Hallo,
na ja, ich hatte mir schon etwas dabei gedacht, als ich mein persönliches "Experiment" mit dem 5W50 gestartet habe. Wie die meisten hier bin ich weder Tribologe noch Ingenieur oder etwas Vergleichbares. Aber ich weiss die Informationsvielfalt des Internets heutzutage zu schätzen und auch zu nutzen, kann technische Abhandlungen lesen und größtenteils auch verstehen. Und wenn ich etwas nicht verstehe weiss ich, wo ich Erklärungen dazu finde.
Und, viel wichtiger: ich kann eins und eins zusammenzählen und besitze einen gesunden Menschenverstand.
Da habe ich mir zunächst die Frage gestellt, warum PSA denn irgendwann speziell das 5W30 empfohlen hat, welchen Vorteil sollte das denn haben? Wenn man es denn mal realistisch betrachtet, sollte damit wohl in erster Linie der Spritverbrauch etwas runtergebracht werden (in der Theorie und eventuell auch minimal in der Praxis), zumindest auf dem Papier. Und mit den 30.000km-Intervallen hat man sich der allgemeinen, heutigen Entwicklung angeschlossen, dass Serviceintervalle bei PKW eben immer mehr ausgedehnt werden. Klar, die Motorenentwicklung schreitet immer weiter voran, das ist ja trivial. Die Nachteile sind aber auch, dass zum einen dieses "Downsizing" betrieben wird, wo aus immer weniger Hubraum immer mehr PS geholt werden, ausserdem wird der Leichtbau auch im Motorenbau immer weiter vorangetrieben, Stichwort Gewichtseinsparung usw.
Ganz früher oder auch noch bis vor vielleicht 40, 50 Jahren war es normal, dass bei 100.000km der Motor einfach platt war oder aber zumindest reif für eine Überholung. Und da waren ja die Ölwechselintervalle teilweise noch bei 5.000km oder sogar noch weniger, besonders dann, wenn vielleicht noch ein Sommer- und ein Winteröl gefahren wurde...
Das ganze hatte sich dann über die Jahrzehnte erheblich gebessert, bei Citroën sei dahingehend an die D-Modell Kurzhuber erinnert, die dann ja auch der CX mit Modifikationen geerbt hat. Da waren bei den Benzinern Laufleistungen von 300.000km ohne eine Überholung fast schon Standard, CX Saugdiesel und TRD1 liefen/ laufen häufig deutlich über 500.000km...
Aber heutzutage ist man aufgrund des o.g. Leichtbaus, der teilweisen Filigranität der Konstruktionen und den langen Intervallen teilweise schon wieder so weit, dass bei etwas über 100.000km viele Motoren einfach verrecken und die Kunden finden das noch nicht mal so schlimm... Ganz abgesehen davon, dass es viele nicht wahrhaben wollen, dass man mit einem nervösen, 1,6 Liter und 180PS-Turbomotor sehr wahrscheinlich genauso viel oder noch mehr Sprit verbraucht, als mit einem entspannten V6 mit 3 Liter Hubraum im selben Auto. Von der Geräuschkulisse mal ganz abgesehen...
Von daher ist mein Ansatz der, dass ich dem V6 HDI nach meinem Verständnis ganz einfach dabei helfe, hoffentlich etwas besser über die Runden zu kommen, indem ich die Viskosität erhöhe. Denn diese Ölverdünnung durch Diesel ist ja nun mal ein generelles Problem bei Dieseln mit Partikelfiltern und eben der Regenerierung derselben.
Dass hier meine Ergebnisse der Ölanalyse so rein wissenschaftlich praktisch keine Aussagekraft haben, war doch von vornherein klar, dass war und ist mir aber egal. Ich für mich habe jedenfalls (bis auf den relativ hohen Dieselanteil im Öl) genau das Ergebnis bekommen, was ich erwartet habe. Nämlich das, dass die Viskosität nicht unerheblich absinkt und dass aber auch durch das andere Öl kein unnormaler Verschleiss zu erwarten ist. Dass der Rußanteil etwas größer ist als bei Verwendung des Ineo 5W30 war auch vorher klar, das hatte ich ja auch schon in dem anderen Thread geschrieben. Aber auch hier ist es so, dass ich lieber beispielsweise den Partikelfilter vielleicht dann 20.000km früher wechsle als den ganzen Motor...
Grüße
Alex