Hallo Christoph,
hier ging ich auch darauf ein:
" Mit einem Ölfilter im Ölkreislauf, egal ob dieser nun parallel zum Ölkühler oder in Reihe im Ölkreislauf sitzt wird es immer, wenn wirklich Öl durch den Filter strömen sollte (im ersten Fall), oder effektiv strömt (zweiter Fall), durch den erhöhten Strömungswiderstand zu einem Druckanstieg im Kreislauf führen auf welchen das Druckregelventil dann durch Öffnen dann wieder auf den normalen Druck von 2,8 Bar reduziert. Folge: geringerer Ölumlauf und schlechtere Schmierung. "
Keine Ahnung wieviel Druckverlust dort ein Ölfilter bewirken würde, man kennt von der 2CV6 daß im Winter bei zähflüssigerem Öl es schon öfters mal zu platzenden Ölfiltern gekommen ist (natürlich waren das schlechte Filter). Trotzdem zeigt dies daß es dort durchaus einen merklichen Widerstand im Ölfluß gibt, Und wie gesagt, der Öldruck der alten 425er /M4 Motoren ist eh recht gering, also warum dort eingreifen wo man riskiert einen negativen Einfluß auf den für den Motor und desssen Lebensdauer lebenswichtigen Kreislauf zu haben? Unser Ziel ist es doch gerade die Lebensdauer der Motoren durch gefiltertes Öl zu erhöhen und die so raren Kurbelwellen der 425er lange am Leben zu erhalten.
Auch Du fragst ja "von wieviel Druckverlust reden wir da", also Du kannst es auch nicht quantifizieren. Bei im Hauptstrom liegendem Filter muß man dann auch noch einen aussuchen welcher ein Überdruck Bypassventil hat, welches er dann im Verstopfungsfall öffnet.
Natürlich könnte man Versuche betreiben und alles ausmessen und vielleicht sogar vorab berechnen wenn man's kann. Strömungslehre war im Studium nicht so mein Lieblingsfach... um dann am Ende festzustellen daß der Ölkreislauf der alten Motoren und die Bemessung der Ölpumpen nicht dafür geeignet ist. Zumindest besteht dieses Risiko durchaus. Klar ist daß ein Filter im Hauptstrom einen Einfluß auf denselben hat, Jeder Filter bedeutet einen Widerstand. Bei einem Druckverlust von "nur" 0,3 Bar, wären wir schon bei 10% geringeren Öldruck. Citroen hat bewußt den Öldruck, um der gestiegenen Motorleistung der 16er im Verhältnis zu den 12ern gerecht zu werden, um 0,2 Bar erhöht, weil sie es für sinvoll hielten. Aus diesem Grund haben wir sogar zwei verschiedene Ventile fertigen lassen um nicht unnötig die Scheibenfederverbindung der 12er zu belasten bzw. den 16er Motor mit einem geringeren Öldruck laufen zu lassen.
Die meisten Kurbelwellen der 12/16er sind in den unteren Pleuellagern verschlissen, weil etwas unterdimensioniert und natürlich weil die wenigsten Besitzer die kurzen Ölwechselintervalle eingehalten haben und auch dann natürlich das Öl immer noch nicht gefiltert war.
Man soll auch nicht auf die Idee kommen dann einfach den Öldruck im Gehäuse zu erhöhen, was ja einfach durch andere Austarrierung der Feder des serienmäßigen Druckventils möglich wäre. Das Ölpumpenritzel der 12er Motoren ist mit einer sehr anfälligen kleinen Scheibenfeder mit der Nockenwelle verbunden, eine Erhöhung des Öldruckes würde diese Verbindung noch mehr überfordern. Bei den 16ern ist dieses Verbindung per Abflachung (Formschlüssigkeit) gelöst welche zuverlässiger ist. Doch auch dieses Verbindung ist öfters schon etwas angeschlagen.
Die Ölpumpe einer 2CV6 hat zwar auch dieses Art von Verbindung mit der Abflachung, doch ist der Durchmesser einiges größer.
Wie stelltest Du Dir dann die Serienschaltung des Ölfilters mit dem Kühler vor, rein praktisch. Ölkühler Zuleitungsrohr mit Banjo zur Seite biegen, einen Banjo-Stutzen für den Schlauch zum Ölfilter dann stattdessen am Gehäuse, dann den vom Filter kommenden Ölrücklaufschlauch mittels zweitem Banjo frei fliegend mit einer langen Hohlschraube und Mutter dann mit dem freifliegenden Banjo des Ölkühlers zusammenklemmen? Dann müßte man dringend diese Befestigung noch mit Halteblech befestigen um Vibrationsbrüche im Ölkühleranschluß zu vermeiden.
Wir hatten auch noch einen anderen Einwand gegen den Filter im Hauptstrom. Was passiert mit dem Öl in den Schläuche im vergrößerten Ölkreislauf nach Abstellen des Motors? Läuft das vielleicht zurück in die Ölwanne? Weißt Du das ? Wir nicht. Folge wäre daß gerade die extrem auf Verschleiß gehende Startphase des Motors unnötig verlängert würde bis die Schäuche wieder vollgepumpt wären.
Bei Motoren mit serienmäßigen Ölfilter sitzen diese aus gutem Grund direkt hinter der Pumpe und nicht irgendwo mitten im Hauptstrom.
Also warum sollte man unnötig ein Risiko eingehen, vorne am Ölkühleranschluss wo zudem noch der Lüfterflügel rotiert und die Lima sitzt sich einen Anschuß auszudenken um eine Serienschaltung des Filters zu kreieren, komplizierte lange Schlauchführungen schaffen?
Um sich was zu ersparen oder um welchen Vorteil zu haben? Den, daß bei niedrigen Drehzahlen (also da wo der Öldruck eh kritisch niedrig ist) dann auch das Öl gefiltert wird? Ist es das wert?
Wie ich gerade herausgefunden habe beträgt der übliche Öffnungsdruck des Bypass-Ventils eines Ölfilters für Benzinmotoren 1Bar! Ich hoffe Du verstehst was das bedeutet. Je nach Verschmutzungsgrad wird der Durchflusswiderstand des Filters immer größer und führt dann hinter dem Filter zu einem Druckabfall des restlichen Kreislaufes. Wenn der übliche Öffnungsdruck des Bypass-Ventils bei 1 Bar liegt, bedeutet das, daß ab diesem Wert der Filter zu verschmutzt ist, und daß ab diesem Wert die Motorenhersteller es für sinnvoller halten auf die Ölfilterung zu verzichten um den benötigten Öldruck aufrecht zu erhalten. Anders herum Druckabfälle bis 1 Bar sind möglich, dies würde bei einem 12/16 M4 Motor einen um ein Drittel niedrigeren Öldruck bedeuten! Absolut inakzeptabel, selbst die oben angeführten rund 10% waren uns zu viel.
Wir suchten eine sichere, einfache Lösung einen Ölfilter in den Ölkreislauf zu integrieren um die Lebensdauer des Motors als auch die des Öles zu erhöhen - und das Ganze ohne irgendein Risiko für den Motor einzugehen und ohne tiefere Eingriffe in diesem vorzunehmen.
deudeuchement
Roland