Verkokung der gesamten Maschine. Einfache VW Technik zum Premiumpreis.... Ich habe in dieser Zeit einiges über DI gelernt und mir deshalb meine Wanderdüne zugelegt mit 82 PS, Saugrohreinspritzung.
Mein Weltbild ist einfach: DI ist toll, solange man N I C H T im Teillastbetrieb agiert. Kann man die Maschine im oberen Drittel des Leistungsspektrums bewegen - alles fine. Warum? Nur im Teillastbetrieb wird brachial (um die Abgaswerte zu erreichen) eine interne Abgasrückführung AGR vorgenommen. Hierdurch wird der Wirkungsgrad und der Verbrauch des Motors optimiert. Geht man in den Volllastbereich, so ist die Zuführung von "verbrauchten" Abgasen nicht mehr möglich, es wird (oh Wunder) normale Frischluft zugeführt, um die die höhere Leistung / Verbrennung zu erreichen - Folge: hoher Anstieg des Verbrauchs UND keine Verkokung im Brennraum, Ansaugtrakt etc.
Anders ausgedrückt:
Die AGR sorgt also dafür, dass heiße Abgase in den Ansaugtrakt geraten. Das ist für mich so sexy wie Restölverklappung in der Nordsee....... Über die Kurbelwellenentlüftung wird Ölnebel angesaugt (der nicht in die Umwelt gelangen darf) und dieser soll vom Motor mitverbrannt werden. Das Öl aus dem Ölnebel setzt sich im gesamten Ansaugtrakt nach der Einlassstelle ab. Dort wo das abgelagerte Öl mit den heißen Abgasen in Berührung kommt, passiert quasi eine Verkrustung = das sog. "cracken". Diese Verkrustustungen = Verkokungen müssen entfernt werden, entweder durch BEDI Behandlung chemisch oder mechanisch (bei starken Verkokungen) durch Wallnussschalengranulat.
Bei einem schnöden Saugrohreinspritzer werden die Ablagerungen einfach "abgespült" (insb. bei Premiumkraftstoffen mit Additiven), beim DI ist das nicht möglich, alleinig der Brennraum kann durch ultimate o.ä. weitgehend frei gehalten werden. Deswegen (wegen der besseren Additive) lohnt m.E. auch die Mehrausgabe, die höhere Oktanzahl ist völlig wirkungslos.
Was heißt das für den puretech?
Diverse Langzeittests bescheinigen den 130 ps puretech Nehmerqualitäten, ABER (meine These) die Tester fordern diesen Wagen - und das rettet der Maschine den Popo - also kein Dauervollgas, das ist natürlich tödlich. Einen BMW mit grosser Maschine kann man kaum in oberen Drittel der Leistung bewegen, einen "schnöden" 130 PS Benziner m.E. schon. Pferdefuss: der Verbrauch - genau das, woran sich viele ergötzen geht den Bach runter....
Noch was ist mir aufgefallen:
Anscheinend hat der puretech nicht mit LSPI zu kämpfen? (ungewollte FRühzuendungen bei Hubraum- und Zylinderreduzierten Kleinstmotoren wie die puretech oder eco irgendwas von Ford). Hier hat Opel anscheinend massiv mit zu kämpfen. UND: in der Tat scheint es m.E. für die aufgeladenen puretechs keine Bosch Zuendkerzen mehr zu geben - nur bei meinem 82 ps sind noch Bosch gelistet, YR8.
Cheers,
Stephan