130 scheint wirklich eine gute Geschwindigkeit zu sein – ich bin auf jeden Fall auch für dieses Tempolimit in Deutschland.
Bei langen Tempo-100-Strecken wie der Brennerautobahn (Österreichischer Teil) hab ich immer Angst, einzuschlafen – bei 130 muss man aufmerksamer sein, und das scheint wach zu halten. Höhere Geschwindigkeiten als 140 – oder gar dauerhaft 170 – stressen so sehr, dass man das nicht lange durchhält und am Ende absolut kontraproduktiv ist.
Auf zweispurigen Autobahnen hat man sonst die Wahl, auf der rechten Spur zwischen LKW zu hängen oder auf der linken Spur, wenn man Richtgeschwindigkeit fährt, einen Raser und Drängler im Rückfenster zu haben. Eine gleichmäßige Reisegeschwindigkeit ist bei Strecken ohne Tempolimit jedenfalls nicht zu erreichen. Selbst dreispurige Autobahnen geben einem nicht die Möglichkeit, konstant 130 zu fahren, da selbst bei überschaubarem Verkehrsaufkommen immer bei freier rechter Spur jemand auf der mittleren Spur 100 oder 110 fährt.
Warum 130 irgendwie ideal zu sein scheint, lehrt mir eine Erfahrung aus Italien. Früher war das Tempolimit 120 – da haben sich sehr viele nicht dran gehalten, und es wurde sehr viel auf der linken Spur schneller gefahren und gedrängelt. Seit das Tempolimit auf 130 angehoben wurde (das muss so vor ca. 10 Jahren gewesen sein), hat sich der Verkehrsfluss deutlich vergleichmäßigt. Ab und an kommt immer mal jemand schnell von hinten; dem wird aber wohlwollend Platz gemacht. Die italienischen Autofahrer sind da wesentlich entspannter und sehen das Schnellfahren eher sportlich statt kriegerisch, wie es die Deutschen tun.
Es kann aber auch sein, dass es bei 130 zivilisierter zugeht, dass vielleicht seit der Einführung auch die Kontrollen verschärft wurden. Es gibt in Italien sehr viele Autobahnabschnitte, die diese Abschnittskontrolle »TUTOR« haben; wo es gar keine Frage ist, ob man erwischt wird. Ist aber nur eine These.