Ich habe nie gesagt, dass es keinen Sinn macht, wenn jeder einzelne (im Rahmen seiner Möglichkeiten) etwas für den Umweltschutz tut. Ganz im Gegenteil. Wenn jemand ein Windrad vor meiner Haustüre bauen möchte, werde ich garantiert nicht dagegen klagen. Ich für meinen Teil achte an vielen Stellen darauf. Ich muss nicht ständig mit 180 über die Autobahn fahren. Sehr oft geht es auch deutlich langsamer. Meine Waschmachine und mein Geschirrspüler laufen nur, wenn sie voll sind. Einkäufe erledige ich (mit dem Auto) ohne große Umwege auf dem Rückweg von der Arbeit. In meiner Wohnung sind fast überall LEDs verbaut. Ich heize meine Räume nicht auf 22° um dann im T-Shirt vor dem Rechner zu sitzen. 20° reichen auch, wenn man einen Pulli anzieht. Meine Hifi Geräte sind alle aus einer Zeit, als selbst wir zwei noch bis 15 KHz hören konnten. Und das ist lange her.... Das macht mir ein ruhiges Gewissen. Es rettet den Planeten aber nicht.
Ich habe mir die ganzen Kommentare hier durchgelesen und kann in vielen Wahrheiten erkennen.
Ich stelle mir mittlerweile die Frage, ob wir nicht, wenn wir wirklich etwas tun wollen, unser ganzes Wirtschaftssystem in frage stellen müssen. Dieses immer größer, höher, weiter durch immer mehr Menschen wird auf Dauer nicht funktionieren. Nachhaltigkeit gibt es heute bei Produkten so gut wie gar nicht. Waschmaschine, Kühlschrank, Fernseher, Autos, usw. sind heute alles Wegwerfartikel. Unsere ganze Wirtschaft funktioniert doch so, dass die Hersteller sich sehr genau ansehen, wann der Punkt gekommen ist, wo der Kunde sagt, dass ein Produkt ausreichend gehalten hat. Wenn der Punkt erreicht ist, kauft er wieder beim gleichen Hersteller. Wenn das der Fall ist, hast du als Produzent alles richtig gemacht. Aus Sicht des Produzenten - aber ganz sicher nicht aus Sicht der Umwelt.
Was mit aktuell ganz gewaltig auf den Wecker geht: die Politik versucht uns weiss zu machen, dass wir den Planeten retten können, hat aber selber kein Gesamtkonzept bzw. blockiert ökologisch richte Entscheidungen. Es gibt synthetische Kraftstoffe, die zum einen aus dem Recycling von Kunststoffen entstehen und zum anderen den CO2 Ausstoß drastisch reduzieren. Warum gibt es diese Kraftstoffe nicht zu kaufen? Weil die Politik es nicht möchte. Wir sollen ja erst mal alle E-Autos kaufen. Wo bei denen, die so etwas entscheiden, das Geld für eine solche Einstellung herkommt, weiss ich schon. Nämlich von unseren Steuergeldern. Wo das Geld für mein E-Auto (irgend eine Summe größer 20.000 €) herkommt, weiss ich nicht. Meine innere Überzeugung (alles, was vor der Türe steht, ist bezahlt oder bleibt, wo es ist) spricht auch ganz deutlich dagegen. Wir könnten ganz schnell etwas gegen den CO2 Ausstoß tun: möglichst viele Autos auf Gas umrüsten. Das senkt sofort den CO2 Ausstoß um 10 - 15 % und reduziert den Feinstaub gegen 0. Wie wäre es denn mit einer staatlichen Förderung? Fehlanzeige. Ganz im Gegenteil: die Subventionen werden gerade schrittweise zurückgefahren.
Wenn ich etwas zu sagen hätte, würde ich bei den Neufahrzeugen zum einen das Leergewicht und den maximalen, realen Verbrauch auf sinnvolle Werte reduzieren. Beim Gewicht würden mir 1700 oder 1800 kg. vorschweben. Das sollte reichen, um auch eine ausreichend große Familienkutsche zu produzieren. Alles, was mehr wiegt, bekommt ein Tempolimit auf 130. Damit dürfte sich das Thema SUV ganz schnell erledigt haben.
Im Großen und Ganzen habe ich aktuell aber an vielen Stellen der Politik schon ganz schwer den Eindruck, dass es nur (unter welchem Vorwand auch immer) darum geht, wie man dem Bürger möglichst viel aus der Tasche ziehen kann. Hat mal irgend einer ausgerechnet, was jeden Einzelnen die CO2 Steuer monatlich kosten wird? Wir reden über ca. 60 Cent pro Liter. Dazu kommen die erhöhten Preise an allen Ecken und Enden. Lebensmittel werden deutlich teurer werden. Die Heizkosten deutlich zulegen., sofern Gas oder Öl dazu gebraucht wird. Da kommt gewaltig etwas auf uns zu. Wozu das Ganze? Ich weiss es nicht.
Und eine andere Frage, auf die ich noch keine Antwort gefunden habe: ist es mit der steigenden Anzahl der Weltbevölkerung überhaupt möglich, CO2 neutral zu leben, ohne in die Steinzeit zurück zu fallen?