Wir hatten bis zu unserem Motorschaden den Crosstourer und den C6 parallel.
Meine erste Bilanz nach 8 Monaten sah damals im Forum wie folgt aus:
Nach nun 8 Monaten C5 Crosstourer 165 HDI und 7 Jahren C6 2,7 HDI excl. eine erste Zwischenbilanz:
Fahrwerk: Der C6 wirkt deutlich souveräner: er federt weicher, vermittelt aber in Kurven sogar ein handlicheres Gefühl und zeigt eine geringere Wankneigung. Insgesamt schafft der C6 den Spagat zwischen Gleiten und Kurven kratzen deutlich besser. Ersaunlicherweise hat man im C5 mehr das Gefühl eines schweren Wagens. Sehr schön zeigt sich der Unterschied z.B. in den Kasseler Bergen (A7). Im C6 ist man unbemerkt sehr schnell, ohne das kleinste Unsicherheitsgefühl zu haben. Der C5 sagt einem eher: etwas langsamer ist auch schön. Das soll nicht heißen, daß der C5 insuffizient wäre, im Gegenteil, aber die feinfühligere Regelung des C6 ist schon eine Klasse für sich.
Qualität: Die Materialqualität im Innenraum des C6 ist zwei Klassen besser. Passungen im C5 wirken an manchen Stellen schon ein wenig hemdsärmlig. Nervig sind die extrem kratzempfindlichen Türverkleidungen. Der Preisunterschied zwischen beiden ist hier einfach deutlich sichtbar.
Motor: Leistungsvergleiche wären unfair. Sehr schön am C5 165 ist der sehr leise Lauf. In Geschwindigkeitsbereichen bis 120 km/h ist der C5 sogar eher leiser.
Fazit: Der C5 Crosstourer ist ein schöner und komfortabler Kombi, der in seiner Klasse ein Statement in der Kategorie gelassenes und entspanntes Fahren setzt. Er zeigt einen eindeutigen Charakter. Im Alltag ist er ein angenehmer Begleiter.
Der C6 ist nicht eine andere Karosserievariante des C5 zu einem viel höheren Preis, sondern in meinen Augen ein fast perfektes Auto. Beides sind gute Fahrzeuge, aber erst der C6 zeigt die Möglichkeiten der Hydropneumatik und bringt dazu ein Finish, das auch hohen Anspüchen genügt.
Was hätte aus dem Konzept C6 noch alles werden können..............
Nach einem weiteren Jahr:
Hallo Zurigo,
gib Deinem C5 doch eine faire Chance. Nach nun mehr als einem Jahr C6 und C5 im Parallelbetrieb habe ich den C5 immer mehr ins Herz geschlossen. Anfänglich hatte ich auch ein wenig gefremdelt. Der C5 ist eben trotz vieler gleicher Technik kein C6 mit anderen Kleidern, sondern ein ganz eigener Charakter. Er ist ein sehr relaxtes und entspanntes Fahrzeug ohne jeden Hang zu der sogenannten Sportlichkeit. Er wirkt wie ein etwas behäbiger sehr sanfter Bär. Der C6 ist der große Gleiter, der aber durchaus auch zu zügiger Fahrweise animieren kann. Ich glaube bei DJRay heißt es sinngemäß, C5 Fahren macht gleichgültig, ist mir aber egal. Da ist im Positiven etwas dran. Der C5 transportiert auf seine Weise die Idee des entspannten Reisens und benötigt dabei stets ca. 2l weniger Diesel auf 100 km als der C6. Er ist aus meiner Sicht die komplette Antithese zu den mit aufgerissenem Schlund durch die Welt hoppelnden Audis. Verwechslung bereits nach einem Kilometer Fahrt ausgeschlossen. Den Nutzen der feststehenden Prallplatte habe ich bisher auch nicht gefunden, mich aber nach nun 27000 Kilometern so leidlich daran gewöhnt.
Wenn ich mir für den C5 etwas wünschen dürfte, wären folgende Punkte von der Fee zu notieren:
- mehr Kofferraum für so einen langen Kombi
- eine logischer bedienbare Media-/ Navieinheit
- ein erheblich besseres Aufpreis-Soundsystem
- ein richtiges Schiebedach auch für den Kombi (Frühjahr im C6 mit Schiebedach ist stets besonders schön!)
Ende 2018 kam ich zu folgendem Schluß:
Hallo Markus,
ich hatte von Anfang 2010 bis Ende 2016 einen C6 2,7 HDI Excl. mit Schiebedach, RT4, gekauft bei Citroen HH mit 21000 km. Dem C6 kam alle Pflege zu, die möglich war, inklusive Zwischölwechsel alle 15.000 km. Kein einziges Mal Vmax getestet. Wenn Autobahn, dann zumeist 130-160-180 km/h. Verstorben beim Auffahren auf die Autobahn mit vielleicht Halbgas. Knapp 170.000 km, Pleullagerschaden.
Seit 12/2014 hatten wir parallel zum C6 einen C5 165hdi A Crosstourer neu angeschafft (derzeit 86000km), den wir noch immer fahren. Seit 01/2017 haben wir zusätzlich den 180 HDI, den wir neu gekauft haben und der derzeit ca 45000km gelaufen ist.
Ich hatte also zwei Jahre C5 und C6 parallel. Der C6 ist einfach ein wenig das RIVA-Boot unter den Hydropneumaten. Geschmackssicher, mit schönem Klang anschiebend, von guter Materialqualität und von größter Gelassenheit. Dennoch erstaunlich flott. Eigentlich das ideale Auto.
Im direkten Vergleich wirkte der C5 im Fahren irgendwie träger im Handling und weniger komfortabel. Die Materialien wirken weniger wertig. Zu Beginn emfand ich Ihn irgenwie nicht ganz stimmig. Man muß ihn mehr "verstehen" um ihn zu mögen.
Der C6 war schön und jeden Tag eine Freude anzuschauen, aber es gab ab ca. 60.000 km keine zwei Monate ohne Wekstattaufenthalt. In den Jahren 2012-2016 gab es dann teilweise lange Standzeiten, weil Standardersatzteile nich lieferbar waren. Dies schränkte die Alltagstauglichkeit als Hauptfahrzeug erheblich ein. In dieser Zeit brummelte sich der 165 hdi zuverlässig ins Herz. Seit 86000 km außer Kundendienst und Zwischenölwechsel keinerlei Probleme. Für sich betrachtet ein vollkommen harmonisches Auto, wenn man sich auf Gummibandfahren und nicht auf Racing einlässt.
Der 180 HDI ist im Alltag untenrum eher quirliger als ein C62,7 hdi mit seiner deutlichen Anfahrschwäche. Erst ab ca. 160 km/h kommt die imense Souveränität des 2,7 Hdi zum Tragen. Der 180Hdi verbraucht bei uns ca. 2,5-3 l/100km weniger . Er ist deutlich flotter als der 165 HDI.
Komisch bei beiden C5 war, dass sie erst nach ca. 20000km zu voller Federungegüte gelangten. Komischerweise empfinde ich das Fahrwerk des 165 HDI noch immer als komfortabler, als das des 180 HDI, ohne eine Erklärung dafür zu haben. Der 180HDI wirkt irgendwie sportlicher ?!?
Zusammenfassend: Ja der C6 war ein außerordentliches Automobil. Ich würde gerne einen fahren. Nein ich würde mir als Alltagsfahrzeug keinen jungen gebrauchten C6 kaufen. Klar Euro 5 ist ein Thema, aber das ist vielleicht nicht das Hauptproblem. Die Nichtverfügbarkeit von gängisten Ersatzteilen wie Dichtungen, Thermostatgehäusen usw. lassen jedes Problem zur Zitterpartie mit langer Standzeit werden und das disqualifiziert aus meiner Sicht dieses unvergleichliche Auto als Alltagsfahrzeug. Ein weiteres Risiko ist der V6 HDI, für den es keine vernünftigen Instandsetzungsmöglichkeiten gibt. Hoffnungen, die im Forum durch einen Instandsetzungsbetrieb genährt wurden, blieben meines Wissens unerfüllt.
Der C5 transportiert noch viel vom hydropneumatischen Erbe in die Euro6 Zeit und ist aus meiner Sicht zuverlässig und alltagstauglich. Wahrscheinlich die beste Möglichkeit noch möglichst lange zu schweben. Wir haben die letzten zwei Jahre nach dem Tod unseres C6 durchaus genossen. Es ist schön, einfach zu fahren und die Werkstatt nur zu Inspektion und Ölwechsel zu besuchen. Wer unters Auto schaut wird entdecken, dass C5 und C6 zu 90%(?) oder mehr identisch sind.
Kurz zusammengefasst: Die C5 haben mich in den letzten Jahren sehr zufrieden gemacht. Sie sind nicht geeignet, ähnlich wie ein C6 optisch zu begeistern, aber sie machen sehr zufrieden. Vielleicht hilft eine Analogie zur Gastronomie. C5 fahren ist das Ein-Sterne Restaurant. Es ist sehr lecker, macht ohne direkten Vergleich sehr zufrieden und dennoch ausreichend glücklich. Die Zwei-Sterne-C6 Küche ist im Detail ausgefeilter, bedient sich edlerer Zutaten und bietet mehr fürs Auge, ist aber manchmal irgendwie ein wenig too much. Die Ein-Sterne-C5-Gastronomie dreht sich nicht ganz soviel um sich selbst, ist weniger effektheischend und hat objektiv betrachtet (fast) keine wirklichen Nachteile im Alltag.
Das was dem C5 an offensichtlichem Charme fehlt, macht er durch Zuverlässigkeit und größeren Alltagsnutzen wett. Das Auto von dem man den Enkeln erzählen kann, wird der C6 bleiben.
LG vom Bodensee
Peter