Vor vier Jahren habe ich mit meiner Tochter und ihrem Schulfreund und seinem Vater eine Radtour zu einem Sandstrand Insidertipp am Rhein gemacht. Die Kinder fuhren vor. Der Junge natürlich ganz vorne. Meine Sarah drängte es auch zur Poolposition, Geschubse, Gezäng, ich versuche die Situation zu beruhigen und fragte meine Tochter, was wichtiger sei, körperliche Unversehrtheit (Kinder von Überfliegern verstehen solche Worte) oder Gerechtigkeit. Einmal dürft ihr raten, weisse Bescheid (Kerkeling in Grevenbroich).
Das erinnert mich nun wiederum an ein Gespräch, dass ich mit Dieter Wiezcorek vor 40 Jahren führte. Gleichzeitig studierten wir Philosophie in Bochum, Ethik und Moral, aber eben auch Gerechtigkeit waren unsere Oberseminarbeschäftigungen. Wenn ich mich recht erinnere, waren wir noch schlauer als unsere Professoren - ehrlich!
Ich habe Dieter prophezeit, wenn es noch einmal zu einer Weltwirtschaftskrise kommt, wird das nicht so laufen wie in den Jahren von 1928-1932. Also die Hungernden drücken die Nase an die Scheibe und innen genießen die Gourmets das üppige Mahl. Ansonsten bleibt es friedlich.
Nein, es werden die Fetzen fliegen, ein Aufforderung der Gelbwesten an die Polizisten Selbstmord zu begehen, kann mich nicht überraschen.
Es geht heute überhaupt nicht um Religion, das ist postmodernes Machtgehampel, Trittbrettfahrer von Verzweifelten. sondern nur um Gerechtigkeit. Jeder Selbstmordattentäter tötet aus eben diesem Grund.
Merke: Moral wird überbewertet, Gerechtigkeit unterbewertet!