Was weithin überall zunehmend fehlt, ist die Fähigkeit zur mitunter durchaus feinfühligen Analyse abseits dessen, was die Fehlerspeicher so ausspucken. Zusammenhänge werden immer weniger erkannt bzw. das Interesse daran fehlt. Schade, denn gerade das macht es doch, egal in welcher Branche, interessant und ermöglicht, es, seinen Beruf einfach erfolgreicher auszuführen. Klar sind Autos komplexer geworden und werden es immer mehr, viel mehr greift ineinander als noch vor 20, 30 Jahren, aber auch das kann durchschaut werden, wenn man Interesse daran hat und die sich ergebenden Herausforderungen als Ansporn, besser zu werden, annimmt.
Mir ist (als seit nunmehr 30 Jahren sehr interessiert und durchaus auch immer noch erfolgreich praktizierender KFZ-Hobbyschrauber) wirklich völlig unverständlich, wie man als Citroen-Markenvertretung, die seit zig Jahren Hydropneumaten verkauft und wartet, für 125 Euro vemutlich Saarbrücker Meisterlohn pro Stunde auf die Idee kommen kann, ein modernes HP-Fahrwerk mit einem Stoßdämpferprüfstand prüfen zu wollen. Die elementare Funktion einer C6-AMVAR-Hydropneumatik muss dort doch allen bekannt sein wie das eigene Bett (so ein Hexenwerk ist das alles nun auch nicht, also die HP) - ohne überhaupt einen Meter zu fahren müsste klar sein, dass bei einer Beschreibúng, dass der C6 manchmal derbe von hinten hoppelt, ganz klar eine Radfederkugel platt ist. Das weiß man, wenn man sich für das System elementar interessiert und man weiß dann auch, dass es in bestimmten Betriebszuständen die normalerweise hydraulisch zusammengeschalteten Kugeln separiert.
Verstehe ich nicht. Da wird einfach nicht nachgedacht. Das ist keine Intelligenz- oder Bildungssache, das ist Einstellungssache. Insofern kann ich Zurigos Ausrutscher nicht komplett verdammen, aber finde es auch seltsam, dass sich hier anerkannteste Forumsexperten angekratzt geben - wenn es jemanden nicht betrifft, dann mit aller Sicherheit jene, die uns hier mir ihrer immensen Erfahrung immer wieder mit überaus wertvollen Tipps zur Seite stehen.
Dafür mal einen ganz herzlichen Dank!!!!!!!
Hatte meinen C3 vor Jahren mal zum Radlagerwechsel in der Markenwerke am Staffelsee (habe keine Presse, sowas mache ich dann einfach auch nicht mehr selber) - ich sagte: vorne links, sauber und sicher diagnostiziert, nicht nur durch hören im Fahrzeug (jeder sollte wissen, dass man sich da übel verhauen kann), sondern durch prüfen an beiden Vorderachshälften. Die sagten: vorne rechts, haben es dann ohne Rücksprache getauscht. Wie kann sowas passieren? Einfachste KFZ-Analysegeschichten. Ok, habe reklamiert, man war immerhin kulant - jetzt sind halt beide Radlager vorne neu - auch schön. Aber ich verstehe das nicht, das darf eigentlich nicht sein...
Grüße
Chris