Hallo Zusammen,
da das C6 Treffen in Hamburg kurz bevorsteht möchte ich noch ein Thema einstreuen, das ich gerade bearbeite.
An meinem C6 daily driver ist bei rund 200.000km die Kurbelwelle gebrochen. Erst bin ich davon ausgegangen, dass es ein gerissener Zahnriemen sein könnte. Aber weit gefehlt.
Was ist genau passiert? In den Tagen vor dem endgültigen Bruch hatte ich immer mal wieder einen Totalausfall der Elektrik. Das äußert sich mit einem Christbaum, der nicht bunter sein könnte und Notlaufprogrammen in allen möglichen Steuergeräten. Ich hätte damals auf Spannungsversorgungsproblem oder BSI getippt. Heute würde ich sagen, das Motor-STG hat damals schon ein unplausibles Nockenwellen- und Kurbelwellensignal detektiert.
Der endgültige Bruch passiert in der Stadt, 50km/h, ohne Last bei rollendem Fahrzeug, dann Motor aus, 1-2 dumpfe Rumpelgeräusche und dann war der Motor aus und ließ sich natürlich auch nicht mehr starten. Das Fahrzeug wurde dann bei Citroen in Hannover schrittweise zerlegt, bis klar war dass die Welle ab ist.
Tja… uns was passiert nun? Ich habe mich für die Instandsetzung entschieden.
Den Motor haben ich in der Zwischenzeit von Citroen aus dem Fahrzeug nehmen lassen und ihn komplett zerlegt. Das Erstaunliche ist, dass nichts Anderes defekt ist, das Gehäuse ist OK, sonst ist nichts ausgeschlagen, alles wunderbar. Ich denke, wenn der Bruch bei höherer Drehzahl und/oder Last passiert wäre, wäre alles zu spät gewesen.
Da der Motor ja auch in Fahrzeugen anderer OEMs verbaut wird gibt es eine Ersatzteilequelle. PSA bietet ja nur den Grundmotor komplett an. Ich habe mich auch mal etwas kundlich gemacht, warum diese Motoren zu Kurbelwellenbrüchen neigen. Im Grunde kommen da die etwas großen Toleranzbänder von Kurbelwelle zu Lagergasse zusammen. Wenn man also eine Teilepaarung hat, die sich nahe der maximalen/minimalen Toleranz bewegt, ist vorprogrammiert dass die Welle irgendwann an den Lagerschalen reibt. Nehmen wir dann auch an, dass das Öl schon etwas gealtert ist, dann könnte das einen solchen Schaden weiter begünstigen.
Zu den genauen Hintergründen und OEM spezifischen Meinungen möchte ich mir hier etwas bedeckt halten, aber dafür kann man ja das Treffen nutzen :-).
Die Idee ist nun also, den Motor mit frischen Teilen auszurüsten, dabei auch gleich typische Dinge wie neue Lader (der hintere ist am Ende), Übermaßkolben zu nutzen und die Köpfe werden auch gecheckt. Im Grunde einfache ein kompletter Neuaufbau.
Momentan werden die Teile organisiert und die Teile, die weiterverwendet werden können gecheckt und gereinigt.
Wer mal sehen möchte, wie sowas im Zeitraffer aussieht. Es gibt dazu ein Youtube-Video.
Zum Wegwerfen war mir das Fahrzeug zu schade. Und einen Teilespender besitze ich bereits. Insofern ist das ein nettes nebenbei Projekt.
Sobald es Neues gibt würde ich diesen Beitrag fortsetzen.
In diesem Sinne, allzeit Kurbelwellenbruch-freie-Zeit,
H.