Das Problem ist doch Folgendes: die Fahrzeuge werden immer schwerer, weil sie immer mehr Extras an Board haben. Wir vergleichen mal 2 Allerweltsfahrzeuge: ein Golf 1 hatte einen 1,5 L Motor mit 75 PS bei 750 kg Leergewicht. Ein Golf 7 wiegt locker 1400 kg. Das heisst, um die gleichen Fahrleistungen im Bereich Beschleunigung hin zu kriegen, brauche ich im Golf 7 schon ca. 140 PS. Mehr Leistung heisst auch immer mehr Verbrauch. Ein Fahrzeug mit der Motorentechnik von heute und einem Gewicht von 800 - 850 kg würde deutlich weniger verbrauchen. Aber das will ja keiner.... Die Autohersteller wollen möglichst viel Autos / Ausstattung / Zubehör verkaufen. Die Mineralölkonzerne wollen möglichst viel Kraftstoff verkaufen. Und der Autofahrer kauft es. So haben ganz viele etwas davon. Die Hersteller verdienen prächtig, die Mineralölkonzerne auch. Der Staat kassiert viel Mehrwertsteuer. Also alles easy. Umwelt hat in dem Modell keinen Platz. Die kommt erst wieder ins Spiel, wenn die o.g. Konzerne der Meinung sind, dass wir uns mal wieder neue, schwere Autos kaufen müssen, die mehr Kraftstoff verbrauchen. Es liegt ja ein Stück weit an uns, dieses Spiel mit zu spielen oder nicht.
Ich bin kein grundsätzlicher Gegner eines Tempo-Limits. Ich käme mit 140 oder 150 km/h ganz gut klar. Dann packe ich lt. Tacho noch ein bisschen was drauf und schon passt das. Schneller fahre ich meistens eh nicht. Ich bezweifel aber, dass es für die Umwelt irgend etwas mess- oder zählbares bringt. Die Anzahl der Fahrzeuge (und ich bin oft genug nachts und auf freien Autobahnen unterwegs), die deutlich schneller fahren. hält sich ganz schwer in Grenzen. Wenn das Motiv Umwelt nicht zieht, kommt, frei nach grüner Ideologie, das Thema Verkehrstote auf den Tisch. Worüber reden wir da eigentlich? In einer Fernsehdiskussion fiel am letzten Donnerstag die Zahl von 400 Toten pro Jahr auf deutschen Autobahnen. Die einzelnen Schicksale sind immer schrecklich. Das steht außer Frage. Aber die Anzahl liegt, gemessen an der Anzahl der Fahrzeuge und der gefahrenen km, im Promille-Bereich. Wenn ich wirklich den Bürger schützen möchte, würde ich bei den großen Themen (mit einer entsprechenden Anzahl von Toten pro Jahr) anfangen. Spontan fallen mir da folgende Themen ein: Motorrad fahren, Rauchen, Alkoholkonsum, stark zuckerhaltige Getränke, usw..... Da wäre deutlich mehr zu holen.
Was mir aber gewaltig auf die Nerven geht ist, dass man mal wieder versucht (ähnlich Fahrverbote), uns zu erzählen, was für uns bzw. die Umwelt gut ist, nur um eine Ideologie durch zu setzen. Fuck off!